Du willst Yogalehrer*in werden? So findest du die richtige Ausbildung

Yoga ist für dich mehr als Gymnastik auf bunten Matten, es geht dir gut, wenn du mindestens einmal am Tag die Beine über den Kopf bekommst und du saugst alles, was irgendwie mit Yoga zu tun hat auf wie ein trockener Schwamm?

Dann hast du sicher schon einmal darüber nachgedacht, eine Yogalehrer*innen-Ausbildung zu machen.

Spätestens nach meiner zehnten Yogastunde wusste ich, dass ich irgendwann eine Yoga-Ausbildung machen werde. Witzigerweise stellt ich diesen Gedanken nie in Frage: Es ging nicht um das ob, sondern nur um das wann. Und natürlich auch das wo und bei wem. Klar war mir außerdem, dass ich noch nicht soweit war und noch viele Stunden als Schülerin auf der Matte verbringen würde, bevor ich anderen Menschen Yoga nahe bringen könnte.

2006 hatte ich meine erste Yogastunde. 2013 habe ich meine erste Ausbildung gemacht.

Dazwischen lagen gut sieben Jahre üben, jede Menge Workshops, experimentieren mit verschiedenen Methoden und kennenlernen von Lehrer*innen. Etwa zwei Jahre lang habe ich überlegt und recherchiert, welche Ausbildung es sein sollte. Irgendwann war die Antwort dann da.

Bei einer Jivamukti Immersion mit Dr. Patrick Broome und Yogeswari in Berlin wusste ich ohne Zweifel: Von den beiden will ich mich ausbilden lassen. Und das, obwohl Patrick Fieber hatte und die Immersion mit Rotznase unterrichten musste.

So findest du die Yogalehrer-Ausbildung, die wirklich zu dir passt.

Fast wöchentlich flattern Mails in unser Redaktionspostfach von Yogis, die Tipps in Sachen Teacher Training wollen. In Indien, Bielefeld oder so ganz allgemein.

Natürlich kennen wir nicht alle Ausbildungen, aber wir behaupten: Wir haben Ahnung. Und einen Guide, in dem wir einzelne Teacher Trainings detailliert vorstellen, die wir für empfehlenswert halten.

10 Punkte, die dir helfen, die passende Yogalehrer-Ausbildung zu finden und welche Fehler du vermeiden solltest.

1. Der richtige Zeitpunkt

Da ein Teacher Training viel Geld und Energie kostet, solltest du dich vorher fragen,  ob du nicht nur körperlich, sondern auch psychisch fit für die intensive Yoga-Praxis bist.

Abgesehen von organisatorischen Fragen wie Kann ich mir in dieser Zeit freinehmen? Habe ich andere Verpflichtungen, muss ich eventuell Dinge verschieben? Kann ich bis dahin so viel Geld sparen? solltest du auch bedenken, dass nicht nur du an deine Grenzen geraten wirst, sondern auch die anderen Teilnehmer*innen. Nicht in jeder Lebenssituation hat man die Power, sich mit seinen eigenen Gefühlen und denen der anderen zu auseinanderzusetzen. Wann der richtige Moment gekommen ist, kannst nur du selbst entscheiden.

2. Yoga ist mehr als Asana

Bei der Wahl der Ausbildung klopfe außerdem ab, welche Inhalte dir wichtig sind und gleiche diese mit den Ausbildungsinhalten ab. Liegt der Fokus auf Unterrichtsdidaktik und Asana-Praxis? Ist es dir wichtig, ein solides Grundverständnis über die Ursprünge des Yoga und die Philosophie dahinter zu bekommen? Oder bist du vor allem an den Assists interessiert? Oder möchtest du alles zusammen? Manche Ausbildungen sind sehr breit angelegt, andere haben ganz konkrete Schwerpunkte.

3. Finde deinen Yoga-Stil:

Vinyasa Flow, Kundalini, Ashtanga, Jivamukti, Bikram, Anusara oder Iyengar Yoga – wenn es um Yogastile geht, haben wir die Qual der Wahl. Mein Tipp: Besuche viele verschiedene Klassen und probier dich aus. Geht es dir gut, wenn du dich wie wild durch die Vinyasas schwingst oder mag dein System lieber durch eine ruhige, meditative Praxis ins Lot gebracht werden?

Wenn es in deiner Nähe keine Studios gibt, unternimm Kurztrips zu Wochenend-Workshops oder hol dir ein Online Yoga Abo, zum Bespiel bei yogaeasy*. Danach überlege dir, welchen dieser Stile du selbst gerne unterrichten möchtest und bedenke diese Vorliebe bei der Wahl der Ausbildung.

4. Zu Hause oder in Übersee?

Klingt banal, ist aber ein wichtiger Faktor. Hast du Lust auf einen hippiemäßigen Selbstfindungstrip durch Indien, ist ein Abstecher nach L.A. dein Ding oder turnst du lieber in heimischen Gefilden? Oder kommt sogar eine Online Yoga Ausbildung infrage?

Bei der Frage nach dem Ort solltest du erstens an die Unterrichtssprache denken und zweitens, ob ein äußerlicher Trip zusätzlich zu der inneren Reise für dich angebracht ist. Es kann sehr beruhigend sein, zu wissen, dass man jederzeit nach Hause fahren könnte.

5. Berufsbegleitend oder intensiv?

Yogalehrer*in werden kann man je nach Ausbildung in vier Wochen oder in vier Jahren. Für den Start halte ich eine Ausbildung mit 200 bis 300 Stunden Umfang für sinnvoll. In dieser Zeit können die Basics gut abgedeckt werden, Schüler*in bleibt man ohnehin ein Leben lang.

Ob du diese Zeit am Stück nimmst oder über einige Monate verteilt, ist eine Frage des Geschmacks und auch der Möglichkeiten. Nicht jeder hat Lust seinen Jahresurlaub für ein Teacher Training zu opfern. Bei einer berufsbegleitenden Ausbildung kann sich das Gelernte zwischendurch setzen. Bei einem Intensiv-Training bleiben Einflüsse aus dem Alltag außen vor und man kann noch tiefer in die eigene Praxis einsteigen. Your choice!

6. Denke ans Geld

So eine Yogalehrer Ausbildung ist ganz schön teuer. Meiner Erfahrung nach sind teure Ausbildungen oft auch gut. Oft sind die teuren Ausbildungen etabliert und bekannt, haben einen guten Ruf und vor allem Lehrer*innen mit viel Ausbildungserfahrung. Das hilft auch, um später in Yogastudios unterrichten zu können, weil sich die potenziellen Arbeitgeber*innen auf ein gewisses Niveau verlassen.

Schau dir also gut an, welche Leistungen in dem angebotenen Ausbildungspaket inbegriffen sind, wer unterrichtet und wofür Extrakosten fällig werden. So hast du eine gute Grundlage zu entscheiden, wo du dein Geld investieren möchtest. Das soll nicht heißen, dass es keine guten günstigen Ausbildungen gibt. Es gibt sie noch, die großen Meister, die ausbilden – man muss sie nur kennen. Und die findet man meistens nur durch eine günstige Fügung des Schicksals.

Überlege außerdem, wenn du nach der Ausbildung unterrichten willst, welchen Anteil deines Lebensunterhalts du mit Yogaunterricht bestreiten möchtest. Oft wirst du wahrscheinlich eher klein anfangen und das eigene Stundenangebot später Schritt für Schritt ausbauen. Das bedeutet aber natürlich, dass du ein zweites Standbein brauchst. Über das leidige Thema Geldverdienen hat Sabine einen guten Artikel geschrieben.

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7. Finde einen Lehrer / eine Lehrerin

Das klingt erst einmal groß, oder? Diesen Punkt halte ich aber für enorm wichtig. Die Schüler*innen-Lehrer*innen-Beziehung ist ein sehr besonderes Verhältnis und nicht jeder kann mit jedem. Damit du dich wirklich weiterentwickeln kannst, ist es essentiell eine*n Lehrer*in zu finden, die*den du annehmen kannst, der*dem du zu 100 Prozent vertraust.

Also: Schau dir an, mit wem du es zu tun hast. Besuche Workshops bei potentiellen Ausbildern, besuche Yogaklassen bei ihnen und lerne sie kennen. Du wirst schnell spüren, ob du diese Erfahrung ausbauen möchtest oder lieber nicht.

8. Lass dich nicht beirren.

Wenn du dich erst einmal für eine Ausbildung entschieden hast, bleib dabei. Versuche, dich mit Menschen auszutauschen, die dich unterstützen, denn es wird genug Zweifler in deinem Umfeld geben. Sprüche wie: “Echt, bei dem machst du die Ausbildung?” Oder: “Das ist doch viel zu viel Geld!” werden dir immer wieder begegnen. Mach dir keinen Kopf, es geht schließlich um deinen Weg, nicht um die Vorstellungen der anderen.

9. Üben, üben, üben:

Vielleicht hast du schon mal von Pattabhi Jois’ Leitspruch gehört: Practice and all is coming! Also, nix wie los und ab auf die Matte, dann kommen die Erkenntnisse von ganz allein.

10. Verlasse dich auf dein Bauchgefühl

Ganz ehrlich: Man kann es mit dem Nachdenken auch übertreiben. Ich kenne Menschen, die sich ganz spontan für eine Ausbildung bei ihrer ersten und einzigen Lehrerin entscheiden und damit super fahren. Warum nicht? Wer mit wachem Geist und offenem Herzen durch die Welt geht, landet am Ende doch ohnehin dort, wo er hingehört.

Wenn du dich dann für eine Ausbildung entschieden hast: Ganz viel Spaß und Erfolg!

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Love, peace and hugs,
Rebecca

Titelbild © Grit Siwonia

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  1. Ein sehr interessantes Beitrag. Besonders freut mich zu sehen, dass sich endlich jemand entschieden hat ein Beitrag über Yoga konkret Yogalehrer-Ausbildung. Alles, was ich bis jetzt an diese Topik finden konnte sind ein paar englische Blogs die im Vergleich zu diesem überhaupt nicht so interessant sind.

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