Yoga Vidya: In 4 Wochen, 2 oder 3 Jahren Yogalehrer*in werden

Alle, die schon einmal irgendetwas mit Yoga gegoogelt haben, kennen Yoga Vidya – oder waren zumindest schon mal auf der Webseite “Yoga-Wiki” der Yoga-Organisation. Denn es gibt garantiert kein Yoga-Thema, über das es nicht einen Artikel oder ein Video von Yoga Vidya gäbe.

Mir ist Yoga Vidya seit den Anfängen meines Yogaweges ein Begriff: Als wissbegieriger Yoga-Newbie begann ich noch high von einer meiner ersten Yogastunden das Internet nach Informationen über die indische Lehre zu durchforsten.

Das war 2006 und Yoga im Internet fand abgesehen von Yoga Vidya nicht statt. Zwar war ich dankbar, meinen Wissensdurst stillen zu können, doch so richtig froh machten mich die Videos mit den langsam sprechenden Menschen in orange-weißer Kleidung nicht.

Ich steckte Yoga Vidya schnell in die Schublade für komische, esoterische Gemeinschaften.

Irgendwie war mir das Thema Ashram suspekt. Das Rezitieren von Sanskrit-Mantren und das Reden über Gott fand ich eigenartig. Die Yogapraxis wie ich sie kannte fand in Kreuzberger Hinterhof-Lofts statt, war sehr körperlich und die Lehrer*innen hatten ganz normale, coole Sachen an.

Heute sind mir diese Gedanken peinlich.

Ich junges Ding hatte einfach keine Ahnung und noch viel zu lernen. Heute weiß ich die fundierten Inhalte, die mir fast täglich im Netz begegnen zu schätzen und bin fasziniert davon, was der Yoga Vidya Gründer und spirituelle Leiter von Yoga Vidya, Sukadev Bretz, Gigantisches auf die Beine gestellt hat.

Yoga Vidya ist mittlerweile Europas größte Yogabewegung.

1992 eröffnete Sukadev das erste Yoga Vidya Zentrum in Frankfurt. Heute gibt es große Seminarhäuser in Bad Meinberg, im Westerwald, an der Nordsee und im Allgäu. In 80 deutschen Städten gibt es Yoga Vidya Zentren, 58 davon bilden aus. An allen Orten wird nach yogischen Grundsätzen gelebt und gearbeitet und die Besucher*innen werden dazu angehalten, das auch zu tun.

Die Vision, die Welt zu einem besseren und friedlicheren Ort zu machen, ist der Kern von allem, was Sukadev erschaffen hat.

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Nach vielen Jahren in der Sivananda Yoga-Tradition, die vor allem durch seinen Lehrer Swami Vishnu Devananda an ihn weitergegeben wurde, entwickelte Sukadev Bretz die Lehren seines Guru weiter und rief die Yoga Vidya Gemeinschaft ins Leben, die Yoga als ganzheitlichen, spirituellen Lebensweg versteht.

Die Yamas und Niyamas aus dem Yogasutra gelten als wichtige Grundlage für ein yogisches Leben nach den Prinzipien von Yoga Vidya. Einfach ausgedrückt: Bevor man der Erleuchtung entgegenschreiten kann, muss man sich erstmal anständig anderen gegenüber verhalten und auch selbst ein ordentliches Leben führen. Bei Yoga Vidya gehört dazu zum Beispiel, kein Fleisch zu essen, nicht zu rauchen und auf Alkohol zu verzichten.

Ausprobieren kann man das übrigens sehr unkompliziert in einem der Ashrams – dort wird gutes, vegetarisches Essen kredenzt und die morgendlichen einstündigen Pranayama-Sessions sorgen glücklicherweise meist dafür, dass einem die Lust auf Zigaretten vergeht.

Das alles klingt dogmatischer als es ist: Sukadev möchte einen Yoga weitergeben, der dem westlichen Lebensstil nahe ist und dennoch spirituell bleibt. Die Erfahrungen aus der Praxis sollen also nach und nach ins eigene Leben integriert werden – ein Prozess, der oft von alleine geschieht.

Die Basis dafür bilden die Grund-Ausbildungen, die man entweder als 4-Wochen-Intensivkurs, 2- oder 3-Jahresprogramm absolvieren kann.

Yoga Vidya lehrt integralen Yoga, das heißt, dass die Lehre die sechs Yoga-Wege gleichwertig behandelt: Glücklich wird bei Yoga Vidya, wer auf der Suche nach tiefem, traditionellem Yogawissen ist, das weit über die körperlichen Aspekte der Praxis hinausgeht.

Yoga Vidya Lehrer*innen sind meist sehr bewandert in Yoga-Philosophie, kennen sich mit den Schriften aus und legen den Fokus mehr auf die energetische Erfahrung in der Asana-Praxis als auf präzise Ausrichtung und Hands-On-Assists. Die Schüler*innen werden ermutigt, ihre eigenen Wege zu finden und sich je nach Interesse in den verschiedenen Richtungen weiterzubilden.

Alle Ausbildungen basieren auf den Techniken des klassischen, ganzheitlichen Yoga nach Swami Sivananda. Wenn hilfreich, fließen verwandte Techniken mit ein. Erkenntnisse aus Naturwissenschaft und Psychologie runden die Yoga-Ausbildungen ab.

Die Yoga Vidya Ausbildung ist in acht Themenblöcke aufgeteilt, die wiederum auf den sechs Yoga-Wegen aufbauen:

  • Einführung – Philosophie und Ziel des Yoga
  • Hatha Yoga allgemein
  • Tantra und Kundalini Yoga – Yoga der Energie
  • Raja Yoga – Mentales Training und Meditation
  • Karma Yoga – Yoga der Tat
  • Bhakti Yoga – Der Kontakt zum Göttlichen
  • Jnana Yoga – Der Yoga des Wissens
  • Yoga Unterrichtsmethodik

Der Ablauf der Ausbildungs-Einheiten ist immer ähnlich und besteht aus Asana-Praxis, Pranayama, Unterrichten, Vorträgen, gemeinschaftlichem Essen und Satsang. Satsang bei Yoga Vidya beinhaltet immer das Singen von Mantra, Meditation, einen Vortrag und ein abschließendes Lichtritual.

Yoga-Klassen nach Yoga Vidya folgen sieben Unterrichtsprinzipien, die ein Ausdruck der ganzheitlichen Lehre sind:

Yogaklassen anhand eines vorgegebenen Rahmens aufzubauen, ist gerade für Lehr-Anfänger*innen Gold wert. Warum? Man verlässt sich auf das Wissen sehr erfahrener Lehrer*innen und kann von dort aus seinen eigenen Stil finden.

  1. Die Yogastunde basiert auf der Yoga Vidya Grundreihe, einer Weiterentwicklung der Rishikesh-Reihe aus dem Sivananda-Yoga durch Swami Vishu-devananda und schließlich Sukadev
  2. Anpassung des Unterrichts an die Zielsetzung und Zielgruppe
  3. Die Asanas werden gehalten..
  4. Entspannung, Atmung und Konzentration sind gleichzeitig vorhanden
  5. Respekt vor innerer Intelligenz der Teilnehmer
  6. Die Yogalehrer*innen unterrichten mit Stimme, Händen, Füßen, Prana und Liebe
  7. Einstellung: Lehrer*innen verstehen sich als Instrument und unterrichten, was sie selbst üben und bleiben selbst immer Schüler*innen

Innerhalb dieses Rahmens werden die Lehrer*innen stets dazu ermutigt, ihren eigenen Weg zu gehen, individuell anzupassen und sich selbst und ihren Unterricht weiterzuentwickeln. Alle Ausbildungen sind durch den Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer*innen zertifiziert.

Voll einsteigen mit der 4-Wochen-Intensiv-Ausbildung

Yoga Vidya: In 4 Wochen, 2 oder 3 Jahren Yogalehrer werden

Die 4-wöchigen Ausbildungen beginnen jeden Monat und können sowohl an einem Stück absolviert werden als auch als einzelne Wochen in hintereinander folgenden Monaten. Die jeweiligen Wochen können dabei auch in verschiedenen Seminarhäusern gebucht werden.

Diese Ausbildung umfasst 400 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und eignet sich besonders für Menschen, die sich für eine Weile aus dem Alltag zurückziehen wollen, sich vielleicht in einer wichtigen Umbruchsphase befinden und sich voll auf Yoga und das Leben in einer spirituellen Gemeinschaft einlassen wollen.

Preis: ab 2011 Euro je nach Zimmerkategorie

Die 2-Jahres-Ausbildung: Berufsbegleitend mit Zeit, das Gelernte anzuwenden

Für die 2-Jahres-Variante gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann sie im Bausteinsystem oder als zweijährige Ausbildung in einem der 58 Stadtzentren absolvieren, in denen Yoga Vidya ausbildet.

Die Basis für die Baustein-Ausbildung ist die Intensiv-Ausbildung. Danach kann man modular aufbauen und weitere Seminare besuchen, bis man 642 Unterrichtseinheiten und  zwei Jahre Gesamtaus- und Weiterbildungsdauer nachweisen kann.

Preis: Kosten für Intensiv-Ausbildung inkl. Kosten für die Weiterbildungsseminare; Gesamtpreis ab 3.175 €

Die Ausbildung in den Stadtzentren findet einmal pro Woche statt. Ergänzend dazu verbringen die Auszubildenden alle zwei Monate ein Wochenende im Seminarhaus, wo dann ein Intensiv-Wochenende angeboten wird. Diese Variante umfasst 723 Ausbildungseinheiten.

Im Januar 2019 startet die nächste Runde der 2-Jahresausbildung in den Stadtzentren und den Ashrams. Hier findest du eine Übersicht, wo die Ausbildungen überall stattfinden.

Preis: Kosten abhängig vom Stadtzentrum; Gesamtpreis ab 4344 € zahlbar in 24 monatlichen Raten.

Das volle Paket mit der 3-Jahres-Ausbildung

Diese Ausbildung ist ideal, um Yoga wirklich umfassend zu üben, zu erfahren und im täglichen Leben umzusetzen. Sie findet über drei Jahre hinweg an sieben Wochenenden und einer Intensiv-Woche pro Jahr statt. Diese Ausbildung umfasst 780 Unterrichtseinheiten und erlaubt tiefe Transformation und ein solides Wissen über die Yogalehre.

Preis: ab 4176 € zahlbar in 36 monatlichen Raten

Darüber hinaus gibt es bei Yoga Vidya jede Menge Weiterbildungs-Seminare, die offen für Lehrer*innen aller Traditionen sind: Yoga für Schwangere, Yoga für besondere Zielgruppen, Yogatherapie oder spirituelle und persönliche Entwicklung, um nur einige der Programme zu nennen. Ich überlege schon seit langem, einen Pranayama-Kurs bei Yoga Vidya zu besuchen und werde mir den Yoga-Giganten bald mal aus der Nähe ansehen.

Wo kann man mit dieser Ausbildung unterrichten?

Im Prinzip kannst du überall unterrichten. Eigene Kurse geben, in Yogastudios anheuern oder in einem der Stadtzentren oder Seminarhäusern anfragen. Die Ausbildung selbst ist kein Garant dafür, später auch damit unterrichten zu können. Viele machen die Ausbildung, um tiefer in die Yogalehre einzusteigen. Etwa ein Drittel der Auszubildenden geben später selbst Yogaunterricht.

Du siehst schon, bei Yoga Vidya gibt es alles.

Und das Beste: Alle Infos sind so strukturiert online, dass du ganz genau herausfinden kannst, ob eine der Ausbildungs-Varianten in dein Leben passt. Die Frage ist nur noch:

Ist die Ausbildung bei Yoga Vidya das Richtige für mich?

  • Du hast Lust auf eine spirituelle Gemeinschaft, die Yoga als Lebensstil und nicht als Sport versteht?
  • Du hast Lust, ein yogisches Leben zu leben?
  • Du kannst dich auf das Leben im Ashram einlassen und bist bereit, dir unbekannten Bräuchen und Ritualen mit Offenheit zu begegnen?
  • Du möchtest einfach mehr über die Yoga-Philosophie lernen?  
  • Du findest Mantra und Mythologie interessant und möchtest darüber lernen?
  • Du findest, die Tradition darf beim Yoga nicht vergessen werden?
  • Die energetische Erfahrung ist dir wichtiger als die perfekte Ausrichtung?
  • Du magst es, wenn die Yogapraxis für alle Altersgruppen ausführbar ist?
  • Du brauchst höchste Flexibilität, was die Planung der Ausbildung angeht?
  • Die Zertifizierung für Krankenkassen und Yogalehrer*innen-Verbände ist dir wichtig?
  • Du fühlst dich zuhause und gut aufgehoben, wenn du dich auf der Webseite von Yoga Vidya durch die ganzen Angebote klickst?

Wenn du den Großteil dieser Fragen mit Ja beantwortet hast, würde ich sagen: Schau vorbei! Vielleicht erstmal im Center bei dir um die Ecke. Die gibt es ja zum Glück überall. Auf YouTube gibt es eine ganze Vortragsreihe von Sukadev, mit der man die Inhalte aus der zweijährigen Ausbildung auffrischen kann – oder einen Vorgeschmack bekommt, was einen erwartet.

Viel Freude beim Yoga üben und die richtige Ausbildung finden! Ich hoffe, dieser Beitrag war hilfreich für dich.

Bilder © Yoga Vidya

Im Falle dieses Artikels wurden wir für unsere Arbeit bezahlt. Diesmal von Yoga Vidya.

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