Yoga Business 101: Wie kann ich mit Yoga Geld verdienen?
[Werbung] Ermuntere alle Yogalehrer*innen, zu ihren Preisen zu stehen. Diese Aufforderung habe ich bekommen, als ich für meine Recherche zu diesem Artikel eine kleine Insta-Umfrage zum Thema Geld und Yoga gemacht habe.

Unbedingt! Denn nach wie vor ist das Thema Geld verdienen unter Yogalehrenden ein schwieriges. Mit diesem Text wollen wir dazu beitragen, dass es sich nicht mehr komisch anfühlt, für den eigenen Yoga-Unterricht ordentliche Preise zu verlangen.

>> Lesetipp: Hast du schon Teil 1 unserer Yoga Business Serie 101 ausgecheckt? Da geht es um den Start in deine Selbstständigkeit. Wenn nicht, kannst du das hier nachholen.

Außerdem erfährst du:

  • Welche Honorare sind für welches Unterrichts-Format realistisch?
  • Wie kalkuliert man Preise?
  • Brauchst du einen Business Plan und was steht da drin?
  • Wie läuft das mit Vorsorge, Rücklagen und eigenem Gehalt?
  • Das 1×1 der Buchhaltung

Mit Yoga Geld verdienen: Warum es oft so negativ behaftet ist

Hand aufs Herz: Wieso bist du Yogalehrer*in geworden? Wahrscheinlich ging es dir dabei erstmal nicht ums Geld, oder? Die meisten von uns wollen Yoga unterrichten, weil es ihnen ein inneres Bedürfnis ist, das Gelernte weiterzugeben. Der Wunsch, anderen zu vermitteln, welche Kraft im Yoga liegt und wie sehr die Praxis das Leben bereichern kann. 

Das sind wahnsinnig schöne und sehr selbstlose Motive. Qualitäten, die man mit Yogalehrer*innen verbindet: Großzügig, empathisch, anderen Lebewesen gegenüber wohlwollend, selbstlos und mit wenig bzw. gesundem Ego ausgestattet. Dass Yogalehrende mit ihrer Arbeit auch ganz profan Kohle verdienen wollen, passt da für viele nicht ganz rein. 

Ganz vorne mit dabei sind die Lehrer*innen selber: Yoga sollte für alle zugänglich sein. Ich will mich ja nicht bereichern. Und was ist mit Aparigraha? Patanjali sagt, dass wir nicht horten sollen!?

>> Lesetipp: Die yogische Begründung, warum es okay ist, mit Yoga Geld zu verdienen

Diese Einstellung ist wenig hilfreich, wenn es darum geht, ob du am Ende des Monats deine Rechnungen bezahlen kannst. Denn auch das müssen Yogalehrer*innen. Leider. 

Deswegen sage ich es hier nochmal ganz deutlich: 

Ja, es ist völlig ok, mit deiner Arbeit als Yogalehrer*in Geld zu verdienen. 

Meiner Meinung nach ist es nicht nur ok, sondern sogar Voraussetzung dafür, dass du auch nächstes Jahr noch gerne unterrichtest. Yoga zu unterrichten, ist ein anstrengender Job und viel weniger glamourös, als oft angenommen. Natürlich sollte diese wertvolle Arbeit auch angemessen bezahlt werden.

Außerdem wirst du nicht für das Yoga bezahlt, sondern für die Zeit, die du investierst, Klassen vorzubereiten, zu unterrichten, dich weiterzubilden und all das zu machen, was der Job an verwalterischen Aufgaben mit sich bringt. Yoga kann man schließlich nicht machen. Wir können Asana üben, meditieren und Zeit mit anderen yogischen Praktiken verbringen und natürlich solltest du als Yogalehrende*r ein aufrichtiges Interesse an der spirituellen Lehre haben. Deine Aufgabe ist es, den Menschen Werkzeug zu vermitteln, wie sie die Voraussetzungen schaffen, den Zustand des Yoga zu erfahren, nicht Yoga selbst zu verkaufen. 

Die Artikelreihe Yoga Business 101 ist in Kooperation mit der Firma stamy booking entstanden. stamy booking hat ein All-In-One-Online-Buchungssystem entwickelt, das es Yogalehrenden, Coaches und Fitnesstrainer*innen leicht macht, ihr Business zu organisieren. Mit stamy kannst du Kurspläne erstellen, Mitgliedschaften und Einzeltermine verwalten, Events wie Retreats und Workshops erstellen, Produkte verkaufen, unkompliziert Räume vermieten, Rechnungen stellen und sogar deine eigene Webseite bauen. Buche  jetzt deine kostenlose Demo-Session!

Real talk: Wieviel verdienen Yogalehrer*innen?

Ich würde dir in diesem Artikel wahnsinnig gerne eine übersichtliche Liste liefern, wieviel du für eine öffentliche Klasse, wieviel für eine Einzel-Privatstunde und wieviel für Business Yoga verlangen darfst. Leider lässt sich das schwer allgemeingültig festlegen. Die Preise variieren regional stark und dann hängt es auch nochmal davon ab, ob du in einem Studio unterrichtest, in einem Verein, ob du Privatstunden in einem Unternehmen gibst oder für Einzelpersonen. Auch dein Erfahrungsgrad hat Auswirkungen darauf, was angemessen ist. 

>> Lesetipp: Die besten Yogamatten im Test gibt es hier.

Ich gebe dir aber ein paar Anhaltspunkte. So dass du zumindest weißt, unter welchen Betrag du bei deinen Verhandlungen nicht gehen solltest.

Kenne deinen Wert: Als Yogalehrerin Geld verdienen

Öffentliche Klassen in Yogastudios

Es gibt Studios, die zahlen schon seit vielen Jahren die gleichen schlechten Honorare. Schlecht meint in diesem Zusammenhang ungefähr 30 Euro für 90 Minuten Yoga-Unterricht. 

Ich persönlich empfinde das als sehr wenig, denn schließlich geht von diesen 30 Euro einiges an Abgaben weg, wie ich dir später noch zeigen werde. Abgesehen von persönlicher Verbundenheit mit manchen Studios, gibt es für mich einen Grund, wieso es ok sein kann, auch solche Klassen anzunehmen: Wenn es gut laufende Studios und Klassen sind, dann kannst du solche Orte nutzen, um Schüler*innen zum Beispiel auf dein nächstes Retreat aufmerksam zu machen. Das Unterrichten ist somit ein Investition in dein Marketing.

Ansonsten solltest du bei mindestens 35 Euro + Bonus anfangen. Bonus bedeutet, dass die Studios ab einer bestimmten Schüler*innen-Anzahl noch etwas auf das Grundhonorar drauflegen. Meistens einen bestimmten Betrag pro Person. So kommst du auf mindestens 40 Euro und mehr pro Klasse. Nicht die Welt, sollte aber, wie gesagt, nur das Minimum sein.

Privatstunden

Privatstunden sind eine der cash cows der Yogalehrenden. Vorweg: Man muss es mögen. Ich glaube, dass ich nie so richtig gut darin war, Privatschüler*innen anzuziehen liegt auch daran, dass es nicht das richtige Format für mich ist. Rebecca ging es genauso, wie sie im ersten Teil unseres Business 101 über die basics des Unterrichtens erzählt. 

Wenn du aber Spaß daran hast, dich wirklich intensiv mit einer Person und deren Praxis und Entwicklung zu beschäftigen, dann solltest du hier ansetzen. Aus unternehmerischer Sicht sind öffentliche Klassen super, um in Kontakt mit vielen Schüler*innen zu kommen. Im nächsten Schritt werden einige davon vielleicht zu deinen Privatschüler*innen. 

Privatstunden sind oft 60 Minuten lang. Auch hier ist es schwer, einen generellen Preis zu nennen. Zur Orientierung: Ich kenne persönlich niemanden, die*der weniger als 65 Euro pro Stunde verlangt. Die meisten nehmen um die 80 Euro und das kann dann hochgehen bis 150 Euro und mehr. Lässt man sich diese Summe schwarz auszahlen, ist das – kurzfristig gedacht – gar nicht so schlecht. Rechnet man Zeit, Abgaben und eventuell sogar Raummiete realistisch und professionell, sind 80 Euro plötzlich nicht mehr so viel. 

Workshops und Retreats

Auch hier sind die Einkommensmöglichkeiten größer. Es kommt allerdings sehr darauf an, wie du kalkuliert hast. 

Ich empfehle dir folgendes: Überlege dir vorab, was du mit deinem Workshop oder Retreat verdienen möchtest. Wie hoch soll dein Gehalt sein? Das legst du dir dann gedanklich schon mal zur Seite. Natürlich solltest du das nicht ins Blaue hinein raten, sondern dir einmal im Detail aufschreiben, wie viel Arbeit inklusive Vorbereitung drinsteckt. Eine Faustregel ist, dass Vor- und Nachbereitung etwa doppelt so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie das Retreat selbst. Dann überlege dir einen Stundenlohn oder Tagessatz und entlohne dich dementsprechend selbst. 

Wichtig ist auch hier, deine eigene Leistung realistisch einzuschätzen: ein Retreat ist viel Arbeit. Du bist plötzlich Ansprechpartner*in für alle Dinge, die vor Ort anfallen. Die kannst du je nach Location delegieren, aber erstmal musst du ran. Und deine Schüler*innen schätzen es wahrscheinlich sehr, ihre*n Lehrer*in endlich mal privat zu erleben. Dementsprechend wenig Pausen wirst du haben.

>> Lesetipp: Ab 2022 gibt es bei uns wieder die Tipps für Yoga-Retreats

Das gesagt, solltest du dir für ein kleines Wochenendretreat mindestens 1500 Euro ausbezahlen. Also zwei Tage vor Ort, zwei Tage Vorbereitung und einen Tag Nachbereitung halte ich für realistisch. Dein Tagessatz wären dann 300 Euro, was nicht viel, aber okay ist. 

Überlege dir auch, wie groß die Gruppe sein wird – bei großen Gruppen kannst du pro Person günstiger sein, bei kleinen Runden ist ein höherer Preis durchaus angebracht. Dazu kommen dann alle weiteren Ausgaben und dementsprechend kalkulierst du den Endpreis für die Schüler*innen. Bedenke auch, dass der Aufwand – energetisch, kräftemäßig wie organisatorisch bei einer großen Gruppe wesentlich höher ist. 

Etwas anders sieht es aus, wenn ein*e Yoga-Reise-Veranstalter*in dich als Lehrer*in bucht und sich um alles jenseits des Unterrichtens kümmert. Unterrichtest du nur zwei einstündige Yogaklassen am Tag und hängst sonst im Hotelspa rum, kannst du das auch in deine Berechnungen einfließen lassen. 

Das gleiche Prinzip gilt bei Workshops: Willst du an einem zweistündigen Workshop mindestens 500 Euro verdienen? Dann überlege dir auch hier, wie du das kalkulieren musst. Wieviel Ausgaben wirst du haben? Dazu zählt zum Beispiel auch der Ort, an dem du deinen Workshop anbietest und ob Raummiete fällig wird. Bedenke außerdem, dass der organisatorische Aufwand für einen Workshop gleich hoch ist, egal ob du zwei Stunden unterrichtest oder den ganzen Tag. 

Mit stamy kann man auch Events wie Workshops und Retreats erstellen und automatisiert verkaufen, was enorm viel Zeit und Nerven spart. Nutzen mehrere Menschen einen Raum für Coaching, Einzelsessions oder wiederkehrende Events, kann auch die Raum- und Terminbuchung mit stamy automatisiert werden. Jetzt mehr erfahren!

Die Sache mit dem eigenen Gehalt solltest du dir wirklich zu Herzen nehmen, wenn du deine Arbeit als Yogalehrer*in professionalisieren möchtest. Es wird immer bessere und schlechtere Monate geben. Wenn du für dich entschieden hast, dass jeden Monat Betrag X auf deinem Geschäftskonto landen soll, werden dich diese Schwankungen weniger tangieren. Du wirst maue Monate besser ausgleichen und dir durch bessere Monate Rücklagen bilden können – oder rechtzeitig merken, dass du noch einen weiteren Job brauchst, um auf dein kalkuliertes Gehalt zu kommen. 

Unterrichte dich nicht in den Burn Out

Vielleicht denkst du dir nach dieser Übersicht nun: Klingt doch super, dann gebe ich einfach fünf öffentliche Klassen pro Woche, um mit Schüler*innen in Kontakt zu kommen. Zusätzlich dann zehn Privatstunden und am Wochenende regelmäßig Workshops und/oder Retreats. 

Aber: Zum einen ist das leichter gesagt, als getan. Privatschüler*innen zu finden oder Retreats regelmäßig voll zu bekommen ist ein Prozess. Es braucht viel Vertrauen in dich als Lehrer*in, das sich erst im Laufe der Zeit aufbaut. 

>> Lesetipp: In Teil 3 dieser Serie sprechen wir über Marketing als Yogalehrer*in.

Yoga unterrichten ist ein wirklich schöner Beruf. Er fordert aber auch viel Energie. Je mehr du unterrichtest, umso mehr Phasen der Erholung wirst du brauchen. Da das Ruhebedürfnis ein sehr individuelles ist, kann ich dir keinen für alle geltenden Tipp bezüglich eines gesunden Arbeitspensums geben.

Vielleicht hilft dir aber, wenn du dir für jede unterrichtete Klasse mindestens die gleiche Zeiteinheit für Vor- und Nachbereitung blockst. Dazu gehören dann das tatsächliche Vorbereiten der Yogastunde, aber auch die Fahrtwege, das Zusammenstellen der Playlist,, Rechnungen schreiben und Buchhaltung usw. Fort- und Weiterbildungen sind hier noch nicht eingerechnet. 

Mit unserem Beispiel von oben bist du da schon bei rund 35 Wochenstunden, wenn du nur die Klassen berücksichtigst. Ohne Retreats und Workshops. Ganz schön viel, oder? Vor allem, wenn deine eigene Yogapraxis nicht leiden soll. Denn ganz wichtig: Du kannst nur das unterrichten, was du selber erfahren hast. Eine eigene regelmäßige Yogapraxis ist deswegen essentiell und sollte in die Kalkulation deiner Arbeitszeit mit einfließen.

Eine große Hilfe, um dir das Formelle rund ums Unterrichten ein bisschen leichter zu machen, ist ein gutes Buchungssystem. Gerade wenn du nicht nur nebenberuflich zwei Yogaklassen pro Woche unterrichtest, lohnt es sich. Dadurch wird automatisch Zeit frei, die du für andere Schüler*innen oder deine eigene Praxis nutzen kannst. Oder fürs Nichtstun, auch sehr wichtig, um inspiriert zu werden und inspirierend zu bleiben.

Brauche ich einen Businessplan?

Die kurze Antwort: Nein, brauchst du nicht. Er kann aber sinnvoll sein. 

Wenn du mit dem Gedanken spielst, ein eigenes Yogastudio zu eröffnen, dann solltest du unbedingt einen machen. Ein Businessplan gibt dir nämlich Auskunft darüber, wie realistisch es ist, mit deinem Angebot Geld zu verdienen. Dafür schaust du dir zum Beispiel ganz genau an, wer deine Zielgruppe ist, aber auch, wer deine Konkurrenz ist. Dann weißt du, ob es tatsächlich noch Bedarf gibt für deinen Unterricht bzw. kannst du dir auch überlegen, was du besser oder anders machen kannst als die Mitbewerber*innen. Und spätestens, wenn du einen Kredit brauchst, wird die Bank dich erstmal um deinen Businessplan bitten.
Yoga Business heißt schließlich nicht nur Unterrichten: Du könntest auch Produkte wie eigene Shirts, Asana-Kartensets, selbstgeknüpfte Malas oder Yoga-Zubehör verkaufen. Du könntest einen eigenen Yoga- oder healing space aufbauen und deine Räumlichkeiten untervermieten. Diese Gedanken hatten auch die stamy-Gründer*innen im Kopf als sie die Software entwickelten – deshalb bietet die Software viele features, mit denen auch komplexere Unternehmungen einfach verwaltet werden können. 

Doch auch, wenn du dich in deinem Angebot auf das Unterrichten von Klassen und Retreats beschränken willst, ist es sinnvoll sich die eigene Geschäftsidee mal ganz genau anzuschauen. Eine Aufstellung deiner Einnahmen und Ausgaben hilft dir zum Beispiel auch dabei nochmal durchzurechnen, wie viele Stunden, Workshops und Retreats du für dein Wunschgehalt unterrichten musst und wie realistisch das ist.

Kenne deinen Wert: Als Yogalehrerin Geld verdienen 1

Auch Yogalehrer*innen werden mal krank

Sag mal ehrlich, wie viele Lehrer*innen kennst du, denen das ISG regelmäßig verrutscht oder denen der Rücken zwackt? Yogalehrende sind auch nur Menschen und fangen sich mal eine Grippe ein oder brechen sich beim Fahrrad-Unfall das Handgelenk. 

Und das sind jetzt nur zwei Beispiele, wieso es passieren kann, dass du plötzlich für einige Zeit vom Unterrichten ausfällst. Dagegen solltest du dich absichern, wenn du es wirklich ernst meinst mit der Yoga-Karriere. Eine Möglichkeit ist, Rücklagen zu bilden. Noch ein Grund mehr, der dafür spricht, angemessene Preise zu verlangen. Du willst ja schließlich auch mal in Urlaub fahren und das nicht von Erspartem, sondern von deinem regulären Verdienst, oder?

Darüber hinaus solltest du ordentlich krankenversichert sein. Eine Krankenversicherung kostet ebenfalls Geld, also kalkuliere auch diese in dein Honorar mit ein. Als freiberuflich Arbeitende*r hast du die Wahl, dich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse oder privat zu versichern. 

Rebecca hatte dazu schon etwas im ersten Teil unserer Reihe geschrieben. Die Krankenkasse übernimmt dann deine medizinische Versorgung, aber nicht deinen Verdienstausfall. Erst ab dem 43. Krankheitstag bekommst du Krankentagegeld. Es gibt aber freiwillige Zusatzversicherungen, die das schon früher abdecken. Falls du Yoga nur nebenberuflich unterrichtest, dann informiere dich bei deiner Krankenkasse, ob du weiter über die Sozialabgaben versichert bist, die durch deinen Hauptjob anfallen.

Ähnlich sieht es mit deiner Altersvorsorge aus. Nochmal als Reminder: Du bist als Yogalehrer*in pflichtversichert in der Deutschen Rentenversicherung. Die einzigen Ausnahmen: Wenn du weniger als 450 Euro Gewinn im Monat erwirtschaftest oder wenn du eine*n Angestellte*n hast. Dieses Thema ist ein Großes in der Yogaszene und viele glauben oder hoffen, dass es sie schon nicht erwischen wird. Das ist meiner Meinung nach ziemlich kurz gedacht. 

Zum Einen wird es richtig teuer, wenn du doch geprüft wirst. Meistens passiert das im Rahmen einer Betriebsprüfung eines Yogastudios, in dem du unterrichtest. 

Und zweitens ist es keine Steuer, sondern du zahlst in deine ganz persönliche Altersvorsorge ein. Das könntest du natürlich auch privat machen, die Erfahrung der Rentenversicherer ist allerdings, dass das die wenigsten in der Branche auch machen. 

Deswegen gehören die Yogalehrer*innen zum Kreis der Pflichtversicherten. Privat zusätzlich vorzusorgen, ist natürlich nicht verboten. Der Beitrag zur Rentenversicherung beträgt übrigens 18,6 Prozent vom durchschnittlichen Gewinn. Kann aber auch höher oder niedriger ausfallen, wenn du beantragst, dass das tatsächliche Einkommen als Berechnungsgrundlage herangezogen werden soll.

Das Beste zum Schluss: Die ungeliebte Buchhaltung

Jetzt waren wir schon bei Krankheit und Rente. Hier noch ein weiterer schnöder Seitenaspekt des Yogalehrer-Daseins: Du musst, wie jede*r andere Selbstständige auch, deine Buchhaltung im Griff haben.

Will heißen, du musst deine Einnahmen und Ausgaben ordentlich erfassen. Für deine Ausgaben sammelst du alle Belege (geht auch digital), damit du sie dem Finanzamt offenlegen kannst. Deine Einnahmen kannst du über deine gestellten Rechnungen nachweisen. Auch da kann dich stamy unterstützen. Mit dem Tool lassen sich easy Rechnungen erstellen, die alle fürs Finanzamt relevanten Informationen enthalten. Du kannst sie dann direkt aus dem Buchungssystem per eMail an deine Kund*innen verschicken.

Je nachdem, ob du umsatzsteuerpflichtig bist oder nicht, kommt außerdem die Umsatzsteuervoranmeldung auch noch monatlich oder per Quartal auf dich zu. Was das genau bedeutet und wie es funktioniert, erklärt Thomas Meinhof übrigens sehr anschaulich in seinem Buch Selbstständig mit Yoga: Vom Businessplan bis Steuererklärung.

>> Noch mehr Tipps gefällig für die Selbstständigkeit als Yogalehrer*in? Schau mal hier.

Keine Sorge: Alles halb so wild

Puh, das klingt jetzt wahrscheinlich nach ganz schön vielen to dos rund ums eigentliche Unterrichten. Das Ganze ist aber sehr viel weniger aufwändig, als du vielleicht denkst. Vor allem dann, wenn du es regelmäßig machst. 

Mir war es wichtig, dir einen guten Überblick zu liefern, was alles zum Job der Yogalehrer*innen dazugehört. Denn all das sollte in deine Preise mit einfließen. Das ist übrigens auch mit ein Grund, wieso du dir gut überlegen solltest, ob du deine Klassen auf Spendenbasis anbieten möchtest. 

Zum einen wird es dadurch sehr viel schwerer werden, eine wirkliche Planungssicherheit bezüglich deiner Finanzen zu bekommen. Zum anderen ist es aus Sicht des Finanzamts keine Spende, wenn du Geld für eine Gegenleistung erhältst. Du kannst auf diese Art also noch nicht mal Steuern sparen und musst genau die gleichen Abgaben leisten, wie bei einem regulären Honorar. 

Wenn es dir darum geht, Yoga niedrigschwellig zu gestalten, könntest ja du zum Beispiel auch einmal im Monat eine kostenlose Klasse anbieten oder eine Art Stipendium anbieten, das du an Menschen vergibst, die es nicht so dicke haben. 

Es ist nicht nur okay, sondern wichtig, dass du deiner Arbeit einen Wert gibst. So machst du es anderen leichter, deine Arbeit auch wertzuschätzen. 

Hast du noch Fragen?

Im dritten und letzten Teil unserer Reihe geht es um Marketing für Yogalehrende. Auch dazu gibt es viel zu sagen, denn wer mag es schon gerne, aktiv auf mögliche Kund*innen und Schüler*innen zuzugehen? Es gibt aber auch subtilerer und angenehmere Wege, keine Angst. Wenn dich dazu etwas bestimmt interessiert, dann melde dich gerne bei mir direkt oder schreibe es in die Kommentare.

© Titelbild Jason Leung

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