Vinyasa Yoga: Definition & Wirkung des fließenden Stils

Vinyasa Yoga ist ein dynamischer, zügiger Yogastil, bei dem Atem und Bewegung so miteinander verbunden werden, dass ein Gefühl des flows entsteht. Die Übergänge sind fließend und ermöglichen einen meditativen Bewegungsablauf, dem du dich ganz hingeben kannst.

Viele Anfänger*innen steigen mit Vinyasa Yoga ein; gleichzeitig ist der beliebte Stil eine herausfordernde Art zu praktizieren, die dich möglicherweise an deine körperlichen Grenzen bringt. Grund genug, sich die bekannte Yogaart näher anzuschauen.

In diesem Beitrag erfährst du:

  • Was Vinyasa Yoga ist
  • Was du von einer Vinyasa Yoga Stunde erwarten kannst
  • Woher Vinyasa Flow Yoga kommt und was der Begriff Vinyasa bedeutet
  • Für wen Vinyasa Yoga geeignet ist
  • Wo du Vinyasa Yoga üben kannst

Was ist Vinyasa Yoga? 

Vinyasa Yoga ist ein körperorientierter, dynamischer Yogastil, der gerade im Westen überaus beliebt ist. Das mag daran liegen, dass Vinyasa einen niedrigschwelligen Zugang zu Spiritualität schafft und mit einem geringen Anteil an statischer Meditation und Pranayama auskommt; der meditative Zustand wird hier weitestgehend über physische Übungen, Asana, hergestellt, was für viele Menschen in unserer eher leistungsorientierten Gesellschaft gut funktioniert.

Atem gleich Bewegung – für Vinyasa Yoga ist diese Aussage durch und durch wahr. Die Bewegungen werden nicht nur synchron zum Atem ausgeführt, sie werden sogar durch die Atmung in Gang gesetzt. Das bedeutet, der Atem gibt quasi den Ton an, während die Bewegung den einzelnen Atemzügen folgt.

Auch die Übergänge sind im besten Fall so flüssig, dass du von einer Asana in die nächste gleitest, deinen Atem quasi surfst

Die transitions sind nämlich genauso wichtig wie die einzelnen Haltungen selbst: Es geht nicht darum, möglichst schnell von A nach B zu gelangen, sondern die Positionen zu einem sinnvollen Ganzen zusammen zu fügen und vollständig mit der Bewegung zu verschmelzen. Nur so erlebst du dieses tänzerische Gefühl und meditierst in Aktion.

Vinyasa Klassen findest du deswegen häufig auch unter dem Namen Vinyasa Flow.

Wie sieht eine Vinyasa Yoga Stunde aus?

Vorneweg: Es gibt nicht DIE einen definitive Methode, sondern sehr viele verschiedene Ausbildungen und Ausprägungen von Vinyasa Yoga. In der Regel ist Vinyasa Yoga  jedoch dynamisch und körperlich herausfordernd. 

Du wirst Muskeln aufbauen und ordentlich an Kraft gewinnen, deine Flexibilität steigern und die Welt in der ein oder anderen Haltung auf den Kopf stellen. Essentieller Part ist außerdem das core training, also die Stärkung deiner Mitte und Bauchmuskelkraft. Gleichzeitig kann eine Vinyasa-Klasse aber auch ruhige Elemente beinhalten, oder sogar gänzlich langsam und sanft sein (gentle flow). 

Vier elementare Aspekte werden dir in jeder Vinyasa-Stunde begegnen:

  1. Ujjayi Pranayama: Die richtige Atmung ist der Schlüssel, um unterschiedliche Haltungen fluide zu verbinden, und um Kraft und Stabilität aufrecht zu erhalten, auch wenn es anstrengend wird. Unabdingbar für Vinyasa Flow ist die Atemtechnik Ujjayi, bei der du die Stimmritzen verengst, so als würdest du gegen einen Spiegel hauchen, aber den Mund dabei geschlossen hältst. So verlängerst du deine Atemzüge und kreierst dabei ein Geräusch, das dem Meeresrauschen ähnelt.
  2. Bewegung und Atmung vereint: Die verlängerte Atmung durch Ujjayi macht es dir leichter, Atmung und Bewegung synchron auszuführen. In manchen Sequenzen wie den Sonnengrüßen nutzt du einen Atemzug pro Haltung und einen Atemzug pro Übergang, ohne Pause. Genauso verweilst du aber an mancher Stelle auch etwas länger in einer Position, zum Beispiel in Dehnungen.
  3. Tanzähnliche Abfolge: Bewegung und Atmung sind durch Ujjayi bestenfalls so flüssig, dass es den Anschein hat, durch die Sequenz zu tanzen. Je weniger du nachdenkst, desto liquider und meditativer wird es sich anfühlen.
  4. Keine Stunde gleicht der anderen: Der*die Lehrende erhält maximale Flexibilität und Freiraum, die Stunde nach der eigenen Vorliebe zu gestalten und darüber hinaus auch eine persönliche Note, zum Beispiel durch eigene Erfahrungen, mit einzubauen.

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Eine Stunde folgt meist dem klassischen Spannungsbogen: Begonnen wird mit einer kurzen Meditation, einer Pranayama-Übung wie kapalabhati oder einer Einführung in das Stundenthema; der*die Lehrende fokussiert sich dieses Mal z.B. auf Detox und twists, und teilt dazu oft auch persönlichen input. Darauf folgt eine Mobilisations- und Aufwärmphase, die den Körper sanft vorbereitet.

Dann wird das Tempo angezogen: Mehrere Sonnengrüße lassen Wärme entstehen und bringen den Körper in Wallung.

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Welche Varianten von surya namaskar praktiziert werden, bleibt dabei ganz dem*r Lehrer*in überlassen. Darauf folgen zwei bis drei fordernde Bewegungssequenzen, die jeweils aufeinander aufbauen und oft in einer anspruchsvollen Asana, einer peak pose, münden; das kann zum Beispiel eine Armbalance sein, der Kopfstand oder hanumanasana, der Spagat.

Anschließend fällt die Spannungskurve wieder, und der Körper wird im cool down gedehnt und heruntergefahren. Beendet wird die Stunde mit der Tiefenentspannung savasana, sowie ggf. einem gemeinsamen kurzen chant oder einer Meditation.

Woher kommt Vinyasa Flow Yoga?

Vinyasa Yoga entstammt ursprünglich dem klassischen Ashtanga Yoga nach Pattabhi Jois, in welchem schweißtreibende Übungen in einer festgelegten Reihenfolge ebenfalls im flow praktiziert werden. 

Während Ashtanga Yoga in Mysore, Indien, begründet liegt, wurde Vinyasa Yoga im Westen geboren und ist bei genauerem Hinsehen auch mehr auf Westliche Bedürfnisse zugeschnitten.

Meditation durch körperliches Training, weniger zeitliches commitment als beim Ashtanga Yoga, gepaart mit kreativer Abwechslung und persönlichen, lebensnahen Erfahrungen, die der*die Lehrer*in mit einflicht und die auf das eigene Leben übertragbar sind.

Es gibt nicht die eine Person, die Vinyasa Flow Yoga als solches benannt hat. Bekannte Lehrende, die ihre eigenen Formen von Vinyasa Yoga geprägt haben, sind beispielsweise Bryan Kest, der Begründer des Power Yoga, welches weitestgehend auf spirituelle Elemente verzichtet. Auch Jivamukti Yoga, von Sharon Gannon und David Life ins Leben gerufen, entstammt dem Vinyasa Yoga und soll wiederum Spiritualität für den modernen Menschen erfahrbar machen. 

Was bedeutet der Begriff Vinyasa?

Der Begriff Vinyasa stammt aus dem Sanskrit und setzt sich aus vi (Ordnung) und nyasa (Platzierung) zusammen. Bewegungen werden also auf eine bestimmte Weise ausgeführt, sprich: Asanas auf eine bestimmte Weise aneinander gefügt.

Diese Idee ist viel älter als der Yogastil selbst und steht für Praxis in einem konstanten Fluss, in dem Intention, Atem, Bandhas, Blickrichtung (drishti) und Bewegung eins werden.

Oft ist im Unterricht auch die Rede von einem Vinyasa als Abfolge per se. Es könnte sein, dass die Lehrerin dich auffordert, durch ein Vinyasa zu fließen. Damit ist im Regelfall die Abfolge Brett – Chaturanga – heraufschauender Hund – herabschauender Hund gemeint, die häufig zwischen einzelne Haltungen eingebaut wird und die Praxis damit zu einem dynamischen Cardio-Training werden lässt.

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Für wen ist Vinyasa Yoga geeignet? 

Grundsätzlich ist Vinyasa Yoga für für alle geeignet, egal ob Anfänger*in oder fortgeschritten: Es gibt unterschiedliche Level und meist werden genügend Modifikationen angeboten. Außerdem ist ein guter Vinyasa Flow ein klasse Mix aus Anstrengung, Mobilisierung und Regenerierung – du kommst bestimmt auf deine Kosten.

Falls du noch haderst, kommst hier die ultimative Vinyasa Yoga Checkliste.

Vinyasa Yoga ist geeignet für dich, wenn du…

  • ordentlich ins Schwitzen kommen und dich auspowern möchtest
  • Lust auf eine herausfordernde Praxis hast und dich nicht vor Armbalancen oder anderen fortgeschrittenen Asanas scheust
  • einen schönen Mix aus physischem work-out und seelischem work-in möchtest
  • dich in der tänzerischen Bewegung so richtig spürst
  • die Abwechslung suchst und in jedem flow das Neue entdecken möchtest
  • es magst, wenn sich der*die Lehrerin kreativ austobt und eine persönliche Note mit einbringt
  • deinen Kopf durch Bewegung so richtig frei pusten und so Meditation erfahren möchtest

Ich persönlich bin absoluter Vinyasa Fan und kann nicht genug von fordernden, kreativen Sequenzen bekommen; je mehr fancy Armbalancen, desto besser. Schreib mir gerne deine Erfahrungen in die Kommentare!

Wo kannst du Vinyasa Yoga üben? 

Vinyasa Flow Online

Das online Yogastudio YogaEasy* ist die Adresse für qualitative Klassen im Internet. Die Auswahl für Vinyasa Yoga ist riesig, schau einfach mal vorbei! Dort findest du Yoga-Videos mit tollen Vinyasa-Lehrer*innen in verschiedenen Längen und Levels, wie Nicole Bongartz oder Nina Heitmann. Über www.yogaeasy.de/flgh erhältst du einen Gratis-Test-Monat ohne nervige automatische Abo-Verlängerung.

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Vinyasa Yoga in deutschen Großstädten

Berlin

München

Köln

Hamburg

Frankfurt

Düsseldorf

Dresden

Leipzig

Stuttgart

Tipps und Literaturempfehlungen

FAQs

Für was ist Vinyasa Yoga gut?
Vinyasa Yoga wird auch Meditation in Bewegung genannt: Atem und Bewegung werden synchronisiert und zu kreativen, fließenden Abfolgen miteinander verbunden. Kopf und Gedanken werden klar, der Körper wird gestärkt und gedehnt.

Ist Vinyasa Flow anstrengend?
Vinyasa Yoga ist ein dynamischer, recht zügiger Yogastil, bei dem du je nach Level und Klasse ordentlich ins Schwitzen kommst. Gleichzeitig gibt es aber auch ruhigere Abschnitte einer Klasse (warm up sowie cool down), sowie sanftere Vinyasa flows (gentle flow).

Was ist der Unterschied zwischen Ashtanga und Vinyasa Yoga?
Während Ashtanga Yoga eine festgelegte, immer gleich bleibende Bewegungsabfolge ausmacht, gleicht keine Vinyasa Yoga Klasse der anderen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, der*die Lehrerin bestimmt, Fokus, Thema, Abfolge und Intensität. Außerdem übst du beim Ashtanga fast ausschließlich für dich selbst in deinem Tempo mit der Unterstützung einer Lehrperson (Mysore style), während Vinyasa Yoga im typischen Gruppenformat unterrichtet wird.

Was braucht man für Vinyasa Flow?
Für Vinyasa Yoga sind Hilfsmittel nicht zwingend nötig, aber sie bereichern deine Praxis in jedem Fall. So kannst du dir mit einem Yoga-Block oder einem Yoga-Bolster den Boden näher heran holen. Ein Yoga-Gurt kann dir helfen, deine Arme zu verlängern, und so herausfordernde Asanas zu meistern, für die deine Flexibilität noch nicht ausreicht. Gleichzeitig sind Hilfsmittel aber auch zur Intensivierung vieler Asanas nützlich: Balance-Haltungen auf dem Yoga-Block werden herausfordernder, Rückbeugen auf dem Yoga-Bolster intensiver.

Titelbild © Ginny Rose Stewart via Unsplash

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Ein Kommentar / Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für den tollen Bericht, der für mich gerade zur richtigen Zeit kommt. Ich werde nämlich nächste Woche das erste mal eine Vinyasa-Yoga-Stunde besuchen und bin schon ganz gespannt, ob es mir auch gefällt!
    Ich finde eure Berichte über die verschiedenen Yoga-Stile echt super, man bekommt dabei eine schöne Übersicht und ich lese jedes Mal mit großen Interesse eure Beiträge!
    LG
    Karina

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