Pranayama Basics I – Darth Vader und warum wir im Yoga den Atem kontrollieren

Hast du dich schon einmal gefragt, warum wir im Yoga eigentlich die Bewegung mit dem Atem synchronisieren? Oder welchen Zweck Übungen wie der Feueratem, Kapalabhati oder Ujjayi haben?

Ich auch. Pranayama ist mit der Zeit sogar eines meiner Lieblingsthemen im Yoga geworden. Weil ich den Effekt von Atemübungen sehr schätzen gelernt habe, starte ich heute auch eine Mini-Pranayama-Reihe.

Heute im ersten Teil geht es um die bloody Basics.

tasmin sati śvāsa-praśvāsayor gati-vicchedaḥ prāṇāyāmaḥ

„Nach der Perfektion der Asanas beginnt die Kontrolle des Atems“

(Patañjali Yogasutra  II.49)

Was ist Pranayama?

Pranayama setzt sich aus mehreren Wörtern zusammen. Prana ist die Lebens- oder Vitalkraft, die durch unseren Körper strömt und die durch alle Yogapraktiken angeregt und ausgeglichen wird. Oftmals wird unser Atem mit Prana gleichgesetzt. „Yama“ heißt so viel wie Kontrolle. Im ganzen Wort steckt aber auch „Ayama“, was das genaue Gegenteil bedeutet, also loslassen oder freisetzen. Der vermeintliche Widerspruch löst sich so auf: Pranayama = Freisetzung der Vitalkraft über die Kontrolle des Atems.

Wem das zu abgefahren ist: Atemübung tut es als Übersetzung auch!

Die Kontrolle von Prana geschieht über die Regulierung der Länge bei der Einatmung (Puraka), der Ausatmung (Rechaka) und den Pausen zwischen den Atmungen (Kumbakas). Im Yoga gibt es zahlreiche Pranayama-Übungen, die bestimmte Teile des Atems regulieren und kontrollieren und entweder beruhigen oder anregen. Allesamt haben einen stabilisierenden Effekt, weil Schulter- und Brustraum nach unten sinken und sich entspannen.

How to Pranayama – die  Ujjayi-Atmung

Die wohl grundlegendste Pranayama-Übung ist die Ujjayi-Atmung. Sie wird oft mit Meeresrauschen-Atem übersetzt, in fast allen dynamischen Yogastilen unterrichtet und vor allem während der Asanapraxis praktiziert. Außerdem hört sie sich an wie Darth Vader. Sie wärmt den Körper auf, energetisiert und beruhigt den Geist. „Ujjyai“ heißt übrigens siegreich und meint den Triumph über unsere Gedanken, oder besser die ewigen Gedankenschleifen.

Die haben mit dieser easy peasy Ujjayi-Übung nämlich keine Chance mehr.

ujjayi

1. Setz dich zunächst in einen aufrechten und bequemen Sitz, in dem du deine Wirbelsäule aufrichten kannst und deine Knie unterhalb deiner Hüften liegen.

2. Hauche mit offenem Mund gegen deine Hand, als wolltest du Glas beschlagen. Dabei wird deine Stimmritze verengt. Behalte das Gefühl im Hals bei und atme nun so mit geschlossenem Mund durch die Nase aus.

3. Behalte deine Stimmritze jetzt auch bei der Einatmung so. Es entsteht ein gleichmäßiges Rauschen, das deinen Atem leicht hörbar macht. Das  Geräusch erinnert ein bisschen an die Wellen des Ozeans.

4. Beginne nun Ein- und Ausatmung gleich lang und gleich stark werden zu lassen. Meistens atmen wir nämlich zu heftig ein und viel langsamer aus. Es hilft, im Kopf dabei zu zählen: ein, 2, 3, 4, aus, 2, 3, 4, ein….

5. Lasse nun auch keine Pausen mehr zwischen den Atemzügen, sondern atme gleichmäßig nur ein oder aus. Der Fluss der Atmung ist so besonders intensiv.

6. Last Step: Atme immer in Ujjayi! Im Sitzen fällt die Übung leichter als in der Bewegung, aber mit ein bisschen Übung und Konzentration kannst du diese Atmung bald auch bei der Ausführung der Asanas anwenden. Probier’s mal aus und genieße!

Was bringt das Atmen in Ujjayi?

Ich selbst habe festgestellt, dass die Ujjayi-Atmung nicht nur meine Asanapraxis um Welten voranbringt. Denn wenn ich mich kontinuierlich auf die Atmung konzentriere, bin ich ganz bei meiner Yogapraxis und kann jede Körperposition tiefer spüren und mit mehr Leichtigkeit bewältigen. Aber auch im Alltag wirkt Ujjayi manchmal Wunder. Durch die ausgleichende Wirkung bringt mich Ujjayi in Stresssituation oder beim Warten ganz runter und in den augenblicklichen Moment. Und das ist kein komischer Eso-Kram, sondern funktioniert!

Aber du solltest aufpassen: Ujjayi ist eine hörbare Atem-Übung und nicht unbedingt für die Supermarktkasse geeignet. Ich sag nur: Darth Vader steht hinter dir…

Dann viel Spaß beim Atmen und bis demnächst, wenn es um Kapalabhati und zu Nadi Shodana geht.

Bis bald,
Deine Janna

Bildquelle Titel: Kalexanderson via Compfight cc // Schrift nachträglich hinzugefügt.

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