Yoga Hilfsmittel und Zubehör: So setzt du Block, Bolster und Decke sinnvoll ein (akt. am 02.05.22)

Für die Yogapraxis braucht man eigentlich nur eine Yogamatte… Denkste! Fängt man erst einmal an, sich durch sämtliche Onlineshops zu klicken, wird man schnell eines Besseren belehrt und mit Yoga Zubehör überhäuft: In allen erdenklichen Farben und Formen gibt es Hilfsmittel, auch props genannt, welche die eigene Yogapraxis auf ein neues Level heben sollen.

Dass diese Yoga Hilfsmittel wie Block, Gurt und Decke, heute fast in jedem Yoga Center zu finden sind, haben wir vermutlich B.K.S. Iyengar zu verdanken. Ganz unabhängig von Alter, körperlicher Konstitution oder Erfahrung wollte er Menschen die positiven Effekte der Yogapraxis erfahrbar machen.

Allowing students to practice asanas (yoga postures) and pranayamas (breathing patterns) with greater effectiveness, ease, and stability, props provide support for the body and allow the mind to relax and more profoundly receive the benefits of the yoga.

(FAQ der Iyengar Yoga Association of Greater New York)

Hier habe ich dir die wichtigsten Infos zu Yoga Zubehör zusammengestellt. Du erfährst:

  • Warum man Yoga-Hilfsmittel benutzt
  • Welches Yoga-Zubehör du wirklich brauchst und wo du es bekommst
  • Wie man die einzelnen props grundlegend einsetzt
  • Welches Zubehör es außer den basics gibt und für wen diese speziellen Hilfsmittel geeignet sind

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Warum Yoga-Hilfsmittel?

Hilfsmittel sind dazu da, deine Ausrichtung in der Asana (Yoga-Haltung) zu verbessern. Sie zu benutzen ist kein Zeichen von Schwäche oder nicht fortgeschritten genug sein, sondern eine wunderbare Möglichkeit die Beziehung zur Erde (das heißt asana in der Interpretation der Jivamukti Yoga Methode) stabiler und leichter gleichzeitig zu machen und deine ganz individuelle Erfahrung in der Haltung zu verbessern. Wichtig: Hilfsmittel zu benutzen, ist kein Zeichen von Schwäche oder Anfängertum! Vielmehr zeugt ein schlauer Einsatz von Hilfsmitteln davon, dass du deine Praxis verstehst und weißt, dass eine gute Ausrichtung wichtiger ist als fancy looks.

Gleichzeitig ist es natürlich auch wichtig, nicht komplett abhängig von Yoga Zubehör zu werden. Wenn du auf Reisen bist, hast du für deine Blöcke und dein Bolster wahrscheinlich keinen Platz im Koffer. Eine Reisematte tut es auch, und dann modifizierst du eben entsprechend.

Welche Hilfsmittel du für deine regelmäßige Praxis im Studio oder zuhause bei der Hand haben solltest und welches Yoga Zubehör eher nice to have aber kein Muss ist, habe ich dir hier aufgeschrieben.

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Die Basis: eine rutschfeste Yogamatte

Bei der Yogamatte mache ich seit Jahren keine Kompromisse mehr. Gerade, wenn du schweißtreibendes Vinyasa Yoga übst, ist Rutschfestigkeit das A und O. Da mir eine rutschige Matte die ganze Praxis ruinieren kann, ist dieses Kriterium für mich das allerwichtigste. Zum Glück gibt es Hersteller, die das verstanden haben und grandios rutschfeste Matten entwickeln. Die Favoriten der Redaktion findest du in unserem großen Yogamatten-Test. Wer viel unterwegs ist und wenig mit sich herumtragen will, wird in unserem Reiseyogamatten-Test fündig.

Extratipp: Damit die Matte lange rutschfest bleibt, am besten regelmäßig pflegen und reinigen. Hier gibt es eine Anleitung für die Reinigung deiner Yogamatte.

>> Lesetipp: Yoga auf Reisen mit der Travel-Mat: Die besten Reise Yogamatten im Test 

Macht die Praxis leichter: Der Yoga-Block

Neben der Yogamatte ist der Block oder Klotz das wichtigste Yoga Zubehör. Der Hauptzweck des Yoga Blocks* ist es, den Boden näher ranzuholen. Zum Beispiel, um in der stehenden Vorwärtsbeuge (Uttanasana) die Beine und Arme strecken zu können. Oder um den Sitz zu erhöhen, um so die Wirbelsäule besser aufrichten zu können. Man kann sie unter die Hände legen und das Springen in den Sonnengrüßen üben und so gewissermaßen die Arme verlängern. Man kann sie in Rückenlage zwischen die Knie klemmen und damit die Beine kräftigen. Und gibt es etwas Besseres, als den Meditationssitz bequem mit einem Klotz zu erhöhen? Eben! Doch eigentlich sind dem Einsatz keine Grenzen gesetzt.

Extratipp: Kauf dir am besten gleich zwei große Yoga Blöcke* aus Kork oder Holz. Diese sind stabiler und geben mehr Halt. Zwei gleiche zu haben ist sinnvoll, da du oft beide Hände auf Blöcke legst. Sind die unterschiedlich groß oder aus unterschiedlich festem Material, kann das störend sein.

Rebeccas Lieblings-Tool: Der Yogagurt

Auch ein Yogagurt* gehört zur Grundausstattung. Gurte erweisen sich vor allem als hilfreich, wenn man (noch) nicht zu den allerflexibelsten Menschen gehört und etwas Strecke überbrücken muss, bis sich zum Beispiel die Arme um den Körper schlingen und ineinander verknoten lassen. Zum Beispiel in gebundenen Asanas oder in Balancehaltungen, wenn ein Bein nach vorne gestreckt wird. In einer bestimmten Länge um Arme oder Beine gezurrt, schont er möglicherweise Rücken oder Knie oder erinnert uns daran, die jeweiligen Körperteile aktiv zu halten. Aber auch, um die Ausrichtung einiger Asanas zu üben oder zu überprüfen, eignet sich ein Gurt hervorragend. Es gibt unzählige Möglichkeiten, ihn einzusetzen!

Extratipp: Achte beim Kauf vor allem auf den Verschluss, der idealerweise aus zwei Metallringen besteht. Diese Verschlüsse halten jede Menge Zug aus.

Must have: Die Yoga Decke

Wer liebt es nicht, sich am Ende einer anstrengenden Klasse in eine Yogadeckeeinzumümmeln und sich voll und ganz dem Savasana hinzugeben? Allerdings kann die Decke noch mehr als den ausgepowerten Körper zu wärmen: Ähnlich wie der Yoga Block kann sie zusammengefaltet unter dem Po den Sitz stabiler machen, im Schulterstand den Schultergürtel abpolstern oder schlichtweg Platz, der sich zwischen Teilen des Körpers und dem Boden findet, ausfüllen.

Extratipp: Am besten sind Decken aus festem, etwas dickerem Material, da diese ein wenig Höhe mitbringen und zwar bequem, aber nicht so weich sind, dass die Haltungen instabil werden.

Luxus pur: Das Yoga Bolster

An den Namen dieses Hilfsmittels werde ich mich wohl nie gewöhnen: Bolster*. Mit B. So ungewohnt der Name ist, so toll sind die großen Rollen auch für die Yogapraxis. Und zwar nicht nur für schwangere Yogis. Bolster sind Gold wert in sanften Yogapraktiken wie Yin Yoga oder Restorative Yoga. Oder als Unterstützung für die Knie oder den Rücken in Savasana. Durch die gemütliche Unterlage können wir uns auf das fokussieren, was den meisten von uns so schwer fällt: 100 Prozent loslassen.

Extratipp: Am besten sind Bolster, die mit natürlicher Füllung wie Dinkelspelz gefüllt sind. Auch wenn sie anfangs noch etwas prall sein mögen, entferne lieber nicht zu viel Inhalt. Mit der Zeit werden sie platter. Du kannst, wenn sie sehr platt werden, auch Nachfülldinkel kaufen.

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Für Meditationsprofis: Das Sitzkissen

Ich persönlich meditiere am liebsten auf meinem Yoga-Bolster oder benutze im Studio Klotz oder Decke zum Sitzen für die Meditation. Ich kenne aber auch Menschen, die täglich eine Stunde meditieren und dafür am liebsten ein rundes Kissen benutzen, das zum Sitzen noch etwas angenehmer sein kann. Auch sind Meditationskissen* (und ehrlich gesagt Kissen aller Art) sehr gute Hilfsmittel für Yin oder Restorative Yoga.

Nice to have: Der Yoga-Stuhl

Ich liebe es, die Praxis mit dem klassischen Iyengar-Yoga-Stuhl* zu pimpen. Wer sich mit der Praxis auf Yoga-Stühlen nicht gut auskennt, dem lege ich geniale Buch A chair for yoga: A complete guide to Iyengar yoga practice with a chair* ans Herz, denn es enthält reichlich Inspiration für Übungen mit dem Stuhl. Achtung: Ein einfacher Klappstuhl ist keine gute Alternative, denn der ist nicht stabil genug!

Eine intuitiv verständliche Alternative sind Kopfstandhocker wie der Feet Up* oder der von SIYA* , mit dem du Umkehrhaltungen aller Art üben kannst. Der Clou: Im „Kopfstand“ im FeetUp kannst du nicht umfallen. So können Yogis, die sich nicht so recht an Umkehrhaltungen rantrauen, die Erfahrung machen, kopfüber zu stehen machen. Geeignet ist der FeetUp auch für Menschen mit Nackenproblemen, da der Kopf frei in der Luft hängt. Ich persönlich finde das Teil macht echt Spaß: Bauchmuskeltraining im Kopfstand, wildes Rumturnen und Variationen nehmen zwischendurch den Ernst aus der Yogapraxis.

Extratipp: Wenn du mit dem FeetUp übst, leg dir fürs Extra-Kopfstand-Feeling einen Klotz so unter den Kopf, dass dein Kopf Bodenkontakt hat. Weitere Übungs-Tipps gibt es hier.

Für Gewagte: Das Balance Board

Wenn du es liebst, neue Dinge auszuprobieren und die Herausforderung suchst, ist ein Balance Board bestimmt etwas für dich. Zum Beispiel das.Brett*: damit schulst du nicht nur das Gleichgewicht, sondern steigerst ebenso deine Kondition und gewinnst Kraft durch Stärkung der Tiefenmuskulatur. Deine Kondition ist außerdem dafür verantwortlich, runde, flüssigere Bewegungen ausführen zu können; praktizierst du gerne Vinyasa Flow, kommt dir das da garantiert zugute.

Ein Balance Board ist meiner Meinung nach kein must-have in deinem Yoga-Schrank aber in jedem Fall ein toller Zusatz. Gerade nach überstandenen Verletzungen kann ein Board super hilfreich sein, zu alter Stärke zurückzufinden. Außerdem macht es einfach total Spaß!

Extratipp: Wenn du wiederkehrend unter Rückenschmerzen leidest, sind auch da die tieferliegenden Muskelgruppen entscheidend. Übungen mit dem Balance Board können sehr hilfreich sein.

Auch wenn ich dich immer ermutigen würde, Hilfsmittel zu nutzen, versuche, nicht abhängig von ihnen zu werden.

Das geht einfach: Lass sie zwischendurch mal wieder weg und überprüfe, ob du sie noch brauchst. Möglicherweise wirst du erstaunt sein, dass es auch ganz ohne geht.

Viel Spaß beim Üben,

Rebecca

Alle Bilder © Lena Fingerle

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3 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr schöner Beitrag! Ich selbst habe bisher für meine Yoga Praxis kaum mehr als meine dünne Matte, oder für Hot Yoga auch mal ein Yoga Handtuch, genutzt. Der FeetUp sieht aber nach so viel Spaß aus, dass er direkt auf meine Wunschdingeliste für 2015 wandert.

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