Kenne deinen Wert: Als Yogalehrerin Geld verdienen

Kürzlich erhielt ich eine Anfrage für eine regelmäßige Yogastunde in einem großen Münchner Unternehmen. So eine Art von Unternehmen, in dem Leute arbeiten, die mehrere Hundert Euro Stundensatz verlangen, dafür aber auch 60-Stunden-Wochen haben; Leute, die mit Sicherheit den Begriffen “Leistung” und “Karriere” einen anderen Stellenwert geben als ich.

Den letzten Preis für “Business Yoga” hatte ich ausgehandelt, als ich noch im Apprenticeship war. Mittlerweile unterrichte ich bereits seit ein paar Jahren und überlegte also, was ich wohl für die 60 Minuten veranschlagen sollte.

Meine Sorge: bloß nicht zu viel verlangen.

Es ist ja “nur” Wissen, das ich selber von meinen Lehrer*innen vermittelt bekommen habe, es sind “nur” 60 Minuten und ich bin ja “nur” ich und nicht irgendein*e stadtbekannte*r Lehrer*in. Also holte ich mir Rat bei einer befreundeten Lehrerin, die ziemlich viel in Büros unterrichtet. Ihr Tipp: “Du darfst auf keinen Fall zu wenig verlangen. Solche Leute nehmen dich sonst nicht ernst.”

Da stand ich nun und repräsentierte das eigentliche Dilemma der haupt- oder nebenberuflichen Yogalehrerin. Natürlich geht es vor allem darum, Wissen zu teilen und so viele Menschen wie möglich daran teilhaben zu lassen; auf der anderen Seite ist dieses Wissen aber auch ein Wert an sich, unter welchem man sich demnach auch nicht verkaufen sollte.

Wir müssen alle von etwas leben und am liebsten doch von dem, was uns am Herzen liegt.

Deswegen habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, ob man mit Yoga Geld verdienen darf und warum man aufpassen sollte, sich nicht unter Wert zu verkaufen.

Kenne deinen Wert: Als Yogalehrerin Geld verdienen

1. Aparigraha – Patanjalis Rat zum Besitzen wollen

Es ist naheliegend, als Yogalehrer*in erst mal nachzuschauen, was die Schriften zu dem Thema zu sagen haben. In seinem Yoga Sutra beschreibt Patanjali den achtgliedrigen Ashtanga-Yogapfad. Wenn wir diesen befolgen, kann er uns am Ende zu Samadhi führen, zu Einheit, Erleuchtung. Das erste Glied des Pfades sind die yamas, so etwas wie die ethischen Regeln im Umgang mit anderen Wesen.

Das fünfte und letzte yama ist aparigraha, was so viel bedeutet wie“ohne Gier sein” und “nicht horten”.

Was sagt uns das nun in Bezug auf unseren Wunsch, mit dem Yoga unterrichten auch Geld zu verdienen? Wie so oft kommt es hier auf das richtige Maß an. Wenn wir unser Leben an den yamas orientieren möchten, dann können wir dabei dennoch ausreichende Preise für Yogastunden verlangen, um unseren Kühlschrank füllen zu können.

Würde es uns dabei ausschließlich darum gehen, reich zu werden und würden wir deswegen immer höhere Preise verlangen und noch mehr unterrichten, dann sollten wir unser Tun allerdings tatsächlich überdenken.

Das Problem könnte zum Beispiel sein, dass wir in unserem Unterricht gefällig werden.

Denen gegenüber, die bereit sind, höhere Preise für Privatstunden zu zahlen. Oder wir könnten den Unterricht so anpassen, dass er zwar kompatibler für die Massen ist, aber dadurch nicht unbedingt die größere spirituelle und erhellende Erfahrung ermöglicht, die eben auch mal unbequem sein kann.

Deswegen hat Patanjali bestimmt Recht mit dem Gebot des Nicht-Hortens. Aber zwischen angemessen bezahlt zu werden und stinkreich zu sein gibt es ja schließlich auch einen kleinen Unterschied.

2. Die eigene Qualität verstehen – und Qualität hat ihren Preis

Vor kurzem war ich mit meinen Eltern auf unserem jährlichen Wochenend-Trip. Dabei trafen wir auch einen alten Bekannten meiner Eltern und haben ein bisschen gequatscht. “Sag, Sabine, was machst du denn jetzt eigentlich?” fragte er.

Aus dem Augenwinkel sah ich das kurze Luftanhalten meiner Mutter und fühlte mich plötzlich unwohl. “Ich bin nach wie vor Redakteurin, aber auch Yogalehrerin.” Kurzes Schweigen aller Beteiligten, bis mein Vater sagte: “Sabine hat entschieden, keine Karriere zu machen.” Bämm. Danke Mama und Papa. Aber vor allem: Shame on me.

Wieso kam ich mir doof vor, zu erklären, dass ich mit großem Herzblut Yoga unterrichte und damit auch mein Leben finanziere? Stattdessen tat ich es als kleines Hobby ab, als nette Ergänzung zu meiner “richtigen” Arbeit. Verstehst du das Problem?

Wenn wir selber vom Wert unserer Arbeit nicht überzeugt sind, wie sollen wir andere davon überzeugen?

Denn tatsächlich ist diese Ansicht, dass Yoga nichts oder nur wenig kosten darf, ja durchaus vorhanden. Immer wieder regen sich Menschen darüber auf, dass Monatskarten 130 € kosten, mit denen man jeden Tag so viel Yoga üben kann, wie man möchte – während es völlig ok ist, für Fitnessstudios, Ballettstunden oder Personal Trainer kommentarlos viel Kohle hinzulegen.

Yogis werden oft für Gutmenschen gehalten, was wiederum mit “arbeiten bestimmt gerne umsonst” gleichgesetzt wird.

Wenn wir daraufhin aber weniger verlangen, tragen wir zu einer unguten Preis-Abwärtsspirale bei, die am Ende Einfluss auf alle örtlichen Lehrer*innen haben kann.

Und wenn wir es selbst als verpönt ansehen, Geld für Yoga zu verlangen, wie sollen dann Schüler*innen es anders bewerten? Qualität kostet, und zwar deswegen, weil viel drin steckt: viel investierte Zeit, Geld und Anstrengung. Auch wenn es für Außenstehende nicht so aussehen mag, aber 60 Minuten Yoga zu unterrichten beinhaltet einiges an Vorbereitung: Bücher müssen gekauft und gelesen werden, Stunden vorbereitet, Wege zurückgelegt, Weiterbildungen finanziert.

Vielleicht hilft es, sich da ein bisschen an die Amerikaner zu halten. Dort werden Sachen oft als minderwertig angesehen, wenn sie nicht genug kosten. Das könnte eine ganz gute Orientierung für die eigenen Preise sein.

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3. Geldsorgen machen deinen Unterricht nicht besser

Jetzt mal ehrlich, reich wird man als Yogalehrer*in wahrscheinlich nie werden. Ich wohne und unterrichte zum Beispiel in München. Hier ist die Yogalehrer*innen-Dichte genauso hoch wie die Mieten. Um wirklich gut über die Runden zu kommen, müsste ich wahnsinnig viel unterrichten, am besten viele Privatstunden.

Da ich noch meinen anderen Job habe, ist meine Situation entspannter, ich muss mich nicht notgedrungen um noch mehr Klassen und Privatstunden bemühen.

Ich habe schon von einigen Lehrenden gehört, die kurz vorm Burn Out standen, weil sie jeden Tag von A nach B durch die gesamte Stadt fuhren, um fünf Klassen zu unterrichten.

Kein Wunder, dass sie teilweise ganz schön abgekämpft sind. Oft leidet dann als erstes die eigene Praxis darunter und nach und nach wird wahrscheinlich auch ihr Unterricht uninspirierter.

Woher soll man auch Kreativität und Inspiration nehmen, wenn man keine Zeit hat, um einfach mal da zu sitzen und alles sacken zu lassen?

Weniger Klassen, die besser bezahlt werden, könnte da die Lösung sein. Aber zum einen müssen diese Preise von den Lehrer*innen erstmal verlangt werden und zum anderen müssen auch Studios und Schüler*innen bereit sein, diese Preise zu bezahlen.

Mehr Wertschätzung für den Beruf des Yogalehrers und der Yogalehrerin und mehr Wertschätzung der eigenen Arbeit durch den oder die Lehrer*in wären ein guter Anfang.

Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit für einen Kompromiss.

Um den idealistischen Anspruch mit der schnöden Realität zu kombinieren. So könntest du ja zum Beispiel kostenlosen Unterricht für Flüchtlinge oder sozial benachteiligte Menschen anbieten, wenn du das Gefühl hast, dass dir das rein erwerbsmäßige Unterrichten zu weit entfernt ist vom Gedanken des Teilens.

Oder auch Klassen auf Spendenbasis, bei denen jede*r so viel gibt, wie er oder sie kann und mag. Ohne dass eine Mindestspende empfohlen wird; das führt das Ganze meiner Meinung nach nämlich wieder ad absurdum.

Wie lege ich meinen Preis fest?

Ich habe am Ende nach langem Überlegen und Herumfragen für meine Business-Stunde mehr verlangt, als ich zuerst dachte und etwas weniger, als mir die meisten rieten. Ich habe mich einfach nicht getraut, so “krass viel Geld” zu verlangen.

Ich schrieb meine Zahl ins Angebot und wartete, ob mir die Firma empört absagt. Ohne mit der Wimper zu zucken wurde mein Vorschlag akzeptiert. Vielleicht haben sie sich sogar noch gewundert, dass es so günstig ist, wer weiß.

Mich hat das Ganze zumindest eine Sache gelehrt:

Kenne deinen Wert und beziffere deinen Unterricht daran!

Und wenn du dir unsicher bist über deinen eigenen Wert, dann überleg dir, wieviel du verdienen musst, um über die Runden zu kommen. Ziehe deine Ausgaben und die Steuer davon ab und rechne aus, was am Ende übrig bleibt.

Reichen dir 30 Euro netto pro Yogastunde zum Leben? Wahrscheinlich nicht. Also lege deinen Preis fest und lass dich davon auch nicht runterhandeln. Das macht dich glaubwürdig und authentisch. Und auch das sind nicht zu unterschätzende Qualitäten von Yogalehrer*innen.

Wie gehst du mit dem Thema Geld um? Fällt es dir leicht oder doch eher schwer, dich für deinen Unterricht angemessen bezahlen zu lassen? Und wie bewertest du das Ganze aus Schüler*innensicht?

Ich freue mich sehr über deine Meinung!

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23 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen Artikel.
    Ich tu mir auch wahnsinnig schwer ein Pricing zu finden und will nie zu viel und auch nicht zu wenig verlangen. Ab und zu habe ich dann sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich Geld für etwas bekomme, das ich ja so gerne tue. Dann greif ich mir an den Kopf und frag mich ob ich jetzt einen totalen Vogel habe.
    Denke man tut sich da auch gerade als Frau schwerer und verkauft sich leicht unter Wert, Männer sehen das denke ich oft anders und tun sich nicht so schwer beim Pricing.
    Aber ich werde mir deine Worte jedenfalls noch einmal zu Herzen nehmen und mich in Zukunft nicht mehr unter Wert verkaufen :)

    Alles Liebe
    Julia
    http://www.yogaandjuliet.com

  2. Wieder ein sehr schöner Beitrag.. ich könnte mir bei mir selbst vorstellen dass ich dazu tendieren würde mich unter meinem Wert zu verkaufen.. aber ich arbeite dran.. :) Eine Freundin und ich möchte beide später unbedingt Yoga Lehrerinnen werden und träumen davon in ein paar Jahren eine Ausbildung in Indien zu machen..
    Alles Liebe, Lea von http://leachristin.com

  3. Hallo liebe Sabine!

    Ja, das ist für mich tatsächlich auch immer das Schwierigste – die Preisfindung. Ich habe als Tanzlehrerin gearbeitet & verdiene nun mein Geld nebenberuflich mit Yogaunterricht.

    Ich war ein bisschen überrascht, Ballettlehrer in deiner Auflistung der Besserverdienenden zu finden. Ich habe vor gut 10 Jahren in München & Landshut Ballett, Jazz Dance & Modern Dance unterrichtet & nur zwischen 20,- und 30,- € Brutto für 60 min. verdient. Klar gibt’s bekannte Tänzer, die Workshops unterrichten & mehr verdienen, aber das ist bei den bekannten Yogalehrern auch nicht anders.

    Es war mir ein Bedürfnis, das richtigzustellen.

    Liebe Grüße,

    Edith

    1. Liebe Edith, danke für Deine Rückmeldung. Siehst du, da hat sie auch mich erwischt, die eigene Lebenswirklichkeits-Bubble. Ich kenne einige Eltern, die über die teuren Balletstunden ihrer Kinder klagen, aber auch da gilt es mit Sicherheit zu hinterfragen, was sie eigentlich mit „teuer“ meinen. Danke dir für den guten Hinweis! Alles Liebe, Sabine

      1. Liebe Sabine! Ich arbeite auch als Tanzpädagogin und die Tanzstunden liegen bei 32,- bis ca. 45,-Euro pro Stunde, aber dies ist die Einnahme für einen Tanzschulinhaber und nicht das Honorar für den Tanzlehrer! !! Der wird ja vom Inhaber bezahlt..
        LG Ulrike

  4. Liebe Sabine,
    ich danke dir sehr für den Artikel. Ich unterrichte erst seit einigen Monaten und sehe in der Preisfindung meine größte Herausforderung! Und richtig, es ist nicht nur eine Stunde auf der Matte turnen. Wenn man richtig gute Stunden unterrichten möchte, sollte man den Kopf frei haben, an sich selbst zuarbeiten und sich inspirieren zu lassen. Das kostet auch Zeit und Geld.

    1. Ja, das ist eben das, was oft übersehen wird. Rückblickend kann ich echt nur sagen, dass man von Anfang an realistische Preise fordern sollte. Toitoitoi dafür!

  5. Generell muss Yoga einen höheren Stellenwert bekommen. Für das was es für einen tut und einem gibt. Hier am Land ist das nicht so einfach. Da gibt es vereinzelte Yogalehrer, die für ein „Apfel und ein Ei“ Yogakurse anbieten. Da ist es schwer den Preis angemessen anzusetzen und nicht als „unverschämt“ zu wirken. In Großstädten sind die Preise entsprechend höher (sicher immer noch nicht hoch genug, wenn man, wie du schreibst, von zb Fitnesskursen ausgeht). Aber am Land wollen die Leute nichts für viel zahlen. Leider meine Erfahrung.

  6. Vielen herzlichen Dank für Deinen offenen und ehrlichen Artikel. Wer spricht schon gerne über Geld? Und genau da beginnt meiner Meinung nach das Problem. Denn in einer Yogalehrer-Ausbildung sollte es dringend auch einen Block zum Thema Geschäftsaufbau und Preisgestaltung geben. Einfach, dass man da seinen Wert erkennen und in Zahlen veranschlagen kann. Kommt ja noch dazu, dass das, was man für eine Stunde kriegt nicht gleich dem ist, was man jetzt zum Ausgeben zur Verfügung hat. Denn es ist ja nur der „Bruttolohn“, bei dem noch einiges an Abzügen erfolgt.

    Ja, es gibt diese Geiz ist geil Denkweise auch bei vielen Menschen, die Yogastunden besuchen. Doch will man diese wirklich in seinen Stunden haben? Meine Meinung ist: was nichts kostet ist nichts wert. Man sollte also seinen Wert kennen und zwar richtig kennen. Denn nur dann kann man ihn auch nach aussen tragen und authentisch vertreten – was wiederum dazu führt, dass ebendieser akzeptiert wird. Und dennoch sollte man die Balance halten und nicht gierig werden. Sei es, dass man etwas zurückgibt, indem man z.B. wie im Artikel erwähnt Flüchtlinge umsonst unterrichtet oder aber man die Möglichkeit von reduzierten oder gar kostenlosen Stunden für Menschen in Geldnot schafft. Wie man hier richtig „auswählt“, damit man da nicht – ich sags ganz deutlich – verarscht wird, da hab ich auch noch keine Lösung dafür.

    Nochmals herzlichen Dank für das „Ins-Bewusstsein-Rücken“ eines sehr wichtigen Themas, welches hoffentlich auch eines Tagese Eingang in die Yogalehrer-Ausbildung finden wird.

    1. Danke dir! Und das mit dem Teacher Training halte ich für ne total gute Idee. Gerade dann, wenn man gerade erst die Ausbildung gemacht hat, ist man ja oft total planlos, wieviel man verlangen sollte.

  7. Vielen Dank für deinen Artikel ♥️
    Darf ich fragen was für euch angemessen ist für 60min in einem Studio und was als Personaltraining?

    1. Hallo Melissa, Als Personal Trainerin nehme ich 89€ pro Stunde. Für Firmenkurse um die 120. Das ist nicht unnormal in einer Großstadt. Offene Kurse liegen bei ca. 35 – 45 € pro Stunde.

  8. Danke Sabine für diesen Artikel. Tatsächlich passe ich die Preise für meine PTs regelmäßig an. Beim Firmenyoga und im Klassenunterricht tue ich mich damit schwerer. Die Konkurrenz in Hamburg ist groß und fast immer günstiger.
    Ich frage mich oft, wie die anderen über die Runden kommen. Oder finanzieren sich die Studios heute alle mit den Yogaausbildungen? Ich zahle das Maximum, was ich zahlen kann an meine Lehrer. Innschlechten Monaten bleibt dann kaum was übrig für uns. Dennoch glaube ich, dass es wichtig. Ist, die Lehrer gut zu bezahlen, denn guter Unterricht muss auch gut bezahlt werden und da muss noch ganz viel nach oben hin passieren! Immerhin bekommt man in jeder Stunde eine ganze „Welt“ aufgetischt. Es wäre schön, wenn alle Studios an einem Strang ziehen und den Wert und die Qualität der Stunden mehr betonen würden, um gemeinsam die Preise anzupassen. Bei uns wird es jedenfalls nächstes Jahr eine Preisanpassung geben und dies wird auf jeden Fall mit der Qualitätssicherung begründet werden. Vielleicht zieht ja wer mit…

  9. Yoga ist, wenn man davon leben möchte, ein Business wie jedes andere auch. Leider vergessen das die meisten bzw haben ein schlechtes gewissen, für erbrachte Leistung auch ein angemessenes Honorar zu verlangen.

    Ein Rechenbeispiel der IHK besagt, dass ein freiberufler einen Tagessatz von minimum 380,- Euro nehmen muss, um neben den laufenden Kosten auch krankheit, Urlaub, rücklagen u Versicherungen abzudecken. Im yoga scheint dies kaum möglich… Auf den ersten Blick… Denn ich denke schon, dass man mit Yoga Geld verdienen kann, allerdings muss man sich auch mit Themen wie Strategie, Marketing|Vermarktung und pricing auseinander setzen. Leider scheuen sich immernoch sehr viele yogis davor.

    Patanjali gibt mit seinen sutren sicherlich orientierungshilfen, allerdings sollten wir auch im Blick halten, wo und in welcher Zeit wir leben.

    Und last but not least: wenn eine Yogaschule im Schnitt 4.000,- Euro für eine 200h Ausbildung nimmt und mit 15-20 Schüler um die 60.000 bis 80.000 an Umsatz macht, dann ergibt das runtergerechnet einen weitaus höheren Tagessatz…

    1. Das Beispiel mit den TT finde ich super!
      Ich glaube auch ehrlicherweise das ist der Grund warum inzwischen jede/r Yogalehrer/in überhaupt Teacher Trainings anbietet. Weil es einfach die einzige Möglichkeit ist, vernünftig zu wirtschaften. Und gleichzeitig macht es aber auch das Thema Yogalehrerausbildung etwas kaputt…..leider.

  10. Auf den Punkt. Leider stelle ich nur häufig fest, dass gerade wir als Yogalehrer zum Teil diese preisliche Abwärtsspirale unterstützen, indem wir für wenig bzw kein Geld auf Festivals / Events etc. unterrichten, um uns einen Namen zu machen. Irgendwie scheint es noch in den Köpfen drin zu sein, dass Yoga zu unterrichten aus reinem „ich möchte die Welt verbessern“ Gefühl als Berufung/Beruf gewählt wird. Doch auch wir/ich als hauptberufliche Yogalehrerin muss mein Leben in einer Stadt wie Hamburg finanzieren. Ich arbeite 7 Tage die Woche und ich liebe, das was ich tue, aber es muss ein generelles Umdenken sowohl bei uns Yogis selbst als auch bei den Klienten stattfinden. Ich bin froh, dass ich auf den Rat meines Mentors gehört habe und meine Preise für Personals gleich von Anfang an höher angesetzt habe, als ich es mir selbst je erlaubt hätte, denn ansonsten würde ich wahrscheinlich immer noch in x Studios für 30€ die Stunde arbeiten. Ich hoffe sehr, dass Yoga als etwas Reelles angenommen und dementsprechend auch honoriert wird in der Zukunft. Danke für deinen Artikel ♥️

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