Mit 8 Tricks ayurvedisch gut durch den Herbst

Wie im Außen so im Innen

Im Ayurveda haben die Energien Vata, Pitta und Kapha nicht nur Einfluss auf den Körper, sondern auch auf die Jahreszeiten. Da unsere Umwelt in Wechselbeziehung zu unseren Körper steht, hat die jeweilige Jahreszeit eine große Auswirkung auf unseren Körper und muss neben unserem Körpertyp genauso für unsere Gesundheit berücksichtigt werden. Im Ayurveda nennt sich das Befolgen einer jahreszeitlichen Routine „Ritucharya“. „Ritu“ bedeutet Jahreszeit, „charya“ soviel wie Routine.

Warum ist Ritucharya so wichtig?

Wenn du im Frühjahr unter Allergien leidest, im Sommer prädestiniert für Sommerakne und Entzündungen bist, dich der Herbst mit Energieverlust und Immunschwäche plagt und im Winter stets die Nasennebenhöhlen und Atemwege verschleimt sind, liegt die Lösung fast auf der Hand: Eine gute saisonale Routine. Sie hilft dir, die Doshas im Gleichgewicht zu halten, gesund zu bleiben und jede Jahreszeit zu genießen. Besonders der Übergang zwischen den Jahreszeiten ist eine besonders heikle Phase, in der wir dem Körper helfen können, sich umzustellen.

Der goldene Herbst und das Vata Dosha

Der Herbst ist trocken, klar, kühl, windig, rau, leicht und zusammenziehend. Die Eigenschaften von Vata sind ebenfalls trocken, klar, beweglich, kalt, rau und leicht. Da im Ayurveda Gleiches immer Gleiches verstärkt, ist das Vata Dosha im Herbst erhöht und neigt dazu aus dem Gleichgewicht zu geraten. Vata 
steuert als Bewegungsprinzip das zentrale Nervensystem, Herz und Kreislauf sowie die anderen beiden Doshas. Seinen Hauptsitz hat es im Dickdarm und im Becken. Sobald uns nun die ersten Herbstwinde um die Ohren blasen, steigert sich deswegen auch unsere Empfänglichkeit für die typischen Vata-Beschwerden wie Verdauungsprobleme, Gliederschmerz, kalte Hände und Füße, Erkältung, Rastlosigkeit, Energieverlust und Immunschwäche. Unabhängig von unserem Konstitutionstyp erhöht sich bei allen Menschen zu dieser Zeit das Vata Dosha, aber besonders betroffen davon sind Menschen mit einer Vata-Konstitution oder Störung. Oft merken wir deswegen besonders deutlich zum Herbstbeginn wie die Kälte unerbittlich in den Körper hinein kriecht und es Zeit wird jetzt besonders gut auf uns zu achten.

Wie du den Herbst-Blues vermeidestKürbissuppe

Regel Nummer 1: Warm essen

Im Herbst sollte das Essen warm und ölig sein. Gedünstete und gekochte Speisen sind leichter verträglich und mindern Vata. Auf den Speiseplan dürfen jetzt Haferschleim, Getreidebrei, Reis, Kitchari, gedünstetes Gemüse und Suppen. Jedes Essen sollte etwas Ghee oder Öl enthalten, wobei besonders Sesamöl sehr gut für Vata ist. Damit wird das Essen befeuchtend, verdauungsanregend und nährend.

 

Mehr wärmende Lebensmittel

Lebensmittel, die die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig tragen reduzieren Vata. HerbsternteBesonders gut sind Karotten, Kürbis, Fenchel, rote Beete, Zucchini, Pflaumen, Trauben, Weizen, Dinkel, Hafer, Basmatireis, sowie 
Samen und Nüsse
. Ebenso wirken Gewürze wie Zimt, Ingwer, Muskat, Cardamom, Cumin und die Hildegard Gewürze Galgant und Betram wärmend und ausgleichend auf Vata.

It’s Tea Time!

Gibt es etwas Schöneres als an einem Herbsttag die kalten Hände an einer heißen Tasse Tee zu wärmen? Tees mit wärmenden Kräutern und Gewürzen wie zum Beispiel Cumin, Korinander und Fenchel oder aus Ingwer, Zimt und Süßholz wärmen den Körper so richtig schön von Innen. Auch Chai Tee ist der ideale Begleiter für den Herbst und ist ganz einfach selbst gemacht mit diesem Rezept.

 

Stressfrei bleiben und entschleunigen

Das klingt immer einfacher als es ist, aber während unsere Energie an den langen Sommertagen fast unendlich schien, zieht sie sich im Herbst zurück. Das macht uns weniger belastungsfähig. Daher ist es besonders wichtig für einen Ruhepol zu sorgen. Nicht nur für die Pflanzen ist es Zeit, sich zurück zu ziehen, sondern auch in uns entsteht mehr Raum uns nach Innen zu fokussieren und uns vermehrt unserer Yogapraxis und Meditation zu widmen. Da Vata das Prinzip der Bewegung ist, wird es durch Ruhe und Stille ausgeglichen.

Abhyanga – ayurvedisch gut massiert

Abhyanga bedeutet Ölmassage und wird im Ayurveda als Teil der täglichen Routine empfohlen, denn das Öl nährt nicht nur die Haut sondern alle Strukturen der tiefer liegenden Gewebe, mindert Vata, Stress und Müdigkeit und stärkt die Abwehrkräfte. Nimm dir mindestens ein Mal pro Woche die Zeit für eine AbhyangaSelbstmassage in einer angenehmen Umgebung. Dazu kannst du Sesamöl im Wasserbad erwärmen bis es eine angenehme Temperatur hat. Die erste Handvoll Öl soll auf den Scheitel, die zweite auf die Ohren, die dritte auf den Nabel und die vierte sowie fünfte jeweils auf die Fußsohlen. Das Öl wird mit herab streichenden Bewegungen auf den gesamten Körper aufgetragen, dabei vor allem die Fuß- und Fingerzwischenräume nicht vergessen, die Gelenke und den Bauch in kreisenden Bewegungen massieren. Das Öl mindestens eine halbe Stunde einwirken lassen und anschließend gründlich mit warmem Wasser und einer milden Seife abwaschen. Keine Ölmassage bei Erkältungen und Schleimbildung!

Zeit für die Mütze

Zum Glück sind Mützen wieder absolut salonfähig und es ist durchaus tragbar, das schöne Schmuckstück zeitig aus der Sommerpause zu holen. Vata hat eine enge Verbindung zu den Ohren und dem Gehör, daher reagieren besonders Menschen mit einer Vata Konstitution sehr empfindlich auf Wind und Luftzug an den Ohren. Der Kopf gehört im Ayurveda zu den drei wichtigsten Vitalbereichen und da wir zudem die meiste Wärme über den Kopf verlieren, zahlt sich die Mütze gleich doppelt aus.

Betthupferl

Lass den Abend mit einer warmen leichten Mahlzeit und einem schönen Buch oder Musik ausklingen. Fernsehen oder viele Aktivitäten am Abend erhöhen Vata und können zu einem gestörten Schlaf führen. Ein warmes Bad oder eine heiße Dusche am Abend mit einer anschließenden Fußmassage fördert einen guten Schlaf. Die optimale Zeit, um ins Bett zu gehen, ist vor 22.00 Uhr, da du bis dahin noch die ruhige Kapha-Energie mit in die Nacht nehmen kannst. Als Betthupferl eignet sich vorher eine warme (Reis)Milch mit Zimt, Muskat, Cardamon und etwas Rohrohrzucker oder Honig. Du wirst merken, dass du am nächsten Morgen ausgeruht und voller Kraft in den neuen Tag startest.

Wärmende Dankbarkeit

Als ich neulich beim Einsatztag meiner solidarischen Landwirtschaft die Kartoffeln aus dem Acker gegraben habe und die Gemüsebeete bestaunte, kam es mir wie ein kleines Wunder vor, dass aus der Dankbarkeit Händesandigen Erde Brandenburgs ein solches Leben entsteht. Der Herbst ist die Zeit der Ernte und die Zeit des Reichtums, bevor sich alles zu Gunsten eines neuen Kreislaufes zurückzieht. Mir fiel plötzlich wieder ein, dass der erste Sonntag im November traditionell dem Erntedankfest gilt, einem Brauch der in vielen Kulturen in ähnlicher Art zu finden ist. Es erinnert uns daran Dankbarkeit zu zeigen für den Reichtum den uns die Natur schenkt, Dankbarkeit denjenigen gegenüber die unsere Nahrung anbauen und das Bewusstsein, dass säen, pflanzen, ernten seine Zeit braucht. Aber auch dankbar gegenüber sich selbst zu sein, hilft uns Energie zu sammeln und Kraft zu tanken. Dankbarkeit lässt ein warmes, wohliges Gefühl im Bauch aufsteigen, sie lässt uns Inne halten und uns unser Glück spüren.

 

Sarve bhavantu sukhinah – Sarve santu nirāmayāh

Mögen alle Lebewesen glücklich sein, mögen Alle gesund sein.

Komm gut und gesund durch den Herbst!

Alles Liebe, Dania

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