Spirituelle Praxis zuhause: Mein Morgenritual und wie du dein eigenes findest

Der Wecker klingelt, du drückst so oft auf den Snooze-Button bis kurz vor superknapp, springst aus dem Bett und unter die Dusche. Schnell noch Kaffee, einen Happen zu essen und schon stürzt du aus dem Haus. Du hinterlässt ein mittleres Chaos zuhause und ärgerst dich ein bisschen, dass es mit der geplanten Meditation oder der Yoga-Praxis schon wieder nicht geklappt hat. Kenne ich zu gut.

Meine Morgen waren jahrelang von Hektik geprägt.

Obwohl ich es gerne anders gehabt und geplant hatte, klappte es nicht so recht, eine Form der spirituellen Praxis in meinen Alltag zu integrieren.

Ähnliche Geschichten höre ich oft von Mityogis, Kolleg*innen und Schüler*innen. Regelmäßig ins Yogastudio zu pilgern, ist kein Problem, eine eigene, passende Praxis für jeden Tag zu finden, stellt viele vor Herausforderungen. Dabei ist das so wichtig.

Wie wir in den Tag starten, bestimmt darüber, wie er sich entfaltet.

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Inzwischen weiß ich: Wenn ich mir morgens ein bisschen Zeit für mich und meine Praxis nehme, fühle ich mich leichter, bin konzentrierter und mein wuseliger Alltag bringt mich weniger aus dem Konzept. Allerdings hat es eine Weile gedauert, bis ich herausgefunden habe, was für mich als tägliche Praxis funktioniert.

Das größte Problem waren meine eigenen Ansprüche. Mein Yogi-Ideal von mir selbst.

Am liebsten wäre ich vor dem Morgengrauen aufgestanden, wollte ausgiebig Pranayama und Meditation üben, um dann noch mindestens eine Stunde, besser 90 Minuten Yoga zu üben. In Ruhe Frühstücken und um um 9 das Haus verlassen, wollte ich außerdem. Haha! An diesem Anspruch bin ich spätestens an Tag 2 gescheitert.

Damit eine spirituelle Praxis langfristig funktioniert, muss sie in den Alltag passen.

Ich bin kein Morgenmensch. Ich brauche Zeit, wach zu werden, trinke am liebsten Tee oder Kaffee im Bett und bin insgesamt ultra-langsam morgens.

Da Andy und ich beide oft lange arbeiten, sind die Morgen unter der Woche außerdem unsere gemeinsame Zeit als Paar. Wir quatschen, erledigen Kleinkram zuhause und hängen einfach zusammen rum.

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Geklappt hat es mit der Praxis zuhause erst, als ich verstanden habe, dass nicht ich mich meinem Ideal, sondern das Ideal meinen Bedürfnissen anpassen muss.

Da ich keinen klassischen 9 to 7 Job habe, leiste ich mir den Luxus, langsam in den Tag zu starten. An normalen Wochentagen wache ich zwischen 7 und 7.30 Uhr auf. Dann mache ich mir einen Tee (weil Kaffee ist in der Tat der Meditation nicht gerade zuträglich), putze Zähne, schabe die Zunge und schütte Wasser durch meine Nase (Jala Neti). Dann lege ich mich wieder ins Bett, lese oder quatsche mit Andy.

Zwischen 8 und halb 9 stehe ich dann wirklich auf, ziehe eine Leggings über und beginne mit meiner Morgenpraxis. Wie genau die aussieht, erfährst du weiter unten im Beitrag. Meistens macht Andy mit, was super gegen den eventuell an der Bettkante lauernden Schweinehund hilft.

So findest du deine eigene Morgenpraxis (+ Online-Programm-Alert)

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Nicht jede*r kann seine Zeit morgens so einteilen wie ich. Familie, feste Jobs und andere Verpflichtungen sorgen für einen stramm getakteten Ablauf. Es geht auch nicht darum, morgens drei Stunden zu verbummeln. Ich bin allerdings davon überzeugt:

Es gibt eine passende Praxis für alle Bedürfnisse und Alltagssituationen.

Man muss nur wissen, wie man es anstellt und sich von manchen Ideen, wie genau diese Praxis auszusehen hat, verabschieden. Genau deshalb entwickle ich gerade ein Online-Programm für die spirituelle Praxis zuhause.

Über drei Wochen hinweg hast du dabei die Möglichkeit, viele Dinge auszuprobieren, dich mit der Gruppe auszutauschen, Fragen zu stellen und Schwierigkeiten zu besprechen. Ich werde alle Tools und Techniken vorstellen, die ich kennengelernt und als wertvoll empfunden habe. Am Ende wirst du eine ganz eigene Mini-Praxis kreiert haben, die du je nach Alltagsanforderung anpassen, verändern und vor allem aufrecht erhalten kannst.

Klingt gut? Dann trag dich jetzt in meinen Email-Verteiler ein.

Das Programm ist noch nicht fertig. Es ist mir aber ein großes Anliegen, das Programm so zu gestalten, dass es dir wirklich weiter hilft. Deshalb:

    • Hol dir mein Video mit einer einfachen 15-Minuten-Morgenroutine gleich jetzt in dein Postfach
    • Sichere dir einen satten Early-Bird-Rabatt für den Kurs, der im Mai startet
    • Stelle all deine Fragen zur spirituellen Praxis vorab. Ich antworte!



Gleich starten? Darauf kommt es an:

  • Die passende Zeit: Morgens ist für die meisten gut. Eine regelmäßige spirituelle Praxis kann aber auch abends stattfinden. Du kennst deinen Alltag am besten und weißt, wann du Zeit freischaufeln kannst.
  • Klein anfangen: Bei mir sind es aktuell mindestens 15 Minuten. Besser: Noch kleiner anfangen, dann scheitert man nicht. Schon fünf Minuten meditieren oder eine Runde 7-Minutes-Workout täglich sind eine Routine.
  • Dranbleiben: Der Zauber von Routinen liegt darin, nicht jedes Mal drüber nachdenken zu müssen, ob man etwas macht oder nicht. Es heißt, es braucht mindestens 21 Tage, bis man neue Gewohnheiten etabliert. Deshalb: Zum Start braucht es vermutlich etwas Willenskraft und Disziplin.
  • Locker nehmen: Wenn es einmal nicht geklappt hat, verzage nicht. Dann machst du am nächsten Tag weiter. Passiert den größten Yogis.

So sieht meine tägliche Praxis aus: Workout, Mini-Yoga, Atmen und Sitzen

Für mich hat sich eine Kombination aus mehreren, kleinen Übungen bewährt. Erst bringe ich meinen Kreislauf mit einem klassischen Workout in Schwung, dann mache ich die Magic 10 um innerlich ruhiger zu werden, im Anschluss übe ich einfaches Pranayama und dann sitze ich still in Meditation.

Je nachdem, wie viel Zeit ich habe und wie ich mich fühle, übe ich nur Teile meines Programms. Am besten geht es mir, wenn ich die volle Packung mache. Das dauert aber eine Stunde und hey, manchmal ist länger schlafen auch schön oder ich muss früher los. Dann reduziere ich einfach auf zehn bis fünfzehn Minuten.

Wach werden: Das 7-Minuten-Workout (15 Minuten)

Für das 7-Minuten-Workout brauchst du nichts außer deinen Körper und sieben Minuten. Wenn möglich, eine Matte und einen Stuhl.

Ich übe es besonders gerne, wenn ich keine Zeit für eine ausgedehnte Yogapraxis im Studio (oder zuhause) habe. Zwei Runden hintereinander. Der Fitness wegen und um die Nacht aus den Gliedern zu vertreiben.

Ordentlich strecken: Die Magic 10 (10 Minuten)

Sharon Gannon, die Mitbegründerin der Jivamukti Yoga Methode, hat mit den Magic 10 eine Sequenz von zehn einfachen Asanas entwickelt, die die Wirbelsäule einmal in alle Richtungen bewegt. Eine Anleitung auf Deutsch von mir inklusive Video kannst du hier downloaden.

Ich liebe die Magic 10 und übe sie seit gut fünf Jahren fast täglich. Manchmal ändere ich die Abfolge leicht, bin aber jedes Mal über den Effekt der Praxis erstaunt. Die Sequenz ist echt „magisch“ und sorgt immer dafür, dass ich mich hinterher leichter fühle als vorher.

Durchatmen: Kapalabhati und Nadi Shodana (10 Minuten)

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Pranayama, also yogische Atemübungen, sind Gold wert. Die Arbeit mit dem Atem hat eine enorme Auswirkung auf den Geist und den Energiehaushalt des Körpers.

Kapalabhati zählt eigentlich zu den Shat Karma Kriya und ist eine Reinigungsübung. Gemeint sind kurze schnelle Ausatemstöße durch die Nase. Die Einatmung passiert passiv durch ein Entspannen der Bauchdecke.

Ich übe zwei Runden à 100 Atemstöße und dann noch eine weitere in der ich abwechselnd ein Nasenloch verschließe. Das ist die perfekte Überleitung zu Nadi Shodana, einer Atemübung, die die Energiekanäle reinigt.

Alles zusammen erlebe ich als sehr beruhigend, ausgleichend und erfrischend gleichzeitig. Jetzt bin ich perfekt vorbereitet, um in Stille zu sitzen.

Still sitzen: Meditation mit oder ohne Mantra (15 Minuten)

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Früher musste ich mich zum Meditieren zwingen, heute bin ich traurig, wenn ich keine Zeit habe und auf fünf oder zehn Minuten kürzen muss.

Manchmal rezitiere ich ein Mantra und lasse dabei meine Mala durch die Finder gleiten. Oft sitze ich auch einfach nur so und beobachte. Wenn ich sehr aufgeregt bin, zähle ich ganz simpel die Atemzüge. Auch Apps sind eine gute Wahl. Regelmäßiges Meditieren ist einfach das einzig Wahre, um den irren Geist ruhig zu halten.

Meine Praxis passt nicht zwangsläufig in dein Leben.

Ich habe sie durch jahreslanges Ausprobieren verschiedener Techniken gefunden. Für mich ist es aber ein großer Segen, eine Minimal-Routine zu haben, die ich immer üben kann. Selbst wenn keine Yogamatte, kein Studio und keine Lehrer*innen in der Nähe sind, die mir sagen, wann ich mich bewegen oder still sitzen soll.

Deshalb will ich dich auch dabei unterstützen, eine eigene Praxis zu entwickeln. Um mein Online-Programm noch nützlicher zu machen, gibt mir gerne Feedback. Was ist dir wichtig?

Wo liegen deine Herausforderungen in Sachen spirituelle Praxis zuhause?

Ich freue mich sehr aus Austausch, gerne auch in den Kommentaren.

Bis dahin alles Liebe,

Rebecca

Bilder: Lydia Hersberger

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4 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Rebecca,

    vielen Dank für diesen charmanten Einblick in deine Morgenroutine. Ich bin ebenfalls ein riesiger Fan einer festen Morgenroutine und liebe ebenfalls die Magic 10 :-)
    Da aber leider mein Sohn ein extremer Frühaufsteher ist (gerne mal um 05:00 Uhr oder 05:30 Uhr) bringe ich keine Meditation unter, die verschiebe ich dafür auf den Abend.
    Ich bin leider auch ein Typ der gerne dem Ideal nachläuft und sich ärgert, wenn er es wiedermal nicht gebacken kriegt.

    Vielen Dank für deine Inspiration.
    Grüße
    Angelika von http://www.umgekrempelt.at

  2. Hallo Rebecca,
    du hast vollkommen recht, jeder braucht seine eigenen Morgenpraxis.
    Auch ich habe mich schon durch diverse Varianten gewühlt (vielleicht ist gequält das bessere Wort). Und ich suche immer noch.
    Ich habe aber mittlerweile festgestellt, dass ich je nach Jahreszeit meine Rituale wechsele. Jetzt im Frühling fällt mir das frühe Aufstehen wieder viel leichter, so dass sich meine ganze Routine verschiebt.
    Was bei mir auch nicht geklappt hat, war, die Techniken von irgendwelchen „Mega-Performern“ einfach zu kopieren.
    Vielen Dank für die Anregungen oben, das werde ich auch mal ausprobieren.
    Viele Grüße
    Stephan

  3. Hallo Rebecca,
    Danke für deinen Beitrag und toll mit dem online Programm.
    Du sprichst da genau den richtigen Punkt an… wie bekomme ich meine eigene yoga Routine morgens gebacken. Ich habe eine 2 jährige Tochter und ich muss morgens um kurz nach 7 aus dem Haus… da muss ich ganz schön früh hoch, wenn vorher noch Yoga gemacht wird. Nicht immer leicht… und ja, auch ich orientiere mich immer an diesen „Idealen“ und frage mich was bei mir falsch läuft.
    Dein Beitrag hat mich gerade sehr auf den Boden zurückgeholt.
    Danke

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