Vipassana: Wissenswertes zu Herkunft, Kursen und Kritik

Zehn Tage schweigen und meditieren – das ist in den Köpfen vieler ein Vipassana. Vielleicht überlegst du gerade, ob du dich zu einem Vipassana-Meditationskurs anmelden solltest, bereitest dich auf deinen ersten Besuch in einem der Zentren vor oder interessierst dich ganz allgemein für das Thema?

Hier findest du einen Überblick über die Geschichte der Meditationstechnik, Infos zu den Kursen und ein paar Worte über die Kritik an Vipassana. Ich selbst durfte bereits zwei Aufenthalte im Meditationszentrum in Triebel erleben – einmal als Teilnehmerin und einmal als Helferin. Wenn du Fragen hast, freue ich mich über deinen Kommentar! 

Beim Vipassana handelt es sich um eine uralte Meditationstechnik aus Indien.

Dort wurde sie bekanntlich vor 2.500 Jahren von keinem Geringeren als Siddhartha Gautama, dem Buddha, gelehrt. Vipassana bedeutet so viel wie klare Sicht oder die Dinge sehen, wie sie wirklich sind

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Es geht beim Vipassana immer um die Erfahrungsebene, die fokussierte Beobachtung der eigenen Empfindungen – nicht um eine theoretische Übung. Daher ist es auch schwierig, die Technik hier adäquat zu beschreiben. Um Vipassana auch nur annähernd zu verstehen, musst du es praktisch lernen. 

Der Ansatz ist Folgender: Indem Meditierende ihren Körperwahrnehmungen mit Gleichmut begegnen, verändern sie die Konditionierung ihres eigenen Geistes auf tiefer Ebene. Bei diesem Prozess gewinnen sie Einsichten, die durch Verblendung (oder Nichtsehen) verursachtem Leid entgegenwirken. 

Auch wenn der Buddha Vipassana-Meditation gelehrt hat, war sie nicht seine Erfindung. Vipassana gilt als universelles Wissen, das der Menschheit naturgegeben innewohnt und vom Buddha einfach wiederentdeckt und propagiert wurde. 

Die Technik wurde jahrtausendelang von einem Lehrer zum nächsten weitergegeben und so bis heute überliefert. 

Ähnlich wie bei den Yoga-Traditionen haben sich auch im Vipassana Traditionslinien gebildet, von denen keine behaupten kann, exakt die zu sein, die vom historischen Buddha unterrichtet wurde. 

Der Buddha überlieferte seine Achtsamkeitslehre nämlich mündlich in Form von Predigten, die nach seinem Tod von seinen Anhängern verschriftlicht wurden. Eine ursprüngliche Meditationsanleitung in dem Sinne gibt es also nicht. Stattdessen finden die Grundsätze der Lehren des Buddha sich in allen Vipassana-Traditionen wieder. Als Referenz gelten Texte aus dem sogenannten Pali-Kanon – der in der Sprache Pali verfassten, ältesten überlieferten Sammlung von Lehren des Buddha.

Die Praxisformen des Vipassana werden je nach Traditionslinie zwar etwas unterschiedlich unterrichtet, teilen sich aber einen Ansatz: Sie verschaffen dem Praktizierenden Einsicht, um Leiden zu überwinden und schlussendlich Befreiung zu erlangen und dadurch dem ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt ein Ende zu setzen.

Die Meditationstechnik basiert auf dem Theravada-Buddhismus und kann unabhängig von religiöser Zugehörigkeit erlernt und praktiziert werden. Beschäftigt man sich mit den Details der Technik, stößt man jedoch schnell auf Begriffe und Konzepte aus dem Buddhismus (zum Beispiel der Wiedergeburt, den Daeinsmerkmalen, und Samskaras). Diese bilden den theoretischen Hintergrund, sind aber für die Wirksamkeit der Meditation nicht entscheidend.

Der Buddha hatte – anders als zum Beispiel Jesus – wenig Interesse daran, Menschen von einer gewissen Glaubenslehre zu überzeugen. Er nutze wiederholt den Begriff Ehipassiko – übersetzt bedeutet das komm und sieh (selbst). Vipassana folgt dieser Philosophie.

In Deutschland ist Vipassana heute vornehmlich in der Tradition von Sayagyi U Ba Khin, gelehrt von S.N. Goenka, verbreitet.

Kurse werden unter dem Dach der Organisation Dhamma in einem Meditationszentrum in Triebel bei Hof (Bayern) und zusätzlich einigen sogenannten Non-Centers angeboten. Wer sich für andere Traditionslinien interessiert, findet auch hier Kurse in Deutschland. Die beiden anderen namhaften Vertreter heutiger Vipassana-Traditionen sind Ajahn Chah und Ajahn Buddhadasa.

Wir konzentrieren uns der Übersichtlichkeit halber in diesem Artikel auf die wirklich weit verbreiteten Meditationskurse des 2013 verstorbenen S.N. Goenka.

Goenka wuchs in Burma auf und lernte Vipassana von seinem Lehrer, Sayagyi U Ba Khin. Er brachte die Lehre zunächst zurück nach Indien, wo er bald tausende Schüler*innen aus der ganzen Welt unterrichtete. Später bildete er Assistenzlehrer*innen aus, um der wachsenden Nachfrage gerecht werden zu können. Damit breitete sich die Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka in die ganze Welt aus. Weltweit gibt es derzeit 225 Zentren – alle von ihnen konfessionslos und nicht-kommerziell.

Wer die Vipassana-Meditation lernen möchte, startet mit dem 10-tägigen Kurs.

Um Vipassana zu erlernen, braucht es nicht viel. Nur um eines kommt niemand umhin: Der erste Kurs dauert zehn Tage. Er wird überall in gleicher Weise – nämlich in Form von Video- und Audioaufzeichnungen von S.N. Goenka bzw. übersetzten Versionen seiner Vorträge – angeboten. 

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Das klingt im ersten Moment nach einer Menge Zeit, vor allem angesichts der rund 25 Urlaubstage, mit denen die meisten von uns auskommen müssen. 

Andererseits geht es beim Vipassana darum, auf tiefer Ebene mit dem Geist zu arbeiten und fundamentale Einsichten zu gewinnen. Dafür müssen die Gedanken erst einmal zur Ruhe kommen, die neu erlernte Meditationstechnik muss sich setzen können. Tatsächlich dauerten Vipassana-Kurse nach Goenka ursprünglich mindestens sieben Wochen und wurden mit zehn Tagen auf ihr absolutes Minimum gekürzt.

Kürzere Dreitageskurse stehen nur für geübte Vipassana-Meditierende zur Verfügung. Wer später richtig tief tauchen möchte, kann sich auch für längere Aufenthalte in einem Dhamma Center anmelden.

Vipassana-Meditationszentren finanzieren sich in allen Traditionslinien durch Dana, freiwillige Spenden.

Die Kurse sollen allen Interessierten offen stehen, daher ist die Teilnahme kostenlos. Die Unterkunft, das Essen und alle Annehmlichkeiten des Aufenthalts werden Teilnehmenden von vorherigen Schüler*innen geschenkt. Und am Ende des Kurses können Teilnehmende das Geschenk weitergeben, indem sie selbst spenden. 

Druck dahingehend gibt es aber keinen. Ich selbst hatte wenig Geld, als ich den ersten Kurs besucht habe und habe erst ein Jahr später einen größeren Betrag auf das Konto des Zentrums überwiesen. 

Und auch sonst achten die Meditationszentren auf Inklusion. Wer körperlich nicht in der Lage ist, den ganzen Tag auf dem Boden zu sitzen, bekommt einen Stuhl. Auch für Personen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen (vegan, glutenfrei, Allergien) sowie Menschen mit körperlichen Behinderungen kann in der Regel gesorgt werden.

Im Zentrum gelten während des Kurses fünf Verhaltensregeln. 

Die bekannteste Regel ist wahrscheinlich das Schweigen, auch edle Stille genannt: Die Kursteilnehmenden sprechen nicht miteinander und vermeiden auch jede andere non-verbale Kommunikation, wie zum Beispiel Blickkontakt oder Gestikulieren. Außerdem musst du vor Beginn des Kurses Schreibmaterialien, Telefon, Bücher und MP3-Player abgeben. 

Folgende fünf Verhaltensregeln gelten für neue Schüler während des ersten Kurses: 

  1. Keine Lebewesen töten – auch keine Mücken, Fliegen oder Ameisen
  2. Nicht stehlen
  3. Sich jeglicher sexueller Aktivität enthalten 
  4. Nicht lügen – daher auch die edle Stille (Buddhist*innen sind Realist*innen und gehen davon aus, dass Lügen von Teilnehmenden nur durch konsequentes Schweigen vermieden werden können) 
  5. Keine Rauschmittel zu sich nehmen – auch keinen Alkohol oder Tabak

Schüler*innen, die schon einmal einen Kurs nach S.N. Goenka absolviert haben, bekommen ab dem zweiten Besuch drei zusätzliche Regeln: 

  1. Keine Nahrung nach 12 Uhr mittags (es gibt stattdessen Tee ohne Milch am Nachmittag)
  2. Auf sinnliche Vergnügungen und auf Körperschmuck verzichten
  3. Nicht in hohen oder luxuriösen Betten schlafen

Die Regeln gelten nicht der Schikane, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht danach aussieht. 

Ziel ist es, den Kursteilnehmern Ablenkungen jeder Art zu ersparen, und den Fokus auf die Meditation zu erleichtern. Aus genau dem Grund sind auch Sport und eine Asana-Praxis während der zehn Tage nicht erlaubt. 

Hast du ein dringendes (gesundheitliches) Problem oder eine Frage, die sich auf die Meditationstechnik bezieht, kannst du die Teaching Assistants oder die freiwilligen Helfer*innen ansprechen. Auch wird manchmal mit Notizen auf Zettelchen kommuniziert. Aber nicht unter den Meditierenden und nur im Notfall.

>> Lesetipp: Hier findest du Ulis Erfahrungsbericht über ihre 10-tägige Vipassana Meditation in Sri Lanka

Das tägliche Programm hat es mit bis zu zehn Stunden Meditation in sich.

Die erste Meditation beginnt um 4.30 Uhr morgens und die letzte endet um 21.00 Uhr. Dazwischen liegen zehn Stunden Meditation und kurze Pausen für Mahlzeiten und kleine Spaziergänge. 

Dreimal täglich werden ab dem vierten Tag einstündige Aditthana-Sitzungen abgehalten. In diesen sollten Meditierenden sich nach Möglichkeit nicht bewegen. Was am Anfang unmöglich erscheint, gelingt nach wenigen Tagen schon mit sehr viel mehr Leichtigkeit. An diesen Sitzungen müssen alle Teilnehmenden gemeinsam in der großen Meditationshalle teilnehmen. Zu den restlichen Zeiten kannst du auch auf deinem Zimmer meditieren. Ich habe das hier und da im Liegen gemacht und bin nur ganz vielleicht manchmal eingeschlafen. 

Am Abend gibt immer einen Vortrag von S.N. Goenka auf Band. Wer gut Englisch versteht, kann sich die Videoaufzeichnung ansehen. Für alle anderen gibt es in einem anderen Raum eine Audio-Übersetzung. Hier erklärt der große Meister das philosophische Konzept und die Methode der Meditation. Da dies der einzige Input ist, den man in der ganzen Zeit erhält, hallen seine Lehren besonders tief nach.

Goenka selbst sagt wiederholt, dass die Meditation und der Kurs sehr harte Arbeit sind und zieht gerne das Bild einer Operation am eigenen Geist heran. Ein Wohlfühlprogramm und gar Retreat findest du beim Vipassana wahrlich nicht. 

Konkret wird sich der eigentlichen Vipassana Meditation in mehreren Schritten angenähert.

In den ersten drei Tagen des Zehntageskurses erlernst du Schritt für Schritt die sogenannte Anapana-Meditation, eine vorbereitende Konzentrationsübung: Beobachte, wie dein Atem durch die Nasenlöcher ein- und ausströmt und spüre ihn dabei, wie er über deine Oberlippe streicht.

Am vierten Tag ist dann endlich Vipassana-Tag. Die Teilnehmenden erarbeiten sich mithilfe der Audio-Anleitung und durch die Unterstützung von anwesenden Lehrenden die eigentliche Vipassana-Methode. Du lernst, gedanklich deinen kompletten Körper von oben nach unten zu scannen und die Empfindungen, die dir dabei begegnen, wahr- und anzunehmen.

Abgeschlossen wird der Kurs am letzten Tag mit der sogenannten Metta-Meditation, mit der du Mitgefühl und Wohlwollen für alle Wesen zu kultivieren lernst. Die Energie, die sich bei der Metta-Meditation in der Halle, zwischen den Teilnehmenden und im eigenen Herzen ausbreitet, legt sich wie eine warme Decke über die Strapazen der letzten Tage. 

Am Vormittag des Abreisetages ist auch das Reden wieder erlaubt und du kannst dich endlich mit den Menschen unterhalten, mit denen du dir die ganze Zeit ein Zimmer geteilt hast. Laut Goenka ist der letzte Tag wichtig, um den Prozess der Operation am Geist auf gesundem Wege abzuschließen. Daher ist es auch so wichtig, die zehn Tage durchzuziehen und nicht vorzeitig, mitten im Prozess und ohne heilsamen Abschluss, abzureisen. 

Online finden sich zahlreiche positive Erfahrungsberichte, aber auch sehr kritische Stimmen. 

Ein 10-tägiger Kurs ohne Kommunikation und bis zu zehn Stunden Meditation am Tag ist nicht für jede*n das Richtige. 

Was schnell auffällt: Die negativen Erfahrungsberichte stammen in der Regeln von Menschen, die den Kurs frühzeitig verlassen haben. Klar, wenn es einem überhaupt nicht gefällt, bleibt man wahrscheinlich auch nicht bis zum Ende. Von Beginn des Kurses an wird davor gewarnt, dass es negative Folgen für die Psyche haben kann, den Prozess in der Mitte abzubrechen. Und liest man die Erfahrungsberichte, scheint da etwas dran zu sein.

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Oft bemängeln Kritiker*innen den fehlenden Austausch mit anderen und die Vorträge, die jeden Abend ohne die Möglichkeit für direktes Feedback angeschaut werden müssen. Beides erinnere an Gehirnwäsche-Methoden. Dem ist schwer zu widersprechen. 

Beim Vipassana geht es tatsächlich um eine Läuterung des Geistes auf tiefer Ebene. Das edle Schweigen und die Vorträge sollen den Prozess tragen und stützen und dich vor Ablenkung schützen. Wenn es dir jedoch Sorgen bereitet, tagelang Input zu bekommen, den du nur in bestimmten Zeiten mit einer Ansprechperson bereden kannst, ist das Format vielleicht nicht für dich gemacht.

Vipassana ist keine Psychotherapie.

Ganz besonders für Menschen, die sich gerade in einer instabilen Lebenssituation befinden, vor Problemen weglaufen möchten oder gar mit schweren psychischen Leiden wie Depressionen oder Psychosen zu kämpfen haben, ist ein Vipassana-Kurs nicht der richtige Weg. Die Technik kann – und soll – sehr tief liegende Emotionen an die Oberfläche bringen und stellt viele Praktizierende dadurch vor große Herausforderungen. Die Lehrenden und Helfer*innen vor Ort kennen sich mit der Meditationstechnik aus, sind jedoch keine Therapeut*innen. Sie können daher nur eingeschränkt unterstützen. 

Wenn du Bedenken hast, ob ein Vipassana-Kurs gerade gefährlich für dich werden könnte, kann dich ein Dhamma-Center beraten. Gegebenenfalls wird dir nahelegt werden, mit geschultem Fachpersonal wie einem*r Psycholog*in Rücksprache zu halten. 

Vipassana kann unsere Sicht auf die Welt grundlegend verändern.

Der 10-Tages-Kurs bietet sich vor allem dann an, wenn man sich gefestigt fühlt, aber auf der Suche nach einer neuen Sichtweise auf das Leben ist. Vipassana macht die Wurzeln unseres Leidens erfahrbar, zeigt uns die Unbeständigkeit aller Empfindungen und lehrt uns, ihnen mit Gleichmut zu begegnen. 

Mit einem zehntägigen Kurs ist es natürlich nicht getan. Die Kurse sind ein wunderbarer Einstieg in die Grundlagen der Meditation. Nach Abschluss solltest du aber jeden Morgen und jeden Abend eine Stunde lang meditieren, damit die Wirkung sich weiter vertiefen kann. Fühl dich bitte nicht abgeschreckt, wenn du dir das für dein Leben nicht vorstellen kannst. Auch für sich genommen kann ein zehntägiger Besuch im Meditationszentrum lebensverändernd sein – nur für die Erleuchtung wird er allein wohl nicht reichen. 

Abschließend eine persönliche Anmerkung: Nach meinem ersten Kurs vor fünf Jahren hat mein Leben sich verändert. 

Ich war damals Mitte zwanzig, bezog Arbeitslosengeld und wusste überhaupt nicht, wohin mit mir. Zwei Bekannte hatten mir unabhängig voneinander von Vipassana erzählt und damals habe ich das als Zeichen des Universums gedeutet. Wahrscheinlich war es eher die Berliner Spiri-Bubble, aber wer weiß.   

Für mich persönlich hat Vipassana von Anfang an Sinn ergeben: die nüchterne, nicht-dogmatische Methodik, die Erkenntnis durch Erfahrung auf individueller Ebene basierend auf einer Philosophie, die mir bereits in Ansätzen bekannt und durchweg sympathisch war. Ich hatte das Gefühl, Vipassana könnte gut zu mir passen. Und in der Tat habe ich mich direkt wohl gefühlt im Meditationszentrum. 

Natürlich war es zwischendurch schwer, das körperliche Unbehagen durch das ewige Sitzen kaum auszuhalten. Aber für zehn Tage, habe ich mir gesagt, kann es auch mal schwer sein. Es gab zudem viele Momente, die so unbeschreiblich schön und glückselig waren, dass ich gar nicht erst versuchen will, sie in Worte zu fassen. Verlassen habe ich das Zentrum mit einem Level an Zuversicht und Gelassenheit, das ich nie für möglich gehalten hätte. Zwei Wochen später hatte ich einen tollen Job.

Ein Jahr später kehrte ich als Helferin nach Triebel zurück – ebenfalls eine Erfahrung, die ich in meinem Leben nicht missen will. Die Meditation begleitet mich seither durch mein Leben, auch wenn ich mich selten für eine ganze Stunde (geschweige denn zwei pro Tag) hinsetze und meditiere.

Wie sieht es bei dir aus: Hast du auch schon einen Kurs hinter dir – vielleicht sogar in einer anderen Traditionslinie? Wie hat es dir gefallen? Ich freue mich sehr auf deinen Kommentar! 

Häufig gestellte Fragen zum Thema Vipassana

Ist Vipassana gefährlich? 
Normalerweise ist Vipassana nicht gefährlich. Die Meditationstechnik kann gefährlich sein, wenn die Übenden ernsthafte psychische Probleme haben, psychisch labil sind oder ein Heilmittel für große Leiden suchen. Auf der Website der Dhamma-Organisation heißt es explizit: „Vipassana-Lehrer sind Experten für Meditation, keine Psychotherapeuten.” Bei Bedenken kannst du dich direkt an ein Meditationszentrum wenden und / oder mit deinem*r Psycholog*in oder Psychiater*in Rücksprache halten. 

Wie geht Vipassana Meditation? 
Die Technik lernst du am besten in einem zehntägigen Kurs in einem Meditationszentrum. Sie ähnelt einem Bodyscan, bei dem du dich nach und nach auf die einzelnen Teile deines Körpers konzentrierst, deine Empfindungen wahrnimmst und mit Gleichmut annimmst.

Woher kommt Vipassana? 
Vipassana kommt ursprünglich aus Indien und wird dort seit mindestens 2.500 Jahren praktiziert und unterrichtet. Bekanntlich war es die Meditationstechnik, die Siddhartha Gautama, dem Buddha, zur Erleuchtung verholfen hat. 

Vipassana – was sollte ich mitbringen?
In den Meditationszentren ist für dein leibliches Wohl gesorgt. Mitbringen musst du vor allem ausreichend gemütliche, weite Kleidung. Eng anliegende, transparente oder anderweitig freizügige Kleidungsstücke sind fehl am Platz. Ansonsten lohnen sich Hausschuhe, eine Thermoskanne für Tee und – falls du eins hast – dein eigenes Meditationskissen. Manche Meditierende tragen bei der Meditation gerne eine Kopfbedeckung wie beispielsweise einen Schal, auch diesen kannst du mit einpacken. 

Titelbild © Shirin Winiger via Compfight cc

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9 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Meine Erfahrung in Triebe, 10 Tage Kurs,l im Jänner 2020 waren unterschiedlich,
    Schmerzen ohne Ende, Verfolgungswahn und am Schluss eine grenzgeniale Meditationseinheit.

    Dann hab ich aufgehört zu meditieren und seit einem Jahr bin ich wieder dran. In der Woche ca. 5 Tage mal 2*30 Minuten.
    Im November kommt dann Raabs an der Thaya dran.

    Fazit zu Vipassana:
    Finde dich selber. Es kann vieles hochkommen.
    Und das kann (muss sein, weiss ich nicht) sich lösen.

    Sehr gute Meditationstechnik. Und ich freue mich schon auf die zweite Einheit.
    Sonnige Grüsse,
    Bernd

    1. Lieber Bernd,

      wow, das klingt beeindruckend und spannend. Ich selbst hab mich noch nicht dran gewagt, aber das kommt bestimmt noch. Danke dir fürs Teilen! Liebste Grüße von Danai und aus der Fuck Lucky Redaktion.

  2. Meine Erfahrung, nach der Traditionslinie von Ajahn Thong im Dhammacari centre in Bayern, war nicht nur positiv. Vieles geht um die huldigen und Rituale für den Buddha und Ajahn Thong. Die Regeln waren strikt, die Dogma stark. Es wurde mit Schlafentzug auf 4 Stunden gearbeitet. Auf die Maßnahme sich im Zimmer zurückzuziehen und die Vorhänge zu verschließen für die Meditationszeit. Zuletzt auch nicht mehr zu duschen. Dort geht das Retreat 15 Tage und baut sich stetig auf bis zu 13-14 Stunden Meditation alleine.
    Ich glaube nicht an die Methode der selbstgeiselung und Leiden zur Befreiung und wenn das eine Praktik ist die hilft, dann ohne die Verehrung von Göttern und Meistern.

  3. Vipassana hat mich 2008 zu mir selbst gebracht.
    Plötzlich erkannte ich meinen wahren Lebenskern, das kann mir niemand mehr nehmen – diese tiefe Erkenntnis bleibt.
    Danach hatte ich überlegt, wie ich diese Erkenntnis in mein Leben bringe und habe nach und nach viele Lebensmomente, egal was ich tat zur Meditation/bewusstes Sein/Bewusstes Tun werden lassen.
    Das wahre Leben wächst durch Generationen wie aus sich selbst – von innen nach aussen!
    ~*~

  4. Vipassana ist wahrscheinlich die härteste meditationsform und sollte nicht bei psychischer Erkrankung praktiziert werden. Nur dass Niemand bei 100 oder mehr Teilnehmern darauf achtet ist verantwortungslos. Was macht ein Teilnehmer, wenn er nicht um seine Erkrankung weiß. Er gerät in eine psychose und wenn’s unglücklich verläuft nimmt er sich das Leben. Ist halt die härteste Meditation:-(

    1. Danke wichtiger Punkt an dieser Stelle. Hab von vielen negativen Erfahrungen gehört. Jede Erfahrung ist individuell, aber zur Mehrheit werden die guten an die Öffentlichkeit getragen. Warnen ist wichtig.

  5. Hallo Janna,
    eine sehr gute Zusammenfassung über Vipassana… ja, wirklich die Königin der Meditation. So direkt, hart und klar habe ich Meditation auch noch nie erfahren.

    Wegen dem Dranbleiben ein Tipp – es müssen nicht unbedingt 2h/Tag sein, viel wichtiger ist glaube ich einfach regelmäßig zu sitzen. Ich merke z.B. schon nach 40 Minuten in der Früh wie der Tag einfach besser verläuft und ich gelassener bin…

    Alles Gute, Michael

  6. Hi Karioka Berlin!
    Thank you for sharing your experiences. I am always happy to hear about other people’s stories since it is always your own mind which creates your world, right? I can definitely recommend Vipassana as a method to highlight your perspectives on the world and gain a calmer way to deal with everything. Anicca….;-)

  7. Hi!

    We loved this article! One of our employees at Karioka went to the Vipassana course last year over New years and she kept saying how it changed her perspective about the idea of permanence, lightness and evolution!

    Thank you so much for sharing your thoughts on it as well!!

    Looking forward to the next article!

    Tchüss

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