Mit der Malakette meditieren: So geht Japa Mala

Manchmal sitze ich auf meinem Meditationskissen und meine Gedanken wollen sich einfach nicht beruhigen lassen.

Das kommt nicht allzu oft vor, aber wenn ein besonderes Ereignis bevorsteht oder etwas sehr Aufwühlendes passiert ist, fällt es mir schwer, mich meiner Meditation hinzugeben. An solchen Tagen hilft nur noch eins: eine Meditation, bei der ich mehrere Sachen auf einmal tue – sprich, mich auf Verschiedenes gleichzeitig konzentriere. Somit haben meine Gedanken weniger Chancen, Überhand zu nehmen.

Multitasking-Meditieren: Japa Mala

Die Japa-Mala-Meditation kombiniert viele verschiedene Aspekte wie Mantra und Akupressur, und bewirkt für mich somit wahre Wunder. Alles, was du dafür brauchst, ist eine Mala (eine traditionelle Meditationskette mit 108 Perlen) und ein Mantra oder eine Affirmation.

Das Mantra wiederholst du dann während der Japa-Mala-Meditation 108 Mal, während du jede einzelne Perle deiner Mala durch deine Finger gleiten lässt. Deine Mala fungiert somit praktisch als Zählhilfe und du musst dich nicht darauf konzentrieren, wie oft du das Mantra bereits wiederholt hast.

Was genau ist eine Mala?

Eine Mala ist eine traditionelle Meditationskette aus dem Buddhismus bzw. Hinduismus. Sie besteht aus 108 Perlen plus einer häufig größeren Guru-Perle, die die beiden Stränge zusammenbringt, sowie einer Quaste. Der Begriff stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie „Meditationskranz“. Um Schüler*innen auf ihrem spirituellen Pfad zu unterstützen, wurden und werden Malas auch heute noch von Yogameister*innen an sie rituell übergeben.

Malas werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Heutzutage gibt es viele Malas aus Edelsteinen, deren Wirkung die Meditation oder generell den/die Träger*in unterstützen sollen. Traditionell werden Materialien wie Sandelholz oder Rudrakhsa-Perlen eingesetzt.

Um die richtige Mala zu finden, solltest du vor allem auf deine Intuition vertrauen und genau die Mala auswählen, die dich spontan aus irgendeinem Grund anspricht. Meine aktuelle Lieblingsmala besteht aus Sandelholz und Mondstein. Der Mondstein hilft mir, mich besonders mit meiner weiblichen Energie zu verbinden.

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So findest du dein Mantra für die Meditation

Ein Mantra ist eine Klangform, meist bestehend aus einem kurzen Satz, einer Silbe oder einem Wort.

Die wörtliche Bedeutung des Mantras ist dabei eher zweitrangig. Viel wichtiger ist, was in deinem System passiert, wenn du das Mantra bewusst aussprichst. Dabei erzeugst du eine Vibration, die je nach Mantra verschiedene Regionen in deinem Körper stimuliert.

Hier ein paar Mantras, die ich besonders gerne mag:

  • SAT NAM: „Wahre Identität.“ Das Mantra hilft dir, dein volles Potenzial zu leben und erinnert dich an deine wahre Identität, dein höheres Selbst.
  • SA TA NA MA: „Geburt, Leben, Tod, Wiedergeburt.“ Dieses Mantra beschreibt den ständigen Kreislauf von Leben und Schöpfung. Das Mantra besteht aus den fünf Urtönen und ist ein Katalysator für Veränderung.
  • RA MA DA SA: „Sonne, Mond, Erde, Unendlichkeit.“ Dieses Mantra wirkt auf die Selbstheilungskräfte und die Heilung anderer. Es wirkt auf mentaler, spiritueller, körperlicher und emotionaler Ebene.
  • Lokah Samastah Sukhino Bhavantu: „Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein! Möge es allen Wesen in allen Welten wohl ergehen!“ Dieses Mantra erzeugt Schwingungen des Friedens und des Wohlwollens.
  • I am, I am: „Ich bin, was ich bin.“ Nutze dieses Mantra, um einfach nur das zu sein, was du bist und dich mit der Essenz deiner Wahrheit zu verbinden.

Genauso gut kannst du aber auch einfach eine Affirmation während der Japa-Meditation nutzen. Eine Affirmation ist ein Satz, der deinen gewünschten Zustand beschreibt, zum Beispiel:

  • „Ich bin Liebe.“
  • „Ich entscheide mich für Glück.“
  • „Ich bin dazu fähig, wunderbare Dinge zu tun.“
  • „Lass los.“

Wenn dir das alles too much ist, geht natürlich auch ganz einfach dein Atem als dein Mantra. Atme ein und berühre eine Perle. Atme aus und berühre die nächste Perle.

So hältst und führst du die Mala

Mit der Malakette meditieren: So geht Japa Mala 2

Such dir ein ruhiges Plätzchen und setz dich im Schneidersitz auf den Boden oder ein Meditationskissen. Achte darauf, dass du aufrecht und entspannt sitzen kannst.

Nun leg die Mala in deine Hand und berühre die erste Perle nach der Guru-Perle mit deinem Daumen und deinem Mittelfinger. Je nachdem, welche Energien du stärken möchtest, kannst du neben dem Daumen auch einen anderen Finger benutzen. Dabei werden nämlich die Meridiane deiner Finger stimuliert, was wiederum dazu führt, dass du die jeweiligen Qualitäten, die mit dem Finger verbunden sind, stärkst.

Die verschiedenen Finger stehen für folgende Eigenschaften:

  • Zeigefinger:  Weisheit, Erfahrung, Wissen, Wohlstand
  • Mittelfinger: Geduld
  • Ringfinger: Gesundheit, Vitalität, Stärkung des Nervensystems
  • Kleiner Finger: Kommunikation, Intelligenz

Nun schließ deine Augen, fokussiere dich und dann beginne, dein Mantra oder deine Affirmation zu wiederholen. Du kannst sie laut aussprechen, flüstern, singen oder einfach nur innerlich wiederholen. Berühre bei jeder Wiederholung sanft die nächste Perle.

Wiederhole bei jeder Berührung das vollständige Mantra. Folge den Perlen im Uhrzeigersinn und mache so viele Wiederholungen, bis du wieder bei der Guru-Perle angelangt bist. Öffne dann wieder langsam die Augen und komm zurück.

Du kannst natürlich auch mehrere “Umdrehungen” lang meditieren. Dann kehre einfach wieder um, wenn du an der Guru-Perle angelangt bist. Greife nicht über die Guru-Perle, sondern kehre wirklich die Richtung um.

Gib dir Zeit

Auch wenn ich bei dieser Art von Meditation super schnell und gut abschalten kann, so muss das bei dir nicht unbedingt beim ersten Mal auch sofort der Fall sein. Gerade zu Beginn ist es ganz normal, wenn dein Monkey Mind aktiv ist und super viele Gedanken da sind.

Eventuell musst du dich auch erstmal an den Ablauf der Meditation gewöhnen und lernen, die kleinen Perlen kontrolliert durch deine Finger gleiten zu lassen.

Wenn es dir weiter schwerfällt, nutze einfach die verschiedenen Fokuspunkte. Du kannst die Perlen mit unterschiedlich starkem Druck durch deine Finger bewegen oder dich besonders auf das Mantra fokussieren. Genau das ist letztlich auch der Schlüssel zu mehr Achtsamkeit und Harmonie. Und du wirst feststellen, dass du schon nach recht kurzer Zeit deine Gedanken immer leichter und schneller in den Griff bekommen kannst.

Bleib dran!

Wenn du diese Meditation ein paarmal gemacht hast und du merkst, dass sie etwas in dir bewegt oder dass du damit einen bestimmten Prozess anstoßen kannst, dann bleib dabei.

Wähle ein Mantra aus, das sich für dich richtig anfühlt (probiere zunächst verschiedene!) und dann versuch, die Meditation zur Routine zu machen. Die Wahl des Mantras hat einen Effekt darauf, was du durch die Meditation manifestierst und was du langfristig in deinem Unterbewusstsein veränderst. Versuche, 40 Tage am Stück täglich zu meditieren. Dann wird es ganz alltäglich und du kannst eine neue, gute Eigenschaft in dein Leben integrieren – so sagen es zumindest die Yogis.

Eine Runde meditieren. Oder vielleicht zwei?

Durch die 108 Perlen der Mala ist genau vorgegeben, wie lange die Meditation dauert (je nachdem, wie viele Runden du machst). Neben den verschiedenen Fokuspunkten ist das ein weiterer Faktor, der mir hilft, mir nicht so viele Gedanken darüber zu machen, wann die Meditation endlich zu Ende ist.

Danach fühle ich mich super entspannt und komme viel besser mit den Dingen zurecht, die mich davor noch durcheinander gebracht haben. Probiers am besten direkt aus!

Welche Schwierigkeiten hast du beim Meditieren? Welche Meditation funktioniert für dich am besten? Ich freue mich auf deinen Kommentar! Alles Liebe,

Anna-Lena

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3 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für dieses tollen Artikel! Bei Euch findet man wirklich zu allen Themen wunderbar geschriebene und sehr bereichernde Informationen. Die Meditation mit Mala möchte ich nun auch mal testen, da mir ab und an die Konzentration und Ruhe fehlt. Ich denke auch, dass dies sehr helfen kann. Liebe Grüße!

  2. Moinsen Anna-Lena,

    das war gerade ein Artikel den ich genau jetzt gerade brauche! …. ach wie schön ist es, wenn das Universum so offensichtlich funktioniert :-) ich meditiere normalerweise regelmässig, habe aber im Moment sooo viel zu tun (habe ein saisonales Unternehmen und die Saison ist kurz vorm Start), dass ich im Moment beim meditieren eher das Gefühl habe, ich sitze einfach nur die Zeit ab.

    Aber so hat mein Verstand zu mindestens den Eindruck das er was tut und keine Zeit verliert und ich komme zur Ruhe.

    Vielen vielen Dank für die Inspiration.

    Lieben Gruss.
    🙏
    Antje

  3. Liebe Anna-Lena,

    ich danke dir ganz herzlich für deine Impulse zur Mala-Meditation. Nun habe ich interessanterweise Schwung, mich dieser Form des Meditierens zu widmen: Bin selbst auch Kundalini-Yogalehrerin und habe kürzlich von meiner Yoga-Lehrerin, die auch mit Lichtkristallen arbeitet, eine wunderschöne Mala erstanden: mit hauptsächlich Bergkristall, Rosenquarz, Serpentin und eiem kleinen Kristall-Anhänger, dem Göttinnen-Herz. Breche in Kürze auf meine Reise nach Teneriffa auf & habe die Mala im Gepäck. Nun kann’s losgehen:-).

    Alles Liebe, Carolin

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