Wie Mond- und Menstruationszyklus verbunden sind

Es ist Sonntagmorgen 7 Uhr. So früh wache ich sonst nicht mal mit Wecker auf, aber ich bin hellwach und voller Energie. Ich beginne eine riesen Kombucha-Umfüllaktion und zerbreche ein großes Glas. Heißer Tee läuft mir über die nackten Füße und ich breche in Tränen aus. Nicht wegen des Schmerzes, auch nicht wegen der Scherben, sondern wegen allem anderen. 

Seit Tagen geht es bei mir emotional rauf und runter und ich bin völlig durch von dem ganzen Achterbahnfahren. Passend zu dem ganzen Drama menstruiere ich auch noch. Ich bin einfach nur froh, einen vermeintlichen Grund zu haben, auf dem Küchenboden zu sitzen und zu schluchzen. VOLLMOND. Und nicht irgendein x-beliebiger, ein Supermond und der auch noch im Zeichen Löwe.

Ein Supermond ist ein Voll- oder Neumond, bei dem der Mond besonders nah an der Erde ist.

Besonders nah bedeutet konkret: höchstens 360.000 Kilometer vom Erdmittelpunkt entfernt. Dadurch erscheint er optisch auch sehr groß und hat mehr Kraft, auf uns und unsere Gefühlswelt einzuwirken.

In unserem Geburtshoroskop steht das Mondzeichen für unsere Innenwelt und unsere Gefühle. 

Ihm ist das Element Wasser zugeordnet und damit das Verborgene und das Innenleben. Der Mond wird auch oft als Spiegel der Seele bezeichnet. Emotionen sind wie Wasser: ständig in Bewegung und ein Großteil von dem, was uns ausmacht. Wenn du dir also mal vorstellst, dass der Mond Ebbe und Flut im Meer bedingt, ist es plötzlich gar nicht mehr so absurd, dass der Mond auch auf dich und deine Ebben und Fluten seinen Einfluss hat. Du bist schließlich auch zu 70% aus Wasser gemacht. 

Der Mond durchläuft in etwa 30 Tagen alle zwölf Tierkreiszeichen und bleibt in jedem für ca. zwei Tage. 

Besonders zu Neumond und Vollmond ist es interessant zu beobachten, in welchem Zeichen der Mond sich gerade befindet und welche Themen deshalb besonders präsent sind. Beim Zeichen Löwe beispielsweise geht es um Sichtbarkeit, Auftritte, Mut und Präsenz. 

Was macht dir Freude? Wie kannst du dich selbst verwirklichen? Wo soll Zurückhaltung überwunden werden um rauszugehen und dich zu zeigen? Durch diese Fragen sind wir bei einem Löwe-Vollmond oft mit unseren Ängsten, unserem Ego, unseren Wünschen und Visionen, aber auch Scham und Befürchtungen im Konflikt. So kann es emotional schon mal gut auf und ab gehen. Neben Vollmond und Neumond haben aber auch die anderen Mondphasen Einfluss auf unser Gefühlsleben.

Es ist außerdem spannend zu beobachten, in welcher Phase deines Menstruationszyklus du dich befindest, falls du eine natürlich menstruierende Person bist.

Jede der vier Mondphasen hat nämlich Parallelen zu deinem Menstruationszyklus.

Neumond

Zu Neumond ist der Mond nicht sichtbar, er symbolisiert Rückzug und Neubeginn. Vergleichst du den Zyklus des Mondes mit dem der Menstruation, entspricht der Neumond der Phase der Monatsblutung. Jetzt ist die optimale Zeit, deinen Intentionen für den kommenden Mondzyklus aka Monat zu setzen. Es ist außerdem eine perfekte Zeit, auf deine Intuition zu hören und frische Ideen zu dir kommen zu lassen. 

Auch auf den Menstruationszyklus bezogen ist die Menstruation eine Zeit der Ruhe und des Rückzugs. Zu dieser Phase des Menstruationszyklus gelingt es den beiden Gehirnhälften am besten, miteinander zu kommunizieren. Das bedeutet, dass Gefühle und Verstand gemeinsam Situationen betrachten und analysieren können. Was für eine optimale Situation, um gezielte Intentionen zu formulieren!

Zunehmender Mond

Der zunehmende Mond ist eine Phase voller Energie. Der Mond gewinnt an mehr und mehr Kraft, er erscheint heller und es ist auch für dich die beste Zeit, neugierig zu sein und raus zu gehen. In dieser Phase können tolle neue Begegnungen und Möglichkeiten entstehen. 

Im Vergleich zum Menstruationszyklus geht es hier um die follikuläre Phase. Diese Phase ist hormonell ebenfalls optimal, um rauszugehen, mit Menschen in Kontakt zu treten, neugierig zu sein und Neues auszuprobieren. Dates, Partys, Networking Veranstaltungen, genau hierfür ist die Energie gemacht.

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Vollmond

Der Vollmond ist der Höhepunkt des Mondzyklus. Hier geht es um absolute Präsenz und vollen Ausdruck. Es ist der Zeitpunkt, um die Erfolge der ersten Mondhälfte zu feiern, Dankbarkeit zu praktizieren, aber auch bereits loszulassen, was nicht mehr gebraucht wird. Der weibliche Eisprung ist hier das Äquivalent im Menstruationszyklus.

Es ist etwas neues entstanden, das jetzt befruchtet oder losgelassen wird. Emotional ist die Eisprungphase auch der Höhepunkt im Menstruationszyklus. Östrogen, Progesteron, alle sind sie auf höchstem Level. Deine Ausstrahlung, Kommunikation und Überzeugungskraft sind gleichermaßen auf ihrem Höhepunkt und du stehst in deiner vollen anziehenden Kraft.

Abnehmender Mond

Nimmt der Mond wieder ab, wird es Zeit loszulassen und dich wieder der Innenwelt zu widmen. Diese Phase des Mondzyklus ist deine Zeit um zu reflektieren und zu evaluieren wo du gerade stehst.

Im Menstruationszyklus entspricht diese Phase der lutealen Phase, in der der Körper sich, soweit das Ei nicht befruchtet wurde, auf die Monatsblutung einstellt. In dieser Phase gelingt es dir oft besser Dinge abzuarbeiten, abzuschließen, Sachen zu ordnen und sich langsam zurück zu ziehen. Steuerbelege sortieren, Schubladen ausmisten, genau jetzt hast du mal endlich die Motivation für solche Aktionen.

Der Mond ist ein Symbol für die unbewusste Seite, das weibliche Prinzip und stetigen Wandel. 

Ich liebe das Symbol des Mondes für den Menstruationszyklus, denn der Mond ist so sichtbar in seiner Veränderung. Einer menstruierenden Person siehst du ihre Transformation von außen dagegen selten an, doch innerlich durchläuft sie Transformationen wie der Mond. 

Innerhalb eines Zyklus verändert sich die Gehirnchemie einer natürlich menstruierenden Person um 25%. Das ist eine ganz schöne Menge und ein klarer Grund, warum wir uns über den Zeitraum eines Monats sehr unterschiedlich fühlen können. Wir sind einfach nicht die gleiche Person. Da wir aber nicht leuchten, uns halbieren und dann komplett verschwinden, müssen wir diesen Wandel oftmals selbst erstmal bemerken, annehmen und dann zu kommunizieren lernen.

Das Symbol der Mondsichel wird in vielen Kulturen mit Göttinnen in Verbindung gebracht.

Die griechische Mondgöttin Selene, was “die Strahlende” bedeutet, wurde stets mit einer Mondsichel-Krone dargestellt. Die Göttin Yemanja, die in Brasilien verehrt wird, ist die Beschützerin der Meere und ihrer Bewohner und wird oft als Meerjungfrau mit einer Mondsichel-Krone abgebildet. Sie lenkt mit dieser auch symbolisch die Gezeiten von Ebbe und Flut. 

Das “Triple Moon” Symbol, das aus einem zunehmenden, vollen und abnehmendem Mond besteht, steht für die drei Aspekte Leben, Tod und Wiedergeburt oder auch den Wandel am Beispiel der weiblichen Archetypen Jungfrau (Mädchen), Frau und Weise (Maiden, Mother, Crone). Vor allem im Wicca-Kult oder bei anderen Hexen-Referenzen taucht dieses Symbol häufig auf und verbindet den Mond mit dem weiblichen Prinzip und Wandel.

Das Verhältnis deines Zyklus mit dem Zyklus des Mondes kann auch etwas über deine momentane Lebenssituation aussagen. 

Wenn du mit den Mondphasen synchron menstruierst, also zu Neumond blutest und zu Vollmond deinen Eisprung hast, ist dein Zyklus im weißen Mond. Dieser Zyklus steht für kreative Schöpferkraft, Fruchtbarkeit und Mütterlichkeit.

Menstruierst du zu Vollmond und hast deinen Eisprung zu Neumond, so spricht man von einem roten Mondzyklus. Dieser Zyklus wird den weisen Frauen, Hexen und spirituellen Lehrer*innen zugeordnet, die ihre sexuelle Energie statt in die Erzeugung eines Kindes oder materieller Projekte in ihr spirituelles Wachstum stecken.

Während ich weinend auf meinem Küchenboden sitze, schiebe ich meine Emotionalität nicht nur auf den Vollmond, sondern auch auf mein PMS. Es ist der erste Zyklus, in dem ich bemerkt habe, in einem roten Mondzyklus zu sein. 

Achte mal darauf, ob dein Zyklus vielleicht auch gerade mit dem Mondzyklus übereinstimmt. 

Wenn du dir eine Mondpraxis zulegen und zu Vollmond ein kleines Ritual ausführen möchtest, findest du in meinem Text zu den Mondnamen mehrere Vorschläge.

Ich hoffe ich konnte dir deinen eigenen Rhythmus und Zyklus oder den deiner Lieben hier nochmal als etwas absolut Faszinierendes und Magisches zeigen, denn ich finde sowohl der Mond als auch der Menstruationszyklus haben viele Jahre echt schlechte Presse bekommen, als Sündenbock für schlaflose Nächte und emotionale Streits. 

Der Wandel, den die beiden im Zeitraum eines Monats durchlaufen ist aber voller Schaffenskraft und Weisheit.

Wenn richtig genutzt, kann dieser Wandel unser Leben intensiver und schöner machen.

Ich freu mich auf deine Kommentare und wünsche dir einen wundervollen Zyklus!

Love,
Hannah

Titebild © Hannah Krutmann

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3 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Hannah, danke für deinen Artikel! Der hat mich sehr berührt und begeistert!
    Ich arbeite seit etwa zwei Jahren bewusst(er) mit meinem Zyklus und bin auch immer wieder schon auf die Verbindung zum Mondzyklus gestoßen, habe da aber noch nicht so richtig den Zugang gefunden. Dein Artikel ist auf jeden Fall sehr inspirierend und hat mir ein paar neue Punkte mitgegeben, auf die ich in Zukunft in meinem Zyklus auch mal vermehrt achten möchte.

    Danke & alles Liebe, Svenja

    P.S. Ich musste ein bisschen lachen bei der Geschichte mit der zerbrochenen Tasse. Ich glaube, viele Frauen inkl. mir haben ähnliche Erfahrungen/Geschichten und es tut gut zu wissen, dass man nicht die einzige ist, die durch die Hormonschwankungen manchmal überfordert mit dem eigenen Leben ist. :-)

  2. Toller Artikel! Hat mir einen großen Aha Effekt verschafft ;)
    Ich hoffe ich habe gerade kein Brett vorm Kopf, aber der Zyklus kann sich ja durch unterschiedliche und manchmal unerklärluche Einflüsse verschieben und so mit langfristig verändern, sodass man im Laufe seines Lebens vielleicht sogar mehrmals zwischen weißem und rotem Zyklus wechselt, oder? Wie ordnest du das in Bezug auf die Deutung zu Fruchtbarkeit und Spirutellem Wachstum ein?

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