Das Jahr mit dem Mond

Auf meiner letzten Reise nach Marokko machte mir jemand das wundervolle Kompliment “ein Gesicht wie der Mond” zu haben. Ich brauchte ein paar Stunden und Gespräche mit Freund*innen, die mehr von der marokkanischen Kultur verstanden als ich, um das Kompliment als solches anzunehmen. Es klang für meine Ohren eben erst mal nicht so wunderschön, doch dann verstand ich den Kontext langsam besser.

Der Mond gilt in vielen Kulturen als einer der meist verehrten Himmelskörper und als Symbol für Schönheit, Weiblichkeit und Göttlichkeit.

Der Mond findet sich weltweit in vielen Gemälden, Skulpturen und als Symbol auf Orakelkarten wieder und hat in unterschiedliche Religionen und Traditionen seine feste Rolle. Das islamische Jahr richtet sich ausschließlich nach dem Mond und so ziert die Mondsichel (Hilal) die Flaggen vieler Staaten.

Der Fastenmonat Ramadan richtet sich nach dem Mond und so ist er erst vorüber, wenn die Mondsichel am Himmel erscheint. Für mich war das auf meiner Marokkoreise völlig ungewohnt, dass wir eine Geburtstagsfeier nicht fix planen konnten und dann noch einmal um einen Tag verschieben mussten, da der Mond noch nicht am Himmel erschienen war. Es bringt einen allerdings komplett ins Hier und Jetzt, wenn man sich nicht nach einem Datum verabredet, sondern zu einem Zeitpunkt, an dem der Mond erscheint.

2020 ist übrigens das Jahr des Mondes. 

Jedes Jahr steht astrologisch unter der Schirmherrschaft eines bestimmten Himmelskörpers. Dieses Jahr ist es der Mond. Verbunden mit den Themen Weiblichkeit, Mütterlichkeit, Unbewusstes und Emotionen lenkt das Jahr des Mondes deine Aufmerksamkeit in genau diese Bereiche, die sonst oft im Verborgenen bleiben oder eine Nebenrolle spielen.

Die Themen Weiblichkeit und Mütterlichkeit tauchen in vielen Facetten auf: Themen wie Feminismus, Umweltschutz, Kommunikation, Authentizität und Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung. Es geht in diesem Jahr aber auch auf dem persönlichen Level darum, deine Gefühle kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten, um dich selbst zu empowern.

Um dich mit dem Mond etwas besser vertraut zu machen, möchte ich ihn dir mit all seinen Namen und Charakteren einmal vorstellen. So bekommst du ein Gespür für die verschiedenen Themen und vielleicht auch Ideen, wie ihr dieses Jahr enger zusammenarbeiten könnt.

In den meisten Jahren gibt es zwölf Vollmonde.

Alle diese zwölf Vollmonde haben einen oder mehrere Namen. Es kann Kalenderjahre geben, in denen es 13 Vollmonde gibt. Der zusätzliche Vollmond wird dann als “Blue Moon” bezeichnet.

Januar

Der erste Vollmond im Jahr heißt Wolfsmond. Manchmal wird dieser Mond auch Wintermond oder Eismond genannt. Inspiriert wurde der Name von Wölfen, die im Winter hungrig den Mond anheulen. Der Wolfsmond ist eine gute Zeit um zu reflektieren, was du im letzten Jahr erreicht hast, worauf du stolz bist und auf was du deinen Fokus im neuen Jahr richten möchtest. Der erste Vollmond im Januar ist auch ein super Zeitpunkt um ein Tagebuch*, ein Moon Journal* oder einen Zykluskalender* zu beginnen.

Februar

Der Vollmond im Februar trägt den Namen Schneemond, Sturmmond oder manchmal auch Hungermond. Die Namen verweisen darauf, dass es zu dieser Zeit noch sehr winterlich ist und der Frühling unmittelbar bevorsteht. Dieser Vollmond ist ein guter Moment, dem Winter zu danken, sich von ihm zu verabschieden und auf den Frühling vorzubereiten.

Frühlingsputz, den Desktop organisieren, die Steuerdokumente zusammen sammeln oder ein bisschen Marie Kondo* eignen sich hier perfekt als starke Vollmondrituale und machen als solche auch mehr Spaß, wie ich finde.

März

Im März heißt der Vollmond Wurmmond oder Lenzmond, denn der “Lenz” ist da. Die ersten Frühlingsboten sind auf der Erde zu entdecken. Es ist Zeit, die Erde und dich für Veränderung und Wachstum vorzubereiten. Pflanze zu diesem Vollmond neue Kräuter oder andere Pflanzen und sähe auch im übertragenen Sinne die Samen für deine neuen Projekte.

April

Im April begegnet uns der rosa Mond oder Ostermond. Oft fällt Ostern in den April, deshalb der Name. Doch rosa ist der Mond nicht offiziell wegen der ersten Frühlingsgefühle, sondern weil zu dieser Zeit die pinkfarbenen Flammenblumen blühen.

Jetzt ist es an der Zeit, deine Pläne für das Jahr auf den Punkt zu bringen und deine Ideen voranzutreiben. Dieser Vollmond bietet sich also für große Manifestationen an. Und auch wenn der rosa Mond nicht nach den Frühlingsgefühlen benannt wurde, ist er, wie ich finde, ein optimaler Zeitpunkt, um Liebe und Partnerschaft in dein Leben zu rufen.

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Mai

Der Wonnemond oder Blumenmond macht den Mai zu einem besonderen Monat. Alles erblüht in der Natur und wir entdecken die Freuden und Schönheit um uns herum. Zu diesem Vollmond solltest du das Leben feiern und die Schönheit genießen.

Vielleicht kannst du dein Vollmondritual schon mit einem Bad in einem See verbinden, in den Wald gehen und Blumen pflücken oder mit Düften arbeiten. Lerne mehr über ätherische Öle und ihre emotionalen Komponenten oder genieß einen Tag im Hamam. Es geht um die Dankbarkeit und Verehrung des Schönen. Auch die Arbeit mit Kristallen passt hier besonders gut.

Juni

Im Juni heißt der Vollmond Erdbeermond, Honigmond oder Rosenmond. Jetzt dreht sich alles um die Fruchtbarkeit und Süße der Natur, deswegen feiern wir in diesem Monat auch Mittsommer, die Sommersonnenwende. Dein Juni-Vollmondritual kann unbedingt Beeren oder andere süße Schätze der Erde beinhalten und ein Akt der Selbstliebe und Liebe zur Natur sein. Wie kannst du deine Sexualität und Fruchtbarkeit diesen Vollmond zelebrieren?

Juli

Der Heumond oder Bockmond im Juli ist eine Zeit der Entspannung und dem zur Ruhe kommen. Es ist die Zeit der Heuernte und der Paarungszeit bei den Rehen. Alles ist lebendig und in Fülle. Nutze diesen Vollmond, um dich mit dem Thema Wohlstand zu beschäftigen und Manifestationen für deinen Wohlstand zu machen.

August

Der August-Vollmond heißt Erntemond oder Störmond. Diese Namen beziehen sich auf die Getreideernte und die Fischerei und nicht darauf, dass der besonders helle Sternenhimmel im August störend wirken könnte. Genau wie beim Fischen und Ernten geht es in dieser Phase um das Sammeln und Aufbewahren.

Nutze diese Energie auf deine eigene Weise. Wie wäre ein Fest mit all deinen Freund*innen oder ein Frauenkreis, bei dem du dich verbindest, austauschst und deine Batterien auflädst? Oder möchtest du Kräuter sammeln und trocknen, die du dann für Räucherungen in den kommenden Rauhnächten nutzen kannst? Oder fährst du noch mal in den Urlaub und nimmst dir eine spannende Urlaubslektüre mit, die dich nährt und mit Wissen füttert?

September

Beim Herbstmond oder Maismond geht es traditionell um die letzte Ernte im Jahr. Die Themen der Ernte und Dankbarkeit sind hier auch im übertragenen Sinne präsent. Was ist aus deiner Intention und deinen Samen aus dem Frühling geworden? Kannst die Früchte deiner Arbeit und spirituellen Praxis bereits ernten?

Dieser Vollmond eignet sich auf jeden Fall um das Leben zu feiern und Essen zu teilen. Wie wäre ein großes Picknick?

Oktober

Der Weinmond oder Jagdmond im Oktober ist ein Moment der Wertschätzung und Verehrung der Ahn*innen. In diesem Monat könnte dein Vollmondritual wieder mehr Introspektion bedeuten, eine Verbindung mit deinen Ahn*innen und ihren Themen und ein Loslassen von alten transgenerationalen Themen und Schmerzen. Vielleicht schaffe ich es diesen Oktober auch endlich “Dieser Schmerz ist nicht meiner*” zu lesen.

November

Der Nebelmond oder Bibermond ist die Vorbereitung auf den Winter. Jetzt ist es Zeit dich auf deine innere Entwicklung zu konzentrieren, zu rekapitulieren wie du dich in den letzten elf Monaten weiterentwickelt hast, was du gelernt hast und wofür du dankbar bist. Du kannst dir auch bereits Gedanken machen wie du die Rauhnächte in diesem Jahr gestalten möchtest oder auf was du im nächsten Jahr deinen Fokus legen möchtest.

Dezember

Der kalte Mond oder Julmond im Dezember ist der Moment, um Geschenke oder Opfergaben zu machen. Es geht darum, das Jahr abzuschließen und den letzten Vollmond des Jahres zu feiern mit Geschenken für dich selbst, für Mutter Erde und für alle, die dich auf deiner Reise begleiten. Du könntest zu diesem Vollmond Briefe an Menschen schreiben, die eine wichtige Rolle in diesem Jahr gespielt haben oder auch an dich selbst.

Wie deine eigene Mondpraxis aussehen kann, ist komplett dir überlassen. 

Ich mag die Idee, zum Vollmond oder sogar zum Neu- und Vollmond kleine Rituale durchzuführen und mich mit der Mondenergie, dem Rhythmus der Natur und meiner eigenen zyklischen Natur zu verbinden. Ein Tagebuch oder Moon Journal* können hierbei eine tolle Unterstützung sein.

Meine persönliche Mondpraxis ist recht einfach, nicht sehr zeitaufwendig, aber kontinuierlich.

Sie ist fester Bestandteil meines Monats und so stehen “Vollmondritual” und “Neumondritual” oft unter “Zahnarzttermin machen” und “Umsatzssteuervoranmeldung” auf meiner To-Do Liste. Ich habe mittlerweile einen Terminkalender, in dem bereits alle Voll- und Neumonde eingetragen sind und zusätzlich einen kleinen Mondkalender am Badezimmerspiegel hängen.

So habe ich meist ganz gut im Blick, in welcher Phase wir uns gerade befinden. Zu Voll- und Neumonden lese ich dann immer bei Luisa Hartmann nach und ziehe mir Fragen oder Inspirationen daraus. Dann meditiere ich über diese Fragen oder fühle einfach ein paar Augenblicke in mich und die Mondenergie hinein, um anschließend eine Intention für die neue Mondphase zu formulieren.

Zu Neumonden setzte ich größere Intentionen, zu Vollmonden eher kleinere.

© Hannah Krutmann

Hier schreibe ich ebenfalls auf, wofür ich in den letzten zwei Wochen dankbar bin.

Ich lege den Zettel mit meiner Intention dann in die Mitte eines Grids unter einen Kristall und ordne weitere Kristalle ringsherum an. Ich verbinde sie anschließend mit einem Selenitstab und wiederhole meine Intention. Die Intention wiederhole ich dann täglich in meiner Meditation.

Das Crystal Grid unterstützt diese Energie im Raum und erinnert mich auch einfach visuell an sie. Ein weiterer Teil meiner simplen Mondpraxis ist, dass ich abends immer aus dem Fenster schaue oder wenn ich mit meinem Hund draußen bin nach dem Mond Ausschau halte. Wenn ich ihn entdecke, grüße ich ihn oder mach ihm ein Kompliment und ich hab manchmal das Gefühl er grüßt mich zurück.

Ich hoffe ich konnte dir den Mond und seine wunderschönen Seiten etwas näher bringen und wüsste liebend gern, ob du auch eine eigene Mondpraxis hast oder vorhast mit einer zu starten.

Ich freu mich auf deine Kommentare und wünsche dir ein wundervolles Mondjahr!

Love,
Hannah

Fotos © Hannah Rosenkranz

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