Liebeskummer? Wie du deinen Schmerz in innere Stärke verwandelst

Du hast dich frisch getrennt, eine Bonnie-und-Clyde-Romanze geht zu Ende oder die*der Richtige lässt auf sich warten…Herzschmerz tut weh! Wenn die Schmetterlinge im Bauch plötzlich weg sind, wissen wir oftmals nicht, wohin mit uns und wir finden uns in den irrationalsten Verhaltensmustern wieder. 

Goodbye my lover, goodbye my friend…

Ein Wasserfall an Emotionen überkommt mich, als ich zum ersten Mal realisiere, dass sich mein Beziehungsstatus von glücklich vergeben auf suchender Single geändert hat. Trauer und Wut bis hin zur Frustration und Stagnation. Meine Gedanken kreisen sich nur noch um meine verflossene Liebe. Warum passiert nur mir das? Ich werde nie jemanden so lieben wie ihn. Niemand wird ihm das Wasser reichen können. Ohne ihn fühle ich mich nicht komplett.

Ich checke im Stundentakt mein Handy nach neuen Nachrichten. Scrolle gedankenverloren in meinem Social-Media-Feed auf der Suche nach einem Stück Vergangenheit, das längst nichts mehr mit der Gegenwart zu tun hat. Reiß dich doch mal zusammen! Wie armselig ist das denn bitte? Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Fühle mich orientierungslos und bin innerlich leer. Bin ständig getrieben und auf der Suche nach ein bisschen Liebe, Zuneigung und Trost. An manchen Tagen laufe ich wie ferngesteuert durch die Straßen. Die Lethargie gepaart mit Gleichgültigkeit ist fast noch schlimmer als der ziehende, dumpfe Schmerz in der Brust.

Tage, Wochen und Monate vergehen…

Langsam aber sicher habe ich die Schnauze voll vom Gefühlscocktail. Eine innere rebellierende Stimme sagt mir: F*ck it, genug ist genug! Er hat dich verlassen? Na und, du bist viel besser ohne ihn dran. Du bist endlich frei und kannst tun und lassen was und mit wem du es will. Niemand wird dich mehr verletzen. Ich laufe durch die Straßen, nehme wieder am Leben teil. Lache wieder. Clubbing, Tinder und Gin ersetzen Sofa,Taschentücher und Schoki. Aber irgendwie ist mein Glas immer noch halb leer…

Liebeskummer tut weh und wirft einen echt ganz schön aus der Bahn.

Rückblickend auf meine Zeit nach der Trennung realisiere ich: Mein Ego hat ganz schön die Überhand genommen. Denn weder das Baden im eigenen Leid noch die Unabhängigkeits-Nummer hat mich langfristig auf dem Weg der Heilung meiner noch frischen Wunden weiter gebracht. 

Es ist aber auch schwer auszuhalten, dieses dumpfe Gefühl von Gleichgültigkeit, Trauer, Wut, innerlicher Leere, Übelkeit, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Angst, die Schwere im Herzen, addiert mit den plagenden Gedanken, die mich Tag und Nacht begleiten. Ach, was rede ich. Du kennst das genauso gut wie ich. 

Klar, unserem Ego gefällt das so gar nicht, verletzlich und bedürftig zu sein.

Es will uns um jeden Preis beweisen, dass wir nicht verletzt worden sind. Der Schmerz, der oft mit Scham besetzt ist, wird runtergeschluckt. Aber was passiert, wenn wir uns auf diese Weise von unseren Gefühlen abspalten? Richtig, sie kommen irgendwann auf einmal mit geballter Ladung und dann: Holla die Waldfee! 

Meine chronische Migräne und Nackenverspannungen, welche meine Alarmsignale für emotionalen Stress sind, schleichen sich ganz allmählich wieder ein und ich merke schnell: ich kann mich eben nicht auf ewig selbst verarschen. Gefühle wollen gefühlt werden! 

Egal ob wir diese nun in „ungute“ oder „gute“ Emotionen kategorisieren. Jede Emotion hat ihre Berechtigung und bringt eine wertvolle Lektion mit sich, wenn wir sie erkennen und uns dem schmerzlichen Teil öffnen. Hey, ich weiß, du bist gerade verletzt, aber das ist ok so!

Authentizität und Spiritualität fangen nämlich da an, wo wir ehrlich mit uns sind.

Wir können innerlich nur dann ganz werden, indem wir alle guten und unguten Gefühle als Teil von uns betrachten.

Ich traf irgendwann die Entscheidung, mich meinen Gefühlen radikal zu stellen. Ich verbrachte viel Zeit mit mir selbst, stellte mich auf meine Yogamatte und spürte in mich hinein. Auch in die unangenehmen Teile. So verstand ich nach und nach, dass nichts falsch daran ist, verletzlich zu sein, Sehnsüchte zu haben und auch mal bedürftig nach Liebe zu ringen. In dem Moment, als ich meinen verletzten Anteilen die Berechtigung gab, da zu sein, sie liebevoll umarmte und ihnen mit Mitgefühl begegnete, passierte etwas Wunderbares. 

Es entstand ein warmes, wohliges Gefühl in mir. Ein Gefühl von nach Hause kommen. Ich fühlte mich ganz in mir. Das war der Wendepunkt als ich realisierte: Du darfst dir selbst die Liebe und Zuneigung schenken, die du bei einer anderen Person gesucht hast. 

Also wirf das Kissen an die Wand, lass die Tränen kommen und hab dich dabei lieb! 

Indem du deinen Schmerz als solchen akzeptierst und ihm mit Mitgefühl begegnest, entsteht ein Raum, in dem wir wachsen können. Die Wunden können heilen und in innerliche Stärke transformiert werden. 

A lot of times we are angry at other people for not doing what we should have done for ourselves – Rupi Kaur

Adieu, meine „bessere Hälfte“.

Es wird uns nicht leicht gemacht, unsere*n Ex-Partner*in nicht zu glorifizieren. Unsere märchenhaften Happily-ever-after-Illusionen sind oft ganz schön hartnäckig, welche durch die Hollywood-Dramen der Filmindustrie nur noch bestärkt werden. Es ist zwar super romantisch, und davon bin auch ich nicht ganz verschont, wenn man nicht ohne den anderen leben kann und der Liebste die eigene bessere Hälfte ist. 

So entzückend der von Platon überlieferte Mythos der Kugelmenschen auch sein mag, nach dem Mann und Frau als Einheit auf die Welt kommen, von Zeus getrennt werden und irgendwann die sich so lange vermissten besseren Hälften wieder vereinen. Ich habe gelernt:

Der Ritter auf dem Schimmel, der dir endlich die Liebe schenkt, die du verdienst, dich endlich die Erfüllung spüren lässt …not gonna happen!

Die Liebe und Erfüllung, nach denen du dich vielleicht sehnst, kannst nur du, und zwar wirklich nur in dir selbst finden. Kein*e Partner*in auf dieser Welt kann diese Aufgabe für dich übernehmen.  Alles andere ist quasi nur der Bonus, die Kirsche auf dem Sahnehäubchen zu deinem eigenen Glück. 

Wenn wir uns nämlich mit der allumfassenden kosmischen Liebe verbinden, die viel größer ist als die stürmische Liebe namens Eros, finden wir Trost, Halt und vor allem in ein sanftes, tolerantes und von Offenheit geprägtes Herz. 

Also: Falls du dich zu sehr in die Illusion verliebt hast, setze deinen Fokus wieder sanft mehr auf dich und deinen eigenen Kosmos.

Sorge in aufwühlenden Zeiten so für dich, wie es eine gute Mutter tun würde.

Da das alles immer leichter gesagt ist als getan mit dem Versöhnen und der Akzeptanz, gebe ich dir ein paar praktische Werkzeuge an die Hand, die mich nach einer harten Trennung dabei unterstützt haben, wieder mehr in die Leichtigkeit des Seins zurückzufinden.

Meine 5 goldenen Regeln bei Liebeskummer

  • Kein Stalking! Entabonniere deine*n Ex auf deinen Social Media-Kanälen. Auch wenn du das Gefühl hast, den*die Ex-Partner*in so noch ein bisschen in deinem Leben behalten zu können… I feel you. Aber aus den Augen aus dem Sinn funktioniert in diesem Fall ziemlich gut.
  • Miste deine Wohnung aus. Auch wenns erstmal weh tut: Verbanne alle materiellen Dinge, die dich an den Schmerz erinnern aus deinem Leben. Somit wirfst du symbolisch den alten Ballast von dir ab und schaffst Raum für Neues.
  • Date dich selbst. Du willst in den neuen Kinofilm, das neue Café besuchen oder in die neue Kunstausstellung? Führe dich selbst aus! Du wirst sehen wie schön und bereichernd die Zeit ganz mit dir sein kann.
  • Rede mit deinen Liebsten. Gespräche mit Familie und Freund*innen schenken gerade jetzt ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit.
  • Hasta la Vista, amigos! Gönn dir mal ne Auszeit von allem. Mach dir ’nen Lenz unter karibischen Palmen oder power dich beim Wandern in den Bergen aus. Ein Tapetenwechsel tut jetzt gut und lässt dich deine Situation aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

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Chakra Balancing

Da das Herzchakra ganz schön aus dem Gleichgewicht gekommen ist, gilt es nun, dieses wieder mit sanften Übungen und Anwendungen zu harmonisieren. Du wirst sehen, bald ist dein viertes Chakra wieder im Lot.

Heilsteine: Rosenquarz, Smaragd, Jade, Chrysopras

Die Heilsteine verhindern bei Liebeskummer das Verschließen des Herzens und unterstützen dich beim Loslassen. Du kannst deinen Stein als schönes Schmuckstück am Körper tragen oder bei einer Meditation auf deine Brust legen. Zusätzlich kannst du dir dabei vorstellen, wie wärmende Liebesenergie von dem Stein aus in dich hineinströmt und dich positiv auflädt. 

Aromatherapie: Rose, Jasmin, Estragon 

Die ätherischen Öle stärken und aktivieren die körpereigenen Selbstheilungskräfte und haben einen stimmungsaufhellenden und ausgleichenden Charakter. Eine ayurvedische morgendliche Selbstmassage in Verbindung mit den Aromen kann in der Zeit super heilsam sein. Gib hierfür ein paar Tropfen des ätherischen Öles zu deinem Mandel-oder Sesamöl hinzu und massiere mit sanften kreisenden Bewegung deinen Brustkorb.

Meditation: Das wichtigste Mantra zur Anregung des Herzchakras ist sein zugehöriges Bija-Mantra YAM. Du kannst das Mantra in deine Meditationspraxis einbauen, indem du es sieben Mal in deinem eigenen Tempo und einer dir angenehmen Lautstärke wiederholst.

Im Chakra Praxis Buch* findest du weitere Anwendungen für deinen tägliche Praxis.

Spieglein, Spieglein an der Wand…

Affirmationen sind ein wunderbares Werkzeug, um deinen Selbstwert wieder etwas aufzupeppeln und um positive Intentionen für den Tag zu setzen. Meine Hausaufgabe an dich: Jeden Morgen, bevor du aus dem Haus gehst, schaue in den Spiegel und schenk dir ein liebes Wort. Von hab nen schönen Tag Liebes, verdammt siehst du heute scharf aus bis hinzu ich bin stolz auf dich. Schenke dir selbst die Beachtung, die du dir von deinem Gegenüber wünschst. 

Journaling

Feste Rituale geben in instabilen Umbruchszeiten immer Halt und das Gefühl von Beständigkeit. Damit wieder ein wenig Klarheit und Ordnung im Wirbelwind einkehrt, richte dir ein Zeitfenster am Tag ein, an dem du ganz für dich da bist. Soul Journaling ist zum Beispiel ein wunderbares Morgenritual um Vergangenes zu verarbeiten und um Visionen und Wünsche schriftlich festzuhalten. 

Whatever flows, flows. Whatever crashes, crashes. It is what it is. 

Investiere in dich.

Was hast du gerne in deiner Kindheit gemacht? Gibt es etwas, das zu schon immer mal tun wolltest? Do it!  Füttere deine Seele mit neuen Orten, neuen Menschen und neuem Wissen. Das schenkt Selbstvertrauen und neue Perspektive. Streife den Schutzpanzer ab, den du um dein Herz gelegt hast. Dieser hat seinen Zweck erfüllt und darf jetzt step by step abgelegt werden. 

Sei lebendig, sei verletzlich und dabei du selbst.

Ich gehöre ja zur #cosmiclovegang. Du auch? Das T-Shirt auf dem Titel ist übrigens von unserer liebsten Astrologin Luisa.

Lots of love and healing,

Lea 

Titelbild © Araí Moleri

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7 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Boah, so schön runtergebrochen. Ich hoffe, ganz viele Menschen mit Liebeskummer und/oder nach einer schmerzhaften Trennung lesen deinen Artikel, denn un deinen Worten liegt die Essenz. Das Leben geht weiter. Das Leben ist vielfältig. Das Leben ist schön.

    1. Liebe Galina,

      ich bin berührt von deinen Worten! Du sagst es – das Leben ist wunderschön.
      Und das darf gefeiert werden!

      Herzlichste Grüße an dich!

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