Die Insel der Götter: Tipps für deinen Yoga-Urlaub auf Bali

Als ich vor vielen Jahren das erste Mal nach Bali reiste, war die kleine Insel im indischen Ozean noch ein Geheimtipp. Bekannt für ihre atemberaubenden Reisterrassen, den Duft der bunten Opfergaben und die unzähligen Tempel, gilt “die Insel der Götter” jedoch mittlerweile als überlaufen, dem starken Wandel gen Massentourismus sei Dank.

Obwohl ich mich bei meinem diesjährigen Besuch selbst von den Auswirkungen des stetigen Wachstums überzeugen konnte, lohnt es sich in meinen Augen dennoch gerade als Yogaliebhaber*in, diesem Fleck der Erde einen Besuch abzustatten. Nicht zuletzt aufgrund der einzigartigen spirituellen Szene.

Der Bali Vibe: Spürbare Magie durch die Hingabe der Balinesen

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Balinesische Opfergaben

Die kleine Insel zwischen Java und Lombok hebt sich durch ihre religiöse Zugehörigkeit zum Hinduismus von dem sonst muslimischen Indonesien stark ab.

Die Verehrung der Götter in Form von Tänzen und Tempelzeremonien, gepaart mit täglichen Opfergaben, die an jeder Ecke zu finden sind, verleihen Bali seinen ganz eigenen Charme. Eine energetische Besonderheit, die oftmals auch als Bali Vibe bezeichnet wird und unter anderem einer der Gründe ist, warum sich die Insel in den letzten Jahren zu einem der größten Yoga-Mekkas weltweit etabliert hat.

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Hinduistischer Tempel

Wichtiger Tipp vorweg: Kuta ≠ Bali!

Die Insel verfügt aktuell über genau einen Flughafen, was bedeutet, dass du bei deiner Anreise mit dem Flugzeug zunächst in Kuta landen wirst.

Der Vorort der Hauptstadt Denpasar wird aufgrund überlaufener Diskotheken, Bars und unzähliger Shopping-Angebote gerne auch als “Ballermann der Australier” betitelt.

Sollten sich dir bei dieser Beschreibung bereits die Nackenhaare aufstellen, dann lege ich dir ans Herz, direkt vom Flughafen aus ein attraktiveres Ziel anzupeilen. Denn ein Besuch der Partymeile Kutas führt oft zu voreiligen Schlüssen, die mit dem wahren Bali nicht viel zu tun haben.

Canggu Beach Bum oder Dschungelflair in Ubud?  

Canggu und Ubud gelten als die sogenannten Yoga-Hotspots Balis. Jeder dieser Orte bietet eine große Auswahl an hippen Health-Food Restaurants, tollen Yogastudios sowie Möglichkeiten, in einer der Wellnesseinrichtungen die Seele baumeln zu lassen.

Was die beiden grundsätzlich voneinander unterscheidet, ist ihre Lage: Während Ubud im Herzen der Insel in den Dschungel eingebettet ist, wartet Canggu direkt am Meer gelegen mit schicken Strandcafés auf.

Ubud: Kunst & Kultur inmitten saftig-grüner Reisfelder

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Tegallalang Reisterassen in der Nähe Ubuds

Ubud liegt ca. 90 Taximinuten vom Flughafen entfernt und gilt als das Kunst- und Kulturzentrum Balis. Inmitten atemberaubender Reisfelder hat dieser kleine Ort wirklich alles zu bieten, was das Yogi-Herz höher schlagen lässt.

Yoga in Ubud: Yoga-Lifestyle pur in unzähligen Studios

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Hauptshala im Yoga Barn

Mit über 120 Yogaklassen pro Woche ist The Yoga Barn das populärste Yogastudio Ubuds. Das Angebot reicht von Vinyasa, Hatha und Yin Yoga Stunden bis hin zu diversen Meditationen sowie Pranayama-Klassen.

Was vor über einem Jahrzehnt mit zwei Studios und einem kleinen Cafe (Little K, die kleine Schwester des KAFE im Stadtzentrum) begann, wuchs über die Jahre hinweg zu einem regelrechten Dorf mit Unterkünften und einer Auswahl an Heilverfahren heran, das keine Wünsche offen lässt. Das wöchentliche Highlight in der Yogascheune sind die Ecstatic Dance Partys, für die es sich lohnt, längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen.

Darüber hinaus gibt es in verschiedenen Ortsteilen Ubuds kleinere Studios, deren Stundenpläne sich ganz wunderbar ergänzen. So werden im Ubud Yoga Center beispielsweise vorwiegend Hot Yoga aber auch Ashtanga Yoga Stunden angeboten. Mit Hängematten und Seilen wird wiederum im Radiantly Alive geübt und im Intuitive Flow kannst du dich tiefenentspannendem Yoga Nidra hingeben.

Einzigartige Sound Healing Sessions erlebst du in den Pyramids of Chi nur wenige Minuten mit dem Roller von Ubud entfernt. Und schon allein wegen der heißen Dampfsauna lohnt sich ein Besuch des Dragonfly Village am Campuhan Ridge Walk.

Solltest du mit dem Gedanken spielen, dich in Ubud zum*r Yogalehrer*in ausbilden zu lassen, dann wirf einen Blick auf die Internetseiten der genannten Studios. Diese bieten allesamt ganzjährig eine sorgfältige Auswahl an Yogaausbildungen an, teilweise sogar mit namhaften Lehrern*innen wie beispielsweise Ana Forrest.

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Ubud: Das reinste Paradies für Foodies

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Roh veganer Salat von Alchemy

Das beste (roh-)vegane Essen bekommst du bei Alchemy, Sayuri Healing Food, Sage und Moksa. Nicht weit vom Alchemy entfernt liegt Wayans Juice Bar, die bekannteste Saftbar Ubuds. Weitere empfehlenswerte Restaurants sind das KAFE, Atman Nourish Kafe sowie Ibu Susu in der Nähe des Monkey Forest. Und wenn es mal etwas ausgefallener sein darf, dann schau bei WAMM im Ortsteil Nyuh Kuning vorbei. Hier wird nach den Prinzipien des New Earth Cooking gekocht.

Für kostengünstigere Alternativen lohnt sich ein Besuch der Jalan Goutama Sel. Hier findest du traditionelle Warungs, günstige Familienlokale, die sich für den kleinen Geldbeutel eignen. Der beliebteste unter ihnen: Puspas Warung. Hier bekommst du bereits ab 2 € eine reichhaltige Mahlzeit, während man in den angesagten Restaurants gut und gerne das Fünffache lässt.  

Und wenn du dein Essen auf die Schnelle mal wie die Einheimischen im Schaufenster auswählen möchtest, dann schau bei Puteri Minang auf der Jl. Raya Ubud vorbei. Sollte es dich hierhin verschlagen, dann spring gleich noch nebenan bei Bali Buda rein. In der Bäckerei des kleinen Bioladens gibt es nämlich unter anderem waschechte Laugenbrezeln!

Bio-Popcorn im Alternativkino oder doch ein Silent Retreat?

Was du dir während deines Aufenthaltes in Ubud außerdem nicht entgehen lassen solltest: Ein Besuch im weltweit ersten veganen Kino, Paradiso. Hier kommst du in den Genuss von Filmen, Dokumentationen aber auch Events wie Kakaozeremonien und Contact Dance bei gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre. Und das Beste ist: Deine Eintrittskarte kannst du zu 100% auf alle Bio-Speisen des angeschlossenen Earth Cafe anrechnen lassen.

Zwar nicht direkt in Ubud gelegen (ca. 90 min mit dem Taxi) aber definitiv empfehlenswert: Das Bali Silent Retreat. Hier kannst du bei einem Schweige-Retreat inmitten der grünen Natur deine Batterien wieder aufladen.

Canggu: Surf Board meets Yoga Mat

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Sonnenuntergang in Canggu

Eindeutiger Pluspunkt Canggus: das Meer! Wenn auch nicht so schön wie die Strände Thailands, zum Surfen laden die Wellen hier allemal ein. Ähnlich wie in Ubud kommst du dank der unschlagbaren Kombi an Yoga, Spa und tollem Essen auch hier voll auf deine Kosten.

The Practice lädt mit seiner offenen Architektur, die einem beim Üben frische Meeresluft um die Ohren weht, definitiv zum Praktizieren ein. Auch toll: Samadi Yoga, Pranava Yoga, Serenity Yoga.

Eine wahre Wohlfühloase ist das idyllische Desa Seni a Village Resort, unweit vom Ortskern Canggus gelegen. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um ein kleines Yoga-Dorf, das neben Unterkünften, diversen Yogastudios, einem Wellnesscenter und Restaurants auch einige der bekanntesten Yoga-Retreats der Insel anbietet. Ein Blick auf die Homepage lohnt sich allemal.

Lass dir die kulinarischen Highlights Canggus auf keinen Fall entgehen!

Das wohl angesagteste Cafe Canggus ist The Shady Shack. Mit seinen ausgefallenen Bowls, Salaten und Smoothies ist das gemütliche Garten-Café der Szene-Treff schlechthin.

Weitere tolle Restaurants: Betelnut Cafe und Motion Cafe. “All things Avo” gibts in der Avocado Factory. Eines der besten Frühstücksmenüs hat das Nude Cafe zu bieten. Mein absoluter Favorit ist jedoch der kleine, unscheinbare Ithaka Warung auf der Jl. Pantai Batu Bolong. Da der Zulauf gerade in den Abendstunden immens ist, lohnt es sich, einen Tisch zu reservieren. Eigentlich auch kein Wunder, denn die Portionen sind bei kleinen Preisen wirklich riesig.

So entkommst du den Massen

Ganz egal ob Canggu oder Ubud: Die Stadtzentren der beliebten Orte sind aufgrund des Tagestourismus oft hektisch und überlaufen. Um dem wilden Treiben ein wenig zu entkommen, reicht es jedoch oft schon aus, sich jeweils eine Unterkunft außerhalb des Ortskerns zu suchen. Ohnehin empfiehlt es sich, in Bali stets einen Roller zu mieten, da man in der Regel im Laufe des Tages einige Wegstrecken zurücklegt.

Und solltest du dich doch mal nach mehr Ruhe sehnen, dann gönn dir einfach einen Abstecher auf die nahegelegenen Inseln Nusa Lembongan und Nusa Penida. Hier hast du zur Abwechslung vom Yogaüben die Möglichkeit, in einer der vielen Tauchschulen die Tiefen des indischen Ozeans zu ergründen. Absolut empfehlenswert!

Karma Yoga: Unterstütze die Balinesen dabei, die Einzigartigkeit ihrer Insel zu wahren

Keine Frage: Der Tourismus bringt neben dem wirtschaftlichen Wachstum auch seine Schattenseiten mit sich. Reisterrassen weichen den Baustellen von Resorts und wie viele andere Inseln auch kämpft Bali mit existenziellen Problem wie Wasserknappheit und der Regelung der Müllentsorgung.

Wenn du vor Ort also dazu beitragen möchtest, die Einzigartigkeit der Insel zu erhalten, dann schau dich nach Freiwilligendiensten um. Es gibt mittlerweile dank der vielen Expats eine große Auswahl an Programmen und Initiativen, die darauf ausgerichtet sind, die Natur und Umwelt Balis nachhaltig zu schützen. Ein paar tolle Projekte: 

Weiterführende Tipps:

  • Bali Spirit Festival – Balis größtes Yoga & Musik Festival, dass einmal im Jahr zwischen März und April für 6 Tage in Ubud stattfindet. Ein großer Teil der Einnahmen wird für Hilfsprojekte in der Umgebung gespendet.
  • Bali Spirit – auf der Bali Spirit Seite findest du aktuelle Veranstaltungen und Unmengen Even-Tipps vor Ort  

Die Liste dieses Bali-Guides ist bei Weitem nicht ausgeschöpft und stellt vielmehr meine persönliche Auswahl dar. Wenn dir noch weitere tolle Geheimtipps einfallen, dann freue ich mich über deine Ergänzungen in den Kommentaren.

xoxoxo

Deine Franzi

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