Ayurvedische Ernährung leicht gemacht: 5 Tipps

Was? Das soll ich alles beachten? Das sind ja viel zu viele Regeln!

Das ist wohl die häufigste Reaktion, wenn es um die Ernährung im Ayurveda geht. Auf den ersten Blick mag das vielleicht stimmen, denn es sind einige Dinge die für uns neu oder anders sind. Wichtige Regeln gibt es dabei eigentlich nur ein paar, deren Beachtung nicht kompliziert ist, aber häufig schon einen entscheidenden Unterschied in deinem Wohlbefinden ausmachen kann.

Die Macht der Gewohnheit

Der häufig erste Impuls auf Ernährungsratschläge ist die Angst vor Verzicht oder das eingeengt werden durch zu viele Vorschriften. Dabei vergessen wir häufig, dass wir bereits einer viel größeren Zahl von Regeln folgen, die lediglich bereits so kultiviert und zur Gewohnheit geworden sind, dass wir uns derer gar nicht mehr bewusst sind.

Jeder trinkt seinen Kaffee heute auf seine ganz spezielle Weise und der Aufwand der heute um diese Heißgetränke betrieben wird, wäre früher wohl zu viel für einen „Kaffee“ gewesen. Wir machen Brot, auf die den Deutschen ganz typische Art, zur Stulle oder Butterbrot, zu Spaghetti gehört obligatorisch die Tomatensauce, Smoothies müssen jetzt grün sein, um gesund zu sein und das süße Dessert kommt immer zum Schluss.

Während es in anderen Kulturen ganz normal ist mit Reis oder Suppe in den Tag zu starten, haben wir uns so sehr an unsere Vorstellung von Frühstück gewöhnt, dass alles andere total absurd scheint. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass all diese Dinge auch nur erfundene Regeln sind, kulturell anerzogen und kaum hinterfragt.

Die Diktatur der Kalorien

Es ist vollkommen normal, dass jede Ernährungsumstellung uns an die Substanz geht, denn wir definieren uns zum Teil sehr stark über unsere Essgewohnheiten und Ernährung ist etwas sehr Persönliches.

Damit sind wir aber auch schon beim ersten Schritt zur Erkenntnis: Es ist wichtig, Ernährung zu etwas Persönlichem zu machen. Doch meist folgen wir nur der Norm oder etwas das uns als persönlich erscheint, jedoch stark von äußerem Einfluss geprägt ist.

Im Ayurveda geht es nicht darum eine möglichst große Nährstoffdichte oder bunte Kreationen auf dem Teller zu haben, sondern es geht um die wichtigste Komponente des Essens: Unsere Verdauung. Ein Element, dass wir schnell vergessen und auch in der Ernährungswissenschaft kaum zum Thema gemacht wird.

Darüber hinaus geht es auch darum, alle Ebenen unseres Körpers zu nähren, nicht nur unsere physische. Wie oft opfern wir unser Wohlbefinden Regeln von vermeintlichen „gesundem“ oder „kalorienarmen“ Essen.

Ich finde es persönlich viel anstrengender, ständig Nährstoffgehalte und Kalorien zu einem Essensmantra zu machen, denn es spiegelt weder die wahre Wirkung des Nahrungsmittels wieder, noch die Wertschätzung mit der wir unsere Nahrung betrachten sollten. Ganz schnell wird Essen zum Feind auf dem Teller, und die tiefere Bedeutung der Nahrung geht verloren. Im Ayurveda musst du dich nicht um Kalorien, Kohlenhydrate oder Vitamingehalte sorgen, sondern darum was du verträgst, was deinem Körper gut tut. Und das ist viel mehr mit fühlen verbunden, als mit verkopften Regeln.

5 Tipps für einen leichten Einstieg in die Ayurveda-Welt

Die folgenden Tipps zeigen dir wie du es ohne große Umstände und mit ein bisschen Gewohnheit schaffst, deiner Verdauung ein bisschen mehr Ayurveda zu gönnen:

1. Spüre, was das Essen mit dir macht

Lösche Nährstofftabellen und Vorurteile aus deinem Gedächtnis und spüre einmal nach, wie sich das Nahrungsmittel auf deine Verdauung und dein Gemüt auswirkt.

2. Lass Snacks weg

Widerstehe der Versuchung zwischen den Mahlzeiten zu snacken, so dass dein Verdauungsfeuer ordentlich brennen kann, bevor du es fütterst.

3. Trinke nicht zum Essen

Wasser ist gut und wichtig – aber nicht direkt zu den Mahlzeiten, wo es das Verdaungsfeuer löscht und die Verdauungssäfte verdünnt. Hast du dir es einmal so angewöhnt, vermisst du es schnell gar nicht mehr.

4. Iss regional und saisonal

Mama Erde hat sich etwas dabei gedacht, dass bestimmt Dinge zu gewissen Zeiten wachsen. Kohl im Winter zum Beispiel balanciert das im Winter erhöhte Kapha aus und hilft uns gesund zu bleiben. Das heißt nicht, dass du den ganzen Winter nur Kohl essen kannst, aber in der Summe sollten sich unsere täglichen Gewohnheiten überwiegend an der lokalen Ernte orientieren – ab und an eine Ausnahme macht den Kohl auch nicht fett. Ein Saisonkalender hilft den Überblick zu behalten oder ein Blick im Supermarkt auf das Herkunftsland.

5. Kombiniere smart

Milch und Früchte haben in einer Mahlzeit nichts zu suchen. Sie werden am besten für sich gegessen, entweder als Snack oder Ersatz für eine Mahlzeit, aber in keinem Fall zusammen als Milchmixgetränk oder Fruchtjoghurt.

Natürlich gibt es noch ein paar Dinge mehr, die beachtet werden könnten. Aber manches braucht die Zeit um mit dir zu wachsen, Schritt für Schritt, wenn du bereit dafür bist. Zu diesem Zeitpunkt kannst du dann mit Hilfe einer ayurvedischen Ernährungsberatung immer noch tiefer ins Thema einsteigen. Und dann fühlt es sich auch nicht nach Verzicht an, sondern nach Bereicherung für deinen Körper und dein Wohlbefinden.

Nurture yourself,

Dania

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4 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Mit dem Punkt ‚Kombiniere smart‘ bin ich nicht ganz einverstanden… In jedem Ayurvedischen Restaurant oder Kochbuch findet man diverse Lassis u.ä. Diese werden meist noch mit Kardamom, Kurkuma etc. verfeinert :)

  2. Liebe Dania, ein sehr schöner, unkomplizierter Artikel! Ich hab nur eine Frage zur Kombi Milch & Frucht – wie ist das denn beim Mango Lassi?? Oder ist das eine eher „europäische Erfindung“? Danke & liebe Grüße :)

    1. Liebe Anna,
      vielen Dank, das freut mich! Mango-Lassi ist eine „indische Erfindung“, aber keine ayurvedische. Vielleicht gehört er zu den Dingen, bei denen man es ab und zu eine Ausnahme machen kann, denn Mango ist eher eine süße Frucht und Lassi ist noch mal von den Eigenschaften unterschiedlich von der Milch. Dann sollte es aber lieber Mittags getrunken werden, da das Verdauungsfeuer mittags stärker ist. Besser ist der Lassi aber ohne Früchte. Schau wie es sich für dich anfühlt!
      Alles Liebe, Dania

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