Von Rosengärten und Bergkristallen: Zu Besuch bei Primavera

Mein Großstädterinnen-Romantik-Traum ist wahr geworden:

[Werbung] Ich stehe zwischen üppig grünen Wiesen und sanften Hügeln inmitten eines in voller Blüte stehenden Rosengartens. Plötzlich kommt ein bärtiger Mann in Anglerweste auf mich zu , hält mir verschiedene Rosen unter die Nase und beschreibt die unterschiedlichen Duftnoten ins kleinste Detail.

Keiner von uns beiden weiß wer der andere ist. Ich denke, er sei einer der vielen Besucher des Geländes, auf dem ich mich befinde, oder ein Gärtner – dementsprechend überrascht bin ich, als er sich als Kurt Ludwig Nübling, Mitgründer von PRIMAVERA vorstellt.

Primavera gehört schon lange zu unseren Kooperationspartnern. Und da wir uns dieses Jahr vorgenommen haben, bei einigen Partnern mal genauer hinter die Kulissen zu schauen, bin ich nach Oy-Mittelberg gereist. Um Kühe umzuschubsen. Und an Rosen zu riechen. Und um Mäuschen zu spielen bei Primavera, einem der Unternehmen, das in Sachen Bio als Pionier mit kompromissloser Haltung gilt. 

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Sheila mit Produktmanagerin Andrea Dahm

Das Unternehmen verwendet pure, unverfälschte Pflanzenextrakte, am besten von dort, wo die Pflanze in ihrem Ursprung am besten gedeiht. 

Wie arbeitet ein Unternehmen, das sich bereits seit Jahrzehnten der Nachhaltigkeit verschrieben hat?

Primavera wurde 1986 gegründet. Das Herzstück der Firma ist die Aromatherapie mit ätherischen Ölen, Pflegeölen und einer Vielzahl von Ready-to-Use-Produkten aus diesem Bereich. Es gibt aber auch Naturkosmetik-Linien für die Gesichts- und Körperpflege. 

Die Geschäftsidee war und ist es bis heute, hundertprozentig naturreine, ätherische Öle anzubieten, das Wohl des Menschen zu fördern und es dabei zu vermeiden, der Umwelt zu schaden. Damals gab es nicht wirklich Aromatherapie-Produkte zu kaufen, vor allem nicht in Bio-Qualität. 

In den 80er Jahren wurde der Bio-Anbau noch stark belächelt und trotz vorangegangener Hippie-Bewegung abgetan.

Ute Leube, damals Besitzerin eines Naturkostladens, fing mit Freund*innen wie Kurt am Küchentisch damit an, an Aromatherapie und der Gewinnung von Ölen in Bio-Qualität zu forschen und sich mit Gleichgesinnten über Aromatherapie auszutauschen. Die Geburtsstunde von Primavera.

Bis heute sind alle Produkte naturrein, also aus zertifiziertem Bio-Anbau und ohne jegliche synthetische Zusätze. Es wird konsequent auf künstliche Konservierungsmittel, synthetische Füllstoffe oder ähnliches verzichtet. Viele Produkte tragen das Bio-Siegel “Demeter Qualität” sowie die Natrue-Zertifizierung, letztere in höchster Qualitätsstufe, was bedeutet, dass die Rezepturen einen Bio-Anteil von mindestens 90% aufweisen. Bei der Bio-Naturkosmetik liegt der Anteil bei einem Drittel. 

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Bei der Gründung von Primavera stand kein Businessplan im Vordergrund, sondern das sinnvolle Tun. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen sind sie nicht erst auf den Nachhaltigkeitkeitszug aufgesprungen, als es zum Trend geworden ist. Ich gewann den Eindruck, dass es tatsächlich darum geht, die Umwelt in ihrer Natürlichkeit zu erhalten und ihr etwas zurückzugeben.

Das beginnt bei der Errichtung des Primavera Verwaltungs- und Firmengebäudes. Es wurde 2010 erstellt und ist Kurt Ludwig Nüblings ganzer Stolz, der manifestierte Beweis für eine Firmenphilosophie, in der Nachhaltigkeit sicht- und erlebbar sein soll. 

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Kurt führt mich auf dem Gelände zum Brunnen, wo das Wasser gesammelt und wiederverwendet wird und erzählt, wie die geplante CO2-Neutralität des Gebäudes um das Fünffache übertroffen wurde. 

Durch den Erdaushub des Gebäudes wurde der Natur mehr biologischer Lebensraum zurückgegeben als zuvor vorhanden. Im Rosen- und Heilkräutergarten wachsen mehr als 62.000 Pflanzen und auf dem Dach ist neben den Solarstrom-Panels eine Bienen -und Schmetterlingswiese angebracht, um Tieren neuen Lebensraum zu bieten. 

Dass Kurt Feng-Shui-Experte ist, ist kaum zu übersehen: Das Gebäude schmiegt sich an die sanften, grasgrünen Hügel an und verschmilzt nahtlos mit der Umgebung. Im Gebäude gibt es kaum Ecken, alles ist wellenförmig geformt.

Im gesamten Haus wurden über zehn Tonnen Bergkristalle verarbeitet.

Das Herzstück ist ein bis in den Boden hinein reichendes Gefäß, gefüllt mit Bergkristallen, anderen Energiesteinen und natürlich mit Fläschchen ätherischer Öle für extra gute Vibes im Firmensitz. 

Sogar in der Wandfarbe ist gemahlener Bergkristall mitverarbeitet. Nachdem die Bauarbeiter zunächst darüber geschmunzelt haben sollen, dass Primavera sich weigerte, mit Beton zu arbeiten, mussten sie im Nachhinein zugeben, dass die Mauern schneller trockneten als gewohnt. Plötzlich wollten auch sie die Geheimzutat für ihre Eigenheime herausfinden.

Die Natur ist im ganzen Gebäude omnipräsent – von überall aus hat man einen Zugang auf das Dach und einen Blick auf das atemberaubende Gelände.

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Alle Mitarbeiter*innen arbeiten unter einem Dach – Forschung und Entwicklung, Produktion, Marketing, Vertrieb und Verwaltung sitzen allesamt in Oy-Mittelberg. Das Öl wird aus den jeweiligen Herstellungsländern angeliefert und dann im Allgäu sorgfältig geprüft, gegebenenfalls gemischt, verpackt und ausgesandt. So kommt es schon mal vor, dass Personen aus dem Marketing die neuesten Mischungen probeschnüffeln und neue Produkte bewerten sollen. 

Ringsherum ist spürbar, wie sehr das Team sich der Philosophie von Primavera identifiziert – Mama Marion und Tochter Vivien arbeiten beispielsweise gemeinsam in derselben Abteilung. Vivien, ihres Zeichens Social-Media-Managerin, ist durch ihre Mutter mit Aromatherapie aufgewachsen und schwärmt von der Behandlung mit ätherischen Ölen, mischt gerne ihre eigenen Tinkturen und lässt mich die unterschiedlichsten Öle riechen und miteinander vergleichen. 

Die nachhaltige Unternehmensphilosophie soll in sämtliche Bereiche eindringen, besonders auch in den Bereich der Herstellung.

Dabei stehen Selbstbestimmung und die Hilfe zur Selbsthilfe für Primaveras Anbaupartner im Fokus. Es geht bei Primavera darum, das jahrhundertealte Wissen anderer Kulturen zu unterstützen und aufzugreifen, sodass ein respektvoller Austausch auf Augenhöhe entsteht.

Primavera hat ein eng gestricktes und recht überschaubares Netz aus 13 Bio-Anbaupartnern, das von Italien mit Partnern in Sizilien und Piemont über Korsika (Immortelle, Rosmarin, Hamameliswasser) bis in die Türkei (Rose) nach Bhutan (Lemongrass), Nepal (u.a. Citronella) und Peru (u.a. Jojoba, Eisenkraut) reicht. Durch das Aufsetzen von mehrjährigen Verträgen, Abnahmegarantien, Vorfinanzierungen, fairen Preisen und Weiterbildungen vor Ort werden die Menschen vor Ort unterstützt. 

Die Zusammenarbeit der Anbaupartner mit Primavera beruht auf gegenseitigem Vertrauen und darauf, Erfahrungen und Wissen zu teilen und auszutauschen. 

So hatten die Partner aus Bhutan beispielsweise die Möglichkeit, Primavera im Allgäu zu besuchen und dort mithilfe neuester Technik ihre eigenen Rezepturen für Haaröle, die dort bei den Herren der Schöpfung ziemlich beliebt sind, herzustellen. Das setzt einen enormen Vertrauensvorschuss voraus. Es ist für diese Branche ziemlich ungewöhnlich, mit den eigenen Erfolgsrezepten derart offen umzugehen.

Und wie findet man den perfekten Anbaupartner?

Wie in der Liebe sitzt der Richtige vielleicht die ganze Zeit vor der eigenen Nase. 

So auch in den 80ern in Ute Leubes Naturkostladen. Nuri Kalay belieferte damals das Geschäft mit allerlei Waren, bis er beschloss, in die Türkei zurückzukehren, um dort Rosen für ätherische Öle biologisch anzubauen. Ute Leube entschloss sich kurzerhand, ihn in seinem Vorhaben zu unterstützen, förderte die schrittweise, dreijährige Umstellung auf Bio-Anbau und ist heute noch Abnehmerin von Nuris Rosen. 

Durch den Bio-Anbau erhält Primavera traditionelle Pflanzenarten und fördert deren natürlichen Anbau.

Warum sollte man eine Pflanze im Gewächshaus aufziehen, in künstlich nachgebildetem Boden, wenn die Pflanze eben ihre idealen Bedingungen für Boden, Sonneneinstrahlung und Co. in ihrem Heimatland hat? Dadurch kann die Pflanze erst ihre besten Wirkstoffe ausbilden, die man für die Aromatherapie benötigt. 

“Wir muten unseren Kunden auch mal Lücken in der Verfügbarkeit zu, etwa, wenn ein Rohstoff nicht unseren Vorstellungen entspricht.“ – Ute Leube

Für einen Tropfen Rosenöl benötigt man etwa 30 frisch erblühte Rosen. 3.500 bis 4.500 Kilo Blüten ergeben nur 1 Kilo ätherisches Rosenöl.

Die Natur gibt, was sie zu geben bereit ist: Wenn eine Ernte einmal aufgrund der Wetterbedingungen knapp ausfällt, dann muss die Lieferung entfallen. Die Firma Primavera wird wegen ihrer hohen Standards nicht unendlich wachsen – dafür bleibt jedoch die Qualität gesichert. Wie schön, dass es mal nicht nur um Maximierung bis zum get no geht!

Ein Vorzeigeprojekt ist die Gewinnung von Zitronengras aus Bhutan.

Bhutan ist ein fast unberührtes Land im Himalaya, in dem das Glück im Nationalgesetz verankert ist, aber das relativ arm ist und wenig Wertschöpfung im eigenen Land hat. Vor 26 Jahren begann Primavera als erste ausländische Firma, Zitronengrasöl aus schonender Wildsammlung zu importieren. Zitronengras wirkt antibakteriell, antiviral, immunstärkend und gefäßerweiternd.

Inzwischen ist die Gewinnung von Zitronengras ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land geworden.

350 Menschen, zum Beispiel Grassammler*innen, Destillateur*innen und Seifenmanufakteur*innen erwirtschaften ihren Lebensunterhalt durch die nachhaltige Ernte von Zitronengras und die Weiterverarbeitung zum Aroma-Öl. 

Ich höre im Laufe des Tages unendlich viele Geschichten von Anbaupartnern und sozialen Projekten.

Transparenz ist Teil der Unternehmensphilosophie: Im Rahmen der Primavera Akademie bietet das Unternehmen auch Duft- und Studienreisen in die Anbaugebiete an. Fachhändler können sich somit vor Ort vom kleinbäuerlichen Anbau überzeugen. 

Für Endverbraucher gibt es inzwischen auch DIY Onlinekurse, in denen man lernt, seine Öle selbst zu mischen  – Uli hat’s ausprobiert.

Ein langer, schöner und sinnlicher Tag in Oy-Mittelberg geht langsam zu Ende. Zum Abschied zupft Kurt mir eine perfekt geformte, rosarote Blüte vom Strauch und drückt sie mir in die Hand. Und ich mache mich auf den Weg zum Kühe umschubsen – na gut, nur in der Großstädterfantasie. Ein Allgäuer See tut’s für heute auch. 

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Liebst

Deine Sheila

Du möchtest bei PRIMAVERA vorbeischauen? Von Juni bis September gibt es Gartenführungen durch das Naturparadies und viele wissenswerte Infos über Rose, Heil- und Wildkräuter. Alle Infos gibt’s hier.

Dieser Beitrag ist eine bezahlte Kooperation mit PRIMAVERA. Wir sind sehr dankbar, so großartige Partner im Boot zu haben und FLGH auf diese Weise für dich kostenlos halten zu können!

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Ein Kommentar / Schreibe einen Kommentar

  1. Toller Artikel!

    Das mit dem Zitronengras hat mich fasziniert. Kurt Ludwig macht da eine tolle Sache.

    Sheila, deine Arbeit ist wertvoll und hilf die Menschen weiter. Hab recht vielen Dank dafür!

    Liebe Grüße, Steffen

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