So findest du einen guten Coach
[Werbung] Vor meiner Zeit bei Fuck Lucky Go Happy war Coaching für mich eine unscharfe, graue Masse, ein Alles und Nichts, mehr Quacksalber-Gelaber als handfeste Hilfe.

Dass ich da eine total schiefe Perspektive darauf hatte, wurde mir bewusst, als mir Uli von ihrer Coachingerfahrung erzählte, die sie schließlich zu Fuck Lucky Go Happy führte. Dass sie in ihrer Coaching-Session ihren Wünschen auf die Spur kam und daraus handfeste Ziele vereinbarte, um ihr Leben step-by-step in die Richtung zu entwickeln, die ihrer Vorstellung entspricht, ließ mich aufhorchen.

Um herauszufinden, was hinter Coaching steckt und wieso sich immer mehr Menschen einen Coach suchen, habe ich mich mit Coach* Silja Mahlow getroffen. Sie zerschmetterte meine Vorurteile, bevor ich sie überhaupt aussprach.

Wirtschaftspsychologin, Yogalehrerin, Trainerin, Coach, Podcasterin und Autorin – Silja Mahlow ist eine facettenreich Frau. 

Silja arbeitete in Banken, bevor sie sich mit Mitte dreißig dazu entschied, Wirtschaftspsychologie zu studieren. Als Trainerin begleitete sie Teams – der Schritt zur Coachingausbildung war nicht mehr weit. So ließ sie sich von der renommierten Martina Schmidt-Tanger zum systemisch-integrativen Coach ausbilden und begann​​ Coaching-Sessions anzubieten.

Ein richtig guter Coach weiß, wann und wo die eigene Kompetenz aufhört. – Silja Mahlow

Statt Therapeutin zu spielen, kennt Silja ihre eigenen Grenzen als Coach. Weiß, dass sie nur selbst coachen kann, wenn sie ihre Leinwand sauber hält. Hat sie selbst einen beschissenen Tag, cancelt sie ihre Coaching-Termine. Zeichnet sich im Vorgespräch mit einem*r potentielle*n Klient*in ab, dass die Themen besser mit einer*einem Therapeut*in besprochen werden sollten, lehnt sie weitere Sessions ab. Das nenn ich mal self reflection at its best!

In Siljas neuem Buch “Willkommen auf dem Glücksplaneten”* gibt sie dir Techniken aus der Psychologie und Coaching an die Hand, die sie mit mit der uralten Philosophie des Yoga kombiniert. In zehn Stufen kannst du dir deine Themen im Workbook-Style genauer ansehen und reflektieren. Lies doch mal rein!

Mit Silja habe ich darüber gesprochen, was einen kompetenten Coach ausmacht und wie du so einen findest. 

Der vibe muss stimmen, die Person sollte nicht nur auf dem Papier gut ausgebildet sein, sondern Erfahrung mitbringen. Sie muss Fach-Kompetenz besitzen und einem bei den persönlichen Themen empathisch weiterhelfen können. Was es nicht wirklich einfacher macht, ist, dass es nicht die eine Ausbildung oder das eine Institut gibt, das sicherstellt, dass sich nur kompetente Coaches auf dem Markt tummeln. 

Jede*r darf sich Coach nennen, der Begriff ist nicht geschützt.

Die Baseballmannschaft hat einen Coach, eine Führungsperson coacht seine Mitarbeitenden und lässt sich selbst coachen. Damit ist Coachin ein Sammelbegriff, der die unterschiedlichsten Beratungsmethoden beinhaltet.

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Life Coach, Business Coach, systemischer Coach, Mental Coach – you name it.

Gemein haben alle Coaches, dass sie mit ihrem Gegenüber an persönlichen Themen arbeiten und beratend zur Seite stehen. Die Struktur ist immer dieselbe: Coach und Coachee (Klient*in) erarbeiten in einem strukturierten Gespräch gemeinsam eine Lösung für das jeweilige Anliegen.

Der Coaching-Markt boomt: Seit 2010 wächst der Markt jährlich (!) um 10 Prozent. Good news: Die meisten Coaches besitzen über eine Berufserfahrung von 13 Jahren als Coach und bilden sich häufig weiter. Es tummeln sich also nicht nur immer mehr Coaches auf dem Markt, sie sind auch gut ausgebildet.

Bei der Fülle an Coaches frage ich mich nun: Wie finde ich einen guten Coach? Woher weiß ich, wer zu meinem Anliegen passt und vor allem woran erkenne ich, ob der*die Coach wirklich etwas vom Coaching versteht?

Liebe Silja, müssen wir alle einen Coach haben?

Müssen nicht, aber schaden tut es auf keinen Fall. Ich sehe Coaching als einen Weg von vielen, der uns bei der Klärung von persönlichen Themen und Blockaden helfen kann. Für die eine ist es Yoga, die nächste geht den Jakobsweg und wieder ein anderer sucht sich Hilfestellung bei einem Coach.

Ich vergleiche Coaches gerne mit Yogalehrer*innen: die einen meinen, es gibt zu viele, der Markt sei gesättigt. Ich sehe das anders. Stell dir eine Welt vor, in der in jeder Familie, in jedem Unternehmen, mindestens ein gut ausgebildeter Coach sitzt. Wär das nicht mega?

Als Coach erlernst du grundlegende Kommunikationsmittel, die auch auf alle anderen Lebensbereich anwendbar sind. Coaches stellen gute Fragen und wissen, wie man Blockaden ausräumt, ermutigt, gut zuhört und einfach achtsamer im Miteinander agiert. Dafür braucht man nicht unbedingt eine Coachingausbildung, sie tut allerdings persönlich echt gut und gibt wichtige Methoden an die Hand, um Menschen zu mehr Klarheit zu verhelfen.

Wie finde ich einen guten Coach?

Es stellt sich viel eher die Frage, wie du einen Coach findest, der zu dir passt. Da der Begriff Coach nicht geschützt ist, würde ich den Weg und die Ausbildungen des möglichen Coaches genauer inspizieren, um zu sehen, ob da Kompetenz und Empathievermögen vorhanden sind und es die Möglichkeit gibt, mit der Person in Kontakt zu treten. Bietet sie Seminare an? Oder Kurse? Kannst du den Coach erstmal kennenlernen, bevor du ein Coaching buchst?

Neben Recherche würde ich dir raten, auf deine Intuition zu vertrauen: Regt sich da Freude? Spaß? Eine Art positive Ausdehnung? Dieses Gefühl zeigt uns, was gut und richtig für uns ist. Die Chemie sollte stimmen zwischen dir und deinem Coach.

Überlege dir, was du gerne machst und such dir einen Coach, der*die diese Leidenschaft mit dir teilt. Du willst dich als Yogalehrerin selbstständig machen? Es ist von Vorteil, wenn dein Coach sich in der Szene ein auskennt, selbst Yoga praktiziert oder unterrichtet. Du brauchst Unterstützung bei der Leitung deines 30-köpfigen Teams? Schau, ob der Coach Erfahrung in der Begleitung größerer Unternehmen hat und die Organisationsstruktur mit in den Blick nehmen kann, wenn es um die Lösung von Problemen geht.

Ich bin der Meinung, dass eine gewisse Überschneidung von Themen für ein erfolgreiches Coaching hilfreich sein kann.

Ist das bei dir so? Hast du Klient*innen, die sich mit dir und deinem Weg identifizieren?

Auf jeden Fall. Ich arbeite hauptsächlich mit Frauen zusammen, die meistens gerade in einer Frage oder einer Situation feststecken und sich mehr Beweglichkeit, mehr Leichtigkeit wünschen.

Viele meiner Klient*innen kommen zu mir, weil ich für sie ein Identifikationspotenzial berge. Wir sind meist auf der Suche nach jemanden, der auf einem ähnlichen Weg ist wie wir, nur eben ein bisschen weiter, sodass wir von dieser Person etwas lernen können.

Ich helfe ihnen dabei, ihre Blockaden anzusehen und aufzulösen. Das geht meist schon mit ein, zwei Sitzungen – selten begleite ich Klient*innen über einen langen Zeitraum. Ich sehe mich als Impulsgeberin, die ihren Klient*innen dabei hilft, zu erkennen, dass sie bereits alles, was sie für ein glückliches Leben benötigen, in sich tragen.

Wie hast du angefangen zu coachen?

Als mein Sohn vor über zehn Jahren mitten im Abitur steckte, hatte er unzählige Schulkamerad*innen, die keine Ahnung hatten, was sie nach dem Schulabschluss mit sich anfangen sollten. Da hab ich angeboten, sie für einen Blumenstrauß zu coachen.

Wieso für einen Blumenstrauß?

Ein Blumenstrauß als Gegenwert, weil wir Menschen psychologisch gesehen eine Arbeit, die wir gratis bekommen, schnell als wertlos abstempeln. Wenn die jungen Leute den Weg zum Blumenladen auf sich nehmen und einen Moment im Laden verbringen plus einen Strauß aussuchen, ist da ein Prozess, ein Gegenwert. 

So ist das auch beim Coaching. Wenn ich mich entscheide, in mich zu investieren und der Coaching-Session bewusst einen Wert gebe, dann hat das eine ganz andere Wirkung als wenn mir jemand eine Stunde schenkt, die ich vielleicht gar nicht so richtig will. 

Du bist Coach und Yogalehrerin. Wie hängen die beiden Bereiche für dich zusammen?

Beim Yoga merken wir, dass es oft unser Kopf ist, der uns bei unserer Entwicklung im Weg steht. Das ist beim Coaching nicht anders. Außerdem können uns die ethischen Verhaltensregeln aus dem Yoga, die Yamas und Niyamas, auch bei Themen, die wir im Coaching besprechen, weiterhelfen. Sei es, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen oder wahrhaftiger und ehrlicher mit sich und anderen zu leben.

Weil mir Yoga sehr geholfen hat, spüre ich den Drang, Yoga an andere weiterzugeben. Wenn es mir so viel gebracht hat, vielleicht hilft es ja noch jemand anderen?

Auf der anderen Seite kann ein Coaching helfen, ein wenig besser im Yoga abschalten zu können. Für mich bereichern sich die beiden Themenfelder gegenseitig.

Welche Methoden oder Tools nutzt du häufig im Coaching?

Ich nutze viele unterschiedliche Tools. Generell vertraue ich darauf, dass uns unser Körper mitteilt, was gerade los ist. Spüren wir Blockaden auf, können wir die Reaktionen unseres Körpers beobachten. Alles was hochkommt, darf da sein und ist dran.

Außerdem bin ich ein großer Fan von Neurowissenschaften. Ist es nicht unglaublich, dass wir unser Gehirn ein Leben lang verändern können? Wir werden im Laufe unseres Lebens krass konditioniert. Das wieder loswerden, indem wir beispielsweise Glaubenssätze auflösen, macht einen großen Teil der Arbeit aus.

Wie stellst du sicher, dass du als Coach in deiner vollen Kraft stehst und für deine Klient*innen da sein kannst?

Ich denke das Wichtigste ist, als Coach eine innere Wachsamkeit zu haben. Sich zu reflektieren und nach Sessions zu fragen: Wie präsent war ich? War ich wach? Habe ich den Prozess gut strukturiert? Habe ich meinem Gegenüber den einfachsten Weg aufzeigen können? 

Auch Coaches müssen ständig daran arbeiten, sich zu reflektieren. Dafür hole ich mir regelmäßig Supervision, lass mich selbst coachen. Wenn ich spüre, dass ich ein Thema habe, rufe ich auch manchmal meinen Therapeuten an.

Als guter Coach brauchst du die Fähigkeit, Emotionen zulassen zu können. Stell dir vor du unterrichtest eine Yogaklasse und merkst, dass die Klasse mit dem Kopf ganz woanders ist, als du. Um das zu erkennen, brauchen wir eine gewisse Offenheit und Flexibilität, um zu reagieren und den Prozess des Lernens anzupassen. Das zeichnet eine*n gute*n Yogalehrer*in genauso aus wie einen guten Coach.

Vielen Dank, liebe Silja! 

Ich freue mich über die Gelegenheit, Silja auszuquetschen und fühle mich um einiges schlauer, was meinen Wissensstand über die Coachingszene betrifft. Am Ende kann ich Silja nur beipflichten:

“Nicht jede*r muss einen Coach haben, aber schaden tut es auf keinen Fall.” – Silja Mahlow

Du hast Lust bekommen, dir das Thema Coaching näher anzusehen? Dann haben wir hier ein paar Empfehlungen für dich:

Fotos © Miriam Dierks

* in unseren Artikeln achten wir achten darauf, eine gendergerechte Sprache zu nutzen. In diesem Artikel verwenden wir die aus dem Englischen stammenden Bezeichnung Coach, die nicht gegendert wird.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Silja Mahlow und dem Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG entstanden. Bei den mit * markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. So erhalten wir eine kleine Provision, wenn du ein Produkt kaufst.

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