So findest du deinen Kraftort

Vor einigen Wochen schrieb mir eine Leserin eine Frage, die mir seitdem immer wieder im Kopf herumspukte: „Wie kann ich eigentlich meinem persönlichen Kraftort auf die Spur kommen?“ Sie bat mich um Techniken oder Tipps, die ihr bei der Suche helfen könnten.

Mein erster Impuls war: „Boa, keine Ahnung!“ Ich selbst bezeichne das Haus meiner Eltern in einem malerischen Ort in Süditalien als meinen Kraftort. Einen Ort, den ich nie aktiv gesucht habe. Das Haus war halt einfach da und ich hatte immer die Möglichkeit dort hinzureisen und dem Großstadtrubel zu entfliehen. Nichtsdestotrotz hat mich die Mail dazu angeregt über das Konzept „Kraftort“ nachzudenken.

Was ist eigentlich ein Kraftort?

Wikipedia definiert „Kraftort“ als einen Ort, „dem eine meist positive (selten auch negative) psychische Wirkung im Sinne einer Beruhigung, Stärkung oder Bewusstseinserweiterung zugeschrieben wird“. Gemeint sind meist geographische Orte, die nach esoterischen Vorstellungen eine besondere Erdstrahlung und somit besondere – oft magische oder mythische – Energien haben.

Ganz gut, doch für mein geliebtes Italien passt sie nicht so ganz.

Tipp: Im September veranstalte ich mein zweites LA VERA DOLCE VITA Retreat in Castellabate. Komm mit und lerne den Zauber dieses Ortes kennen.

Ein Kraftort ist für mich ein Ort, an dem die Gedanken langsamer werden und ich in Kontakt mit mir selbst und meinen Bedürfnissen komme.

Dass das in Italia so gut funktioniert, liegt glaube ich weniger an elektromagnetischen Feldern, sondern eher an der Tatsache, dass ich dort eine Pause vom Alltag habe. Viel Natur, kaum Termine und Sonnenuntergänge, die mich auch nach fast 20 Jahren Abend für Abend ehrfürchtig erstaunen lassen. Wenn ich dort bin, übe ich Yoga, wenn ich Lust auf Üben habe, nicht weil die 18.15 Klasse gerade gut in meine Abendplanung passt. Ich esse (und koche), wenn ich Hunger habe, nicht weil die Mittagspause gut zwischen zwei Calls passt und ich arbeite, wenn ich mich inspiriert fühle, nicht weil die Artikel-Deadline noch am gleichen Tag ist.

Nicht, dass ich mein Leben zuhause doof fände, ganz im Gegenteil, doch manchmal ist es eben hektisch und ich verzettel mich. Genau deshalb ist es für mich so wichtig zwischendurch den Stecker zu ziehen und dem Alltag den Rücken zu kehren. Inzwischen setzt, kaum schnuppere ich den Duft aus Meerluft, Rosenblüten und italienischem Waschmittel, Instant-Entspannung ein und ich fühle mich klar, zufrieden und innerlich ausgeglichen.

Okay, doch wie finde ich einen solchen Ort?

Wie gerne würde ich dir sagen: „Besorg dir einen Globus, dreh erst dich dreimal im Kreis und dann den Globus, dann halte die Kugel mit dem rechten Zeigefinger an. Dort wo dein Finger liegt, das ist dein Kraftort!“ Doch leider funktioniert es so nicht.

Denn ob du einen Ort als deinen Kraftort bezeichnest, hat herzlich wenig mit Geographie zu tun. Dein Kraftort kann ein Wochenend-Häuschen auf dem Land, dein Lieblingscafé, deine Badewanne oder der Wald hinter dem Haus deiner Großeltern sein. Jeder beliebige Ort, der dir einfällt und sofort ein inneres „Oh, wie schön!“ in dir auslöst.

Es geht nicht darum, wo dieser Ort ist, sondern was du mit ihm verbindest.

Unsere Kraftplätze sind Orte, mit denen wir bestimmte, positive Schwingungen verbinden. Diese Energien können wir zumindest für eine Weile mit in den Alltag nehmen. Wir können das Gefühl „Italien“, „Lieblingscafé“ oder „Badewanne“ abrufen und schwupps steigt das Energie-Level. Wenn dein tatsächlicher Kraftort in unmittelbarer Nähe ist, umso besser. Doch noch einmal: Auf den geographischen Ort kommt es nicht unbedingt an.

Einen Kraftort kann man nicht finden, indem man sich ein around the world Ticket bucht und möglichst viele Orte abklappert. Ein Ortswechsel mag bisweilen gut tun, vielleicht sogar für eine Weile alles verändern, doch am Ende nimmt man sich selbst überall mit hin. Wenn du das verstanden hast, hast du nur noch eine Möglichkeit: Suche woanders!

Deinen wahren Kraftort kannst du nur in dir selbst finden.

Und das heißt: Innenschau. Ob auf der Yogamatte, in der Meditation, beim Heiler oder der Couch deines Psychotherapeuten – finde heraus, was dir den Zugang zu deiner Kraft verwehrt. Dafür müssen wir uns ein wenig im Dunkeln umschauen, Licht in Ecken unserer Seele bringen, die vielleicht schrecklich unaufgeräumt sind und mutig Steinchen für Steinchen umdrehen. Denn eines ist sicher: Alles, was du im Außen suchst, trägst du bereits in dir. Vielleicht musst du einfach nur das Licht anmachen.

Dein Montagsmantra: Mein Kraftort liegt in mir und ich kann mich jederzeit an ihn zurückziehen.

Wenn dir all das ein bisschen zu wage ist, empfehle ich dir Folgendes: Versuche dich diese Woche gut um dich selbst zu kümmern. Überlege mal, ob es einen oder sogar mehrere Orte gibt, die ein wohliges Gefühl in dir auslösen. Trau dich ganz simpel zu denken. Es muss kein fancy italienischer Sonnenuntergang sein, der dich in Kontakt mit dir selbst bringt. Je näher, desto besser, denn auf die Dauer geht das Pendeln zwischen Berlin und Italia ganz schön ins Geld.

Unterschrift XOXO Rebecca_pink

 

 

 

 

 

 

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5 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Meinen Kraftort habe ich noch nicht gefunden, da ich momentan eher wie ein Baumstamm auf den Wellen umhertreibe. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als an MEINEM Ufer angespült zu werden und dort „bewurzelt“ zu werden. Danke für diesen tollen Artikel und weiter so, bin sehr begeistert…

  2. Danke Rebecca,
    Ich habe eine ähnliche Erfahrung wie Marisa, generell einfach Natur ist der beste Ort zum Krafttanken für mich. Besonders da ich die letzten vier Jahre fast nur reise, habe ich gelernt, mich nicht nur in den Wald und an den Teich in der Nähe des Hauses wo ich aufgewachsen bin zurückzuziehen. In letzter Zeit sind es alle möglichen Plätzchen an Flüssen, Stränden, in den Bergen, neben Wasserfällen. Oder in großen lauten Städten wie Dehli findet sich eine verhältnismäßig ruhige Ecke in einem Park. Aber nichts geht über schöne Sonnenuntergänge. ;)
    Genieß deine Zeit in Italien!

  3. Liebe Rebecca,
    es ist immer wieder ein Genuss dich/euch zu lesen! Kraftorte sind auch bei mir immer wieder ein Thema und auch die Frage:“Was könnte ich mir diese Woche oder dieses Wochenende nach all der Arbeit/der Termine etc. Gutes tun (um nicht durchzudrehen oder irgendwann völlig erschöpft zu sein)?“
    Du hast ganz recht!Für mich ist einer meiner Kraftorte in Frankreich am Meer, an einem Grundstück meiner Großeltern, aber da kann ich nicht regelmäßig hin, also suche ich mir auch hier vor Ort, in Regensburg, Orte wie dem Schwimmbad mit einer Dampfsauna ;-) oder ein Fleckchen an der Donau.
    Ich kann dieses Jahr leider nicht mit zu deinem Retreat in Italien, aber ich hoffe, dass es weitere geben wird, zu denen ich die Möglichkeit haben werde teilzunehmen :-)
    Danke <3

  4. Liebe Rebecca,

    Vielen Dank für den schönen Artikel und deine Erinnerung an den Kraftort in uns selbst.
    Du hast mich zum Nachdenken angeregt und ich muss sagen, für mich ist ein Kraftort etwas anderes. Für mich ist es der Wald, bzw. ein Park mit vielen Bäumen. Bäume strahlen eine immense Ruhe aus und sobald ich in einem Wald bin oder unter einer Ansammlung von Bäumen liege, fühle ich eine tiefe Verbundenheit zu mir selbst. All der Stress und die Hektik fallen von meinen Schultern. Die Ruhe des Baumes greift über auf mich und ich kann (fast) alles um mich herum für einen Moment ausschalten. Für mich muss ein Kraftort nicht ein einzelner Ort sein, ein paar Bäume reichen mir schon :)

    Ich wünsche dir eine schöne Woche.
    Liebe Grüße :)

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