Malakette selber knüpfen: So geht’s

[Werbung] Während ich seit Beginn meiner Yoga-Ausbildung eine für mich als Stiergeborene äußerst ungewohnte Disziplin in Sachen Asanapraxis an den Tag lege, steht es um meine Meditationspraxis leider immer noch eher mau. 

Tägliches Kopfstand-Üben – klar doch! Aber fünf Minuten am Tag still sitzen? Puh!

Es ging mir einfach nicht in den Kopf, wie man nur regungslos dasitzen und sich nicht in seinem nie enden wollenden Gedankenstrom verheddern soll und sich statt dessen immer wieder ins Hier und Jetzt zurück holt. Dann bin ich durch unsere Abschlusszeremonie in der Ausbildung mit der Japa Mala Meditation in Berührung gekommen.

Japa Mala Meditation ist für die Multitasking-Freaks unter uns ein ganz besonders wirksames Werkzeug.

Denn bei der Meditation mit einer Mala, also einer Gebetskette, hat man durch das Zählen der Perlen eine zusätzliche Aufgabe, wodurch die Gedanken an die nicht enden wollenden To-Do-Listen, dem Nachhängen der Vergangenheit oder den Sorgen um die Zukunft ersetzt werden können. 

Lasse die Mala dein Talisman sein, der dich mit guten Energien und Intentionen unterstützt!

Ursprünglich kommt die Mala-Meditationskette aus dem Buddhismus und Hinduismus. Sie besteht aus 108 einzelnen Perlen und einer größeren Perle, der sogenannten Guru-Perle. Oft ist als Dekorationselement eine Quaste hinzugefügt. 

Die 108 gilt als eine heilige Zahl.

In der Astronomie beträgt die Entfernung der Erde zur Sonne das 108-fache des Durchmessers der Sonne. Die Distanz von Erde zu Mond beträgt ebenfalls das 108-fache des Durchmessers des Mondes. 

Die Geheimlehren der Inder, die Upanishaden, bestehen offiziell aus 108 einzelnen Texten, die Bhagavad Gita hat 18 Kapitel, Shiva 1008 Namen und das Sanskrit-Alphabet besteht aus 54 Silben, jede mit einer weiblichen und männlichen Seite, also aus 108. 

Die 108 kann auch so gedeutet werden, dass die 1 für Gott, das Universum oder deine Wahrheit steht, die 0 für Leere und die 8 für die Unendlichkeit. 

Wenn du bei der 109. Perle angekommen bist, kannst du dich bei deinen Lehrer*innen und den wichtigsten Menschen in deinem Leben bedanken. 

Während du jede einzelne der 108 Mala-Perlen durch deine Finger gleiten lässt, sagst du still für dich ein Mantra auf – eine Perle steht für eine Wiederholung.

Meditiere ich mit Mala, fällt es mir leichter, nicht doch auf den Timer zu blinzeln, um zu sehen, wie viele Minuten mir noch bevorstehen und ich muss nicht mitzählen, wie oft ich mein Mantra schon aufgesagt habe. 

Welches Mantra du für die Meditation wählst, kannst du selbst entscheiden. Oder vielleicht hat dein*e Yogalehrer*in dir schon einmal eins vorgeschlagen. Um mit einem Mantra zu arbeiten, verknüpfe es mit deiner Atmung und sage dir den ersten Teil beim Ein-, und den zweiten beim Ausatmen. Beispiel: Einatmen: “Lass!”, ausatmen: “Los!” 

Ich arbeite auch besonders gerne mit Affirmationen in einer positiven Satzform, zum Beispiel Ich verdiene Liebe, Ich liebe mich wie ich bin, Ich bin dankbar für alles, was ist. Oder Ich bin gut genug.

Während des Rezitierens deines ausgewählten Mantras schiebst du dann Perle für Perle zwischen Daumen und Mittelfinger im Uhrzeigersinn nach rechts, bis du wieder bei der größeren Guruperle in der Mitte der Mala angekommen bist. Wenn du nach den 108 Wiederholungen weiter meditieren möchtest, dann gleitest du nicht über die Guruperle, sondern wechselst die Richtung.

Nicht nur in der sitzenden Meditationspraxis, auch während der Asanapraxis kannst du deine Mala einsetzen.

Du kannst dir vorher deine Intention für die Praxis überlegen und deine Mala an den Anfang deiner Matte legen, um dich, während du durch deine Vinyasas fließt, an deine ursprüngliche Intention zu erinnern – die geht mir nämlich beim Schwitzen ganz gerne mal flöten!

Auch im Alltag kann deine Mala dir als kleiner Reminder für deine guten Intentionen dienen. Wenn du sie als hübschen Schmuck um dein Handgelenk oder um den Hals trägst, kann sie dir dabei helfen, dich wieder zu zentrieren, wenn es mal wieder chaotisch ist.

Eine wunderbare Sache, um eine tiefere Verbindung mit deiner Mala aufzubauen ist es, sie selbst anzufertigen.

Dadurch kannst du sie in dem gesamten Prozess mit guten Energien versehen und das Knüpfen an sich ist ein toller, meditativer Akt, besonders jetzt in der kuscheligen Winterzeit.

Ich bin bei DIY Mala fündig geworden. Sie bieten in ihrem Onlineshop eine unglaubliche Auswahl an Mala-Sets zum Selbermachen an, du kannst sogar individuell Edelsteine zusammenstellen je nach deinen ganz eigenen Themen und Bedürfnissen. Zunächst einmal suchst du dir das Grundmaterial der Perlen aus. Die Perlen können aus Holz sein oder aus den traditionellen Rudraksha-Samen des gleichnamigen Baumes, der im Hinduismus als heilig gilt und dem Schutzkräfte nachgesagt werden. Das sind die buddhistischen Mala.  

Tibetische Malas werden um drei Markerperlen ergänzt. Die Markerperlen werden hier im Abstand von jeweils 27 Perlen gesetzt. Bei der Zen Mala werden die 108 Perlen mit vier Markern unterteilt, die jeweils nach 7, 14 und 33 Perlen auf jeder Seite gesetzt werden. Die 108 Perlen der Mantra-Mala werden durch drei Marker unterteilt, die nach je 21 Perlen auf jeder Seite und mittig (nach 33 Perlen) gesetzt werden. Diese gibt es bei DIY Mala mit Edel- oder Natursteinen.

Wenn du dich dafür entschieden hast, kannst du dir die Farben der Perlen, des Fadens und der Quaste aussuchen. Im Buddhismus repräsentiert die Quaste die Wurzeln der Lotuspflanze. Außerdem gibt es unterschiedliche Anhänger in silber- oder goldfarben, zum Beispiel Lotus, das Om-Symbol, den Lebensbaum und manche Malas beinhalten einen großen Edelstein. 

Lasse dich von der großen Vielfalt nicht abschrecken! Vertraue hier ganz auf deine Intuition.

Du wirst dich zu einem bestimmten Mala aus dem Nichts hingezogen fühlen. Mich hat direkt das buddhistische DIY Mala in knalligem Pink und Gold angesprochen. 

So knüpfst du deine eigene Mala

Die DIY Mala Kits kommen in einer hochwertigen Verpackung, mit einer Chakra-Karte, Tee und dem einzelnen Material und einem Täschchen für dein fertiges Mala.

Sieh das Knüpfen deiner Mala als ersten spirituellen Akt!

Du kannst jetzt deine Mala mit all deinen positiven Vibes aufladen! Überlege dir, welche besonderen Eigenschaften und Themen du mit der Mala verbinden möchtest. Gibt es eine Seite an dir, der du mehr Raum geben möchtest? 

Schaffe dir ein passendes Umfeld, das für den Prozess des Knüpfens geeignet ist und eine optimistische, warme und sichere Atmosphäre für dich schafft. Koche dir zum Beispiel eine Tasse Tee (der sogar der Packung beiliegt), zünde Kerzen oder Räucherstäbchen an und spiele deine Lieblingsmusik. Vielleicht magst du den Raum ja vorher räuchern? 

Sortiere dich

Malakette selber knüpfen: So geht’s 3
Packe alle Materialien vorsichtig aus und breite sie vor dir aus. Ich habe die Perlen in eine einzelne Schale gelegt, sodass keine vom Tisch rollen kann. Du solltest jetzt 108 Perlen, die Fadenschnur, die Quaste, Anhänger und eventuell Markerperlen vorfinden. 

Anhänger und Quaste befestigen

Egal für welches Set du dich entschieden hast, fädle den Anhänger und die Quaste nun mittig auf die Schnur auf und achte darauf, dass beide Enden gleich lang sind. 

Verknote nun beide Schnurenden über dem Anhänger und der Quaste, um diese zu fixieren. Du kannst einen einzelnen oder einen Doppelknoten knoten. 

Guruperle befestigen


Jetzt setzt du die Guruperle über den Anhänger. Ziehe beide Fadenenden durch den Anhänger und setze nun entweder auf jede Schnur einzeln einen Knoten, oder einen großen Knoten aus beiden Schnüren darüber.

Perlen auffädeln


Nun ziehst du die erste Perle auf. Fixiere jede Perle mit einem Knoten, den du möglichst nah an die Perle heranschiebst. Dafür kannst du auch eine Nadel nutzen, um den Knoten näher heran zu schieben. 
Die Markerperlen werden an die entsprechenden Stellen gesetzt. Eine Übersicht über die verschiedenen Positionen findest du hier.

Fädle nun alle 108 Perlen, plus ggf. Markerperlen auf. Wenn die 54. Perle auf jeder Seite gesetzt ist, verbinde die Enden mit einem Doppelknoten. Setze darauf einen Schlaufenknoten, so wie du einen Luftballon verschließen würdest. Nun kannst du die Enden abschneiden und vorsichtig mit einem Feuerzeug abbrennen.

In der Gemeinschaft macht das Malaknüpfen besonders viel Freude.

Die perfekte Beschäftigung für einen grauen Nachmittag mit Freund*innen und um die Verbindung zu deinen Liebsten zu stärken. Auch als Geschenk wäre das DIY Mala Set eine tolle Gelegenheit, nicht nur etwas Materielles, sondern auch gemeinsame Zeit zu schenken.

Ich schlage dir vor, ein kleines Ritual zum Einweihen deiner Mala abzuhalten.

Ich habe meine Mala während der Abschlusszeremonie meiner Yogaausbildung festlich eingeweiht – zunächst habe ich gemeinsam mit meinen Teacher Training Kolleg*innen meditiert und mich an die Momente erinnert, die das Gefühl, mit dem ich meine Mala verbinden möchte, heraufbeschwören. Welches Gefühl und welche Eigenschaften aus der Ausbildung ich in mir weitertragen und hinaus in die Welt tragen möchte. 

In einem anschließenden Om-Circle haben wir 108 Mal gemeinsam Om gechantet und unsere Malas nah am Herzen gehalten. 

Natürlich kannst du dir auch alleine ein Ritual überlegen. Nora von DIY Mala schlägt beispielsweise vor, mit dem Mantra, das du während des Knüpfens im Kopf hattest, eine vollständige Japa-Meditation durchzuführen und so die Intention zu manifestieren.

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Sobald ich das Mala nur ansehe, überkommt mich ein aufgeregt-kribbeliges Gefühl und ein wohliger Schauer. Ich werde es nun immer mit der Ausbildung und den Gefühlen aus der Zeit verbinden. 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Basteln und Meditieren! Für welches Set hast du dich entschieden? 

Alles Liebe

Deine Sheila

Fotos © Araí Moleri

Dieser Beitrag ist eine bezahlte Kooperation mit DIY Mala. Wir sind sehr dankbar, so großartige Partner im Boot zu haben und FLGH auf diese Weise für dich kostenlos halten zu können.

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4 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Sheila,

    wundervoller Beitrag! Tatsächlich tue ich mich bei ser Meditation auch oft schwer, weil meine Gedanken schnell wandern. Ist ja auch ok, aber eine Mala kann da ja nochmal extra Fokus geben. Besonders schön finde ich den Gedanken, sie selbst zu machen und ao eine Verbindung herzustellen. Richtig stark!
    Liebe Grüße,
    Vanessa

    1. Liebe Vanessa,

      danke für deine lieben Worte! Ja das ist wirklich ein besonders schöner Prozess, auch um Freund*innen mal wieder an einen Tisch zu bringen und die Malas gemeinsam zu knüpfen und „aufzuladen“ mit guten Energien, jetzt in der kuscheligen Herbstzeit.

      Alles Liebe
      Sheila

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