Wie du deiner Lebensaufgabe auf die Spur kommst

Seit klein auf bin ich neidisch auf Menschen, die besonders gut in einer speziellen Sache sind.

Schon in der Schule. Einer meiner Freunde zum Beispiel ist ein wahres Musikgenie. Er wusste schon immer, dass zeitgenössische, klassische Musik sein Leben ist. Er studierte Musik, wurde Komponist, machte verrückte Musik und ist inzwischen als Dozent mit Stipendium an der Columbia in New York. Andere meiner Mitschüler waren Mathe-Brains, Sport-Asse oder konnten sensationell gut malen.

Und ich? Ich konnte alles ganz gut. Aber nichts „so richtig!“

Ich bin okay musikalisch, tatsächlich gut in Mathe, einigermaßen sportlich, meine Bilder, ließen sich sehen, hauten aber niemanden aus den Latschen. Die typische 2er-Schülerin. Herausragende Talente oder Einsen mit Stern. Fehlanzeige.

Lange fand ich das doof und konnte nicht sehen, dass mein Multi-Talent auch ein Segen ist. Irgendwann verstand ich aber, dass es auch Vorteile mit sich bringt.

Ich begeistere mich schnell für Dinge, die mir dann auch Freude machen. Mir fällt es sehr leicht, mich in fremde Themen einzuarbeiten und ich verstehe schnell, worauf es ankommt. Auf diese Weise lief mein Studium super, meinen Job als PR-Beraterin erledigte ich gut und auch die Freiberuflichkeit danach funktionierte. Ich verdiente nicht schlecht und war mit der Gesamtsituation zufrieden. Und trotzdem: Es war eine Situation, die die Gefahr birgt, bequem zu werden.

Aber irgendwo in mir schlummerte die bohrende Frage:

Ist das der Sinn meines Lebens? Meine Aufgabe?

Ich glaubte Nein. Ich wollte Abenteuer. Mich ausleben. Endlich etwas finden, das mich so anzieht, wie meinen Freund die Musik.

Rumi Aufgabe

Hinzu kam: Ich hatte Angst meine Zeit mit nutzlosem Kram zu verschwenden. Diese eine Aufgabe vielleicht nicht zu finden.

So fragte ich mich wieder und wieder: Ja was ist denn nun diese Aufgabe?

Heute bin ich der Antwort ein großes Stück näher. Zum Glück. 

Doch dazwischen lagen endlose Gedankenschleifen, viele Gesprächen mit meinen Girls, Reisen ans Ende der Welt und vor allem die Erlaubnis, auf mein Gefühl zu vertrauen. Und ein Leitspruch von Marie Forleo, der so simpel wie radikal ist.

If it is not a „Hell, Yeah!“, it is a „No!“

Als ich diesen Satz zum ersten Mal richtig durchdachte, wurde mir fast ein bisschen schwindelig. Wirklich? Immer „Nein“ sagen, wenn es nicht richtig klickt? Deshalb lass uns soft starten: Nimm dir jetzt fünf Minuten Zeit, um diese Fragen zu beantworten:

  • Wann hast du zum letzten Mal aus den Tiefen deiner Seele „Ja! Ich kann es nicht erwarten“ zu etwas gesagt? Zähle alle Situationen auf, die dir einfallen.
  • Worauf hast du dich zuletzt so richtig stark gefreut?
  • Über welche Themen kannst bis spät in die Nacht reden, ohne, dass sie dir langweilig werden?
  • An welchen Orten oder in Gesellschaft welcher Menschen fühlst du dich am wohlsten?

Bei mir sieht das so ungefähr aus:

Yoga. Ständige Transformation. Selbsterfahrung. Die glücklichen Gesichter nach einer Yogastunde. Mit meinen Girls in der Schwitzhütte sitzen und intensive spirituelle Erfahrungen zulassen. Im Assist-Workshop lernen, wie ich meine Hands-On-Skills verbessern kann. Noch mehr über den menschlichen Körper lernen. Workshops geben und Retreats planen. Feststellen, dass sich die neusten Erkenntnisse der Quantenphysik nicht sonderlich von denen spiritueller Lehren unterscheiden. Über Themen schreiben, die mich wirklich bewegen. In der Sauna abhängen. Zeit mit meinen Liebsten verbringen. Die Natur. Die Freiheit zu Reisen. Designer-Möbel bewundern (und kaufen). Schöne Blumen auf dem Küchentisch. Gutes Essen kochen. Stundenlanges Kaffeetrinken…

„Hell, Yeah!“ ist ein genialer Wegweiser auf deiner Reise durchs Leben.

Denn wenn dich etwas glücklich macht, du fast ausrasten könntest, weil es dir so große Freude bereitet, dann bist du richtig.

Dein Montagsmantra: Wenn es kein „Hell, Yeah!“ ist, ist es ein Nein.

Fang am besten sofort an, diesen Satz in dein Leben zu integrieren. Klar, auch ich rufe nicht „Hell, Yeah! Endlich wieder Staubsauerbeutel kaufen!“, aber das muss es auch nicht. Die „Hell, Yeah!“ Frage ist vielmehr als Entscheidungshilfe gedacht. Und zwar für die kleinen (Kaffee oder Tee?) oder die großen (Job kündigen – ja oder Nein?) Fragen des Lebens. Und auch wenn man nicht gleich alles wahr machen kann, so wird man Muster erkennen, die nach und nach in den Alltag integriert werden können.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt aus meiner Sicht darin, mehr davon zu tun, was uns erfüllt. Und weniger davon, was wir denken, tun zu müssen. Denn wenn wir schon ziemlich gut in Dingen sind, die wir nur so semigeil finden, was passiert dann erst, wenn wir unsere Energie auf das ausrichten, was uns im tiefsten Inneren glücklich macht?

In jedem Fall einen Versuch wert, meinst du nicht?

In diesem Sinne: Hell Yeah und happy Monday,
Unterschrift XOXO Rebecca_pink

 

 

 

 

 

PS: Inzwischen weiß ich auch, dass es Dinge gibt, in denen ich richtig gut bin. Und rate mal welche das sind? Die, die mich wirklich glücklich machen…

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27 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Rebecca, vielen vielen Dank für diesen tollen Artikel!
    Er hat mich in meiner Entscheidung sehr bestätigt: ich bin Mutter von zwei wunderbaren Söhnen (4 und 6 Jahre), habe studiert, sogar promoviert und arbeite in der medinischen Forschung. Immer wieder geht es um die Frage, warum ich nur 50%-Teilzeit arbeite (und das junge Frau Dr.), warum lehne ich mehr Gehalt, nochmal aufsteigen, noch mehr Verantwortung ab (es sind schon sehr spannende Projekte, mehr Geld ist auch nie schlecht;). Und dennoch hatte ich letzte Woche beim Mitarbeitergespräch wieder die Verteidigungsposition. Weil ich einfach liebend gerne Mutter bin. Meine Kinder erfüllen mich mit absoluter Glückseligkeit und unfassbarer Dankbarkeit. Manchmal beobachte ich sie beim Schlafen und könnte weinen vor Glück. Auch jetzt noch und auch obwohl der Alltag mit kleinen Kinder nicht immer einfach und rund ist. Aber Hell Yeah, das ist was ich will! Es sind meine Kinder und die Zeit, die ich mit ihnen verbringen kann, zu dem ich absolut und aus vollem Herzen „ja!“ sagen. Beim Job ist es dann eher – obwohl er mir sehr viel Spass macht und ich tolle Kollegen habe – „Joa“:)! WENN ES KEIN HELL YEAH IST; IST ES EIN NEIN! Das ist ein unfassbar toller Satz! Danke!
    Daher danke für den Artikel. Er hat mich in meiner Entscheidung bestätigt, dass ich einfach Mutter sein darf und Hell Yeah, das macht mich rundum glücklich:)))! (Beim nächsten Gespräch werde ich dann nicht rechtfertigend in die Verterdigungsposition drücken lassen)
    Und auch Dein Weg – das Suchen, in die Ferne, die innere Unruhe – kommt mir bekannt vor. Es freut mich riesig, dass auch Du dein Hell Yeah gefunden hast:)! Es ist toll!
    Danke für den Artikel – „Hell Yeah!“ Ich liebe die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringen kann. Das ist was ich will!
    Alles Gute und weiter so:)

  2. Hey Rebecca,

    danke für den tollen Artikel. Genau das hab ich heute nach meinem langen Arbeitstag gebraucht. Irgendwie weiß man ja innerlich immer, was man eigentlich wirklich will. Man muss es sich halt bewusst machen und Dein Mantra ist dafür super. Und dann muss man sich auch trauen, es durchziehen und umzusetzen. Und das ist für mich das wirklich Schwierige :)

    Macht weiter so, toller Blog.

    Liebe Grüße
    Martina

  3. Liebe Rebecca, hammergeil!!! Vier kleine Fragen, die mich endlich der große Antwort näher bringen. Dabei liegt es doch auf der Hand. Ich bin auch jemand, der alles etwas kann, aber nichts perfekt, darum gibt es immer was zu tun. aber warum bin ich noch nie darauf gekommen, mich zu fragen, was mir am meisten Spaß macht, wann ich glücklich bin!!
    Danke!! Und schöne Weihnachten!
    Christina

  4. Danke wieder für ein tolle Montagsmantra! Eigentlich mag ich Montage nicht besonders – aber seit ich euer montägliches Mantra abonniert habe – hat der Montag eine Seite an sich, auf die ich mich immer freue – und mit der ich mich so wohl fühle (ihr sprecht mir immer aus der Seele – und gebt einem das Gefühl, dass es auch „leicht“ geht!). Danke an euch beide! Ihr seid toll! <3

  5. Liebe Rebecca,

    vielen Dank für diese Worte!Sie sind so wahr und motivieren mich aufs Neue auf mich zu vertrauen, auf meine Kompetenzen und ja, auch nein sagen zu können zu Dingen, die mich nicht erfüllen, bei denen ich aber das Gefühl vermittelt bekomme, dass ich sie unbedingt erledigen sollte.
    Danke für diesen Flow-Antrieb ;-)!
    PS: ich habe dir zwar nicht geschrieben, was deinen Stiefvater angeht, aber ich habe dir gute Wellen geschickt und konnte mitfühlen. Außerdem ist mir noch klarer geworden, wie wichtig mir mein Stiefvater ist und wie sehr er mich auch geprägt hat. <3

  6. Danke für dieses Montagsmantra, liebe Rebecca!
    Es war direkt unheimlich, wie sehr ich mich in den ersten Absätzen wiedergefunden habe. Und auch schön zu sehen, dass es vielen auch so geht.
    „Nein“ zu sagen, wenn es kein „Hell yeah!“ ist, stelle ich mir gerade noch ziemlich schwer vor (mir fällt das generell nicht so leicht, seufz), aber wenn man es nicht für sich selbst tut, wofür dann? Ich werds probieren.
    Also, nochmal: Tausend Dank für diesen inspirierenden Weckruf!

  7. DANKE! DANKE! DANKE!
    Genau das was ich heute morgen brauchte!
    Inspirierend, motivierend, stärkend, Augen öffnend!
    Ich danke Dir und Euch für Eure Montags Mantren!
    Herzlichst,
    Anne

  8. Hallo liebe Rebecca,
    ich freue mich jeden Montag auf die Mantras, weil sie ehrlich aus der Seele sprechen und aufheiternd sind. Egal welches Thema, frei heraus gesprochen und ohne Tamtam.
    Danke, Du erfreust immer mein Herz ;-)
    Sonja

  9. Hallo Rebecca,
    ich danke Euch sehr für die Montagsmantras, die ganz häufig mein Innerstes berühren. Auch heute habe ich mich in vielem wiedergefunden. Nur spüre ich leider bei meiner persönlichen Rückschau so gar kein „hell, yeah“. Ich bin schon so lange auf der Suche nach meiner Berufung, doch nichts fühlt sich wirklich richtig an. Was kann ich noch tun?
    lG und nochmals Danke für die vielen Anregungen :)
    Christina

  10. Liebe Rebecca,

    Wow ich bin gerade etwas sprachlos. Ich wusste zwar, dass ich nicht die einzige auf der Welt bin, die nicht DIE EINE Begabung hat, aber durch deinen Text und den Kommentaren sieht man erst, wie vielen es doch eigentlich genauso geht.
    Ich befinde mich gerade in einer Selbstfindungsphase und dieser Satz hilft mir auf jeden Fall weiter.
    Vielen Dank für deine inspirierenden Worte und hell yeah, macht weiter so :)

    Liebe Grüße,
    Marisa

  11. Liebe Rebecca,
    Vielen Dank für diesen Beitrag! Es ist schön zu sehen, dass viele von uns vor den exakt gleichen Herausforderungen stehen. Ich glaube, der Austausch mit Gleichgesinnten ist ein ganz wichtiger Schritt auf der Suche nach dem „Hell, yeah“. Danke also für den Spiegel heute – der Text stimmt bei mir sogar bis zur PR-Beraterin und dem Musiker-Freund überein. Spannend! :)))
    Lg & einen schönen Start in die Woche
    Edith

  12. Super Mantra, finde es sehr ermutigend!
    Ich bin auch mein Leben lang so ein Typ und sehe, dass ich nun in meinen späten Jahren auf einen bunten Gemüse- Obst- und Blumengarten zurückblicke und nicht auf zwei Zuchtrosen….

  13. liebe Rebecca,

    der Text hätte von mir sein können. Das Gefühl immer nur alles mittelmäßig zu können beschäftigt mich seit Jahren. Im letzten Jahr scheine ich aber das Richtige gefunden zu haben und vor ein paar Wochen habe ich einen tollen Kochkurs gegeben. Hell yeah…..das hat sich richtig gut angefühlt und mich beflügelt.
    Vielen Dank für die tollen Montagsmantras!

    Claudia

  14. Danke liebe Rebecca für dieses Montagsmantra, auch ich habe mich total wiedererkannt. Und es bestärkt mich, den Weg der Suche nach dem einen, dem wirklich meinen, weiter zu gehen und daran zu glauben, dass ich es bald wissen werde.
    Hab eine schöne Woche. Grüße Joanna

  15. Liebe Rebecca,

    ich danke Dir von Herzen für dieses Montagsmantra. Ich habe mich so sehr wiedererkannt in Deinen Zeilen. Auch ich wünschte mir von klein auf eine besondere Begabung zu haben und war neidisch auf Menschen, die genau wussten, was ihr Talent ist und diesen Weg verfolgten. Seit letztem Jahr setze ich mich sehr mit meiner Lebensaufgabe auseinander und je krampfhafter ich suchte, desto weiter entfernte ich mich von mir selbst. Zum Glück lese ich eure Montagsmantren und habe ganz viel Kontakt mit lieben Menschen, dass ich wieder auf meine Intuition und mein Herz vertraue und mit viel Selbstliebe ganz bei mir ankomme. Und genau dann wird es leicht. Das heutige Montagsmantra gibt mir so viel Schwung,ä und Energie. DANKE und hell yeah macht weiter so.
    Namaste Christina

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