Food Diary: So findest du deine optimale Ernährungsweise

Du hast schon viel ausprobiert, immer mal wieder an deinen Ernährungsgewohnheiten geschraubt, aber immer noch nicht das gefunden, was dir gut tut? Leidest du regelmäßig unter Völlegefühl oder Blähungen? Wünschst du dir, endlich eine Ernährungsweise zu finden, die zu dir passt?

Die richtige Ernährung ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden extrem wichtig, denn beides wird stark von der Nahrung, die wir zu uns nehmen, beeinflusst. Dabei lehren vor allem die traditionelle chinesische Medizin und Ayurveda, dass die „richtige“ Ernährung für jeden unterschiedlich ist, je nach deiner individuellen Grundkonstitution.

Um eine erste Idee zu bekommen, brauchst du keinen Ernährungsberater. Mit einem Ernährungstagebuch kannst du selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel dich und deinen Körper nähren und welche eher für Aufruhr sorgen.

Ayurvedische Ernährungsrichtlinien dienen der Wiederherstellung der Harmonie zwischen den Doshas, auf die Nahrungsmittel einen großen Einfluss haben. Wenn du schon deinen Dosha Typ kennst, ist es etwas einfacher herauszufinden, welche Nahrungsmittel dich ins Gleichgewicht bringen, da Ayurveda genaue Do’s and Dont’s bei Lebensmitteln für die jeweiligen Typen kennt. Wenn du ein Mischtyp bist oder du keine Ahnung von deinen Doshas hast, hilft dir diese Strategie herauszufinden, welche Nahrungsmittel dir am besten bekommen.

Ernährungstagebuch führen: So geht’s

Mit Hilfe eines Ernährungs-Protokolls kannst du einen Selbsttest machen, der dir schnell Auskunft darüber verschafft, was dir dir essenstechnisch gut tut und was nicht. Wir haben dir eine Vorlage gebastelt, die dir das Beobachten erleichtert und eine Struktur vorgibt, an die du dich halten kannst.

Einfach aufs Bild klicken und ausdrucken! 

Ernährungstagebuch Vorlage

 

Die Faktoren, die im Ernährungs-Tagebuch aufgelistet sind, frage ich auch in meinen Beratungen ab. Denn es sind viele verschiedene Dinge, die darüber entscheiden, ob und wie wir Nahrungsmittel vertragen.

Schritt 1: Auslöser identifizieren (7 Tage)

Zu Beginn füllst du für eine Woche ganz genau alle vorgegebenen Sparten des Ernährungsprotokolls aus, um einen Überblick zu bekommen was du wann isst und wie du darauf reagierst. Wichtig ist deine Stimmung, denn wenn wir uns beim Essen emotional unausgeglichen fühlen, kann es die Harmonie des Körpers durcheinander bringen. Ebenso wird die Natur des Gemüts wiederum von den subtilen Qualitäten unseres Essens bestimmt. Aber auch die Frage, wie wir essen ist genauso wichtig wie die Frage was wir essen.

Wenn wir zu schnell oder zu viel Essen, wird die Nahrung nicht ausreichend verdaut, was Ama (Schlacken) entstehen lässt. Ama kann wiederum dazu beitragen, dass wir uns energielos und schwer fühlen und legt auf lange Sicht den Grundstein für Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.

Ebenso wichtig ist es das Energie-Level über den Tag verteilt anzuschauen, denn es gibt einen Hinweis darauf, wie gut eine Mahlzeit vom Körper verwertet wird. Zu guter Letzt spielt deine Tätigkeit an den einzelnen Tagen eine wichtige Rolle. Bei sensiblen Menschen wirken sich Stress, zu viele soziale Verpflichtungen oder langes Sitzen negativ auf die Verdauung aus.

Ernährungstagebuch

Schritt 2: Verdächtig Unverträgliches weglassen (10 Tage)

Hast du erst einmal mögliche Verdächtige durch das Protokoll identifizieren können, solltest du diese Lebensmittel oder Lebensmittelgruppe probeweise für 10 Tage meiden und schauen, ob sich ein Unterschied in deiner Befindlichkeit einstellt.

Häufigster Auslöser von Unverträglichkeiten sind Weizen und Milchprodukte. Der Körper kann diese nicht richtig aufnehmen und verarbeiten und entwickelt Symptome wie Kopfschmerzen, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Stimmungsschwankungen.

In diesem Fall solltest du dir jedoch bewusst sein, das die Störung meist in einem zu geringen Verdauungsfeuer (Agni) liegt. Ebenso kann aber auch weißer Zucker Auslöser für diese Symptome sein, da er dazu fähig ist, suchtähnliche Symptome auszulösen, die dem Körper dann regelrecht Entzugserscheinungen bereiten. Andere individuelle Auslöser können die jeweiligen Lebensmittel sein, die dein Dosha aus dem Gleichgewicht bringen und sogar deine Stimmung beeinflussen können.

Schritt 3: Gegentest (1 Tag pro verdächtigtes Lebensmittel)

Um herauszufinden, welches Lebensmittel wirklich eine spürbare Reaktion provoziert, solltest du nach der Phase der Karenz jedes Lebensmittel wieder einzeln auf seine Verträglichkeit prüfen. Nur so kannst du sichergehen, dass du auch wirklich das einzelne Nahrungsmittel identifiziert hast, das du nicht verträgst. Dazu ist es wichtig, dass du an einem Tag immer nur einen „Verdächtigen“ testest.

Über den Tag verteilt und den Tag darauf ist es wichtig, dass du deine Symptome beobachtest und notierst. Dabei spielt die Menge eines Lebensmittels ebenso eine wichtige Rolle – manchmal lösen kleine Mengen keine Beschwerden aus, während größere Mengen desgleichen Lebensmittels eine Reaktion provozieren. Hast du eine Ahnung, dass dies bei dir der Fall sein könnte, kannst du den Test mit verschiedenen Dosissteigerungen wiederholen.

Bei der Auswertung deines Protokolls darfst du nicht vergessen, dass die ayurvedische Ernährungslehre nicht nur einzelne Nahrungsmittel betrachtet, sondern auch bestimmte Nahrungsmittelkombinationen kennt, die die Verdauung stören können. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die Kombination von Früchten mit Milchprodukten. Daher ist es genauso wichtig, deine Reaktion auf bestimmte Kombinationen zu beobachten.

Ohne den Verzicht auf den Geschmack der Zunge kann der Geschmack des Herzens nicht wahrgenommen werden. Eine in Ruhe genossene Mahlzeit, verbunden mit einem Gefühl der Dankbarkeit, trägt dabei am meisten zu unserem Wohlbefinden bei und unterstützt unseren Körper. Reine, sattvische Nahrungsmittel führen zu einem reinen Gemüt. Sich die Zeit zu nehmen für eine intensivere Auseinandersetzung mit deiner Verdauung und dem, was dir gut tut, ist der erste Schritt auf dem Weg dich selbst besser kennen zu lernen.

Gerne unterstütze ich dich dabei auch in meinen Beratungen.

Viel Erfolg beim Ausprobieren und alles Liebe,

Dania

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3 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Dania,

    vielen Dank für den Artikel. Ich bin in so ein kleines Chaos geschlittert vor einigen Jahren, als ich das erste Mal vegan/Rohkost/vegetarisch etc. ausprobiert habe. Die Zeit, als ich mich in einer bestimmten Weise ernährt habe, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Dann bin ich zurück gefallen auf „normales“ Essen und bin davon einfach nicht mehr losgekommen. Es ist, wie wenn der Körper dir sagt „Noch einmal nimmst du es mir nicht weg“ ;)
    Ich fühl mich aber total schlapp, müde, Kopfschmerzen und meine Haut an meinem Kinn ist total schlecht (immer wieder kleine Pickelchen und „Abszesse“ unter der Haut. Ich bin gerade dabei, es ganz konkret medizinisch untersuchen zu lassen, Laktose- und Glutenintoleranz, meine Schilddrüsenwerte noch mal etc. und ich wollte jetzt in meiner Ernährung so ein „Zwischending“ probieren, aber eben etwas, das ich konsequent mehrere Monate oder auch ein Jahr durchziehen kann. Euer PDF scheint mir da wie gerufen, um für mich zu schauen, was ich eigentlich so esse und was ich dann peu á peu weglassen kann. Danke dafür und ich halte euch auf dem Laufenden.

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