How to Online Yoga: Ein Guide fürs digitale Turnen

Seit gut vier Jahren bin ich beruflich in der Onlinebranche unterwegs, liebe innovativen Internetkram und übe schon ewig Yoga. Dennoch gingen MacBook, Web und Yogamatte für mich lange nicht zusammen. Doch inzwischen gibt es richtig gute Angebote, so dass ich digitales Yoga zu schätzen gelernt habe.

Online Yoga hat eine Menge Vorteile:

1. Man kann den Lehrer beschnuppern.

Bevor ich zum Bespiel viel Geld in Workshops oder Retreats investiere, checke ich die Yogalehrer erst einmal Online aus und schau mir an, mit wem ich es zu tun habe. Bei manchen weiß ich sofort: Das wird nix. Andere mag ich auf Anhieb und freue mich dann doppelt auf den Workshop.

2. Es ist total einfach, neue Stile auszuprobieren.

Wir alle urteilen immer wieder über andere Yogastile, (auch wenn wir sie gar nicht kennen). Poweryogis lästern gerne mal über die Kundalinis, Iyengar-Schüler beklagen die schlechte Ausrichtung der Flow-Menschen und die Mysore-Ashtangis können das Gequatsche des Lehrers nicht haben. Also: Lasst uns einfach mal all diese Vorurteile über Board werfen und die Stile üben. Wenn es nichts für dich ist, kannst du die Onlineklasse ja jederzeit verlassen.

3. Online-Yoga inspiriert!

Dieser Punkt ist vor allem für Yogalehrer wichtig. Aus dem Unterricht anderer kann man sich immer wieder wertvolle Anregungen für die eigenen Klassen holen. Das heißt natürlich nicht, dass man blind kopieren soll, aber man muss auch nicht jedes Mal das Rad neu erfinden.

4. Internationale Lehrer in meinem Wohnzimmer!

Okay, wer in einer Großstadt wohnt, hat meistens ein sehr gutes Yogaangebot um die Ecke. Aber wir leben eben nicht alle in München, New York, London oder San Francisco. Ich finde es ziemlich cool, die großen Meister ab und zu auch in meinem Wohnzimmer zu begrüßen.

5. Mit Online-Yoga kann man faul sein…

Manchmal habe ich einfach keinen Bock das Haus zu verlassen. Ich bin zu faul, mir die Haare zu waschen und die ausgebeulte Jogginghose auszuziehen. Meinen mindestens genauso schmuddeligen Rechner stört das zum Glück nicht. An diesen Tagen treffen sich mein Macbook und ich auf eine Runde yogische Gymnastik und alles ist in bester Ordnung.

Online yoga

Trotzdem: Mein Flirt mit dem Online-Yoga ist recht frisch. Jahrelang habe ich mich immer wieder bei den unterschiedlichsten Anbietern registriert, ein-, zweimal geübt und dann nach dem Prinzip Fitness-Studio das Abo noch weitere drei Monate bezahlt ohne es zu nutzen. Das hat sich erst geändert, seit ich folgende Regeln beachte:

Die drei goldenen Grundregeln für Online-Yoga

1. Aus Video mach Audio!

Für Online-Junkies wie mich, gibt es eine einfache Lösung: Stöpsel den Computer an die Anlage an und lass dich berieseln – viereckige Augen kann niemand brauchen. Bei meinem aktuellen Anbieter yogaeasy sind die Yogaübungen zum Beispiel so gut erklärt, dass man die Bilder gar nicht braucht. Außerdem ist es immer gut, konzentriertes Zuhören zu üben.

2. Starte mit kurzen Videos!

Auch wenn eine ultralange Praxis zuhause eine feine Sache sein kann, empfehle ich einen entspannten Start. Wenn du zwischendurch merkst, dass die Zeit für Wäschewaschen, Einkaufen gehen und Duschen doch nicht reicht, um pünktlich beim Dinner mit der besten Freundin zu sein, ist die Gefahr des Abbrechens hoch und am Ende bist du frustriert. Also: Babysteps! 20 bis 40 Minuten Videos reichen erst einmal völlig aus, um ein wenig Abwechslung in deine Praxis zuhause zu bringen.

3. Zieh dich zurück!

Schalte das Handy aus, schließe Facebook und dein Mailprogramm und sag deinem Partner, deiner Mitbewohnerin oder deiner Familie, dass du für eine bestimmte Zeit nicht gestört werden willst. Zünde eine Duftkerze an und richte den Raum, in dem du übst, schön her. Auf diese Weise bringst du dich ganz easy in die richtige Grundstimmung und kannst tief in deine Yogapraxis eintauchen.

Was sind deine Erfahrungen mit Online-Yoga? Was ist dir wichtig? Ich bin gespannt auf deine Tipps und Empfehlungen.

Shine bright and stay tuned!

XOXO, Rebecca

8 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    ich habe auch vor 3-4 Monaten mit Online-Yoga begonnen und finde es total toll, weil man einfach zeit spart und auch mal ne halbe Stunde am Abend möglich ist. Ich übe übrigens mit http://www.yogamehome.org und finde die Plattform deshalb so toll, weil man immer sofort einen Ansprechpartner hat, wenn man mal Fragen an Lehrer hat. Das ist zwar noch immer kein live assist, aber immerhin ;)
    Liebe Grüße
    Stephi

  2. Auf jeden Fall. Obwohl ich immer wieder (auch von Yogalehrer*innen), die ich sehr schätze, höre, dass sie mit DVDs Yoga begonnen haben, bin ich ein großer Fan von korrekter Ausrichtung und verantwortungsbewusstem Üben. Gute Assists kann ein Computer leider noch nicht ersetzen…

  3. Also das mit der Petros Stunde kann ich nachvollziehen. Habe mir die mal angeschaut, als Inspiration und dachte mir auch, also zum Runterkommen ist das ganz schön heftig …. Habe mir jetzt das 6-Monate Abo geleistet aber auch erst zwei sessions gemacht. Vielleicht muss man sich feste Termine setzen, so wie im Studio …

  4. Ich bin mittlerweile totaler yogaeasy fan, weil man mit der iPad App ganz einfach die videos auf das Gerät runterladen kann. So hatte ich letztens wieder mal meine Yoga Session im Hotel dabei.
    Der Tipp mit dem Audio ist auch super! Ich komme viel mehr bei mir an, wenn ich nicht auf den Bildschirm schaue.
    Danke für diesen blog übrigens :-) inspiriert und macht Spaß!

  5. Hm, vielleicht sollte ich es nochmal mit Deinem Tipp “Aus Audio mach Video” versuchen.
    Bisher erging es mir mit Online Yogastudios immer so, wie von Dir im Post beschrieben. Letzten Sommer hatte ich mich nochmal bei Yoga Easy registriert, weil die Idee etwas kürzerer und ruhigerer Sequenzen spät am Abend nach meiner Arbeit mich irgendwie angemacht hat. Dann starb ich in einer Abendklasse mit Petros Haffenrichter. Es war Mitternacht und es sollte zum Runterkommen sein. Danach war ich in der Stimmung, nicht bloss ein paar Bäume, sondern das gesamte Birkenwäldchen hier am Mauerpark auszureißen :D An Schlaf war nicht zu denken. Und so endete auch mein letzter Online Yogastudio-Versuch nach nur einer Klasse. Shame on me, aber meine Nächte sind mir zu heilig, um mit Petros zu sterben. Auf reine Audiosessions hingegen komme ich ganz gut klar. Insofern sollte ich mir Deinen Tipp vielleicht zu Herzen nehmen und der Sache noch eine allerletzte Chance geben.

    1. Naja, wenn Petros sagt “soft”, heißt das für den Normalsterblichen noch lange nichts. Ich vermute, Petros kann sogar im einarmigen Handstand schlafen. Aber mach echt mal mit der Audiovariante, das klappt super. Und ich muss dazu sagen: Morgens Yoga zuhause ist bei mir auch immer besser als Abends… Probier Abends mal die Nivata Mondgruß Klasse. Sehr chillig…

  6. Hallo!
    Ich praktiziere meist zu Hause und geniesse mittlerweile meine eigene Praxis. Online videos sind toll um neuen Input zu bekommen oder wie du schon geschrieben hast, einfach mal um Neues zu probieren. Auch gut um mal wieder erinnert zu werden, worauf man achten soll, das finde ich noch wichtig, gerade zu Hause. Eine Hürde habe ich noch nicht genommen: wohin mit dem Laptop? Ich schieb immer rum, dafür oben, dafür auf dem Boden, jetzt seitlich…. und schon kommt man nicht mehr mit… aber das kriege ich auch noch raus!
    Ab April gibt es was tolles Neues, hier eine Vorschau: http://www.myyogapro.com/
    Das machen doyouyoga.com und Erin Motz zusammen, ich liebe ihre Videos :-)
    Herzlich, Kathrin

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