5 yogische Tipps, mit denen du garantiert besser schläfst

Normalerweise schlafe ich wie ein Stein. Selbst wenn ein LKW durch mein Zimmer fahren würde, würde ich vermutlich nicht aufwachen. Sobald mein Stress- oder Aufregungspegel jedoch eine gewisse Grenze überschreitet, schlägt meine Schlaflethargie ins Gegenteil um und dann liege ich die ganze Nacht wach.

Neulich war es wieder soweit.

Ich habe Schäfchen gezählt, mich krampfhaft in Muskelentspannung probiert, nichts wollte helfen. Als alter Yogi musste ich der Sache natürlich auf den Grund gehen, um für die nächste Insomnia gewappnet zu sein. Mit diesen Tipps findest du wieder besser in den Schlaf, egal, was der Auslöser, deiner Schlafstörung ist.

1. Face your Feelings

Schlafprobleme sind so gut wie nie körperlicher Natur, Jetlag ausgenommen! Und selbst wenn sie sich körperlich manifestieren, war irgendwann einmal unsere Seele der Auslöser.

Schlafkiller Nummer eins sind ungewollte Gefühle. Du kennst das: Du liegst im Bett und das Kopfkino läuft an. Entweder machst du dir die wildesten Fantasien über die Absichten anderer, oder musst nochmal eine ärgerliche Situation durchspielen und überprüfen, ob du dich wirklich angemessen verhalten hast oder du malst dir schon einmal präventiv ein Worst-Case-Szenario für den Folgetag aus. Manchmal sind es noch nicht einmal Gedanken, die uns wach halten, sondern eine innerliche diffuse Unruhe.

Unser erster Reflex ist es, die Gedanken oder Unruhe loswerden zu wollen. Schließlich haben unsere Eltern schon als Kind zu uns gesagt, „mach dir keine Sorgen“, “Hab keine Angst“ anstatt fühl deine Ängste und Sorgen. Wir zwingen uns also einzuschlafen, schauen nochmal auf die Uhr, sehen, dass es schon viel zu spät ist, um noch genügend Schlaf zu bekommen und geraten in eine Stressspirale.

Der erste Schritt ist es, dieses Verhalten grundlegend zu ändern.

Wenn du das nächste Mal nicht einschlafen kannst, schau nicht auf die Uhr und folge nicht blind deinen Gedanken sondern sag dir – so albern es für dich vielleicht klingen mag – „Ich möchte meine Gefühle spüren“.

2. Selbst-Check: Abwehrmechanismen

Manchmal ist es gar nicht so einfach zu merken, dass man seinen Gefühlen ausweicht. Schließlich haben wir uns fast alle in unserer Kindheit schlaue Mechanismen angeeignet, um unangenehme Gefühle nicht spüren zu müssen. Die meisten von uns waren mit Wut, Angst, Hass, Trauer allein gelassen und maßlos überfordert. Wenn wir so richtig aggro auf unsere Geschwister waren, hieß es „Vertragt euch!“. Wo also hin mit der Wut? Verdrängen!

Check also als nächstes, was deine Lieblingsmuster sind, um deinen Gefühlen auszuweichen. Meistens hat man ein bevorzugtes Verhalten, aber vielleicht hast du auch verschiedene Strategien. Wenn du weißt, wie du tickst, kannst du dich bei der nächsten Gefühlsflucht selbst ertappen. Das gilt übrigens nicht nur beim Einschlafen, sondern auch im Alltag.

1. Verdrängen: Du spürst keine konkreten Gefühle aber eine diffuse innerliche Unruhe oder einen schnellen Herzschlag beim Einschlafen.

2. In Tatendrang verfallen:Eine für dich wichtige Aufgabe steht an oder es gilt ein Problem zu lösen und du ackerst dafür bis zur Erschöpfung. Entweder dadurch, dass du im Kopf nach Lösungen suchst und grübelst oder indem du so viel schuftest, dass du deine Müdigkeit übergehst und dein Schlaf-Hormon-Haushalt durcheinander gerät.

3. Intellektualisieren: Du redest dir ein, dass alles nicht so schlimm ist und lösbar oder machst dir nochmal klar, dass du im Recht bist und alle anderen doof. Und trotzdem melden sich beim Einschlafen Selbstzweifel oder quälende Sorgen.

4. Ablenken: Du gönnst dir vor dem Einschlafen noch ein Glässchen Wein und dazu vielleicht Schokolade und beschließt wieder mit dem Rauchen anzufangen. Weil es doch gerade so stressig ist und du das jetzt eben brauchst.

3. Feel your Feelings

Jetzt geht es ans Eingemachte: Spür deine Gefühle anstatt in deinen bevorzugten Modus zu verfallen.

Wenn du schon im Bett liegst, funktioniert es am besten, wenn du dich aufrecht hinsetzt, tief ein und ausatmest und in dich hineinspürst. Wenn sich niemand zurückmeldet, gerate nicht gleich in Panik, sondern atme ruhig weiter und scanne deinen Körper durch. Wo fühlt es sich eng, verspannt oder schmerzhaft an? Diesen Stellen schenke deine Aufmerksamkeit und atme tief in sie hinein. Und nun- so blöd es klingt – sprich mit der Enge, dem Schmerz, dem flatterigen Gefühl in der Herzregion oder dem Kopfschmerz. Sag, dass sich alle Gefühle melden dürfen und willkommen sind. Und atme tief weiter. Beobachte ganz unangestrengt, was passiert, wie sich dein Atem verändert, welche Gefühle sich melden. Wenn sie sich zeigen und präsent sind, bleib ruhig und atme weiter.

4. Übernimm Verantwortung für deine Gefühle

Jetzt sind deine Elternqualitäten gefragt. Denn wenn wir bei unseren Gefühlen sind, sind wir wieder dort angekommen, wo sie herkommen. In unserer Kindheit. Frag dich, was du brauchst oder was dir helfen würde, zum Beispiel was dir die Angst nehmen würde.

Stelle dir diese Situation im Kopf her. Bei mir ist es oft meine liebevolle Omi, die schon längst nicht mehr lebt, aber immer noch ihren Arm um meine Schulter legt, wenn es hart auf hart kommt.

5. Beruhige deine Sinne

Gefühle sind sehr eng mit unseren Sinnen verknüpft. Deshalb können wohlige Düfte mit schönen Kindheitserinnerungen helfen. Ich steh total auf Lavendelaugenkissen. Der Duft erinnert mich an eine Creme aus meiner Kindheit. Falls du andere Düfte bevorzugst, schau mal bei Sunday.de vorbei. Hier gibt es sorgfältig ausgewählte natürliche Aromaöle und feinstes Chakra-Räucherwerk.

Dann ist für mich Wärme ganz wichtig. Ich durfte mir gerade bei dem Online-Shop perfekt schlafen eine Bettdecke aussuchen, die warm und gleichzeitig ultraleicht ist. Ich liebe sie jetzt schon. Es gibt nichts Schlimmeres als im Bett zu frieren oder wenn Bettdecken zu schwer sind oder noch schlimmer: knistern.

Wenn du ein auditiver Typ bist, helfen dir vielleicht beruhigende Mantren, die du zum Einschlafen hören kannst. Ich liebe das Mantra „Aad Guray Nameh“. Es ist ein über 3.000 Jahre altes Mantra, das im Kundalini Yoga und im tibetischen Buddhismus verwendet wird. Es ist ein Schutz-Mantra, das hilft Ängste loszulassen und die innere Führung wiederzufinden. Meine Lieblingsversion ist die von Jai-Jagdeesh. Auf YouTube gibt es eine wunderschöne Live-Version mit kurzer Meditationsanleitung dazu. Danach schlafe ich immer wie ein Baby.

Wenn du am besten durch körperliche Bewegung zur Ruhe findest, probier mal Yin Yoga aus, zum Beispiel online bei Yogaeasy.de.

Welche sind deine persönlichen Einschlaftipps? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

In diesem Sinne, schlaf gut!

Deine Franziska

4 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Der von dir beschriebene Weg ist ein wichtiger Baustein für meine geistige Hygiene. Ich wende dazu noch weitere Bausteine an…

    Sicherheit – ich suggeriere mit eine vor den Problemen sichere Schlafstätte in der ich geborgen liege (die Methode ist zu lang zum Bechreiben, aber findet sich in dem Ratgeber „Problemlos einschlafen“ mit guten Übungen zur kostenlosen Vorschau

    http://books.google.de/books?id=qgasBAAAQBAJ&pg

    Ernährung – Eiweiß und Kohlehydrate zur richtigen Zeit
    Licht – Morgens hell, kurz vor dem Schlafen Dämmerung
    Schlafzimmer – ein reines Schlaf-Zimmer
    Kaffee – ich habe dank dem Ratgeber herausgefunden, dass ich zu den 7% der Menschen gehöre, die Koffein in der Leber nur sehr langsam abbauen.

    Seit dem schlafe ich meistens innerhalb weniger Minuten ein… herrlich. Kein Mensch braucht Pillen!

    Schlaft gut!

  2. Hey Franzi,

    ich schwöre auf einen ausgiebigen Abendspaziergang. Macht den Kopf frei und gibt eine angenehme Kühle, so dass man sich anschließend noch mehr auf die warme Koje freut. ;)

    Herzlich,
    Maria Ma

  3. Ihr Lieben!

    Ich halte seit gestern meinen tollen Gewinn in den Händen und bin schon fleißig am Lesen und Probieren von Yin-Yoga…Vielen lieben Dank noch mal dafür ;-)
    Von Herzen
    Julia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*