Was ist für dich wesentlich?

„Ach so eine bist du!“ sagte letzte Woche meine Freundin Dana zu mir, als ich ihr beim Snacks kaufen im Bioladen erzählte, dass ich in der Fastenzeit keine Süßigkeiten essen wollte. Wir unterhielten uns nicht weiter über den Sinn und Unsinn meines selbst verordneten Verzichts, doch Danas Kommentar blieb mir im Kopf.

Von Handyfasten über Meditations-Challenges bis hin zu Saftkuren – mit Sicherheit wurden dir auch von allen Ecken und Enden Verzichtsideen für die Tage zwischen Fasching und Ostern offeriert. Unter anderen auch von mir. Viele verschiedene Möglichkeiten, den Körper rein und den Geist ruhig zu halten, weil man es in der Fastenzeit eben so macht.

Grundsätzlich habe ich überhaupt nichts gegen das Fasten. Im Gegenteil. Ich halte es für eine gute Idee, von Zeit zu Zeit Überflüssiges wegzulassen und Platz für Neues zu schaffen.

Doch Hand aufs Herz: Hast du dir ernsthaft Gedanken gemacht, warum du eigentlich fastest?

Ich nicht. Das wurde mir plötzlich klar, als Dana ihre Bemerkung fallen ließ. Ich begann über den Sinn und Unsinn des Fastens nachzudenken und musste mir eingestehen, dass Zuckerfasten als Verzichtsstrategie in meinem Falle gar keinen Sinn macht, weil ich ohnehin nicht besonders viel Zucker esse. Dass es eine reine Verlegenheitsidee war, weil ich mir keine Zeit genommen hatte, zu überlegen ob und in welcher Form ich fasten möchte.

Beim Fasten geht es darum, sich auf das Wesentliche zu beschränken.

Das Wesentliche ist das, was wirklich wichtig ist. Falls du dich in meiner Geschichte wieder erkannt hast, habe ich einen Vorschlag: Anstatt nur des Verzichts wegen zu fasten, frag dich lieber:

  • Was ist wesentlich in meinem Leben?
  • Was hält mich davon ab?
  • Was brauche ich eigentlich nicht und nimmt unnötig viel Raum ein?
  • Was ist mir in meinem Alltag wirklich wichtig?

Bei mir sahen die Antworten so aus:

  • Zur Zeit ist es mir vor allem wichtig, Zeit alleine, mit meinem Freund und meiner Familie zu verbringen
  • Ich verzettel mich aber gerne mit Arbeit, neuen Ideen und Verabredungen
  • Und verschwende unheimlich viel Zeit beim unfokussierten Rumhängen im Internet. Stichwort Social Media.
  • Im Alltag sind mir regelmäßige Yogaklassen, gutes, gesundes Essen, mein Job, ein hübsches Zuhause und Verschnaufpausen wichtig

Wenn du jetzt auf deine Liste schaust, kannst du sicherlich auch sofort erkennen, woran es hakt. Aber auch, wo es richtig rund läuft.

Meine Eigendiagnose lautet: Eigentlich läuft es ganz gut für mich. Ich liebe meinen Job, habe ein schönes Zuhause und einen super Freund. Tolles Yoga und lecker Essen sind meistens verfügbar. Was ich nicht gut hinkriege, ist die Sache mit der Zeit. Der Rechner läuft oft bis spät abends und die Hand zuckt viel zu oft in Richtung Handy. Menschen, die mir wirklich wichtig sind, bekomme ich viel zu selten zu Gesicht, dafür lese ich ständig Statusupdates von Leuten, die ich überhaupt nicht kenne.

Mit dieser Erkenntnis im Kopf, frage ich mich eines: Warum zur Hölle sollte ich Zuckerfasten? Sicherlich schadet es nicht, aber den Weg zum Wesentlichen würde es nicht ebnen. Deshalb habe ich mein Verzichtsvorhaben korrigiert.

Ich werde bis Ostern mein Online- und Arbeits-Verhalten anpassen. Konkret so:

  • Mails und Social Media checke ich nur noch zwei Mal täglich
  • In der Stunde vor dem Schlafengehen nutze ich keine elektronischen Geräte mehr
  • Jede Woche nehme ich mir zwei Tage komplett frei

Meine persönliche Fastenzeit startet heute. Mit einem Schokoriegel, Internet-Verbot und dem festen Vorsatz, die neuen Gewohnheiten auch nach Ostern in mein Leben zu integrieren. Wenn du magst, überdenke dein Detox-Programm noch einmal und lass dich hiervon durch die Woche begleiten.

Dein Montagsmantra: Ich richte den Blick auf das Wesentliche

Ich bin gespannt, ob es dir ähnlich geht wie mir. Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Wenn du deine persönliche Fastenzeit mit einem drei sehr besonderen Tagen beenden möchtest, habe ich etwas für dich: Am Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag unterrichte in ein Urban Detox Retreat in Berlin, bei dem du noch ein bisschen tiefer graben kannst. Gekrönt wird das Retreat von einem bombastischen Ostersonntags-Brunch. Worum es genau beim EASTER URBAN DETOX geht und wie du dich anmeldest, erfährst du hier.

Unterschrift XOXO Rebecca_pink

 

 

 

 

 

Titelbild via Pixabay

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23 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für den super Artikel und all eure Denkanstöße. Was bei mir nach langem Nachdenken über die 4 Fragen herauskam, ist nicht Süßes oder Ähnliches zu fasten; schließlich esse ich nicht viel davon. Stattdessen werde ich Gedanken fasten. Denn negative Gedanken und Ängste sind gerade im Moment das, was in mir unnötig viel Raum einnimmt und mich vom Wesentlichen und von meinen Zielen abhält.

    Viele Grüße,
    Sandra

  2. Hey super Artikel Rebecca! : )
    Das mit dem Online-Detox könnte ich mir auch mal wieder hinter die Ohren schreiben.. aber ich esse – im Gegensatz zu dir – schon sehr sehr gerne Süßes! Nur wurde mir in letzter Zeit etwas klar: Auf „Verzicht“ in jeglicher Form folgt immer eine Art Gegenbewegung, die das Ganze wieder ausgleicht. Ich kann echt ziemlich diszipliniert sein, auch über längere Zeit hinweg, habe aber gemerkt dass es auf Dauer trotzdem nicht funktioniert!
    Mein „Fasten“ sieht deshalb gerade so aus, dass ich auf „mich dafür schlecht fühlen“ verzichte. Ja, ich verzichte auf’s Verzichten! Ich esse wonach mir ist, und wenn es eine ganze Packung Ben & Jerry’s auf einmal ist. Und das Erstaunliche: Ich fühle mich viel besser & habe seither sogar eher abgenommen!
    Ich glaube, dass zu viele Gedanken um ein Thema viel „schädlicher“ sind als die Dinge selbst (egal um was es jetzt geht).
    Falls speziell zum Thema Ernährung/Emotional Eating jemand Input bräuchte, kann ich euch Isabel Foxen Duke wärmstens empfehlen (einfach mal googeln)! Habe sie vor einiger Zeit zufällig entdeckt und bin wirklich begeistert von ihrer Message (sonst würde ich es auch nicht teilen).
    Ich finde, es redet einfach niemand über das Thema! Überall hört man nur Detox hier und Green Juice da.. aber über die Realität, wie es für viele tatsächlich aussieht (hinter verborgenen Türen) spricht niemand. Ihr Ansatz ist derart „radikal“ und dabei gleichzeitig so offensichtlich und bodenständig, dass es echt gut tut und man eigentlich nur einsehen kann, dass einem das der Hausverstand eh schon immer gesagt hat.

    Natürlich, es ist für jeden anders und kommt auch darauf an wo man gerade auf seinem Weg ist. Ich habe auch überhaupt nichts gegen Fasten!! Wie gesagt, habe das selber schon oft auf die verschiedensten Weisen gemacht und auch gute Erfahrungen damit. Aber jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich mal einfach GAR NICHTS fasten will.

    xoxo

  3. Hallo Rebecca,
    ich faste in diesem Jahr konsequent Energiediebe und hole mir stattdessen so viele Energiebringer in mein Leben wie es geht. :-)

    Zu oft stecken wir uns selbst in Situationen oder Tätigkeiten, die eigentlich nur Energie rauben. Bei mir ist das wie bei dir unfokussiertes Surfen oder auch Chatten über einen Messenger. Die Fastenzeit empfand ich als ideale Zeit, um mir diese Energiediebe abzugewöhnen und dann mit ganz viel Power ins Frühjahr zu starten.

    Viele Grüße
    Maike

  4. Schöner Beitrag. Vielen Dank Rebecca. Ich habe jede Menge zu tun;) Zum Social Media Fasten kommt bei mir auch das Zuckerfasten dazu. Und da es im Team leichter geht, machen wir das mit der Yogagruppe. Es geht morgens schon ganz besinnlich los mit Meditation, Schweigen, ganz intensiver Körperpflege, so dass der Fokus auf das WESENtliche gesetzt wird, wie Daniela so schön sagt;)
    Ich bin glücklich, dass ich euch entdeckt habe und euch nun regelmässig folgen darf! Hoffe, es klappt zeitlich bald mal mit einem Workshop bei euch!! Eine tolle Woche Christina

  5. Ich habe in meinem Eintauchen in die Lehren einen Aspekt gefunden, der es ergänzt, anders ausdrückt, dennoch EINS ist:

    Nach der christlichen Lehre soll das Fasten kein Selbstzweck sein, sondern die Sinne durch das Aussetzen von automatisierten Gewohnheiten bewusster auf Gott hin ausrichten. Dem mag ich zustimmen, aus ganzem Herzen. Denn das Göttliche trage ich in mir. Und sich MIR zuzuwenden ist wahrlich das, was Seele sich wünscht.

    Und schon sind wir wieder beim WESENtlichen, dem eigenen WESEN selbst.

    Danke für deine stets so präsenten (wesentlichen) Worte. Welch Genuss euer Blog.

    Mit Herzensgrüßen aus den Tiroler Bergen
    Daniela

  6. Liebe Rebecca,

    Du sprichst mir aus der Seele. Genau dieses Thema habe ich letzte Woche mit einer Freundin diskutiert. Für mich ist Fasten das ausprobieren von neuen Gewohnheiten und dadurch auch das ablegen alter. Z.B. steht meiner morgendlichen Yoga- und Meditationsroutine immer dieser Snoozebutton im Weg, daher faste ich snoozen und steh jeden morgen direkt nach dem ersten klingeln auf. Ich hoffe, dass ich sich diese Gewohnheit dann festigt und ich auch nach der Fastenzeit besser aus dem Bett komme.
    Fasten heißt zwar verzichten, soll aber meiner Meinung nach auch ruhig zu etwas positivem führen.

    In diesem Sinne wünsche ich dir eine schöne Woche und DANKE für das schöne Mantra.

  7. Danke für dieses Mantra … und für all die anderen!
    Ich fühle mich bestätigt darin, wie ich dieses Jahr an die Fastenzeit ran gegangen bin und das ist toll, hilft es mir doch ungemein durchzuhalten.
    Liebe Grüße – Philippa

  8. Sehr schöner Beitrag liebe Rebecca.
    Ähnliches habe ich mir vor wenigen Wochen auserkoren und begonnen
    (Stichwort: Digital Detox… ;-) ).
    Nur habe ich mir kein Ende gesetzt, mich aber auch nicht für eine bestimmte Zeitspanne unter Druck gesetzt.
    Es gibt Tage an denen es super und Tage an denen es weniger super klappt… Aber ich bin vorangeschritten auf dem Weg des Wesentlichen – und der Weg ist ja bekanntlich das Ziel! :-)
    Gerade jetzt – in der Zeit von Klicks,Likes,Posts,multipler Achtsamkeit und Inspirationsmöglickeiten uns irgendwie & -wo selbst zu finden besteht ein enormes Potential sich zu verennen…
    In diesem Sinne: schönes (wesentliches) Montragsmantra. Danke! ☀️

  9. guten morgen :)

    genau DAS war in diesem jahr mein problem: ich faste gerade nicht, weil ich einfach „nichts finden“ konnte.
    die klassischen gründe sprachen mich einfach nicht an. dabei faste ich eigentlich gerne, nur diesmal fehlte mir das ding, was mein herz anspricht.
    ich denke, wenn ich diese fragen und antworten mir vor augen führe, wird es mir leichter fallen – danke!

    liebe grüße und eine schöne woche
    tina

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