Reisen ohne fliegen: 3 Reisedokus, die du kennen solltest

Masterabschluss in der Tasche: So, ich bin dann mal weg!

Zunächst erst einmal nach Leipzig, endlich eine Freundin besuchen. Das war wirklich überfällig nach einem Jahr nicht sehen. Doch auch eine längere Reise steht auf den Plan: Drei Monate nach Indien! Schon lange hege ich diesen Traum und nun kann ich ihn endlich in die Tat umsetzen. Meine sieben Sachen packen und dann auf und davon. 

Die Faszination des Reisens treibt mich schon lange um.

Momentan lese ich viele Blogs und höre Podcasts zum Reisen, um mein Fernweh zu stillen. Auch Reise-Dokus haben es mir angetan. Seit ich den Film WEIT geschaut habe, bin ich völlig verzaubert.

Der Zufall will es, dass ich auf meiner Busfahrt nach Leipzig ein Gesicht aus dem neuesten Doku-Streifen Blown Away wiedererkenne. Leah, Sängerin und Songwriterin aus Chicago, mit der die beiden Protagonisten zusammen einen Song aufnehmen.

Ich traue mich und spreche sie an. Wir kommen ins Gespräch über den Film, die Songs und ihre Eindrücke über ihre bisherige Reise durch Deutschland während der Kinotour des Films. Sie schenkt mir einen USB-Stick mit ihrer Musik und schon hat das Reisen wieder für mehr Verbindung zwischen zwei Welten gesorgt.

Der Traum von einer Weltreise oder einer Auszeit, wer hat ihn nicht?

Nach dem Abitur oder den Studienabschluss eine längere Reise machen? Oder Work and Travel in Australien? Alles kein Problem mehr. Die Globalisierung macht es leicht und Backpacking ist längst kein Extremurlaub mehr. 

Selbstfinden à la “Eat, Pray, Love”

Mit berühmten Verfilmungen von Büchern wie “Eat, Pray, Love” greift die Filmbranche Reise-Geschichten und Erfahrungsberichte auf und schürt das Fernweh und die Sehnsuchtsgefühle umso mehr: All dem Druck und Stress entfliehen, um sich selbst wiederzufinden.

“Nur wer umherschweift, findet neue Wege” – norwegisches Sprichwort

Aber geht es denn wirklich noch darum, wenn wir unsere nächste Reise planen? Oder wollen wir nur noch möglichst viele Länder sehen, um sie auf unserer persönlichen Liste abzuhaken?

Nachhaltig und achtsam reisen: Diese Ideale und Werte sollten uns wieder mehr ins Bewusstsein gebracht werden. 

Gerade in Zeiten des Klimawandels und globaler Konflikte ist es umso wichtiger, das eigene Reiseverhalten zu reflektieren.

Auch die Reisenden selbst setzen sich mehr mit dem bewussten Reisen auseinander. Geschichten von Slow Travel werden immer beliebter und die dazugehörigen Reise-Dokus entstehen häufig per Zufall: Aus privaten Kameraaufnahmen werden durch Crowdfunding schließlich richtige Filme.

Ich habe mir drei Dokus angesehen, die einen Fokus auf derartig bewusstes Reisen legen. 

WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt, Deutschland 2017

Besonders nachhaltig reisen und möglichst viele Menschen kennenlernen: Das ist Gwendolin Weissers und Patrick Allgaiers Ziel. Drei Jahre durch die Welt reisen, ganz ohne Flugzeug, größtenteils nur trampen. Sie wollen von fünf Euro pro Person am Tag leben und soweit in den Osten reisen, bis sie wieder im Westen ankommen.

Weltenbummeln ohne Plan? So einfach ist es nicht.

Im ersten Jahr klappt es ganz gut. In den anderen Jahren müssen sie etwas umplanen, denn mittlerweile sind auf ihrer Reise Eltern geworden und zu dritt! Das tut der Reise allerdings keinen Abbruch. Weiterhin reisen sie ohne Flugzeug, steigen aber vom Trampen auf einen VW-Bus um.

Im Laufe der Reise entstehen tolle Kameraaufnahmen, die eigentlich für die Familie und den Freundeskreis gedacht sind. Erst im Nachhinein entstand dieser Film. Er gehört zu meinen Lieblingsfilmen: Besonders die Musik ist sehr schön und auch die Begegnungen mit den Menschen sehr bewegend.

Reiß aus. Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum, Deutschland 2019

Während seines Jobs hat Ulrich Stirnat ein Burn-Out und das mit Anfang 30. Auch seine Freundin Lena Wendt fühlt sich unvollständig in ihrem Leben in Hamburg. Beide brauchen definitiv eine Auszeit, um wieder zu sich selbst zu spüren. Auf der Suche nach dem Schlüssel zu selbst.

Die beiden haben einen Plan: Ohne vorher je ein Auto besessen, geschweige denn einen Reifen gewechselt zu haben, wollen sie mit ihrem Landrover Terés von Hamburg nach Südafrika fahren. Doch es kommt alles anders als geplant.

Die beiden sind fasziniert von den Ländern und den Menschen. Sie beschließen weiter durch Westafrika zu reisen, statt wie geplant nach Südafrika zu fahren. Insgesamt legen sie dabei 46.000 Kilometer zurück – mehr als einmal um die Welt. Dabei erleben sie abenteuerliche Situationen, die sie auch an ihre mentalen Grenzen bringen.

Sie lernen dabei viel über sich selbst und den achtsamen Umgang in zwischenmenschlichen Beziehungen. Besonders das schätze ich an Reiß aus. Die beiden sind sehr reflektiert in ihrem Umgang mit den Menschen vor Ort.

Sie unterstützen lokale, kleine Projekte, aber nicht nur, indem sie geben, sondern auf Tausch-Basis mit den Menschen. Wichtig war ihnen auf ihrer Reise, mit den Menschen auf Augenhöhe zu bleiben.

Blown Away – Music, Miles and Magic, Deutschland 2019

Eine außergewöhnliche Geschichte zweier Freunde, die vier Jahre mit einem Segelboot und einem Bus die ganze Welt bereisen. Ben beendet sein Studium in Australien. Als er seinen Rückflug nach Deutschland verpasst, kommt ihm die Idee, mit einem Segelboot zurück zu segeln.

Spontan bittet er seinen Freund Hannes, ihn auf bei seinen Vorhaben zu begleiten. Weder eine Segelausbildung noch ein Segelboot können die beiden vorweisen, doch das hält sie nicht von ihrem Plan ab. 

Beim Segeln allein soll es aber nicht bleiben. Ben und Hannes sind Tontechniker und leidenschaftliche Musiker. Während ihrer Reise wollen andere Musiker*innen kennenlernen und mit ihnen zusammen jammen.

Insgesamt entstehen dabei 130 Songs, die sie als die “Sailing Conductors” auf zwei Platten herausbringen.

Ein Gute-Laune-Film über Musik und das Leben.

Ihre Musik hat mich völlig umgehauen und läuft jetzt schon daheim in Dauerschleife. Die vielen inspirierenden Menschen und Songs führen dazu, über kulturelle Unterschiede hinaus zu denken und zu erkennen, dass wir Menschen letztendlich alle miteinander verbunden sind.

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Alle drei Filme sind inspirierende und authentische Dokus übers Reisen.

Sie beflügeln dich mit guter Laune, lösen pures Fernweh aus, aber regen auch zum Nachdenken an. 

Sie geben uns einen Einblick in eine andere Form des Reisens, die für uns zunächst unmöglich erscheint oder uns vielleicht sogar einschüchtert. Doch ermutigen sie auch dazu, die eigenen Träume und Wünsche anzunehmen, weiter zu denken und sich nicht selbst zu beschränken.

Du hast Lust bekommen, dir die Filme anzuschauen?

Die meisten Filme sind noch auf Kinotour oder im Sommer im Freiluftkino zu sehen. Den Film WEIT kannst du mittlerweile online streamen oder kaufen. Für mehr Infos schau auf den jeweiligen Homepages vorbei.

Du kennst noch weitere Dokus, die in die Liste aufgenommen werden sollten?

Dann hinterlasse mir gerne ein Kommentar. Ich freue mich über deine Nachricht!

Alles Liebe, Valerie

Titelbild © Dino Reichmuth via Unsplash

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Ein Kommentar / Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Valerie,

    vielen Dank für deinen Artikel.

    Ich kannte keine der Dokus.

    Umso mehr freue ich mich, sie jetzt zu kennen bzw. mir so schnell wie möglich anzuschauen.

    Ich bin heute 38 Jahre alt und blicke immer wieder gerne auf meine vielen Reisen zurück.

    Sei es durch Afrika, Asien, Südamerika oder den USA.

    Das Reisen hat mein Leben immer schon begleitet.

    Und das wird sich auch nie ändern.

    Wie sehr sich doch meine Persönlichkeit entwickelt, wenn ich wieder unterwegs bin.

    Und wie schön doch auch dieses Gefühl ist, das Gefühl von Freiheit und Verbundenheit zu spüren, wenn man wieder weit in der Welt da draussen ist.

    Ich liebe es und es wird wohl nie enden.

    Lieben Gruß, Michel

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