Filmspiration: Was mit unserem Müll wirklich passiert

Mein Vater ist ein David, der schon länger gegen Goliath kämpft als es das Wort “Biogemüse” gibt; er hatte noch nie ein Problem damit, wildfremden Leuten auf der Straße zu sagen, dass sie den Motor ihres stehenden Autos abstellen sollen. Wir Kinder wussten immer genau, wie man Müll trennt, dass man kein Essen verschwendet und möglichst wenig mit dem Auto fährt.

Insofern ist er eine Inspiration für mich, jeden Tag mein Bestes zu geben und Müll zu vermeiden. Aber natürlich ist es einfacher, nicht darüber nachzudenken. Manche der Filme, die ich euch hier vorstelle, sind dramatische Augenöffner. Die anderen erbauliche Geschichten von Lösungswegen, die wir alle mit beschreiten können.

Von Ostalgie zu Nachhaltigkeit: Kommen Rührgeräte in den Himmel? (2016)

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Screenshot (Trailer)

Design-Studentin Carmen kauft sich auf dem Flohmarkt ein DDR-Handrührgerät, das RG28, das, obwohl es über 30 Jahre alt ist, noch einwandfrei funktioniert. Fasziniert von der Langlebigkeit des Gerätes fragt sie sich, warum wir heute unsere Geräte oft nach kurzer Zeit achtlos entsorgen und was diese Haltung gegenüber Dingen über die Gesellschaft aussagt.

Sie trifft Psycholog*innen, Designer*innen, Ökonom*innen und schließlich auch die Menschen, die das RG28 gebaut haben… Ein poetischer Film über Nachhaltigkeit und was die menschliche Einstellung zu Konsum damit zu tun hat.

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Jeremy Irons auf Müllexpedition: Trashed – Weggeworfen (2012)

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via Tiberius Film

Weißt du, was mit deinem Müll wirklich passiert? Oscarpreisträger Jeremy Irons begibt sich auf eine Reise zu den giftigsten und mülligsten Orten der Welt: gigantischen Müllbergen, dem Großen Pazifikmüllfleck und unterirdischen Giftgruben.

Verdreckte Landschaft, sterbende Ökosysteme, Mikroplastik in unseren Nahrungsmitteln: Welche Auswirkungen Müll auf die Natur und die Ozeane hat, ist uns eigentlich bekannt – wir konsumieren aber meistens, ohne uns der Konsequenzen bewusst zu sein. Der Film führt uns in dramatischen Bildern vor Augen, dass eine “Aus den Augen, aus dem Sinn”-Einstellung nicht weiter haltbar ist, wenn wir die Erde retten wollen.

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Abenteuer eines Zero-Waste-Pärchens: Just Eat It – A Food Waste Story (2014)

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© Peg Leg Films

Dass Lebensmittel in unglaublichen Ausmaßen verschwendet werden, ist kein Geheimnis. Aber wie immer gilt: So richtig vorstellen können wir uns nicht, was mit dem ganzen Brot von gestern passiert.

Das Filmemacherpärchen Grant Baldwin und Jen Rustemeyer wurde bereits 2010 mit dem Film The Clean Bin Project zum Publikumsliebling. Darin dokumentieren die beiden einen Wettbewerb: Wer von ihnen innerhalb eines Jahres weniger Müll produziert, gewinnt.

Just Eat It ist eine Art zweite Folge: Die beiden beschließen, sich 6 Monate lang nur noch von Lebensmitteln zu ernähren, die ansonsten weggeworfen würden. Bei ihrer Recherche treffen sie auf Expert*innen und Unternehmer*innen aus Landwirtschaft und Lebensmittelhandel – und auf unfassbar große Berge an absolut verwendbaren Lebensmitteln, die als “unverkäuflich” oder “verdorben” gelten. In den 6 Monaten „retten“ sie Essen im Wert von 20.000 $, und geben dafür nur unglaubliche 200 $ aus.

Trailer ansehen oder über Vimeo streamen (kostenpflichtig) (Englische OV)

Von der Müllhalde ins Museum: Waste Land (2010)

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© Vik Muniz Studio

Wie und warum leben Menschen eigentlich auf Müllhalden? Künstler und Fotograf Vik Muniz aus São Paulo, der zu den wichtigsten brasilianischen Gegenwartskünstlern gehört, forscht nach. Auf der größten Müllhalde der Welt in Rio de Janeiro realisiert er ein Kunstprojekt – und zwar gemeinsam mit den Müllsammlerinnen und Müllsammlern, die davon leben, im Abfall nach verwertbaren Materialien zu suchen.

Begleitet wird er über drei Jahre von Filmemacherin Lucy Walker. Auch dieser Film führt uns eine Welt vor Augen, die wir mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit selbst noch nie erlebt haben. Seine Message ist aber hoffnungsvoll: Durch das Kunstprojekt, das die sogenannten Catadores mit Muniz realisieren, eröffnen sich ihnen völlig neue Möglichkeiten, den Müllberg hinter sich zu lassen: Der Erlös seiner Arbeiten geht an sie.

Für seinen Film gewann Muniz 2010 bei der Berlinale den Panorama Publikumspreis sowie den Human Rights Award von Amnesty International.

Trailer anschauen oder DVD kaufen (OmU)

Von wegen „Recycling“: The E-Waste Tragedy (2014)

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© Cosima Dannoritzer

Was passiert mit dem ganzen Elektroschrott, den wir produzieren, wenn wir alle paar Monate ein neues Smartphone kaufen? Leider werden nur 25% davon nach den gesetzlichen Vorgaben entsorgt. Der Rest landet durch Schmuggel in Entwicklungsländern, wo er zu Geld gemacht wird.

Cosima Dannoritzer begleitet den Umweltexperten und Journalisten Mike Anane aus Ghana auf eine Elektro-Müllhalde nahe der Hauptstadt Accra: Menschen arbeiten hier unter unsäglichen Bedingungen. Die Umwelt leidet unter der unsachgemäßen Verbrennung und Verklappung des Schrottes. Und die Müllmafia verdient daran angeblich mehr Geld als Drogenkartelle. Auch hier werden wir mit extrem unangenehmen Wahrheiten konfrontiert.

Trailer anschauen oder gratis Vollversion ansehen (Registrierung nötig, Englische OV)

Ölfreies Familienleben: Recipes for disaster – Anleitung zur Katastrophe (2008)

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Screenshot (Trailer)

Der Trailer ist schon ziemlich witzig: Familienvater und Filmemacher John Webster überzeugt seine Frau und seine Kinder, ein Jahr auf Erdöl zu verzichten. Sprich, kein Plastik, keinerlei Produkte, die auch nur einen Tropfen Erdöl enthalten – wie ganz normale Zahnpasta.

Was klar wird: Das Problem ist viel größer, als man denkt – und es kriecht durch alle Ritzen in dein Leben. Die Erlebnisse der Familie und die Herausforderungen, vor die das Projekt nicht zuletzt die Beziehung des Filmemachers zu seiner Frau und seinen Kindern stellt, werfen viele Fragen auf.

“Papa, aber deine Kamera ist auch aus Plastik!” – Gut gekontert, Kleiner.

Trailer (Englisch) anschauen oder deutsche Vollversion gratis bei YouTube ansehen

Auch sehenswert (unvollständige Liste):

Wenn man sich diese Filme so ansieht, macht sich leicht ein Gefühl von Ohnmacht breit.

Aber für meinen Papa hat das typische Argument “Wir können doch sowieso nichts ausrichten” noch nie gezählt. Deshalb ist er auch mein größtes Vorbild, was Umweltschutz und den kleinen Beitrag zu einem saubereren Planeten anbelangt. Denn jeder Plastikbecher macht sehr wohl einen Unterschied.

Diese Liste ist nur eine kleine Auswahl – welche Filme kannst du mir außerdem zu dem Thema empfehlen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Viel Erfolg beim Müllvermeiden <3

Deine Uli

Titelbild via Tiberius Film aus Trashed – Weggeworfen

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