Montagsmantra: Is mir egal, ich lass das jetzt so

Das heutige Montagsmantra begleitet mich schon seit Jahren. Ich erinnere mich noch gut an das T-Shirt, das im Schaufenster eines kleinen Ladens hing, an dem ich Tag für Tag auf dem Weg zur Arbeit vorbei musste. Auf dem Shirt stand in fetten Lettern:

Is mir egal, ich lass das jetzt so!

Auch wenn inzwischen einige Jahre vergangen sind und ich mich wirklich bemühe, das Paretoprinzip anzuwenden, kommt mir mein Perfektionismus immer wieder in die Quere. Und damit meine ich nicht den Pseudo-Perfektionismus aus dem Vorstellungsgespräch, wenn man nach seinen Schwächen gefragt wird, sondern den Perfektionismus, eine halbe Stunde Zeit darauf zu verwenden, einen bereits gut formatierten Blogpost 30 Minuten lang in allen Varianten neu zu formatieren oder stundenlang an einer Playlist für eine Yogaklasse herumzudoktoren, um am Ende doch nur zwei Songs zu tauschen.

Als es letzte Woche um die letzten Vorbereitungen für meinen Indien-Trip ging, geriet ich etwas ins Schwimmen. Impfen, Visum beantragen, Reisekram shoppen, regulärer Business-Kram, Yoga unterrichten, Blog-Content für vier Wochen vorbereiten, Yoga-Vertretungen organisieren, etc. Meine To-Do-List wurde von Tag zu Tag länger anstatt kürzer und ob ich wollte oder nicht: Von meinem Perfektionismus musste ich mich verabschieden.

In den letzten Tagen vor Abreise habe ich oft gedanklich einen Haken hinter Dinge gesetzt, mit denen ich noch lange nicht zufrieden war. Und siehe da: Ich habe alles easy peasy und mit viel Leichtigkeit erledigt und konnte am Mittwoch ohne vorherige Nachtschicht in den Flieger gen Goa steigen.

Deshalb ist mein Rat an dich für diese Woche ganz simpel. Sag öfter mal zu dir selbst:

Is mir egal, ich lass das jetzt so!

Die Zeit, die du dir sparst, ist möglicherweise wichtiger, als die Perfektion, die du dir in deinen Projekten wünschst und vielleicht genau das, was du brauchst, um gut zu dir selbst zu sein. Am Ende merkt meistens sowieso niemand außer dir, wie viel Energie du in Dinge gesteckt hast. Ich bin oft erstaunt, wie gut die schnell zusammengewürfelten Playlisten funktionieren oder andersrum das durchgeplante Programm einfach nicht aufgehen will.

Probier’s aus und erzähl mir davon!

Sonnige Grüße aus Indien
Rebecca

PS: Falls du komisch aussehende Links auf dem Blog findest oder du dich über etwas weniger Facebook-Posts wunderst als sonst, weißt du Bescheid. Jemand dachte sich: Is mir egal, ich lass das jetzt so!

Photo Credit: erokism via Compfight cc // Schrift und Kreis nachträglich hinzugefügt von Rebecca Randak

3 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Ihr lieben zwei,
    ich finde euren Blog total genial!!!!
    Darf ich euch für die Leseseite von Franziska mein neues Buch zuschicken?
    Es erscheint nächste Woche bei Irisiana/Random House unter dem Titel „Die Kunst Yoga und Achtsamkeit im Alltag zu leben“.
    Der Verlag würde euch in Kürze gern ein Belegexemplar schicken, wenn ihr einverstanden seid.
    Herzliche Grüße aus München
    Inga

  2. Ach herrlich, das passt zu meinem heutigen Morgen, bzw. gestrigen Abend. Verzeifelt habe ich stundenlang an einer Sache rum layoutet. Das mache ich nun schon seid Tagen und bin immer noch unzufrieden. Weil ich es eben perfekt haben will … puh, anstrengend. Also werde ich mir mal das Mantra von heute morgen zu Herzen nehmen und es zumindest den heutigen Tag ruhen lassen. Vielleicht gefällt es mir ja morgen ;-) oder mir fällt über Nacht dann doch noch eine bessere Gestaltung ein. Eine schöne Woche und LG, Leena

  3. Wunderbares Mantra! Ich musste recht lachen, als ich es hier wiederentdeckt habe :) Ich selbst trag seit Jahren ein Stückchen Papier im „Führerscheinschaufenster“ meiner Geldbörse mit mir rum, wo genau dieser Satz drauf steht

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