Wenn dein Penis dich beim Yoga stört – Bericht eines Betroffenen

Das schwächste Glied in der Kette

Es gibt so viele Gründe, warum wir Männer beim Yoga benachteiligt sind. Zum Beispiel sind wir ja viel schmerzempfindlicher als Frauen und können deshalb beim Üben nicht konsequent an unsere Grenzen gehen. Wir haben vom vielen Krafttraining natürlich extrem verkürzte Sehnen. Wir sind sehr kreativ, wenn es darum geht, Ausreden zu finden. Und wir haben einen Penis.

Das Problem hängt zwischen deinen Beinen

Männer und Frauen sind unterschiedlich, auch untenrum. Und das ist gut so, ich finde es nämlich toll einen Schniedel zu haben. Ich kann im Stehen pinkeln. Ich muss für eine ärztliche Untersuchung der unteren Etage nicht auf einen seltsamen Stuhl klettern und ich habe von Geburt an immer was Tolles zum Spielen in der Hose. Allerdings sind unsere Hosenschlangen nicht unbedingt berühmt dafür, die Welt signifikant verbessert zu haben. Schon im Altertum wurden ganze Kriege geführt wegen Frauen – und damit auch irgendwie wegen Pillermännern. Und heutzutage wird so manche (nicht nur Promi-)Ehe geschieden, weil die Männer ihre kleinen Freunde nicht im Griff haben. Nach wie vor der Klassiker unter den Schniedel-Fails: die Erektion im denkbar schlechtesten aller Momente – auch hier hat frau es mal wieder leichter. Sie kann ihre zwischenmenschliche Freude in der Sauna einfach besser verbergen.

Unsicher im Untergeschoss

Männer haben Probleme damit, ihre Hüften zu öffnen. Das mag mit Genen und Hormonen zu tun haben, Männer gebären keine Kinder und müssen deshalb nicht so flexibel sein wie Frauen. Ein großes Stück weit ist das aber auch Kopfsache. Also fast. Denn instinktiv ist jeder Mann darauf trainiert, seine Kronjuwelen zu schützen. Und das geht am einfachsten, wenn man die Beine nicht zu weit spreizt. Unsere empfindlichen Geschlechtsteile sind nun mal außen angebracht, dementsprechend müssen wir sie immer schön in Sicherheit wiegen.

Der Phallus in der Asana-Praxis

Bei allem Spaß rund ums Würstchen: Manchmal ist das Gemächt in der Asana-Praxis einfach nur im Weg und nervt. In der Vergangenheit hatte ich bei diesen Haltungen einige Probleme mit meiner fleischgewordenen Männlichkeit – und einen Weg gefunden, diese zu minimieren.

1. Dhanurasana – der Bogen

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Problem: Du liegst mit deinem ganzen Körpergewicht auf deinem Schritt.
Lösung: Hebe die Beine etwas höher, damit dein Gewicht auf dem Bauchnabel ruht.

2. Urdhva Mukha Svanasana – der aufwärts schauende Hund

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Problem: Dein Lümmel schleift auf der Matte, wenn du in die Haltung hinein gehst.
Lösung: Das Becken etwas anheben, auch in der endgültigen Stellung.

3. Paschimottanasana – die sitzende Vorwärtsbeuge

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Problem: Dein bestes Stück wird zwischen Oberschenkeln und Bauchmuskeln eingequetscht.
Lösung: Öffne die Oberschenkel ein kleines bisschen und schaffe so etwas Platz für den kleinen Königstiger.

Der schläft nur

Bei der Recherche für diesen Artikel bin ich auf einen Fall gestoßen, bei dem einem Yogi beim Meditieren in Siddhasana der Penis eingeschlafen ist. Also komplett gefühllos wurde. Das ist natürlich ein guter Grund, sofort auszurasten (was der Kollege dann wohl auch erst mal getan hat). Falls dir das mal passiert, kannst du aber erst mal entspannt bleiben. Es passiert bei dieser Haltung in Einzelfällen, dass du deine Ferse zu fest an der Wurzel des Gliedes hast und sie so gegen den Rücken des Schambeins drückt. Dadurch wird dann die Blutzufuhr zu deinem kleinen Yogi unterbrochen und er wird taub. Also eigentlich passiert dasselbe, wie wenn dir das Bein einschläft, nur leider an einer Stelle, die dich sofort nervös werden lässt. Also: Chill dich.

Es ist nur ein Körperteil

Und gehört zu deinem Körper wie alles andere auch. Jeder andere Yogi hat auch einen Piephahn, ist also keine große (?) Sache. Wenn du in Leggings trainierst, fühlst du dich vielleicht besser mit einer Shorts darüber. Vielleicht aber auch nicht. Ich habe mir allerdings von einer Yogalehrerin versichern lassen, dass sie es schön findet, wenn sie während der Klasse keine Geschlechtsteile sieht (auch von Frauen). Also besser vor der Stunde noch mal checken, ob da irgendwas verrutschen kann.

Namaste,
dein Thomas

PS: Noch ein Penis-Fun Fact für Yogis: Angeblich kann einer von 400 Männern seinen eigenen Penis in den Mund nehmen (bitte selbst interpretieren, warum man das machen sollte). Meine Asana-Empfehlung dazu: Karnapidasana.

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9 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Thomas,

    sehr interessantes Thema ;)
    Ich mache vor jedem Training ein Warm-Up mit PhysioFlowYoga!
    Bis ich deinen Artikel hier gelesen habe, habe ich mir ehrlich gesagt noch nie aktiv Gedanken darüber gemacht, ob mein Penis mich beim Yoga stört. Ich habe Yoga immer instinktiv so praktiziert, dass es nicht wehtut. Aber werde beim nächsten Mal garantiert darauf achten. Oh Gott hoffentlich muss ich jetzt nicht jedes Mal daran denken. Hahaha…

    Wen es interessiert, wie ich als Kraftsportler das Yoga in mein Warm-Up einbaue, der kann dies hier nachlesen:
    https://www.zinskraft.de/2017/03/04/mein-warm-up-mit-physioflowyoga/

    Viele Grüße von
    Martin

  2. Lustiger Artikel, ich musste herzlich lachen. Nunja, Yoga ist ja ein toller Ausgleich zum Krafftraining. Und man kann auch als Body-Builder an die Grenzen gehen. Diese sind je nach anatomischer Bauweise halt unterschiedlich. Aber manchmal stört der kleine Yogi schon sehr. Da sind die kleinen Yogis schon im Vorteil. Man improvisiert mit der passenden Kleidung. Ein funktionsloser Phallus nach einer Yogaschlafstunde hilft niemanden was.

  3. Dass ich über diesen Text nicht schon informiert worden bin ist schonmal das größte Versäumnis 2016, „Der Phallus in der Asana-Praxis“ ist ja quasi der Name meiner Autobiographie. Hätte bei Vorab-Kenntnis auch die Schirmherrschaft übernommen

    Dass bei der Autofellatio-Annäherung aber nicht Halasana empfohlen wird, wundert mich ;)

  4. Ihr Männer habt Probleme….. ;-P
    Ich warte gespannt auf einen Artikel der die Gegenseite beleuchtet: Frauen mit viel Oberweite, DAS ist ein GROßES Problem!

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