Zwischen Shanti und High Life: 6 Yoga Blogger verraten, wie sie ihre innere Balance finden

Wir glauben nicht an den einen Weg zum Glück.
Auch selbsternannte Gurus sind nicht so unser Ding.
Weise Worte von tollen Lehrern schätzen wir dafür umso mehr.

Deshalb haben wir uns die Creme de la Creme der deutschsprachigen Yoga-Blogger geschnappt und ihnen die Fragen gestellt, um die es bei Fuck Lucky Go Happy im Kern geht.

Was ist für dich die perfekte Balance zwischen Shanti und High Life? Welchen Tipp kannst unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Madhavi von Kaerlighed (www.kaerlighed.net):

Ich finde es immens wichtig, nicht in irgendwelche Dogmen zu verfallen. Dem Leben keck entgegentreten und mit offenen Armen empfangen, was es zu empfangen gibt. Nicht eng werden, in der großen Hoffnung, dass die Erleuchtung einen küsst. Ausgleich finde ich, indem ich mich öffne, für die Dinge, die das Leben so hervorbringt und nicht nein sage, wenn es auch mal ein Gin Tonic oder ein Kaffee ist.

Christina von Happy Mind Magazine (www.happymindmagazine.de):

Mein Gleichgewicht halte ich durch die perfekte Balance aus Yoga, Meditation und östlicher Philosophie, aber auch „westlichen“ Einflüssen wie Mode, Mucke und dem gelegentlichen dekadenten Essen. Generell ist mein Alltag allerdings auch so organisiert, dass wenig Stress aufkommt – dies hab ich mir über einen längeren Zeitraum selbst so eingerichtet und bin so glücklich mit meinem Leben wie nie zuvor.

Mein ultimativer Tipp ist eigentlich, mit sich selbst in engstem Kontakt zu stehen und das sogenannte Bauchgefühl nie zu ignorieren. Was brauchen mein Geist und mein Körper heute? Ist es eine Runde Yoga und Meditation, zum Frühstück Green Smoothies oder ayurvedischer Getreidebrei? Oder hab ich heute Lust, mir ein Weizenbrötchen mit Nutella zu gönnen und nur auf dem Sofa zu liegen und „The Wire“ zu gucken? Egal wie die Frage ausgeht, beides ist erlaubt und darf in vollen Zügen genossen werden.

You only live once!

Katharina von yogaeasy.de (www.yogaeasy.de):

Früher waren Shanti und High Life Gegensätze. „Shanti“ war mein Klischee vom Ober-Yogi: Meditieren, Yoga, Veganismus. „High Life“ dagegen waren durchtanzte Nächte, die im Kater endeten. 
Jetzt haben Shanti und High Life Frieden geschlossen. Shanti, das bin ich, wenn ich mir zuhöre, wenn ich mir Gutes tue: Wenn ich mich nach einem langen Tag in die Sonne setze statt zur Yogastunde zu hetzen. Wenn ich morgens aufwache, meinen Mann ansehe und fühle, dass alles, was ich brauche, schon da ist.
 High Life, das sind Herausforderungen, die den Alltag so lebendig und intensiv machen: Reisen, Job-Wechsel oder aktuell meine Schwangerschaft – also alles, was mich mit mir konfrontiert und mir meine Neurosen austreibt.

Tipp: Vergiss alles, was Du je gelernt hast, und hör Dir einfach zu. Dann findest Du Deine Art von Shanti und Deine Art von High Life. Es wird sich gut und rund und echt anfühlen, und garantiert nicht langweilig. Versprochen.  

Undine von Makeyourselfmove (www.makeyourselfmove.com):

Meditieren, loslassen, nicht zuviel nachdenken oder grübeln, sich selbst lieben und achten, viel lachen, deliziöses essen, regelmässiges reisen,  ein Abend mit Freunden, Beauty Rituale, gute Bücher lesen und ganz wichtig: sich selbst und das Leben nicht zu ernst nehmen und zwischendurch einen Schnaps trinken!

Sandra von Healing Yoga (www.healingyogaberlin.wordpress.com):

Ich finde man muss Shanti und High Life nicht unbedingt voneinander trennen. Man kann es verbinden. Eine gute Balance findet man, indem man esoterischen Überbau beiseite lässt und einfach ehrlich ist. Denn wir sind auch als Yogis nicht immer friedlich, nett, geduldig und achtsam. Wenn wir bereit sind aufmerksam durch die Welt zu gehen, lösen sich ungewollte Muster oft ganz von alleine auf.

Für mehr Zufriedenheit: Verabschiede dich vom Perfektionismus und erlaube dir Fehler zu machen. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Sei gut zu dir. Integriere Yoga in deinen Alltag, als festes Ritual. Es ist mindestens genauso wichtig wie das tägliche Zähneputzen. Und dann lass auch wieder los und vertraue dem Prozess. Fließe mit dem Leben, alles hat seinen Sinn.

Anne von Yoga Ahoi (www.yoga-ahoi.blogspot.de):

Viele Yoga-Praktizierende setzen sich unter Druck, wollen möglichst schnell in die schwierigsten Asanas. Dabei geht es doch im Yoga genau darum das alltägliche Höher-Schneller-Weiter einfach mal loszulassen. Auf der Matte ist Ich-Zeit angesagt! Diese Art von Achtsamkeit nehmen wir dann allmählich mit in unseren Alltag. Dabei ist es wichtig sich selbst nicht zu verlieren: Eine tägliche Yoga-Praxis ist zwar gut für mich aber wenn es eben mal einen Tag nicht klappt, weil ich mit Freunden lieber ein Bier trinken gehe, dann ist das in Ordnung. Und pinker Nagellack auf den Zehen wird zwar häufig belächelt aber wenn ich ihn schön finde, dann ist das auch okay. Erlaubt ist, was gut tut.

Mein Tipp: Steh regelmäßig auf der Matte, sei tolerant und offen anderen gegenüber, (er)lebe den Moment und das schwierigste: Sei du selbst (du weißt ja, alle anderen sind schon vergeben). Cool bleiben, wenn es mal nicht nach Plan läuft, auch Yogis haben mal schlechte Tage!

Wir danken Madhavi, Christina, Katharina, Undine, Sandra und Anne und geben die Frage gleich an dich weiter:

Wie findest du deine Balance zwischen Shanti und High Life?

Wir freuen uns auf deine Tipps.

Franziska und Rebecca

3 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hi ihr zwei,

    ein toller Artikel über die innere Balance!

    Ich finde besonders die Einstellung von Christina und Katharina toll. Natürlich sollte man gesund essen, viel Sport machen, sich entspannen etc., aber das gesunde Leben kann auch ganz schnell Druck ausüben! Wenn man es übertreibt und nicht mehr auf seine innere Stimme hört.

    Und da wären wir auch schon beim Wichtigsten: Auf meiner eigenen Selbstfindungsreise habe ich gelernt, dass es nichts Wichtigeres gibt, als auf die Stimme seines Herzens zu hören. Dein Herz sagt dir, wo der Weg ist. Und wenn es manchmal noch so Kraut und Rüben im Leben geht.

    Dann ist es heute eben mal eine harte Trainingseinheit und morgen ein fauler Sofaabend….oder heute ein „Veggie“-Schnitzel mit Pommes und morgen eben ein Green Smoothie Tag. Die Balance muss stimmen. Dann führt man, denke ich, ein gesundes Leben.

    Liebe Grüße Kristin

  2. Liebe Franziska und Rebecca,

    ich habe den Beitrag gerade bei Yoga Ahoi (Anne) gefunden und bin ganz begeistert. Es ist so schön zu lesen, dass es viele Yoginis gibt die das Ganze nicht so verkrampft sehen. Wieso sollte man auch auf Kaffee, Knoblauch oder „weltliche“ Ablenkung über Fernsehen oder Internet (komplett) verzichten, um seine persönliche Erleuchtung zu erfahren? Wenn unser Bauch nach etwas schreit, dann sollten wir das niemals ignorieren.

    Mein persönliches Gleichgewicht von Shanti und High Life habe ich gerade in meinem Urlaub erfahren. Der Anfang war so durchgeplant und ich war überhaupt nicht flexibel und konnte nicht auf neue Gegebenheiten reagieren (z.B. nicht an die Tauchdestination Koh Tao fahren, wenn ich nicht in Wasser darf, weil ich mich ausserplanmäßig verletzt habe). Als ich dann nach den ersten Tagen einfach mal in mich reingehört habe, mich nicht unter Druck gesetzt habe, um noch unbedingt weitere Sehenswürdigkeiten, Strände oder sonstiges zu sehen, da wurde plötzlich alles gut. Eins hat das Andere ergeben und plötzlich war ich an einem schönen Ort, hatte tolle Menschen um mich herum und hab einfach nur in den Tag gelebt. Von Meditation und Yoga bis zu wilden Motorbike Ausflügen und Parties am Strand war alles dabei und Shanti & High Life in völliger Balance :)

    Ein buddhistischer Mönch hat dort im Meditationszentrum auch etwas schönes passendes gesagt: „Wir können das Negative nicht auslöschen oder ändern, aber wir können ihm immer etwas Positives entgegensetzen, um wieder unsere Balance zu finden“.

    Alles Liebe, Chrissy

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