Zurück zur Weiblichkeit: Meine erste Fruchtbarkeitsmassage

Andreza ist tief versunken in ihre Arbeit. Das Sonnenlicht tanzt um ihre dunklen Haare, das Gesicht ist sanft. Mit gekonnten Griffen richtet sie die mexikanischen Schals, die sie für das gleich Kommende benötigt.

Ich bin bereit für die erste Fruchtbarkeitsmassage meines Lebens.

Ich fühle mich warm. Andrezas Praxis ist wie ein kleiner Kokon aus Licht, gebaut aus Vertrauen. Freudig lasse ich mich auf die Massageliege gleiten und schließe die Augen.

Von der Fruchtbarkeitsmassage habe ich selbst erst vor Kurzem erfahren.

Letztes Jahr habe ich in der 6. Schwangerschaftswoche ein kleines Krümelchen Leben verloren.

Ich schreibe dies so offen, weil mich damals unzählige Zuschriften von Frauen erreichten, denen es genauso erging. Sie litten sehr darunter, dass Fehlgeburt und Abgang solche „Tabus“ sind und nicht darüber gesprochen wird.

Als mir es damals passierte, war ich wahnsinnig traurig. Gleichzeitig war es auch die Entdeckung von etwas sehr, sehr schönem. Ich habe zum allerersten Mal in meinem Leben erkannt: Ja, ich sehe mich auch als Mami. Ja, ich erlaube mir, Frau zu sein, eine Zeit lang nicht unabhängig stark zu sein, nicht alle tollen Workshops, Konferenzen und Jobs zu machen. Und vor allem: ich sage uneingeschränkt ja zu meiner Liebe, ich sehe uns auch als Familie.

Das war für mich lange gar nicht vorstellbar, ich war diejenige, die eigene Kinder kategorisch ablehnte. Ich denke, ich musste erst einmal mich selbst umfassend lieben und ohne Ängste lieben können, um so etwas wie einen Kinderwunsch zu fühlen. Auch wenn ich sehr entspannt mit dem Thema Kinderwunsch umgehe, interessiere ich mich brennend für das Thema Fruchtbarkeit.

Bei Fruchtbarkeit geht es um mehr als um das bloße Thema „Kinder bekommen“.

Es ist schlicht die Magie der Kreation, der wir uns widmen, wenn wir uns mit Fruchtbarkeit beschäftigen.

Bei meinen Recherchen stieß ich auf die Fruchtbarkeitsmassage – und war sofort fasziniert. Es ist natürlich absolut einleuchtend, dass Verklebungen der Eileiter, eine verrutschte Gebärmutter etc. die Fruchtbarkeit beeinflussen – soweit zum physischen Aspekt. Gleichzeitig konnte ich mir gut vorstellen, wie schön es sein muss, eine solche Massage sich zu schenken, als bewusste Rückverbindung mit der eigenen weiblichen Kraft.

Fruchtbarkeitsmassage: Der Selbstversuch

In Hamburg fand ich auf Empfehlung von Freundinnen die wunderbare Andreza Gebauer, die in ihrer Praxis in Hamburg-Pöseldorf unter anderem auf Fruchtbarkeitsmassagen nach Clare Spink und auf Womb Blessing spezialisiert ist.

„Die Fruchtbarkeitsmassage basiert auf alten Techniken der Maya“

erzählt mir Andreza im vorbereitenden Gespräch bei einem warmen Tee. „Dabei wird vor allem der gesamte Bauchraum massiert. Unterstützend arbeite ich zudem mit dem Rebozo, einem mexikanischen Geburtsschal.“ Durch die Massage soll die Gebärmutter leichter an ihren Platz finden, Verklebungen sollen sich lösen, alles weich und bereit werden für die Empfängnis. Aber vor allen Dingen:

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Durch Massage und das Einwickeln im Schal können sich Frauen wieder mit ihrem Körper und ihrer Gebärmutter rückverbinden und erfahren dies als sehr heilend.

Das mag für viele selbstverständlich klingen, ist es aber nicht. Aus meiner eigenen Arbeit mit Frauen weiß ich, wie unverbunden viele mit ihren Körpern sind, sich taub fühlen, abgeschnitten, sich nicht selbst anfassen können. „Auch hormonelle Ungleichgewichte können durch die Fruchtbarkeitsmassage gelindert werden“, erklärt Andreza, zumindest habe sie dies in ihrer Praxis durchaus beobachten können. Gemeinsam gehen wir meinen Anamnese-Bogen durch und dann liege ich auch schon bis auf den Slip ausgezogen auf der Massageliege.

Zurück zur Weiblichkeit: Meine erste Fruchtbarkeitsmassage

Heilend und verbindend: Die Massage

Die Rebozos und zusätzliche Decken umhüllen mich. Andreza beginnt mit meiner Rückseite, genauer: meiner Kehrseite. Kräftig massiert sie meinen Popo, greift sich dann beherzt eine Backe und schüttelt heftig daran. Das ist ziemlich ungewohnt, aber erstaunlich angenehm.  Auch auf der anderen Seite wird geschüttelt, die Rebozos verknotet und Andreza wiegt mich in den Schals hin und her. Anschließend lege ich mich auf den Rücken.

Mit mal mehr, mal weniger Druck wird der gesamte Bauch massiert. Was am Anfang fast unangenehm ist, wird immer schöner. Ich fühle mich mit der Zeit weicher und wohliger. Innerlich entsteht ein sehr warmes Gefühl, dass sich im ganzen Körper ausbreitet. Es ist schwer zu beschreiben, vielleicht am ehesten so: Ich fühle mich, als würde ich mit einem Nektar aus Liebe meinen gesamten Körper ausfüllen. Immer wieder schnürt mich Andreza in die Rebozos ein und nutzt diese, um mich hin und her zu wiegen. So müssen sich eingepuckte Babys fühlen:

In mir ist ganz viel Sicherheit und Zufriedenheit.

Abschließend werden auch meine Brüste massiert, was komplett unsexuell ist und ich von Andreza gut machen lassen kann, da ich ihr einfach vertraue. Zum Abschluss werde ich noch einmal von Kopf bis Fuß in die festen Rebozos gewickelt und döse dann auch tatsächlich etwas weg.

Ich habe mich noch nie so butterweich gefühlt. Wie in mich selbst hineingeschmiegt. Durch und durch fraulich. Saftig.

Nach der Massage werde ich weiter beschenkt: Andreza hat mir ein Öl zubereitet, mit dem ich meinen Bauch zuhause massieren kann; dazu hat sie eine Kräuter- und Blütenmischung für ein Yoni Steam für mich zusammengestellt. Ich bin komplett erfüllt, glücklich, voller Liebe und kann gar nicht mehr aufhören sie zu drücken und zu beteuern, wie schön ich die Massage und sie fand.

Besonders berühren mich ihre Schlussworte. „Sandra, bevor ich schwanger wurde, habe ich jeden Tag mit der Seele meines Kindes gesprochen, sie eingeladen“, erzählt mir Andreza. Ich fand dies so wunderschön. Zu sagen: “Hey, ich bin bereit für dich und ich werde alles dafür tun, dir einen sicheren Ort voller Liebe zu schaffen.”

Diesen Raum dann mit der Massage zu huldigen, als Zentrum neuen Lebens – das empfinde ich als unglaublich liebevoll. Gestern erreichte mich eine weitere Nachricht von Andreza, sie betet heute für mich. Einfach nur so, weil sie möchte, dass es mir gutgeht. Und als ich diese Worte las, wurde mir eins klar: Andreza bietet sehr viel mehr als eine physische Massage.

Sie hat einen ganzheitlichen Raum für Heilung geschaffen.

Einen Raum der Segnung für das Heiligste in uns Frauen, eine Möglichkeit nicht nur intellektuell, sondern auch mit unserem Körper in Kontakt zu kommen mit unserer weiblichen Schaffenskraft, so dass wir mit jeder Zelle Fülle leben können.

Titelbild und Portrait Andreza © Andreza Gebauer
Restliche Bilder © Sandra von Zabiensky

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Ein Kommentar / Schreibe einen Kommentar

  1. ich habe diesen Bericht mit immer größer werdenden Augen gelesen. dass es das gibt, wie toll, wie fantastisch! Ich bin alle 2 Wochen in einer Frauengruppe TanZen unter Anleitung, Begleitung einer Tanztherapeutin. Momentan tanZen wir uns durch die Chakren. Diese unglaubliche Geborgenheit, dieses In Liebe eingehüllt sein durfte ich bei den Tänzen zum Sakralchakra erleben, 12 Frauen rollen kullern streicheln balgen berühren liegen schmiegen miteinander – ich habe mich noch nie so erfüllt und warm und geschützt gefühlt. Die Massage die Du beschreibst rührt ganz viel in mir an – als Frau jenseits der Wechseljahre, wo sich der Körper noch mal verändert und auch die Weiblichkeit. Ich wünsche Dir alles Gute. Eva

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