Zurück in den Flow in fünf Schritten

Mein großes Spirit-Idol Gabby Bernstein war kürzlich für einen ganztägigen Workshop in Berlin, um mich und die zirka hundertzwanzig anderen Teilnehmer mit ihren Kick-Ass-Coachingskills auf ein Energiehoch sondergleichen zu zaubern. Hochmotiviert und aufgetankt mit großartigen Tipps, setzte ich mich an diesen Artikel, um all meine spektakulären Erleuchtungsmomente zum Thema Intuition, Perfektionismus und Spiritualität mit dir zu teilen.

Nach einer Stunde Notizen hin- und herwälzen starre ich durch das Fenster meines Macbook Air auf ein leeres Word Dokument. Ich schreibe einen Satz und lösche ihn wieder. Nach weiteren drei Minuten Starren und Stirnrunzeln lösche ich den Satz wieder und versuche es mit einem anderen Inhalt. „Nee, das isses auch nicht.“

Deprimiert klappe ich den Laptop zu und widme mich Dingen, bei denen ich leichter in den Flow komme. Ich bereite meine erste Kundalini Yoga Stunde vor. „Großartig, das macht Spaß!“ Und das hatte Gabby schließlich auch gesagt:

Go where the joy is!

Eine der für mich wichtigsten neuen Flow-Grundregeln. Zwei Tage später sitze ich wieder an meinem Macbook Air und starre auf die leere Word-Seite. Nix. Ich klappe den Rechner wieder zu. Heute nimmt die Verzweiflung ihren Höhepunkt und ich zwinge mich, den Artikel zu schreiben. Ohne Joy. Entgegen meines neuen Mottos. Wieder kommt nichts Brauchbares aus meinen tippenden Fingern heraus. Stattdessen macht sich eine bleierne Angst breit. „Was, wenn ich aus meiner Flow-Wolke, in der ich mich seit Indien befand, für immer herausgefallen bin?“

Ich spüre wie sich alles in meinem Körper zusammenzieht und kratze mir nervös am Kopf. Dabei schweift mein Blick über meine Seminar-Notizen. Dort steht: Immer wenn du aus dem Flow kommst, bete dafür, dass du aus deiner Kleinkariertheit befreit wirst. Und weiter unten lese ich:

Schreib alle deine Hindernisse auf und dann bring Licht in deine Hindernisse.

Nach einem kurzen bockigen Zögern gebe ich mir einen Ruck und beschließe, den Anweisungen zu folgen. Schlimmer kann’s ja nicht werden. Ich schreibe auf, was die nervige Stimme in meinem Kopf sagt: Du musst die journalistischen Grundprinzipien beachten. Du musst schnell zum Punkt kommen, damit die Leute nicht aus dem Text aussteigen. Du musst dich für ein stilistisches Format entscheiden. Du musst persönlich sein. Du musst so schreiben, dass es auch Gabby’s Verlag gefällt. Du musst alle Learnings aus dem Seminar teilen.

„Uh la la! Na da geht ja ganz schön was ab in meinem Köpfchen“, stelle ich fest, als ich mir meine Hindernisse laut vorlese. „Ok, wie geht jetzt der zweite Schritt“? frage ich.

Bete dafür, dass du aus deiner Kleinkariertheit befreit wirst.

antwortet Gabby durch mein Notizbuch. „Okay, alles klar“. Ich schiebe mein Macbook beiseite, stelle meine Ellenbogen auf dem Tisch auf und lege meine Hände in Gebetshaltung vor der Stirn zusammen und schließe die Augen. Dem Gebet füge ich noch hinzu „Bitte nimm diese Gedanken von mir“.

Langsam öffne ich wieder die Augen. Darauf vertrauend, dass mein Gebet erhört wurde, schaue ich wieder auf die Notizen. Plötzlich lese ich Sätze, die mir vorher unwichtig oder beiläufig vorkamen. Ich dachte die ganze Zeit, dass es auf die großen Learnings aus dem Seminar ankommt, wie „The wound is where the light enters“ und „Your projection is your perception“. Aber mithilfe meines Gebets verstand ich jetzt, dass für mich aktuell etwas ganz anderes wichtig ist: Das Kapitel „Flow“ ist es, über das ich schreiben muss. Nicht über das, was journalistisch beeindruckend, korrekt oder vollständig wäre.

Ich besinne mich auf meine Aufgabe als Bloggerin zurück, die immer schon gewesen ist, meine Learnings und alles, was mir hilft ein glückliches, befreites Leben zu führen, mit dir zu teilen. In diesem Moment fließt meine Schreibblockade aus mir heraus. Befreit schaue ich wieder auf meine Notizen. Dort steht:

Ein heiliger Moment ist eine Eingebung, die kommt, wenn man die Dunkelheit sieht, für ein Wunder betet und loslässt.

„Danke Eingabe, danke!“ Mir schießen die Tränen in die Augen. Wie so oft in letzter Zeit spüre ich, dass es etwas Größeres als mich gibt, etwas, dem ich all meine Angst, Ärger, Zorn, Wut, Unsicherheit und so weiter geben kann. Wenn ich das aufrichtig getan habe, kommen Eingebungen und eine ungetrübte Sicherheit das Richtige zu tun.

Und wieder spricht Gabby durch mein Notizbuch zu mir:

Die Anwesenheit von Angst ist ein Zeichen, dass du dich auf dich selbst verlässt, auf dein Hirn. Wenn du aber betest und darauf vertraust, dass du geführt wirst, stellt sich eine Sicherheit ein, die aus dem Bauch kommt. Das ist die Antwort auf dein Gebet.

Es ist als ob Gabby neben mir sitzt und sagt, welche Stelle ich als nächstes lesen soll. Alle diese Sätze, die vorher nicht bei mir ankamen, ergeben plötzlich so viel Sinn. Wie auch dieses Zitat von Yogi Bhajan, welches ich notiert hatte:

Vibrate with the cosmos and the cosmos will clear your path.

Auch Yogi Bhajan spricht also aus meinem Notizbuch! Dann schließt Gabby unsere imaginäre Coaching-Sitzung auf ihre einzigartig lustig-lockere Art: „C – T – F – O ! Chill the fuck out! Always remember to slow down before you speed up.“ Ihre fröhliche tiefe Stimme hallt in meinem Kopf nach. Ich muss herzhaft lachen. Schreibe auch das in diesen Artikel und schließe nach nur dreißig Minuten Schreibarbeit mein Macbook. Rekord-Zeit!

Hier die einzelnen Notfallschritte für dich. Wenn du in eine Anti-Flow-Attacke gerätst, folge diesen Anweisungen:

  1. C-T-F-O ! Wenn du aus dem Flow gerätst, denk dran: Erstmal einen Gang zurückschalten und die Situation anschauen, bevor du wieder Vollgas gibst. Mach eine Pause. Wenn du kannst, geh kurz an die frische Luft spazieren. Dann setz dich aufrecht hin, schließe deine Augen und atme tief in dich hinein.
  2. Frage dich, welche Gedanken, Glaubenssätze, Haltungen gegenüber Personen etc, dich hindern, deine Aufgabe zu erledigen.
  3. Öffne deine Augen, schreib alles auf und lies es dir laut vor, als würde eine andere Person dir diese Dinge über dich erzählen.
  4. Jetzt schließ wieder deine Augen und bete*, dass diese Hindernisse von dir genommen werden. Du kannst sagen: „Bitte nimm das alles von mir und zeige mir wie die Situation dann aussieht“.
  5. Öffne die Augen langsam wieder und begieb dich langsam zurück zu deiner Aufgabe und beobachte, wie sie sich dir jetzt zeigt. Und jetzt: Go with the Flow. Tu, was sich richtig anfühlt.

*An wen du betest ist deine persönliche Sache. Vielleicht glaubst du an die Kraft und Energiegesetze des Universums. Dann gib alles an das Universum ab. Oder du glaubst an Gott, Engel, die Liebe oder etwas nicht benennbares Größeres, was immer für dich da ist, wenn es hart auf hart kommt.

Ich bin gespannt auf deine Geschichte zum Thema Flow und wie Du die Sachen wieder ins Fließen bringst, wenn sie aus dem Ruder geraten.

Shine bright and pray

Deine Franziska

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Photocredit: PR

14 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Franziska,
    vielen Dank fuer diesen Artikel! Seit Tagen sitze ich veraengstigt und unkreativ vor der Aufgabe, Anschreiben fuer Bewerbungen fuer einen neuen Job in London zu schreiben und bin schon durch zahlreiche tiefe Traenentaeler gegangen… Beim Lesen Deines Artikels waren es jetzt zum ersten Mal Traenen der Befreiung. Nicht vieles schafft es, einen gleichzeitig zum Weinen und Laecheln zu bringen, Du hast es geschafft!

    1. Liebe Denise, vielen Dank für dein Feedback, das freut mich sehr, dass dir der Artikel helfen konnte. Und wenn es mal ernst ist und du nicht weiter weißt schau mal bei „mit Franziska arbeiten“. Dort kannst du eine Einzelsitzung (Soul Session) mit mir buchen. Ganz viel Flow in deine Richtung und alles Liebe, Franziska

  2. Guter Artikel. Aber warum muss man extra erwähnen das es sich um ein ‚Mac Book Air‘-Laptop handelt? Ist ein bissl kleinkariert, oder ? :P

  3. Liebe Franziska,
    danke für den tollen Artikel. Du hast mich damit schon wieder gerettet.
    Seit Wochen arbeite ich am Content für meine Website – und es kam nur Mist, nur Bla-Bla, das nicht ich bin, dabei raus. Vor ein paar Tagen dann dies hier, und zwei Tage später hatte ich alles beisammen. Nur leider immer noch nicht meins.
    Und dann kam der Flow, wow wow wow. Alles umgeschmissen und in wenigen Stunden neu geschrieben. Jetzt ist es meins und ich die Veröffentlichung kaum erwarten.
    Danke, Love + Spirit
    Philippa

  4. liebe Franziska,
    Wie schön zu lesen dass es anderen auch so geht und was für gute Ratschläge. Gabbys Tips sind immer toll und sie hier mal anders zu finden ist inspirierend und hilft mir genau jetzt. Vielleicht das, um das ich heut morgen gebetet habe :-). Also lieben Dank für alle schönen tollen fröhlichen Texte.
    Made my day.
    Kuss
    Schickt Silja

  5. Liebe Franziska,

    danke für diese tollen Worte – ich war auch in Berlin dabei und diese sehr tiefe Erfahrung schwingt und klingt seitdem jeden Tag in mir nach. Es ist einfach so unendlich erstaunlich, wie verbunden wir alle sind und gleichzeitig so viel Raum für Individualität bleibt, denn jeder bekommt seine ganz eigene Antwort.

    Mich begleitet seit diesem Tag ein Engel mit einem Körbchen ;-)
    Und ein Gebet: „Where do you want me to go. What do you want me to do. What do you want me to say and to whom?“

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