Yogamatte mal anders: Die ungewöhnlichsten Matten im Test

[Werbung] Seit Neustem liebe ich es, die Yogamatten von anderen Schüler*innen in Yogaklassen zu stalken. Kein Scherz! Eine Yogamatte sagt nämlich fast genau so viel über den/die Besitzer*in aus wie das Yogaoutfit

Abgeschrammelte Jade-Matten sprechen häufig für eingefleischte täglich Übende. Neu glänzende lifeforme gehören oft zu Yogis aus der hippen green smoothie Fraktion. Und dann gibt es noch die unscheinbaren Yogamatten, auf denen Yogis des älteren Semesters  praktizieren, die sich zwar nix aus Marken machen, sich aber gekonnt in jede Asana verbrezeln können und fit wie ein Turnschuh sind. 

Durch mein Matten-Stalken bin ich über Yogamatten-Materialien gestolpert, die mir vorher komplett fremd waren.

Einen Blick über den eigenen Yogamattenrand zu werfen lohnt sich, denn nicht nur klassische Materialien wie Kunststoff oder Kautschuk haben Potenzial. Auch auf Baumwolle, Gras, Stoff und sogar Kork lässt es sich erstaunlich gut Yoga praktizieren. Solltest du dich immer schon gefragt haben, ob es da noch was anderes gibt, außer der Matte, die du so mittelgut findest: Hier wirst du fündig!

Ich habe mich querbeet durch unterschiedliche Materialien geübt, um ihre Vor- und Nachteile kennenzulernen.

Von Klassikern, auf denen bereits Buddha meditiert haben soll, bis hin zu Neuentdeckungen ist alles dabei.

Yogamatten mal anders: Das sind die ungewöhnlichsten Matten 2
Dharba Gras Yoga- und Meditationsmatte von Jade Yoga

Erleuchtung auf der Grasmatte: Meditationsmatte von Jade Yoga

Dharba-Gras, auch bekannt als Liebesgras, wächst in Indien und gilt dort als heilig. Es wird sowohl in religiösen Ritualen der Hindus als auch im Ayurveda verwendet. Ihm wird nachgesagt, positive Energien zu verstärken und negative vibes abzublocken.

So gesehen bieten die Matten aus Dharba-Gras nicht nur eine praktische Unterstützung für die Asana- und Meditationspraxis, sondern wirken sich auch energetisch auf die spirituelle Praxis aus. Alte Erzählungen berichten, dass sogar Buddha auf Dharba-Gras meditiert haben soll. In der Bhagavad Gita wird es von Krishna als ideale Unterlage für die Meditation empfohlen.

Die Yoga- und Meditationsmatte von Jade Yoga besteht lediglich aus Dharba-Gras und Baumwolle und wird in Indien von Hand gewebt. Sie ist 3mm dünn, weswegen sie sich leicht verzieht. Aus diesem Grund ist sie nicht für dynamische Yogastile empfehlenswert, in denen du dich viel auf der Yogamatte bewegst. Besonders eignet sie sich hingegen als Unterlage für die Meditation oder für ruhiges Yin Yoga. Die Dharba-Gras-Matte wiegt nur 0,9 kg und ist deswegen praktisch zum Mitnehmen. Sie versprüht außerdem einen leichten Duft nach Gras und Heu, den ich liebe, da er mich an die saftig grünen Wiesen meiner Kindheit erinnert.

Zurück zu den Wurzeln: Yogateppich von Jade Yoga

Der Yogateppich ist der Vorgänger der heutigen Yogamatte und die älteste Unterlage, die Yogis zum Praktizieren verwendeten. Früher wurde nur auf blankem Fußboden praktiziert und eine Unterlage lediglich für sitzende Asanas genutzt. 

Heutzutage werden Yogateppiche vor allem im Ashtanga Yoga verwendet. Wer schon mal Ashtanga geübt hat, weiß, dass in vielen Asanas vor- und zurück gesprungen wird, was durch eine sehr rutschfeste Unterlage häufig erschwert wird. Auf einem Yogateppich gleiten Fußoberflächen und -knöchel weitaus einfacher. 

Deine Muskeln bekommen durch das Üben auf dem Yogateppich einen bonus Boost: Während die herkömmliche sticky mat Hände und Füße in Asanas wie dem herabschauenden Hund fast von selbst an Ort und Stelle hält, hat der Yogateppich weniger grip, was dazu führt, dass deine Muskeln stärker arbeiten müssen. Auf jeden Fall eine sehr spannende Erfahrung und eine Intensivierung der Praxis!

Wir sind Fans von den Yogateppichen von Jade Yoga. Sie werden aus Bio-Baumwolle in Indien handgewebt und mit natürlichen Pflanzenfarbstoffen aus Kräutern wie Indigo, Kreuzkümmel und Kurkuma gefärbt. Durch die Beschäftigung von traditionellen Weber*innen in Indien bietet Jade Yoga den Arbeitnehmer*innen eine Existenzgrundlage und sorgt dafür, dass das wertvolle Handwerk nicht ausstirbt.  

Zwei in eins: Baumwollmatten von Terrtus für dynamisches und restoratives Yoga

Natürliche Materialien, angenehme Haptik und Funktionalität in einer Yogamatte zu vereinen, ist die Mission von terrtus. Das Unternehmen aus Deutschland entwickelt Yogamatten aus Baumwolle, eine absolute Neuheit..

Die 2 in 1 Baumwollmatte namens Ludis ist definitiv die ungewöhnlichste Yogamatte, die ich bis jetzt in der Hand hatte. Am Anfang war es seltsam, auf so einer weichen Matte zu üben, aber das Baumwoll-Polster sorgt für erstaunlich viel Stabilität. Die Rutschfestigkeit der Matte hat mich umgehauen (nur metaphorisch, natürlich). Das feine Gewebe auf der einen Seite ist sticky und gibt super Halt, sodass man im herabschauenden Hund nicht darauf herum rutscht. Da Baumwolle extrem saugstark ist, absorbiert die Matte überschüssige Feuchtigkeit schnell. 

Die andere Seite der Matte ist mit einem glatten, weichen Baumwollstoff überzogen und deswegen besonders für restorative Asanas angenehm. Ganz nach dem Motto two in one eignet sich die Ludis deswegen sowohl für eine dynamische, als auch für eine ruhigere Yogapraxis. Praktisch finde ich auch, dass sich die Ludis einfach in der Waschmaschine bei 40 Grad waschen lässt und somit super einfach sauber zu halten ist. 

Naturkork für ordentlichen Grip: Yogamatten von Lotuscrafts

Wenn es um nachhaltige Materialien geht, ist Kork momentan the hottest shit. Kork kann nämlich weitaus mehr als sein Dasein als Pinnwand oder Weinstöpsel zu fristen, weswegen mittlerweile ganze Häuser, Möbel und selbst Yogamatten daraus hergestellt werden. Meistens stammt Kork aus Portugal, wo er in rauen Mengen an sonnigen Hängen wächst. Dort hat auch der Naturkork für die Yogamatten von Lotuscrafts seinen Ursprung.

Am besten eignet sich die Kork-Yogamatte für schweißtreibende Yogaklassen. Das liegt daran, dass Kork eine Substanz namens Suberin enthält, die ihre griffige Wirkung erst richtig entfaltet, sobald die Matte feucht wird. Die Matte absorbiert die überschüssige Flüssigkeit beim Schwitzen und sorgt in Hot Yoga Klassen für ordentlichen grip.

Praktischerweise ist Kork von Natur aus selbstreinigend und geruchsabweisend. Super gegen Schwitzmief. Ich mag vor allem die Haptik von Kork. Es fühlt sich an wie auf einem super weichen Holzboden zu praktizieren und duftet außerdem gut nach Holzhüttchen. Durch die Kombination von Naturkork und der dünnen TPE-Schicht auf der Unterseite ist die Yogamatte erstaunlich leicht und eignet sich super zum Mitnehmen.

Eyecandy im Yogastudio: Designer-Yogamatten von Vio Yoga

Das Yogamatten nicht nur langweilig einfarbig sein müssen, sondern auch richtig funky aussehen können, zeigen Vio Yoga. Das Team aus Designern und Yogis aus Köln kreiert stylische Matten, die sich vom Einheitsbrei abheben. Yogis, die auf poppige Farben und auffällige Muster stehen, sind bei Vio Yoga gut aufgehoben. 

Die Yogamatte Velvet Rug Tropical ist ein echter eyecatcher. Beim Ausrollen der Matte sorgt das Muster aus Papageien und tropischen Blümchen selbst im grauen Berliner Winter für Sommerstimmung. Während die Unterseite der Matte aus natürlichem Kautschuk besteht, ist die Oberfläche aus einem weichen Mikrofaser-Material, das praktischer Weise Yogamatte und Yogahandtuch vereint. 

Da die Yogamatte erst durch genügend Feuchtigkeit rutschfest wird, ist sie eher für eine schweißtreibende Asanapraxis geeignet. Für ruhigere Sequenzen kannst du die Matte mit ein bisschen Wasser besprühen und so den nötigen grip erzielen. Da Nachhaltigkeit noch wichtiger als Style ist, ist die Yogamatte zu 100% recyclebar und frei von PVC, Plastik und Silikon. 

Jedes Material hat seine eigenen Stärken.

Was ich während des Testens der Yogamatten gemerkt habe: Es gibt auch hier kein one fits all Lösung, denn je nachdem, welchen Yogastil du praktizierst, passen manche Eigenschaften der Matten besser oder schlechter. 

Spannend fand ich zu beobachten, wie unterschiedliche Unterlagen meine Yogapraxis verändert haben. Auf rutschfesten Matten bin ich plötzlich wagemutiger geworden und habe herausfordernde Asanas geübt. Weiche Matten haben mich hingegen gezwungen, mein Tempo zu verlangsamen und mir dabei geholfen, mich zu erden und meinen Fokus wieder verstärkt nach innen zu richten. 

Was sind deine neuen Yogamatten-Entdeckungen? Und auf welchem ungewöhnlichen Material übst du am liebsten? Lass es mich unbedingt in den Kommentaren wissen! 

Deine Lula 

Fotos © Lula Bornhak

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