Worauf du beim Yoga im Sommer achten solltest + kühlende Atemübung

Wie sieht es eigentlich mit deiner Yogapraxis im Sommer aus? Gibst du dir ständig „Hitzefrei“ ? Oder gehst du ohne Ausnahme zu jeder Yogastunde und genießt es, dass die Muskeln und Sehnen jetzt so schön flexibel sind?

Ich finde es wichtig, die eigene Yogapraxis den Jahreszeiten anzupassen. Das heisst für mich genau die Qualität der jeweiligen Jahreszeit zu erspüren und dann meine Praxis entsprechend auszurichten.

Spätestens seit dem Yin Yoga so beliebt geworden ist, kennt man in der Yoga Szene die Begriffe für die polaren Kräfte des Seins : Yin und Yang. So steht im Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin von 2698 v. Ch. sehr treffend:

„Die weisen Männer des Altertums folgten dem Gesetz von Yin und Yang und ordneten ihr Leben in Harmonie mit dem Kreislauf der Jahreszeiten.“

Heißt das: Yin Yoga im Winter und Yang Yoga im Sommer?

Während der Winter dem Yin Aspekt zugeordnet wird, dem Weiblichen, Verborgenen, Dunklen und dem Wasserelement, ist im Sommer ganz klar der Yang Aspekt zu spüren. Yang wird auch dem Männlichen, Hellen und nach Außen strebendem und dem Feuerelement zugeordnet. Wir haben einfach viel mehr Lust nach Draußen zu gehen und uns mit anderen Menschen zu treffen, zu kommunizieren und Feste zu feiern.

Bezogen auf die Yogapraxis heisst das wir üben im Winter eher Yin Yoga und im Sommer eher ein Yang orientiertes Yoga. Natürlich ist das nur eine Tendenz, denn eine ausgewogene Yogasequenz vereint immer alle Aspekte und ist angepasst an unsere Tagesform. Yin Yoga im Sommer ist also auch durchaus denkbar.

Wie du weiter unten lernen wirst, gehören zu dem Sommerelement viele Standhaltungen und lang gehaltende kraftvolle Asanas. Das klingt erst mal verwunderlich, denn gerade wenn es so heiß ist, haben viele Menschen nicht so viel Lust sich zu bewegen.

Letztendlich muss jeder für sich selber herausfinden was sich gut anfühlt. Generell beim Yoga und im Sommer im Speziellen ist es wichtig, dass du deine eigenen Grenzen achtest. Der beste Yogalehrer der Welt kann von Außen nicht sehen, wann für dich ein Päuschen wichtig wäre. Wenn er es sehen kann, ist es meistens schon zu spät und du bist längst über dein persönliches Maximum hinausgegangen.

Spüre deshalb immer nach Innen und frage dich selbst: tut mir die Übung und die Intensität gut?

Lieber mal ein Päuschen zu viel als zu wenig. Und auch gerne zwischendurch immer mal was trinken. Es gibt zwar Yogastile da ist das nicht so gerne gesehen, aber ich bin der Auffassung trinken während der Praxis ist super. Im Sommer umso mehr. Infused Water ist mein neues Lieblingsgetränk. Einfach ein paar Wildkräuter und Zitronen in die Flasche Wasser dazu und fertig.

Es ist auch eine gute Überlegung wann und wo du Yoga praktizieren möchtest. Mittags um 12.00 Uhr in der prallen Sonne ist weniger empfehlenswert. Morgens und Abends zu üben bietet sich an.

Yoga im Wandel der Jahreszeiten: So geht’s

Beim Triyoga, der Yoga-Richtung, in der ich meine Yogalehrerausbildung absolviert habe, besteht jede Sequenz aus allen Jahreszeiten: Es gibt also einen Frühling, indem man den Körper erst mal ganz sanft bewegt, um Weite zu erzeugen und sich aufzuwärmen. Zunächst werden die Übungen nicht gehalten sondern dynamisch ausgeführt, um die großen Faszienverbindungen zu wecken. Die Wirbelsäule wird geschmeidig und der Atem beginnt tief und gleichmäßig zu fließen. Dann folgt der Sommer, in dem man sich an die feurigen und schwierigeren Asanas, vor allem Standhaltungen heran wagt bis man die Hitze im eigenen Körper spüren kann. Im Herbst werden dann vordergründig Rückbeugen und vertiefende Dehnungen geübt. Es fühlt sich dann ein bisschen so an wie Ernten was im Frühling gesät wurde und im Sommer herangewachsen ist. Im Winter werden Umkehrhaltungen und ebenfalls langgehaltende Dehnungsübungen praktiziert. Das hilft die Aufmerksamkeit nach Innen zu lenken und entspricht im großen und ganzen dem Yin Yoga. Herbst und Winter bereiten auf die Entenspannung vor und kühlen den Organismus wieder.

Bei anderen Yogastilen ist der Aufbau einer Sequenz sehr ähnlich wird nur nicht den Jahreszeiten zugeordnet.

Man könnte jetzt also im Sommer den Sommerteil mit den länger gehaltenen und anspruchsvollen Standhaltungen fokussieren oder man merkt vielleicht, dass ohnehin schon mehr als genug Hitze im Organismus ist und würde dann entsprechend einige langsam und sehr ruhig ausgeführte Rückbeugen und Umkehrhaltungen üben, um einen Ausgleich zu schaffen.

Es bleibt dabei: Letztendlich entscheidest du was sich gut anfühlt.

Der kühlende Atem: Sitali

Wenn die richtige Hitzewelle ausbricht, ist es auf jeden Fall ratsam eine kühlende Atemübungen parat zu haben.

  • Rolle die Zunge zusammen, strecke sie heraus
  • Achte darauf, dass sich genug Speichel auf der Zunge befindet
  • atme durch diese Zungenrolle ein
  • atme durch die Nase wieder aus
  • wiederhole mehrfach bis du dich erfrischt fühlst
  • Manche Menschen können die Zunge nicht rollen: Sie drücken stattdessen die Zungenspitze an die Kante der oberen Schneidezähne, wodurch sich die Zunge an den Seiten leicht nach außen biegt.

Für alle, die sich eine Video-Anleitung wünschen: Hier ein Cooling-Breath-Video von Rebeccas Lehrer Moritz Ulrich.

Genieß den Sommer und viel Spaß beim Üben!

Deine Milena

Bildquelle: FotoSally

– – – 

Vielleicht für dich spannend: Die Berliner Yogalehrerin Sandra Winkens unterrichtet bei yogaia.de ein Sommer-Yoga-Special. Einfach bei den Videos Sandra Winkens suchen und ansehen, wann du Zeit hast. Kostenlos für 14 Tage, wenn du den Code FUCKLUCKYGOHAPPY eingibst.  Registriere dich einfach hier!

– – –

Das könnte dich auch interessieren:

Ein Kommentar / Schreibe einen Kommentar

  1. Super schöner Artikel. Sommer ist eine ausgezeichnete Jahreszeit für Yoga-Fans, weil man Yoga-Techniken im Freien praktizieren kann. Die Übung Sheetkari Pranayama und die Übung Sheetali Pranayama sind die besten Übungen, um sich bei der Sommerhitze abzukühlen. Schau doch gerne mal auf meinem Blog Magazin Ganzwunderbar vorbei.
    7 Yoga-Tipps für Yoga im Sommer
    https://www.ganzwunderbar.com/yoga-im-sommer/
    Namaste
    Melanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*