Winterküche: Was dich jetzt besonders nährt + Rezept

Das Ende des Jahres rückt näher, es wird später hell, früher dunkel, die Temperaturen sinken. Der Winter mit all seinen Eigenschaften ist schon in der kühlen Luft am Morgen spürbar. Es fällt uns morgens wahrscheinlich schwerer aufzustehen und wir sind auch abends nicht mehr so unternehmungslustig wie im Sommer. Stattdessen machen wir es uns lieber zu Hause auf dem Sofa gemütlich.

Die kalte Jahreszeit ist ideal, um unsere rezeptive Seite zu stärken und mehr nach innen zu schauen.

Der Winter ist eine Zeit zum Ausruhen, Kraft schöpfen und der tiefen Meditation. Zeit, Energie zu sparen und zu fokussieren, indem wir uns mit uns selbst auseinandersetzen und Intentionen setzen. Wenn wir spüren, dass wir mehr Schlaf brauchen, generell mehr Ruhe benötigen und weniger das Bedürfnis haben, viel Zeit draußen zu verbringen, ist das eine natürliche Reaktion auf die Veränderungen in der Natur um uns.

Hör auf das, was dein Körper dir jetzt mitteilt. Und pass dich an.

Vielleicht willst du jetzt nicht mehr draußen joggen gehen, sondern stattdessen Yoga in einem warmen gemütlichen Raum üben. Oder vielleicht merkst du auch, dass sich deine Yoga-Praxis im Winter verändert und du jetzt langsamer üben möchtest, vielleicht länger in den einzelnen Asanas verweilst und in dich hinein spürst.

Was nährt deinen Körper jetzt?

Besonders gut tun jetzt wärmende Suppen, Vollkorngetreide, Nüsse und Trockenfrüchte. Kurz gesagt, alles was dich nährt und innerlich wärmt. Die Geschmacksrichtungen salzig und bitter sind besonders vorteilhaft, da sie eine zusammenziehende, zentrierende und vertiefende Qualität besitzen. Die unterstützt den Körper dabei, die Körperhitze nach innen zu lenken, sodass die Körperoberfläche etwas abkühlt – eine kühlere Oberfläche lässt dich die Kälte draußen weniger spüren.

Was ist bitter?

Die meisten bitteren Nahrungsmittel sind nicht nur bitter, sondern enthalten eine Kombination verschiedener Geschmacksrichtungen. Zu diesen gehören z.B. Kopfsalat, Endivie, Steckrübe, Sellerie, Grünkohl, Alfalfa, Karottengrün, Roggen, Hafer, Quinoa, Amaranth und Kurkuma. Bitter ist auch die Schale von Zitrusfrüchten.

Kleine Mengen an bitteren Nahrungsmitteln nähren deine innere Erfahrungswelt und ihnen wird in der chinesischen Medizin sogar nachgesagt, das Herz zu stärken und Freude zu bewahren.

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Was ist salzig?

Salzige Nahrungsmittel sind Miso, Sojasauce, Algen, Hirse, Gerste und natürlich Salz selbst. Die meisten von uns nehmen Salz jedoch schon in ausreichender Form zu sich, häufig konsumieren wir sogar mehr Salz als notwendig. Deshalb benutze Salz immer mit Vorsicht. Zu viel des Guten hat einen stark zusammenziehenden Effekt, und das kann zu einem Kältegefühl und starkem Durst führen.

Grundsätzlich unterstützt dich eine an der Saison orientierte Ernährung dabei, deinen Körper der Jahreszeit entsprechend zu nähren. Die Natur stellt uns all das zur Verfügung, was wir brauchen. Versuche beim Einkauf mal darauf zu achten, welches Gemüse und Obst derzeit aus deutschem Anbau angeboten wird. Und dann kaufe dementsprechend ein. So unterstützt du deinen Körper und schonst die Umwelt.

Saisonales Gemüse im Dezember:

Winterküche: Was dich jetzt besonders nährt + Rezept 2

Freiland: Chinakohl, Feldsalat, Grünkohl, Lauch, Pastinaken, Rosenkohl

Lagerung: Karotten, Kartoffeln, Knollensellerie, Kürbis, Radicchio, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Spitzkohl, Steckrüben, Weißkohl, Wirsing, Zwiebeln

Saisonales Obst:

Lagerung: Äpfel, Birnen

Passend dazu habe ich ein wärmendes und nährendes Rezept entwickelt:

Kürbis-Lauch-Birnen-Suppe, getoppt mit Grünkohl und Tempeh.

Winterküche: Was dich jetzt besonders nährt + Rezept 3

Kürbis hat einen süßen und leicht bitteren Geschmack. Ihm wird nachgesagt, sich positiv auf den Blutzuckerspiegel auszuwirken. Außerdem soll er einen schleimlösenden Effekt haben. Birnen haben ebenfalls einen leicht sauren und süßen Geschmack und sollen die Funktionsweise der Atemorgane und der Lunge unterstützen.

Besonders bei durch trockene Kälte ausgelöstem Husten haben Birnen eine befeuchtende Wirkung. Roh wirken sie allerdings auch kühlend und sollten während der kalten Jahreszeit deshalb nur in Maßen verzehrt werden. Kurkuma bringt eine leicht bittere Note in die Suppe. Diese sollte jedoch nicht vordergründig sein, sondern sanft mit den anderen Geschmackskomponenten verschmelzen.

Grünkohl ist ein typisches Wintergemüse, das in den letzten Jahren ein großes Comeback gefeiert hat. Und das zu Recht: Kein anderes Gemüse hat so viel Vitamin C, sein Eisengehalt übertrifft sogar den von Rindfleisch.

Besonders lecker schmeckt er nach dem ersten Frost, da der Zuckergehalt des Kohls mit kälteren Temperaturen steigt. Die Bitterkeit nimmt ab und der typisch herb-süße Geschmack nimmt zu.

Tempeh ist ein Produkt aus fermentierten Sojabohnen. Sojafrei gibt es ihn auch aus Lupinen hergestellt im Biosupermarkt zu kaufen. Tempeh hat einen hohen Proteingehalt (ca. 20g pro 100g). Im Gegensatz zu Tofu besteht Tempeh aus der ganzen Sojabohne und hat eine festere Konsistenz, wodurch er sich besonders gut anbraten lässt.

Und so bereitest du diese leckere Suppe zu:

Winterküche: Was dich jetzt besonders nährt + Rezept 4

Zutaten:

Suppe:

  • ½ mittlerer oder 1 kleiner Hokkaido-Kürbis (ca. 800g)
  • 1 Birne
  • 1 Stange Lauch
  • 200ml Kokosmilch
  • 1 EL pflanzliches Öl (z.B. Kokosöl, Olivenöl)
  • 1 EL Apfelessig oder Zitronensaft
  • Salz
  • Zimt
  • Kurkuma

Topping:

  • 2 Handvoll Grünkohl (ca. 200g)
  • 100g Tempeh
  • 1 EL Öl
  • Tamari
  • Ahornsirup
  • Optional: 1 EL Hefeflocken

Zubereitung:

Winterküche: Was dich jetzt besonders nährt + Rezept 5

Suppe:

Schneide den Lauch in Streifen: Verwende nur den hellen unteren Teil. Zerkleinere den Kürbis in Würfel, die Kerne müssen für dieses Rezept entfernt werden. Entferne das Kerngehäuse der Birne und scheide diese ebenfalls in kleinere Stücke.

Erhitze das Öl in einem Topf und gib den Lauch hinzu. Dünste den Lauch bei mittlerer Temperatur bis er glasig wird und leicht süßlich zu duften beginnt.

Gib die Gewürze hinzu und röste diese kurz mit an, sodass sie ihr Aroma entfalten können.

Dann füge Kürbis und Birne hinzu und lösche alles mit der Kokosmilch ab. Gib ca. 200ml an Wasser hinzu. Wahrscheinlich brauchst du später noch etwas Wasser. Es ist aber immer einfacher, Wasser hinzuzufügen als zu entfernen, wenn die Suppe zu wässrig geworden ist. Und ich mag meine Suppen gern dickflüssig.

Lass alles auf mittlerer Temperatur köcheln, bis der Kürbis weich ist. In der Zwischenzeit kannst du das Topping zubereiten (s.u.).

Nun muss die Suppe nur noch püriert werden. Entweder du benutzt einen Mixstab oder einen Mixer. Das Ziel ist eine cremige Konsistenz zu erreichen.

Mit Salz abschmecken und fertig ist die Suppe!

Topping:

Schneide den Tempeh in kleine Stücke und brate ihn bei mittlerer Temperatur in dem Öl in einer Pfanne an.

Während der Tempeh bereits in der Pfanne ist, kannst du nun den Grünkohl zerkleinern. Der harte Strunk muss für dieses Rezept entfernt werden. Du kannst ihn aber z.B. gut für Säfte verwenden.

Wenn der Tempeh von allen Seiten eine goldgelbe Farbe angenommen hat, gib den Grünkohl ebenfalls in die Pfanne und dünste beides, bis der Grünkohl in sich zusammengefallen und weich ist.

Dann gib Ahornsirup und Tamari in die Pfanne. Gut umrühren, damit sich beides gut in Grünkohl und Tempeh verteilt und das Topping leicht karamellisieren kann. Wenn du möchtest, kannst du auch einen Löffel Hefeflocken hinzugeben.

Guten Appetit!

Fotos © Helen Ergec

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