Wildert euch aus! Warum wir alle mehr barfuß laufen sollten

[Werbung] Meine Freundin und Bürokollegin Nike läuft in Socken durchs Büro. “Meine Gesangslehrerin hat gesagt, ich soll mehr barfuß laufen. Wenn die Füße verkrampft sind, dann hört man das an der Stimme.” Nike erklärt mir, dass verspannte Füße zu verspannten Beinen, Hüften und Beckenbodenmuskeln führen, was sich wiederum negativ auf den Atem- und Stimmapparat auswirkt. Eine Logik, die ich hundertprozentig nachvollziehen kann, schließlich übe ich Yoga.

Yogahaltungen nennt man “Asana”, das ist Sanskrit für “Sitz” oder “Verbindung zur Erde”.

Die tatsächliche Asana ist aber eigentlich der Teil des Körpers, der den Boden berührt: der Sitz eben. Egal ob Hände, Füße, Po oder Bauch: Was bei der Praxis den Boden bzw. die Matte berührt, soll wirklich gut geerdet sein, nicht irgendwie und so halb. Du schiebst diese Körperteile nach unten, um nach oben hin zu wachsen.

“sthira-sukham-āsanam” – Die Verbindung zur Erde soll stabil und freudvoll sein. – Patanjali, Yoga Sutra II.46

Meine wichtigste Aufgabe als Asana-Lehrerin ist es, meinen Schüler*innen beizubringen, eine stabile Basis zu etablieren. Wie die Haltung abgesehen davon aussieht, ist tatsächlich sekundär, eher Dekoration. 

Diese stabile Basis nimmst du aus dem Yogaunterricht mit nach draußen.

In Yogastunden üben wir, auch mal alles auf den Kopf zu stellen und beispielsweise auf den Händen zu stehen, um den Herausforderungen der Welt draußen gelassener gegenüber zu stehen. Im wirklichen Leben sind unsere Basis aber doch meistens die Füße. 

Die Füße tragen uns durch unseren Alltag, machen lange Tage mit verschränkten Beinen im Büro, Marathonläufe oder stundenlanges Meditieren mit, bringen uns von A nach B und ermöglichen uns, die Welt zu erforschen. 

Aber statt uns um unsere Füße wirklich zu kümmern, quetschen wir sie der Mode zuliebe in zu enge und unbequeme Schuhe.

Wir laufen sie wund und schenken ihnen dann meistens nicht wirklich Aufmerksamkeit, wenn sie Pause brauchen. Die Folgen jahrelanger Fehlbehandlung: Senk- und Spreizfuß, Hallux Valgus, Fersensporn – you name it. Dabei kommen 98% aller Kinder mit gesunden Füßen zur Welt. 

Das Problem (mal wieder): Die Füße werden ihrer natürlichen Umgebung entrissen, indem wir sie zu früh in Schuhe stecken und zu stark einengen und unterstützen. Dadurch wird die Muskulatur geschwächt, der Bewegungsablauf eingeschränkt und die Füße können sich nicht richtig entwickeln. Die Statik des kompletten Körpers hängt davon ab, ob die Füße richtig stehen. 

Auch wenn die Füße selbst in Ordnung scheinen, können Hüftfehlstellungen, Verkrampfungen, Rückenschmerzen und dergleichen entstehen. Das alles kenne ich persönlich schon seit meiner Kindheit, Stichwort: “Spreizhose anno 1986”, und wer mich gehen sieht, der weiß auch, dass meine Statik und mein Gang – sagen wir – speziell sind.

Daher bin ich gleich Feuer und Flamme, als Wildling uns fragt, ob wir zusammenarbeiten wollen.

Wildling Shoes stellen nämlich Minimalschuhe her, die genau darauf abzielen, den natürlichen Zustand unserer Füße wiederherzustellen. Ich kenne sie aus dem Schuhschrank meines Neffen, der sie sehr liebt; mittlerweile gibt es die Schuhe auch für Erwachsene bis Größe 48, was mir neu ist. 

Gründerpaar Anna und Ran entwickelten die Schuhe aus der Not heraus. Als sie 2013 nach zwölf Jahren in Israel zurück nach Deutschland zogen, waren sie zum ersten Mal auf der Suche nach Schuhen für ihre drei Kinder, die bis dato im warmen Klima Israels barfuß aufgewachsen waren. Die Kinder waren von den verfügbaren Modellen alles andere als begeistert: Sie wollten sie nicht tragen, weil sie sich davon eingeschränkt, eingeschnürt und beschwert fühlten. 

Kindermund tut Wahrheit kund. 

Und deshalb entwickelten Anna und Ran unter dem Motto “so wenig Schuh wie möglich, so viel Schuh wie nötig” den Minimalschuh, der ihren Ansprüchen und dem der Kinder genügte. Einen Schuh, der dem Fuß alle Bewegungsfreiheit lässt und keine unnatürlichen Formen vorgibt. Es ging ihnen darum, einen Allrounder-Schuh zu entwerfen, der mit einem zentralen Kerndesign auskommt, ohne Schnickschnack und ohne, sich der Schnelllebigkeit der Mode zu unterwerfen. 

Zum Launch der 2020er Frühjahrskollektion bekomme ich zwei Paar Schuhe zum Testen. Die Schuhe sind anatomisch geformt, sprich, sie sind nicht künstlich verschmälert. Die Sohle ist aus einem sehr biegsamen Material hergestellt, welches dem Fuß alle Bewegungsfreiheit lässt – quasi wie barfuß, nur mit einer Schutzhülle. 

Mein erster Spaziergang durch Kreuzberg in den Wildlingen ist auf jeden Fall ein Erlebnis. 

Ich schlüpfe in meine Nebula Wildlinge, die aus einem gestrickten Merino-Mix hergestellt sind und sich dadurch perfekt an meine Fußform anpassen. Draußen spüre ich beim Gehen jede Unebenheit der Straße und meine Sohle scheint sich ganz anders abzurollen. 

Ich stelle fest, dass ich es, trotz meiner vielen barfüßigen Stunden im Yogastudio total unnatürlich finde, quasi barfuß durch die Stadt zu laufen. Was daran wirklich unnatürlich ist, ist allerdings die Tatsache, dass ich es nicht mehr gewohnt bin, mit meinen Füßen einfach auf der Erde zu stehen. Nicht das Barfußlaufen an sich.

Nur damit wir uns richtig verstehen: Auf Kreuzberger Bordsteinkanten und Scherben vorm Späti haben meine Füße wirklich keine Lust, vor allem nicht bei drei Grad. Deshalb sind Schuhe schon keine schlechte Idee. Aber ich kann mich auch nicht daran erinnern, wann ich letztes Mal im Park oder im Urlaub länger barfuß gelaufen bin. 

Wann haben meine Füße zum letzten Mal gespürt, wie sich Gras, Baumrinde oder Moos wirklich anfühlt?

Ich weiß nicht, ob es immer angenehm wird, in der Stadt mit Minimalschuhen zu laufen. So nah dran an allem, besonders in meinem nicht immer sauberen Kiez. Aber ich werde es weiter probieren, damit sich meine Füße daran gewöhnen und wieder Kraft entwickeln. Und wie gut werden sich dann die Spaziergänge im Wald oder – wenn ich bald im Urlaub bin – im Dschungel anfühlen?

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Es gibt verschiedenste Modelle, die unterschiedliche Vorzüge haben und für unterschiedliche Aktivitäten bzw. Umgebungen geeignet sind. Die gestrickten Nebulas zum Beispiel haben eine einzigartige Passform, die sich wirklich perfekt an meinen Fuß anpasst und sind extrem biegsam und leicht. In den Tanuki-Modellen aus Washi-Material kann man auch mal durch einen Bach waten, denn sie sind durchlässig und trocknen sehr schnell. 

Und für alle skeptischen Fashion Victims da draußen habe ich gute News: nämlich die schlichten Tanuki Nijis mit einer kleinen, aufgestickten Pride-Flagge als Extra-Statement. Meine Lieblings-Stylistin Sheila hat mir gezeigt, dass man sie sogar zu femininen Kleidern tragen kann!

Ich bin beeindruckt davon, wie transparent die Wildlinge mit ihren Produktinformationen sind. 

Alles wird auf der Website erklärt, die Art und Beschaffenheit des Materials und die Herstellungsweise eines jeden Schuh-Elements werden genau beschrieben. Dass die Schuhe einer solchen “Back to Nature”-Marke wo es möglich ist aus nachhaltigen Natur- bzw. recycelten Materialien aus Europa in einem Familienbetrieb in Portugal von Hand hergestellt werden, versteht sich dann fast von selbst. 

Schmökert man sich durch den Blog und die Kommentare auf Website und sozialen Kanälen, wird klar: Hinter dieser Marke stecken echte Menschen, die einander und ihre Community wirklich als Familie verstehen. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie sie sich mit ihren Kund*innen ganz ausführlich über die Vor- und Nachteile bestimmter Materialien und die genaue Pflege der Schuhe austauschen und einander Geheimtipps geben!

Am Ende geht es bei deiner Verbindung zur Erde darum, die gegenseitige Beziehung zu einer Win-Win-Situation zu machen. 

Hier findet Yoga außerhalb vom Studio statt. Frage dich: Wie gehe ich mit den Ressourcen um, die mir zur Verfügung stehen? Wie mit den Menschen und Tieren, die mich versorgen und ernähren? Wie mit meinen Mitmenschen? Sorge ich dafür, dass meine Beziehungen nicht nur zu meinem, sondern auch zum Wohle der anderen funktionieren? Fühle ich mich der Natur, die mich hervorgebracht hat, noch zugehörig? 

Ich liebe es, dass die Schuhsparte für Erwachsene bei den Wildlingen “Rewild” heißt. Denn ja, wir sollten uns selbst wieder mehr auswildern, um uns darüber klar zu werden, dass wir nicht die Chef*innen der Natur, sondern ein Teil von ihr sind. Als Kinder wussten wir das auch noch!

Lasst uns Renaturierung betreiben: im Schuhschrank und überhaupt. 

Wenn wir uns beim Yoga in Krähen, Kobras und Bäume verwandeln, geht es genau darum: Die Beziehung zur Natur zu stärken. Nicht darum, eine Kobra zu imitieren, sondern darum, wirklich eine zu werden und damit die Idee von Getrenntsein und Ego zu überwinden. Und wenn wir eine solche Rückkehr zur Natur durch unser Schuhwerk erreichen, haben nicht nur unsere Füße, unsere Körper und unsere Gesangslehrerinnen was davon, sondern auch Mutter Erde.

In diesem Sinne: Lauft mehr barfuß! Oder eben in Wildlingen.

Die Schuhe kann man online bestellen und in den Showrooms in Köln oder Berlin oder im Lagerstore in Engelskirchen käuflich erwerben. 

Viel Spaß damit! Deine Uli

Fotos © Lula Bornhak

Dieser Beitrag ist eine bezahlte Kooperation mit Wildling Shoes. Wir sind sehr dankbar, so großartige Partner im Boot zu haben und FLGH auf diese Weise für dich kostenlos halten zu können.

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7 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Es ist dem Artikel anzumerken das er gekauft bzw. gesponsert wurde und Uli noch nicht viel über Minimalschuhe weiß, oder recherchiert hat, denn die Wildlinge gehören eindeutig zu den festeren und steiferen “Minimal”-schuhen. Es gibt etliche die ein viel besseres Gefühl zum Boden vermitteln und die Füße trainieren. Minimalschuhe sind daher eine Schuhwelt für sich und greifen das Thema unzureichend auf, noch dazu wenn (ausgerechnet) nur über Wildlinge gesprochen wird. Aber Ihr seid in dem Fall Dienstleister und Wildling der Kunde König.

    1. Lieber Dragan,

      danke für deine Gedanken und entschuldige die späte Antwort! Ich war auf Reisen. Der Artikel ist gesponsort, ja. Daher ist er auch klar als Werbung markiert. Meine Aussagen über meine Erfahrungen mit den Wildlingen sind trotzdem 100% ehrlich und vielleicht ist es für viele sogar gar nicht so schlecht, dass ich selber nicht so viel über Minimalschuhe weiß.

      Der Anspruch des Artikels ist ja nicht, alles über alle existierenden Minimalschuhe zu schreiben, sondern einen Erfahrungsbericht über genau diese Schuhe zu liefern. Die meisten Leser*innen hier selbst nicht die größten Expert*innen und wenn man eine neue Sache ausprobiert, ist es – zumindestens aus meiner Sicht – oftmals gar nicht so schlecht, einen Eindruck zu bekommen, wie es so ist beim “ersten Mal”.

      Liebe Grüße und alles Gute, Ulrike

    2. Ich widerspreche dem Kommentar ebenfalls. Mich hat die Qualität der Wildlinge bisher noch nicht hundertprozentig überzeugt – ich habe gute Paare gehabt, und welche, die schnell durch waren. Trage gerne auch noch andere Barfussschuhe, finde die Wildlinge sind aber wirklich wirklich minimal. Das ist definitiv keine Kritik, die ich nachvollziehen kann.
      Habe mir jetzt selbst nochmal Tanuki in zwei verschiedenen Farben bestellt, weil mir für den Sommer bisher noch keine andere Firma überzeugt hat.

    3. Ich finde nicht, dass die Wildlinge steif sind. Ich trage sie seit ca. 2 Jahren und habe schon einige andere Hersteller durch. Die Wildlinge sind mir die Liebsten.
      Aber wie bei vielen Themen gibt es immer zwei Lager und ich habe das Gefühl, dass das Thema Minimalschuhe und deren Eigenschaften spaltet wirklich die Interessieren in diese Lager auf. Man liebt sie oder man findet sie unpassend.

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