Wie du deine Bestimmung in deiner Vergangenheit findest

Hast du auch manchmal das Gefühl, du bist bei deiner Arbeit fehl am Platz? Fühlst eine Lebendigkeit und Kraft in dir, die aber nicht wirklich ausgedrückt werden kann? Dann macht es Sinn, dich mit deiner Bestimmung zu beschäftigen. 

Deine individuelle Bestimmung heißt in Sanskrit Dharma. Es ist quasi dein energetischer Fußabdruck, mit dem du auf die Welt gekommen bist. Das, was der authentische Ausdruck deiner Lebensenergie ist, dein Seelencode. Je mehr du ihn lebst, umso mehr Kraft bekommst du.

Deine Bestimmung lenkt dich in Richtung deiner Kraft.

Deine Bestimmung ist dabei viel mehr als das, was du beruflich machst.  Es ist Ausdruck deiner ureigenen Energie. Ein Schlüssel zu deiner Bestimmung liegt in deiner Autobiografie. Wir alle kommen mit bestimmten Fähigkeiten, Interessen und Eigenschaften auf die Welt, das, was unsere grundlegende Natur ist. Ist diese genährt worden, dann leben wir meist einen authentischen Ausdruck unserer Bestimmung. Können wir sie aber nicht ausleben, dann bleibt ein Teil unserer Energie unterdrückt. Das fühlt sich nicht gut an. Es fehlt dann etwas in unserem Leben.

Es liegt in deiner Verantwortung, diese innere Möglichkeit auch nach außen zu tragen.

Wenn du etwas tust, bei dem du deine authentische Kraft leben kannst, hast du automatisch das Gefühl: Hier bin ich richtig und will nicht wieder wegDie eigene Bestimmung zu leben bedeutet, weit, verbunden und ganz du selbst zu sein. Bei der Suche danach geht es darum, dir selbst zu vertrauen und dich immer wieder mit deiner Essenz zu verbinden.

Wenn du deine Bestimmung noch suchst, lohnt sich der Blick in die Vergangenheit.

In unserer Kindheit finden wir Hinweise auf unseren authentischen Ausdruck. Hier sind wir noch völlig unberührt, frei und überzeugt von uns. Wir trauen uns vieles zu. Unsere Perspektive ist offen und wir sind uns sicher: Ich kann das, und ich bin genauso richtig. Wir können stundenlang in eine Sache vertieft sein und lassen uns nicht abhalten, auch nicht, wenn wir scheitern.

Dich mit deinem Kindheits-Ich zu verbinden, kann dir helfen, dich an deine Urkraft zu erinnern. Zum Beispiel mit alten Fotos. Hole sie ruhig mal raus und nimm dir ein paar Stunden Zeit. Dieser Rückblick gibt dir einen Einblick in dich selbst.

Stelle dir dabei folgende Fragen über deine Kindheit:

  • Wer bist du in deiner Essenz?  
  • Womit hast du dich gern beschäftigt? Haben deine Vorlieben / Hobbies dem entsprochen, was dein Umfeld von dir erwartet hat?
  • Was hat dich fasziniert und wo hast du das Gefühl gehabt, deine Zeit zu verlieren?
  • Welche Adjektive beschreiben dich am besten?

Ich finde es spannend, sich die Kindheit von Menschen anzugucken, die in ihrem Leben ihrer Passion gefolgt sind. Zum Beispiel die Geschichte der weltberühmten Verhaltensforscherin Jane Goodall. 

Als Kind ist Jane unfassbar fasziniert von Tieren. Eines Tages verfolgt sie die Hennen auf dem Hof in den Hühnerstall. Sie will herausfinden, wie es möglich ist, dass diese relativ kleinen Tiere so große Eier legen. Stundenlang ist sie verschwunden und liegt mit Stroh getarnt im Hühnerstall auf der Lauer. Schließlich kommt eine Henne und legt ein Ei. 

Jane beobachtet das und ist völlig fasziniert. Als ihre Mutter sie Stunden später findet, ist sie zwar besorgt und wütend über das Verschwinden ihrer Tochter, aber sie bemerkt auch das glückliche Strahlen in Janes Augen. 

Wie war das in deiner Kindheit, wurdest du in deiner Neugier und Begeisterung unterstützt?

Hier geht es nicht darum, jemanden Vorwürfe zu machen. Es geht um deine Wahrnehmung. Wo war dein Funke und wie hat deine Umwelt darauf reagiert? Wurde er genährt und ist aus deinem Funken ein richtiges Feuer geworden? Oder wurde er immer wieder ausgepustet und glimmt nur noch?

Oft haben wir erlebt, dass unser wahres, natürliches Selbst an Ecken und Kanten stößt.

Wir werden bewertet. Das, was uns mit Glück erfüllt, stößt bei anderen auf Ablehnung. Wir haben gelernt: Wenn wir uns zeigen, wie wir sind, werden wir nicht geliebt. Es sind die Stimmen von Eltern, Lehrer*innen, der Gesellschaft. Sie handeln zwar in guter Absicht, aber sie nehmen uns den Mut und das Vertrauen, an uns zu glauben. Wir lernen, dass es sicherer ist, wenn wir diesen Teil unserer Energie zurückhalten.

Deine Bestimmung ist, wenn du nicht irgendwie oder irgendwer “sein musst“ sondern einfach du selbst „bist“.

„Jeder Mensch ist berufen, jemand zu sein: Aber er muss verstehen, dass er, um diese Berufung zu erfüllen, nur ein Einziger sein kann: er selbst.“ – Thomas Merton

Wenn wir verinnerlicht haben, dass es sicherer ist, nicht ganz wir selbst zu sein, beginnt oft eine aussichtslose Suche im Außen. Wir versuchen herauszufinden, was wir tun können, um liebenswert zu sein und vergessen dabei, dass es darum geht, herauszufinden, dass wir uns nichts mehr hinzufügen müssen. 

Wir jagen dem perfekten Job, dem Idealkörper und der Zuneigung durch Andere hinterher.

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Und realisieren nicht, dass wir das, was wir suchen, niemals im Außen finden werden. Deshalb lohnt es sich zu erforschen, woher deine Motivation kommt. Von Innen oder Außen? 

Stelle dir dafür folgende Fragen:

  • Hast du oft Dinge getan, weil sie im Außen für Begeisterung sorgen und dir zum Beispiel Lob und Anerkennung bringen?
  • Oder hattest du tief in dir ein erfülltes Gefühl dabei?
  • Welche Steine und Beschränkungen wurden dir in deiner Kindheit in den Weg gelegt?
  • Was wolltest du immer unbedingt tun, aber durftest es nicht?
  • Kannst du ein tieferliegendes Muster erkennen?

Wenn wir genau hinschauen, finden wir versteckte Anteile und innere Schätze, die wir unterdrücken mussten, weil sie nicht akzeptiert waren.

Das Wichtigste ist, zu erkennen: Es ist okay wie es ist. Es gehört dazu, dass das Leben dich manchmal in Wellen von deinem inneren Kern und deiner Bestimmung weg trägt; und dann spült dich die nächste Strömung wieder näher dorthin.

Der Schlüssel liegt darin, dass wir uns immer wieder auf uns selbst besinnen. Deine Bestimmung findest du garantiert nicht, wenn du dich vergleichst oder im Außen suchst. 

Deine Bestimmung liegt in dir.

In der Bhagavad Gita sagt Krishna zu Arjuna:

„Es ist besser an seinem eigenen Dharma zu scheitern, als mit jemand anderes Dharma Erfolg zu haben.“ 

Wenn du herausgefunden hast, welche Energie du noch unterdrückst, ist der erste Schritt, dies anzunehmen. Und der zweite: sie Schritt für Schritt wieder in dein Leben zu integrieren.

Der Weg, die eigene Bestimmung zu erkennen, ist, wie Zwiebeln zu häuten. Eine Haut nach der anderen legt das wahre Selbst mehr und mehr frei. Manchmal fallen auch Tränen dabei. Und das ist okay. Das ist das Leben und es ist nie gegen, sondern immer für dich. 

Much Love

Heike 

Titelbild @ Anita Jankovic via Unsplash

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5 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Heike,
    Kleine Anmerkung dazu das eigene Gesetze heißt auf Sanskrit Svadharma – Dharma ist das allgemeingültige Gesetze.
    Sonnige Grüße,
    Susanne

  2. Hallo Heike,

    ja, ich bin damit einverstanden, dass unsere Bestimmun in uns liegt, es sind aber auch weitere wichtige Aspekte, die an uns wirken. Das sind z.B. das Wetter, die Luete, die neben uns sitzen und natürlich die Umwelt. Wie kann ich gut gelaunt sein wen ich jeden Tag lese wie viel Schaden wir unserer Umwelt bringen :( Verschiedene Verbrennungsprozesse belasten die Luft, die wir atmen. Das ist natürlich schlecht. Wir sollen daran denken, wie wir das ändern können. Es wurde bereits z.B. ein Kohleausstieg beschlossen, das habe ich unter folgendem Link gelesen: https://testaufgabe.blogspot.com/2020/01/regierung-beschliet-kohleausstieg-bis.html. Das soll aber nur Anfang sein. Unsere eigene Stimme ist natürlich wichtig, wir sollen aber alles Mögliches machen, damit andere Faktoren keine schlechte Auswirkung darauf haben!

    1. Liebe Stefanie,

      ja, die Umwelt und das Umfeld haben natürlich einen Einfluss auf uns.
      Ich denke den Fokus auf Lösungen zu setzen ist hilfreich. Wie kann ich etwas tun, um einen Einfluss auf mein Umfeld und die Umwelt zu nehmen und wie genau sieht das aus.
      Liebe Grüße Heike

  3. Hallo Heike!
    Die Frage nach der eigenen Bestimmung ist immer ein sehr interessantes Thema und dein Artikel ist wirklich super!
    Das Beschäftigen mit der eigenen Vergangenheit kann echt heilsam sein und auf jeden Fall auch einen inneren Kompass bieten, dass kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen.

    Vielen Dank für eure Arbeit!
    Namaste
    Fabio von samsara yoga shirts
    https://www.samsarayogashirts.com/blog/

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