Wie du aus einem Problem ein Geschenk machst

Kürzlich erhielt ich eine E-Mail von einer Klientin, die sich bei mir für ein abgeschlossenes Coaching bedankte. Dabei erinnerte sie mich an einen Rat, den ich ihr ganz am Anfang gegeben hatte:

Betrachte dein Problem als Geschenk.

Stell dir vor, du hast Geburtstag, schmeißt eine Party und so langsam trudeln die Gäste ein. Sie haben bunt verpackte Geschenke für dich dabei. Noch kannst du sie nicht sehen, denn sie befinden sich noch in den Taschen und Rucksäcken. Doch bald ist der richtige Moment gekommen. Der erste Gast ergreift die Gunst der Stunde und übergibt dir sein Geschenk.

Was tust du?

Richtig, als Erstes nimmst du das Geschenk an. Es ist ja schließlich für dich. Als Nächstes schaust du das Geschenk voller Wertschätzung an und würdigst vielleicht das schöne Geschenkpapier. Dann versuchst du es vorsichtig zu öffnen, weil du das schöne Papier nicht ungehobelt aufreißen möchtest. Als Nächstes betrachtest du das Geschenk ganz genau von allen Seiten.

„Oh, das ist ja schön, danke!“ Wäre ein typischer Satz, den man bei diesem Akt sagt. Manchmal weißt du im ersten Augenblick gar nicht, was dir da geschenkt wurde. Dann schaust du genauer hin. Drehst das Objekt, riechst vielleicht daran oder lauschst den Geräuschen, die es hervorbringt. Vielleicht ist es sogar eine CD. Dann hörst du auf jeden Fall mal rein.

Unsere Probleme sind nichts anderes als ein solches Geschenk. Alle schwierigen, unangenehmen Situationen und Konflikte in unserem Leben sind Geschenke, die uns dabei helfen zu wachsen. Deshalb ist es wichtig, sie dankbar anzunehmen und dann zu schauen, um was für eine Art Geschenk es sich eigentlich handelt. Ist es groß oder klein? Füllt es den ganzen Raum aus oder ist es schwer zu greifen? Wie sieht es aus der Perspektive des Schenkenden aus? Was hat er oder sie sich wohl dabei gedacht? Und was denken deine und seine Freunde darüber?

Wenn du deine Probleme aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtest und sie richtig gut untersuchst, eröffnen sich ganz neue Perspektiven und du wirst merken, dass deine Realität nur eine Realität unter vielen ist.

So packst du dein Geschenk am besten aus:

1. Nimm die Situation, so wie sie ist an. es nützt nichts, dir zu wünschen, dass es anders sein sollte, denn es ist jetzt so und deine Gefühle sind jetzt da.

2. Schau dir die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln an. Frag dich, wie deine Großmutter, Barak Obama oder jemand anders, der dir spontan einfällt darüber denken würden. Am besten notierst du dir dazu Stichpunkte.

3. Und nun geh wieder zu dir zurück und frage dich, was du in dieser Situation lernen kannst. Was ist deine große Herausforderung? Welche Gefühle kommen hoch? Was triggert die Situation bei dir?

Aus dieser inneren Klarheit, durch die du ganz bei dir bleibst, kannst du die Situation für dich klären. Denk immer daran:

Es geht nicht darum, ob du Recht hast, es geht nur darum, ob du glücklich bist.

Lass dich diese Woche reich von deinem Montagsmantra beschenken und sage dir bei der nächsten Herausforderung in Gedanken:

Ich bin gewillt, diese Situation anders zu sehen. Ich nehme das Geschenk an, betrachte es von allen Seiten und bin gewillt daran zu wachsen.

Und wie das immer so ist auf Geburtstagen: Kaum hast du ein Geschenk ausgepackt, steht schon der nächste Gast mit einem neuen Geschenk parat. Ich selbst habe diese Woche sehr viele Geschenke bekommen und ich weiß, dass es nicht immer einfach ist. Denn wenn man erst mal hinschaut – und hier wäre eine Weihnachtsmetapher passender – sieht man mehr und mehr Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Aber man gewöhnt sich dran. Und je mehr Geschenke man ausgepackt hat, desto einfacher wird es.

An meinem großen Geschenk schnüffele ich gerade noch. Aber ich bin sicher, dass der Schritt, den es mich voranbringen wird, mindestens genauso groß ist.

In diesem Sinne: Happy Birthday!

Ich bin neugierig, was du zum heutigen Geburtstag geschenkt bekommen hast und wie du mit dem Auspacken voran kommst. Lass mich davon in den Kommentaren wissen. Ich freu mich!

Deine Franziska

Photo credit: Maja Petric via unsplash.com

12 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Die Sehnsucht nach etwas unerreichbarem als Geschenk annehmen, hmm, das ist eine Montags-Challenge :-) Aber ich nehme sie an. Mich nicht dagegen wehren, nicht dagegen ankämpfen, die Sehnsucht als Kraft und Motor spüren und dabei nicht den Weg der Tränen gehen, der schon so ausgefahren ist, da fließt zu viel davon. Zu viel, was eigentlich wertvoll wäre und nicht vergossen werden sollte. Danke für eurer Mantra – für eure Mantras – für eure Kreativität!
    Namaste!
    Katjush

  2. Für mich ist entscheidend, dass Problem als Geschenk erkennen zu können und dann den Mut zu haben sich darauf einzulassen. Sich auf sich selbst einzulassen. Diese Erkenntnis ist das Ergebnis vieler Geschenke in meinem Leben. Und so langsam bin ich in der Lage eine richtige Entscheidung für mich, in den großen wie in den kleinen Dingen, zu treffen, dass ich mich mittlerweile auf die nächsten Geschenke freue. Denn ohne sie hätte ich mich nie auf den Weg zu mir selbst gemacht

  3. Sehr schöner Artikel, Franziska! Und wie hilfreich, konkrete Tools ausformuliert zu bekommen!
    Herzliche Grüße aus dem Süden des Landes!

  4. Hey Ihr Lieben,
    Dankbarkeit! Die erfüllt mich gerade beim lesen und die Seele darüber schwelgen zu lassen, über euer Montagsmantra – auch ich bin gerade in der Situation ein riesiges schweres Geschenk des Lebens anzunehmen u die Antwort zu erwarten wofür es doch gut ist!
    Schon eure letzten Montags-Denk-Anstöße bzgl. Fragen waren ein absolut passende Inspiration – liebsten Dank dafür.
    Wundervollsten Dank dafür und liebste Montags-Grüße
    eure Andrea

  5. An dieser Stelle mal herzlichsten Dank für die Montagsmantras, haben mich schon oft „wachgerüttelt“ und ich freue mich jeden Montag darauf!
    Herzliche Grüße aus München :-D

  6. Das Montragsmantra kommt immer genau passend. Rückt einen wieder in die richtige Position. Wenn der Montägliche Stresspegel in Anbetracht der kommenden Woche und deren Anforderungen steigt, hilft das Mantra beim Durchatmen, Überblick verschaffen und fokussieren.
    Vielen Dank dafür.

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