Warum es sich lohnt, Gewohnheiten zu hinterfragen

Als ich am Mittwoch Abend meinen Wecker auf 6 Uhr einstellte, hatte ich so richtig schlechte Laune. Vor einiger Zeit hatte ich zugesagt, die Donnerstag Morgen Wake Up Klasse bei Peaceyoga zu vertreten. Um 8 Uhr. Das heißt, ich muss spätestens um 7.30 Uhr das Haus verlassen, um kurz vor den Schülern da zu sein. Für mich ist das sehr früh.

Ich lag im Bett und in meinem Kopf ging es ungefähr so: Du weißt doch, dass es deinen ganzen Tag durcheinanderwürfelt, wenn du morgens keine Zeit für dich hast! Wann lernst du endlich, dass du deine Termine nicht auf den frühen Morgen legst? Wieso hast du diese Vertretung nochmals übernommen? Und so weiter…

Natürlich wusste ich warum. Im Moment als die Vertretungsanfrage kam, hatte ich intuitiv total Lust mal wieder eine Wake Up Klasse zu unterrichten. Außerdem bin ich sehr dankbar, dass meine Peaceyoga-Kollegas meine Klassen vertreten, wenn ich keine Zeit habe, und freute ich mich, etwas zurückgeben zu können.

Nichtsdestotrotz war ich bei dem Gedanken daran, nicht ausreichend Zeit für meine geliebten Morgenroutine zu haben, innerlich auf Krawall gebürstet.

Völlig zu Unrecht! Denn wie sich am nächsten Morgen herausstellen sollte, gab es überhaupt keinen Grund für meine schlechte Laune.

Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Anstatt wie sonst noch ein wenig zu snoozen, war ich sofort hellwach. Ich schlich mich aus dem Bett, um den Liebsten nicht aufzuwecken, und begann mit meinen Morgenritualen. Körperbürsten, die Haut ausgiebig mit Sesamöl einreiben und in Ruhe mit Achtsamkeit duschen. Wenig später saß ich angezogen, geschniegelt und gestriegelt auf meinem Meditationskissen, um mich auf den Tag einzustimmen. Am Ende hatte ich sogar noch genug Zeit, um mir in Ruhe ein Porridge zu kochen und Tee zu trinken, bevor ich zum Studio lostigerte.

Auf dem Weg zum Studio genoss ich die klare, herbstliche Morgenluft, lauschte dem Vogelgezwitscher und wurde von ungewöhnlich vielen Menschen angelächelt. Die Stimmung in der Yogaklasse war an jenem Morgen ganz besonders schön und die Yogis total entspannt.

Mein Morgen war spitze. Und ich hatte wieder etwas gelernt.

Always question the status quo

Gewohnheiten und Routinen erleichtern uns das Leben ungemein. Stell dir mal vor, du müsstest jedes Mal neu überlegen, wie du Auto fährst oder die Spülmaschine einräumst. Gruselig! Sie strukturieren außerdem den Tag und schaffen so Raum für neue Erfahrungen.

Aber Achtung. Zu viel Routine kann auch den Horizont verkleinern. Ich hätte mir mein ganzes Kopfkino sparen und mich auf mein ursprüngliches Bauchgefühl verlassen können.

Denn jener Donnerstagmorgen hatte ein paar Geschenke für mich parat, die ich dankend angenommen und in meinen Alltag integriert habe.

Kanal Montagsmatra

 

  • Ich habe die Stille so genossen, dass ich auch die nächsten Tage früher aufgestanden bin. Meine Morgenmeditation wurde viel intensiver
  • Der Spaziergang am Kanal in der frischen Morgenluft hat mir so gut getan, dass ich um 12 Uhr alle wichtigen To Dos des Tages erledigt hatte
  • Das unnötige Kopfkino war ein schöner Reminder zum Thema: Mach dir nicht so viele Gedanken und konzentriere dich mehr auf den Moment!

Deshalb lade ich dich ein dich diese Woche von einer Frage begleiten zu lassen.

Dein Montagsmantra: Dient mir diese Gewohnheit noch?

Wenn nicht gleich eine Antwort kommt, geh folgendermaßen vor:

  • Such dir ein beliebiges Alltagsphänomen heraus und ändere eine kleine Sache. Nimm den Bus statt der U-Bahn. Trinke Tee statt Kaffee. Verändere eine Kleinigkeit in deiner Morgenroutine. Hier findest du einige Inspirationen
  • Sei ehrlich mit dir, ob dir die Veränderung gefällt! Veränderung nur um der Veränderung willen ist unnötig
  • Aus alt mach neu. Integriere alles, was dir gut tut in deinen Alltag und schau mal, ob es zu einer neuen Gewohnheit werden kann. Du weißt ja, Gewohnheiten sind gut. Wenn sie dir dienen.

Das Leben ist ein ewiger Veränderungsprozess. Wenn wir uns verändern, brauch auch das Außen Veränderung. Ein wenig wie mit Klamotten, aus denen man rauswächst. Das Hinterfragen von Routinen muss nicht gleich Totalinventur sein. Eher so, wie mit einer neuen Jacke ein altes Outfit im neuen Glanz erstrahlen lassen.

Dass ich jetzt immer „Hier!“ rufen werde, wenn jemand Vertretungen für seine Wake Up Klassen sucht, kann ich nicht versprechen. Aber Morgenspaziergänge, früheres Aufstehen und ab und zu eine morgendliche Vertretung schon. Zumindest solange dieses Muster noch passt.

In diesem Sinne: Viel Freude beim Gewohnheiten Hinterfragen. Ich bin gespannt, welche Veränderungen dein Leben bereichern werden. Teile deine Erkenntnisse gerne in den Kommentaren.

Happy Monday!
Deine Rebecca

PS: Ich unterrichte tatsächlich viel in der nächsten Zeit. Schau bei Peaceyoga Berlin in den Stundenplan, komm mittwochs um 9 Uhr zu yogafürdich am Südstern oder melde dich per Mail, wenn du Interesse an einer heilenden Einzelsession hast.

2 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr schöne Anregung mal die eigene Routine durchzudenken. Ich hatte eine Zeit lang selbst einen so enorm routinierten Alltag, dass ich dadurch total unflexibel wurde.
    Immer wenn auch nur eine Kleinigkeit meine Routine durchkreuzt hat wurde ich so mürrisch wie du als du dir den Wecker stellen musstest :)
    Das heißt nicht, dass Routinen schlecht sind (ganz im Gegenteil) aber wie du schon sagst ist es eine gute Idee diese immer mal wieder zu durchbrechen um zu schauen was die Welt da draußen noch so bereithält ;)

    Viele Grüße
    Judith

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*