Verliebt in den Yogalehrer: Was nun?

Mit den Yogalehrern ist es wie mit den DJs früher.

Bestimmt erinnerst du dich: Während du schwitzend in der Menge getanzt hast, standen sie mit anbetungswürdiger Lässigkeit hinterm Plattenteller und sorgten für gute Stimmung. Mittlerweile hast du den Dancefloor gegen eine Matte getauscht und statt der Bar gibt es einen Altar. Doch an der Situation hat sich nicht viel geändert: Jetzt leitet der Yogalehrer durch den Flow. Nebenbei erzählt er schöne Geschichten, hilft dir bei schwierigen Asanas und spielt genau im richtigen Moment deinen Lieblings-Song. Und dann auch noch dieses sexy Tattoo, das gelegentlich unter seinem Shirt hervorblitzt. Hach…

Verliebt in eine Illusion

Diese Art von Verknalltsein ist völlig normal. Gerade die Yogapraxis eröffnet oft neue Horizonte und bringt intensive Gefühle hervor. Vielleicht sind dir auch schon in Paschimottanasana, der sitzenden Vorwärtsbeuge, ohne erkennbaren Grund die Tränen heruntergekullert. Oder konntest du dich im Rad vor Lachen kaum halten? Und dann dieses Gefühl nach der Praxis. So leicht und unbeschwert! Kein Wunder, dass man diese Gefühle schnell mit der Person, die einem den Weg dorthin zeigt, in Verbindung bringt und mit Verliebtsein verwechselt.

Doch eines solltest du bedenken: Im Yogastudio kommt meist eine besonders nette Version des Menschen zum Vorschein, die dank der Rolle im Unterricht jede Menge Raum für Projektionen bietet. Mit der Wirklichkeit hat das nicht immer was zu tun.

Warum sich der Crush meistens von alleine erledigt

Hier kommt es darauf an, wie verliebt du bist. Handelt es sich um einen kleinen Yogalehrer-Crush, dann besteht kein Grund zur Sorge. Schwärmen hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden und macht riesig Spaß. Wenn du allerdings ernsthaft Herzschmerz bekommst, solltest du handeln und dein Glück versuchen. Schließlich seid ihr möglicherweise das nächste Yoga-Traum-Duo.

In den meisten Fällen ist es aber eher so: Deine Verliebtheit erübrigt sich, sobald du deinen Lehrer privat kennen lernst. Denn meistens entspricht der Lehrer (oder auch die Lehrerin) nicht unbedingt dem Ideal, das du dir ausgemalt hast. Gemeinsamkeiten fern der Yogamatte sind schließlich Grundlage jeder Beziehung und – wenn nicht vorhanden – verpufft der Crush oft so schnell wie er gekommen ist. Denk nochmal an früher: Bist du schon einmal neben dem DJ aufgewacht? Ohne Club-Coolness und Plattenteller-Aura sah die Welt dann doch anders aus.

Abfuhr. Und jetzt?

Oder: Dein Schwarm weist dich ab. Autsch. Auch wenn es erst einmal weh tut, ist das noch kein Grund zu verzweifeln. Denn Lehrer sind für uns oft Spiegel, die uns viel über uns selbst verraten. Frag dich, was das sein könnte. Wünschst du dir vielleicht eine andere Beziehung? Willst du dich endlich mal wieder verlieben und lernst einfach niemanden kennen? Findest du etwas in dem Lehrer, was dein Partner nicht hat? Verkörpert er einen bestimmten Lebensstil für dich? Und so weiter…

Geh tief in dich und finde heraus, was dir zu deinem persönlichen Glück fehlt. Was verrät dir die Situation über dein Innenleben? Vielleicht ist deine kleine Verliebtheit so ganz unverhofft der Schlüssel zu Lebensthemen, die mit deinem Yogalehrer gar nichts zu tun haben.

Zum Schluss noch ein Geständnis: Wenn ich bei Lehrern und Lehrerinnen übe, die ich toll finde, bin ich immer ein bisschen verknallt. Zumindest für die 90 Minuten der Klasse. Ist es nicht toll, schöne Wesen anzuhimmeln und von ihnen zu lernen?

With love, hearts and lots of crushes,
Deine Rebecca

Photo Credit: DesolationSmile via Compfight cc

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