Und immer wieder loslassen. (What the fuck?!)

„Meine Hände sind schon ganz wund vom ganzen Loslassen!“ sagt meine Freundin Laura gerne, wenn wir uns mal wieder ausgiebig über den Sinn und Unsinn des Lebens den Kopf zerbrechen und feststellen, dass wir einfach keine Antwort auf unsere vielen Fragen haben. Wenn du dich öfter auf Blogs wie diesem, im Yogastudio oder in der Selbsthilfe-Literatur-Abteilung herumtreibst, bist du sicher auch schon über die Worte „Lass los!“ gestolpert. Meistens formuliert als Rat oder Aufforderung. Einfach loslassen. Die Lösung für alle Probleme, so scheint es.

Ich glaube das stimmt. Also, dass die Dinge laufen, sobald wir aufhören krampfig daran festzuhalten. Das Problem ist nur:

Loslassen kann so verdammt schwer sein! 

Den Ex-Freund, exzessives Kaffeetrinken, die Hoffnung, dass er/sie eeeeendlich anruft, den Druck die perfekte Mutter/Freundin/Geliebte/etc. sein zu müssen, negative Gedanken über sich selbst oder den dringenden Wunsch nach einem Partner. Ganz egal was es ist, die meisten von uns, haben irgendwelche Issues, von denen uns manche mehr, manche weniger ins Stocken bringen.

In den letzten Wochen bin ich an der Loslassen-Sache fast verzweifelt.

Bei mir ging es gefühlstechnisch ganz schön turbulent zu und da tauchten einige Dinge auf, die ich gerne kurz und schmerzlos losgelassen hätte. Doch es ging nicht. Während ich wilde Diskussionen mit mir selbst führte, dass Loslassen jetzt das beste für mich wäre, hätte ich am Liebsten laut gerufen: LET GO MY ASS!

Irgendwann machte es klick. Beim Scrollen durch meinen eigenen (!) Instagram-Feed. Mir fiel ein Zitat von einen großartigen Yogalehrer aus Rishikesh in die Hände, das mich schon damals schwer begeistert hatte.

You need to make acceptance and expectation one. If there are expectations there is no acceptance. If there is acceptance there are no expectations.

Der Reminder kam gerade im richtigen Moment. Es geht nicht um das Loslassen meiner Themen selbst, sondern darum, zu akzeptieren, dass sie sich jetzt so zeigen, wie sich sich zeigen wollen. Von mir selbst zu erwarten, dass sich alle Fragen von heute auf morgen auflösen, ist zwar durchaus typisch für mich, aber dann doch eher unwahrscheinlich. Make acceptance and expectation one…

Wie wäre es diesen Satz anstelle von „Lass los!“ zu nutzen? Deshalb ist mein Vorschlag für das Montagsmantra:

Ich vertraue darauf, dass alles gut ist, so wie es ist.

Meine 3 Let Go Do’s und Dont’s

1. Du musst gar nichts loslassen. Wenn du etwas (noch) eine Weile behalten willst, ist das in Ordnung. Auch wenn du dir das im Moment nicht so genau erklären kannst, bist du vielleicht noch nicht bereit für die Antwort. Lies am besten nochmals das Liebe-deine-Fragen-Montagsmantra und akzeptiere, dass gerade die Fragen deine Aufmerksamkeit brauchen.

2. Viel Ruhe. Damit sich die richtigen Antworten zeigen, kann es gut sein, in die Stille zu gehen. Barfuß zu laufen, zu meditieren oder einfach mal nichts zu tun. Das übliche Programm weiter abzuspulen, klappt meistens nicht.

3. Frag um Hilfe. Ich bin immer wieder dankbar für die wunderbaren Menschen um mich herum, die mir zuhören und für mich da sind. Manchmal hilft schon ein Telefonat oder ein Kaffee mit der besten Freundin, um den Kopf frei zu bekommen. Du weißt doch: We are all in this together!

So du Montagsmaus, ich wünsche dir einen super Start in die Woche und übe mich erst einmal in Akzeptanz meiner ellenlangen To Do Liste. Dann klappt’s vielleicht auch mit dem Loslassen.

Happy Monday,
deine Rebecca

11 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Danke Dir, ich bin noch nicht lange auf Deiner Seite. Es fühlt sich jedoch schon nach eine Seelenverwandschaft an. Ich freue mich auf jeden Montag Morgen und Deine Mails.
    Das Zitat diese Woche habe ich mir aufgeschrieben und an den PC gepinnt. Mehr braucht es nicht mehr.
    DANKE Dir
    Liebe Grüße
    Malina

  2. Mein Mantra lautet: change it, leave it or love it. An der Weisheit zu erkennen, wann was nötig ist, arbeite ich noch. Alles gute für diese Woche des Loslassen

  3. Hallo Rebecca, du hast Recht. Dein Montagsmantra triffts absolut. Ich habe die Erfahrung übers Loslassen gerade vor kurzem gemacht. Ich fühl mich erleichtert, losgelassen zu haben. Was das Resulat ist, wird sich noch zeigen.

    Liebe Grüße
    Corinna (yogiinside.at)

  4. Liebe Rebecca,
    danke für ein mal wieder super passendes Montagsmantra. Ich tue mich gerade auch sehr schwer, etwas los zu lassen und habe jetzt auch beschlossen, mir den Druck zu nehmen, dies unbedingt sofort tun zu müssen. Es ist einfach noch nicht soweit und der Abschied dauert eben etwas länger. Es ist, wie es ist und es ist gut so.
    Hab eine schöne Woche
    Joanna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*