Umgibst du dich mit den richtigen Menschen?

„Yoga erhöht dein Energielevel. Deshalb schaue dir dein Umfeld an: Auf welchem Level sind deine Freunde? Und jetzt hast du zwei Möglichkeiten. Entweder nimm sie mit nach oben, oder wenn sie nicht wollen: Trenne dich von ihnen.“

Ich sitze in einer Kundalini Yogastunde und denke nach der Stunde noch längere Zeit über diesen Satz nach. Entgeistert denke ich: Was hat der gerade gesagt? Ich bin schockiert und überzeugt: Das ist ja total unyogisch!  

Schließlich geht es beim Yoga doch darum, allen Menschen mit einer positiven Grundeinstellung zu begegnen. Darum, dass wir alle gleich sind und wir möglichst Mitgefühl für jeden empfinden, im Idealfall sogar alle in ihrer Grundessenz zu lieben vermögen.  

Einige Jahre später klingt dieser Satz immer wieder in meinem Kopf nach. Es ist mehr an dieser Aussage dran, als ich damals glauben wollte. Und by the way: das Wort “unyogisch” sollte aus dem Wortschatz gestrichen werden. 

Wir tun uns keinen Gefallen damit, wenn wir uns mit Menschen umgeben, die uns runterziehen.  

„Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen mit denen du am meisten Zeit verbringst“ – Jim Rohn

Jim Rohn ist Wirtschaftsphilosoph und einer der Urväter der Persönlichkeitsentwicklung. Er betont stets, wie groß der Einfluss der Menschen ist, die dich umgeben. Denn Menschen haben die Angewohnheit, bestimmte Gemütszustände und Verhaltensweisen zu kopieren.

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© Heike Dittmers

Dabei spiegeln wir Verhalten nicht nur innerlich, sondern auch körperlich.

Beobachte einmal alte Paare, die in einem Restaurant sitzen. Oft sind Mimik und Gestik und auch die Kleidung (oh Schreck, wenn es Fallschirmseidenjogginganzüge sind) befremdlich identisch.

Aber du kannst es zum Beispiel auch beobachten, wenn du mit jemanden zusammensitzt. Meist ahmst du nach kurzer Zeit unbewusst die Haltung nach, sogar die Mimik und Sprache.

Achte mal darauf, wenn du für längere Zeit in einer anderen Stadt lebst. Oder auch an den Ort zurückkehrst, an dem du aufgewachsen bist. Plötzlich redest du ganz anders. Ich war zum Beispiel mal ein halbes Jahr in Wien: 

Nach nur zwei Monaten sprach ich plötzlich davon, dass sich „Dinge schon ausgehn“, trank regelmäßig Melange statt Kaffee und aß Knödel bis zum Abwinken, obwohl die vorher überhaupt nicht auf meinem Speiseplan standen.

Gewohnheiten übertragen sich blitzschnell. Aber was heißt das?

Gehirnforscher haben herausgefunden, dass es eine biochemische Reaktion gibt, wenn Menschen mit anderen Menschen interagieren und dass diese Reaktionen direkte Auswirkungen auf das Verhalten haben. Hierbei arbeiten die sogenannten Spiegelneuronen – und die haben es in sich!

Spiegelneuronen funktionieren unbewusst. Das Gehirn nimmt bestimmte Muster des Gegenübers blitzschnell auf, erkennt diese und kopiert sie. Es entwirft ein Spiegelbild dessen, was vor uns passiert. Bestimmte Spiegelneuronen werden aktiv und aktivieren in uns dieselben Gefühle wie bei unserem Gegenüber. 

>> Buchtipp: Christian Keysers: Unser empathisches Gehirn – Warum wir verstehen, was andere fühlen*

Wir stecken uns quasi gefühlsmäßig beim Anderen an.

Ganze Arbeitsumfelder und Abteilungen werden so von Spiegelneuronen beeinflusst und Grundstimmungen einer einzelnen Person übertragen sich und pflanzen sich fort. Denn Verhalten wird kopiert. Dies kannst du auch gut an Kindern beobachten: Sie ahmen einen Großteil des Verhaltens der Eltern nach, weshalb das eigene Verhalten als Eltern auch so wichtig ist.

Umgeben wir uns mit Menschen, die sich ständig auf das Negative konzentrieren, dann spiegeln wir nach kurzer Zeit automatisch deren negative Stimmungen.

So landen wir selbst in einer Negativspirale, weil wir den Zustand des Gegenübers miterleben.

 Now, it’s your turn: Wie sieht dein Umfeld aus?

Surround yourself with only people who are going to lift you higher.” – Oprah Winfrey

Es macht durchaus Sinn, dir dein Umfeld einmal genauer anzuschauen. Du kannst dir dafür ein Mandala malen: Ein Kreis in der Mitte symbolisiert dich, fünf Kreise drumherum deine engsten Menschen, beziehungsweise die, mit denen du am meisten Zeit verbringst. 

Dann lasse alles auf dich wirken und stelle dir folgende Fragen:

  • Was lösen die einzelnen Menschen für Gefühle in dir aus, welche Grundstimmung erzeugen sie in dir?
  • Wie fühlst du dich nach dem Kontakt mit ihnen?
  • Ermutigen sie dich oder versuchen sie dich eher zurückzuhalten, inspirieren sie dich oder reden sie deine Träume klein und ballern dich mit ihren Zweifeln zu?
  • Geht es nur um Arbeit oder inwieweit hat Genuss und Freude einen Stellenwert? Für welche Werte steht die Person?

Auch Arbeitskolleg*innen und andere Umfelder zählen dazu. Sind diese Menschen in Einklang mit deinen Werten und dem, wie du leben möchtest?

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Selbstcheck: Wie beeinflusse ich meine Umwelt?

Ein Selbstcheck ist ebenfalls sehr hilfreich. Sehe ich eher das Negative oder ermutige und bestärke ich mein Umfeld und meine Liebsten? Oder zweifle ich, was das Zeug hält und habe bei allem und jedem Bedenken?

Was glaubst du: Fühlt sich dein Gegenüber besser nachdem er mit dir zusammen war, oder eher bedrückt und entmutigt?

Frage ruhig einmal nach einem ehrlichen Feedback. Denn je mehr wir uns gegenseitig bestärken und energetisch erheben, umso mehr profitiert die ganze Welt davon. Der Einfluss, den wir haben, ist so viel größer, als wir oft denken.

Muss ich jetzt umziehen und alle Freundschaften kündigen?  

Wenn du jetzt merkst, dass dich dein Umfeld eher herunter zieht als aufbaut, kann es durchaus Sinn machen, eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen, zu schauen, was und ob du etwas verändern und mit wem und wie du deine Zeit wirklich verbringen möchtest. Damit ist natürlich nicht gemeint, jemanden, der gerade in einer Krise steckt, im Regen stehen zu lassen, aber: 

Keinem ist geholfen, wenn dir etwas auf Dauer Energie nimmt, du nicht in dein volles Potenzial kommst und dich von deinem Umfeld klein halten lässt.

Wichtig ist es, eine Entscheidung für sich zu treffen aber trotzdem eine positive Grundhaltung zu behalten.

Die Intention sollte sein, dich selbst zu stärken, ohne andere abzuwerten. Das, was dich gerade persönlich begeistert und bereichert ist sehr subjektiv. Jeder ist auf seiner eigenen spirituellen Reise und wir wissen oft nicht, was in dem Leben des anderen wirklich vorgeht.

Je mehr wir uns gegenseitig unterstützen und ermutigen, umso mehr steigt unsere Energie.

Und davon haben dann wieder alle etwas.  

Rise up & rise strong!

Deine Heike

Titelbild © Unsplash

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