Tarot Basics #9: Der Eremit

„In dir selbst ist die ganze Welt verborgen, und wenn du weißt, wie man schaut und lernt, dann ist die Tür da und der Schlüssel ist in deiner Hand. Niemand kann dir diesen Schlüssel geben oder die Tür zeigen, nur du bist dazu in der Lage.“ – Jiddu Krishnamurti

Den Weg erleuchtend

Der Eremit steht alleine auf einem schneebedeckten Gipfel, vor einem klaren weiten Himmel. Er trägt einfache Kleidung, in seiner Laterne ein sechszackiger Stern, Symbol seines Bewusstseins, das den Weg erleuchtet; zu diesem neigt er seinen Kopf. Der strahlende Stab in seiner linken Hand steht für seine aktivierte Lebensenergie.

Ein Wanderer in winterlicher Landschaft

Es ist der Archetypus von Weisheit aus Erfahrung, oft dargestellt von einer älteren Person, denn der Weg der Erkenntnis dauert ein Leben lang und vielleicht auch darüber hinaus. Die Evolution wirkt unaufhaltsam in uns fort und kennt kein Ende.

In die Tiefe der Zeit

Der Eremit nimmt sich Zeit und befreit sich davon. Hier geht es um Tiefe und nicht um Fortschritt. Da liegt das Land brach, aber es scheint nur so, als würde nichts passieren. Im Rückzug von der äußeren Welt wird das Unbewusste aktiviert. Raus aus der Gesellschaft, aber nicht aus der Menschlichkeit. Im Gegenteil. Nur wer auch mal aufhört zu senden, kann hören, wonach gerufen wird.

Du musst dazu nicht in die Höhle.

Vielleicht hörst du nur auf zu trinken und merkst dadurch, dass dir die meisten Partys zu langweilig sind. Vielleicht kündigst du den Job, der dir die Wirbelsäule verbiegt und musst dich damit beschäftigen, was echte Sicherheit ist.

Wer bin ich, ohne die Vorstellung, wer ich zu sein habe? 

Das Geschenk der Eremiten-Phase sind große innere Veränderungen.

Das erfordert, dass wir etwas aufgeben, hingeben. Unsere angelernte Persönlichkeit. Die Wünsche, deren Erfüllung nicht für uns gedacht ist. Sich selbst aufgeben, ohne zu wissen, wer man sein wird. Und dich doch so zu lassen, wie du bist, ohne zu wissen, wohin das führt, während du immer nur den nächsten Schritt kennst.

In diesen Zeiten hecken wir Dinge aus, die von außen nicht zu bemerken sind.

Der Rückzug ist eine gute Möglichkeit sich im Stillen zu bilden und die Geheimnisse produktiv werden zu lassen. Vertiefe deine Praktiken des Schreibens, Singens, Malens, Meditierens, Atmens, bilde dich in Mystizismus, höre darauf, was dir gesagt wird. Durch konzentrierte Betrachtungen werden dir psychologische Zusammenhänge bald sehr klar. 

Den Rhythmus der eigenen Trommel schlagen

Der Eremit lädt dich ein in die Introspektion zu gehen und dich vom äußeren Chaos zu isolieren. Dabei werden deine eigenen Suchtstrukturen offenbar, deine Co-Abhängigkeit, deine selbstschädigenden Gewohnheiten. Das sind wichtige Informationen, die du mit Neugier betrachten solltest. Ohne Annahme der Gegebenheiten ist Veränderung nicht möglich.

Lass dich von der Einsamkeit nicht ablenken.

Auch wenn du dich in diesem Prozess vielleicht wie Sheila Chandra Ever So Lonely fühlst, er ist unvermeidbar, um zu verstehen, dass das Meer keinen Fluss zurückweist. Du lernst zu verlernen. Raus aus den Programmen.

Du kreist dich ein und fällst nur wieder auf dich selbst zurück. Kein Entfliehen. Gib dich selbst auf. Und lass dich wie du bist. Immer wieder. Immer wieder.

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Aus der Tiefsee des eigenen Selbst tauchst du auf mit Schätzen, die alle bereichern.

Was im Schutz der Einsieldei entstand, hat lebensveränderndes Potenzial und die strahlende Kraft des Beständigen. Was du an Wissen gewonnen hast, ist nicht nur deiner eigenen Entwicklung dienlich, sondern auch derer deiner Gemeinschaft und der ganzen menschlichen Gesellschaft.

Zurück vom Berg mit den Erkenntnissen

Die Selbstkenntnis die aus deiner Winterwanderung resultiert, wird deine zukünftigen Beziehungen zu Wachstum und Kreativität anstiften. Stell dich in deine eigene Mitte und finde deinen wahren Norden. Wer alleine tanzen kann, tanzt mit der ganzen Welt.   

Tarot Basics #9: Der Eremit
© Lydia Hersberger

Über diese Serie:

In “Tarot Basics” stellt Nike dir nach und nach die einzelnen Karten des Großen Arkana vor. Ihre Symbolik, ihre Message, ihre Licht- und Schattenseiten, welche Energien sie verkörpern und wie du mit ihnen arbeiten kannst. Hier geht’s zur vorigen Karte.

Titelbild © Nike Ritter

Tarot von A.E. Waite © Königsfurt-Urania Verlag

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