Sweat Baby, sweat! 11 Dinge, ohne die du deine erste Bikram Yoga Stunde bereuen wirst

An was denkst du bei Badelatschen, Saunahandtuch, Bikini und Spiegelwand? Vielleicht an Schwimmbad oder Ostsee-Therme? Falsch! Das sind die Dinge, ohne die beim Bikram-Yoga nichts geht. Und es gibt noch einiges mehr, was du beachten solltest. Zumindest wenn du deine erste Hot Yoga Stunde nicht bereuen willst

Neulich habe ich mich zum ersten Mal in ein „echtes“ Bikram Yoga Studio in Berlin Mitte getraut. „Echt“ deshalb, weil sich nur Yogastudios, die von Herrn Bikram persönlich autorisiert wurden, so nennen dürfen. Ansonsten muss man sich mit „Hot Yoga“ als Studiobezeichnung zufrieden geben.

Aber nun zu meiner ersten Stunde. Ich hatte sie lange angekündigt und noch länger vor mir hergeschoben. Als es dann endlich soweit war, tigerte ich unbedarft zum Studio und musste feststellen, dass beim Bikram einiges anders läuft, als beim „normalen“ Yoga. Damit du für deine erste Bikram Yoga Stunde besser gewappnet bist als ich, solltest du folgende 11 Dinge beachten:

1. Du brauchst Badelatschen, wirklich! 

Das obligatorische Schild „Schuhe aus!“ erinnert beim Bikram Yoga nicht an die bekannte Barfußregel, sondern meint „Badelatschen an“. Ich hatte natürlich keine dabei und so durfte ich am eigenen Leib erfahren, was bei diesem Regelverstoß droht: Fußpilz! Ich habe mir zwar keinen eingefangen, aber die warmen Temperaturen im Bikram-Yoga-Studio in Kombination mit den Schweißpfützen, welche die eifrigen Bikram-Yogis um ihre Matten herum hinterlassen, sind der perfekte Nährboden für unliebsame Fußkrankheiten. Außerdem ist es echt unangenehm durch die Körperflüssigkeiten fremder Menschen zu stapfen. Deshalb pack dir unbedingt Badelatschen ein! Falls du keine hast, nutz doch gleich den aktuellen Adiletten-Trend.

2. Matte leihen vs. eigene mitbringen

Ich habe jahrelang Yoga geübt, ohne eine [themecolor]eigene Yogamatte[/themecolor] zu besitzen. Wer es gewohnt ist, kostenlose Leihmatten im Yogastudio vorzufinden, wird beim Bikram-Yoga enttäuscht sein. Da die Matten nach der Stunde wortwörtlich durchgeschwitzt sind und [themecolor]gereinigt werden müssen[/themecolor], ist eine Leihgebühr auch angebracht. Deshalb bring am besten deine eigene Matte mit.

3. Du brauchst gleich zwei große Handtücher 

Auch Handtücher kann man sich im Studio ausleihen, aber warum sollte man sich die Stunde unnötig teurer machen, als sie ohnehin schon ist. Wichtig ist, dass du zwei Handtücher mitnimmst. Am besten ein großes Saunahandtuch oder ein spezielles Hot Yoga Handtuch ([themecolor]z. B. von Manduka[/themecolor]
), das du auf deine Matte legst und eines zum Duschen danach. Es ist zunächst ungewöhnlich ein Saunahandtuch auf der Matte auszubreiten, aber da nach spätestens einer viertel Stunde der Schweiß wie Wasser am Körper herunterrinnt, beuge eventuellen Rutsch- und vor allem Platsch-Gefahren besser vor.

 4. Der Bikram-Dresscode

Kommen wir zum Outfit: Normalerweise spielt Funktionskleidung in Yogaklassen eine untergeordnete Rolle. Solange die American Apparell Leggins nicht kneift und die Jungs uns bei der Vorbeuge nicht zu intime Einblicke in ihre Shorts gewähren, gibt es kleidungsmäßig viel Spielraum. Beim Bikram-Yoga ist das anders. Hier zählt: Weniger ist mehr. Denn du wirst ungefähr soviel Wasser über deine Hautoberfläche verlieren, wie ein undichter Swimmingpool. Das heißt, dass schweißabsorbierende, enge Funktionskleidung und davon möglichst wenig angesagt ist.

Bei meinem Studiobesuch waren die Jungs durchweg mit Badeshorts bekleidet. Manche hatten noch ein Achselshirt an. Die Mädels trugen fast alle einen Sport-BH und knappe Hot-Yoga-Pants oder kurze Sporthosen. Ich nutzte die Gelegenheit, um meine neue [themecolor]Wellicious Sweat it Shorts[/themecolor] und mein [themecolor]Nice Cropped Tank[/themecolor] auszutesten. Beides hat seinen Zweck bestens erfüllt.

Ich war erstaunt, wie uneitel die Hot-Yogis sind, denn obwohl es nicht immer heiß aussah, haben alle durch die Bank weg ihre Hüllen bis auf die beschriebenen Teile fallen lassen und stolz ihren Bauchansatz dem Wandspiegel präsentiert. Womit wir beim nächsten Punkt wären…

5. Spieglein, Spieglein an der Wand

…wer schwitzt am meisten in ganzen Land? Bikram-Yogis mögen es nicht nur heiß, sie schauen sich auch gern dabei zu. Zu Beginn meiner ersten Stunde rief der Lehrer uns sogar auf zu prüfen, ob wir uns alle gut im Spiegel sehen können. Rückblickend kann ich sagen, dass es demütigend und motivierend zugleich war, dabei zuzusehen wie meine Bauchröllchen sich mit in die Vorbeuge lehnten.

6. Keine Panik!

Ich gebe zu, bis hierhin klingt die Sache eher nach Hot Aerobic als nach Bikram Yoga. Und das spukte auch während der Aufwärmübungen in meinem Kopf rum, zumal der „Trainer“, gewappnet mit einem Headset, auf einem Podest stand und uns die wir neu waren, immer wieder mit Vornamen ansprach und motivierte. Doch nach fünfzehn Minuten fing mein persönliches Yoga an: Meine Wasserflasche leerte sich schneller als geplant und so langsam verbreitete sich Panik in meinem Körper. Erst vervierfachte sich mein Herzschlag trotz [themecolor]Darth Vader Yoga-Atmung[/themecolor] und dann rief mir eine Stimme im Kopf zu: „Lauf um dein Leben!“ Ich wollte nur noch raus. Das einzige was mich zurückhielt war die Angst, auf dem Weg dorthin umzukippen. Und da setzte meine weise Yoga-Stimme ein: „Wenn du ruhig bleibst und atmest, wird dir nichts passieren. Setz dich kurz hin und regeneriere dich und dann mach weiter. Halte durch, du schaffst das.“ Und so tat ich es dann auch.

7. Kaltes, klares Wasser

Kennst du noch das Techno-Lied „Kaltes, klares Wasser“? Davon habe ich während der Stunde dauerhaft geträumt. Nimm dir unbedingt mehr zu Trinken mit, als du glaubst zu brauchen. Ich bin nicht der große Wassertrinker und hatte mir einen Liter Wasser eingepackt. Ich hätte mindestens zwei Liter gebraucht. Und nimm am besten kaltes, klares Wasser. Das ist das einzige, was deinen Körper in dem 90-minütigen Drillcamp tröstet.

8.  Bikram Yoga kann zum Kotzen sein

Sicherlich kennst du die Regel, dass man zirka zwei bis drei Stunden vor dem Yoga nichts essen sollte. Und sicherlich hast du sie schon zigfach mit einem leichten Salat, einem grünen Smoothie oder einem schnellen Tofuwürstchen gebrochen. Vor dem Bikram Yoga solltest du das in keinem Fall tun. Obwohl ich tatsächlich vorher nichts gegessen hatte, war mir während der gesamten Stunde speiübel. Ich vermute, dass das an meinem überforderten Kreislauf lag, der wohl besser mit ein paar Saunagängen auf diese Belastung hätte vorbereitet werden wollen. Ich bin sicher, dass ich alle unverdauten Reste in meinem Magen auf die Matte gespeit hätte, wenn ich mich nicht strikt an die Regel gehalten hätte.

9. Sequencing und Savasana

Was den Yogastil selbst betrifft, war für mich vorallem das Sequencing ungewöhnlich. Wenn du wie ich dynamisches Flow-Yoga, wie etwa Jivamukti Yoga, gewöhnt bist, ist es eine große Umstellung. Es gibt mehrere kurze Übungs-Sets, die in jeder Stunde in der selben Reihenfolge wiederholt werden. Nach den späteren Sets am Boden wird nach jeder Übung ein Mini-Savasana gemacht.

Und auch das abschließende Savasana ist für den Otto-Normal-Yogi zunächst ungewöhnlich: Der Lehrer geht bereits vor dem Savasana raus. Die Schüler bleiben dann so lange liegen, wie sie möchten. Dumm nur, dass sich jeder fragt, wie er am schnellsten in die Dusche gelangt. In der Stunde, die ich besucht habe, ging zumindest das große Rausgeschleiche los, nachdem der Lehrer den Raum verlassen hatte. Von tatsächlicher Tiefenentspannung keine Spur.

10. Nach dem Yoga

Nach 90 Minuten Dauerschwitzen, solltest du unbedingt Duschen, bevor du wieder unter die Menschheit gehst, auch deiner Gesundheit zu liebe, solltest du das Studio nicht mit nassgeschwitzten Haaren verlassen. Vergiss also nicht ein zweites Paar Unterwäsche und alles, was du zum Duschen brauchst, mitzunehmen.

11. Einmal ist Keinmal

Zumindest beim Bikram-Yoga. Gib dir unbedingt drei Versuche, bevor du dir eine Meinung bildest, denn beim ersten Mal wirst du alles mit deinem gewohnten, liebgewonnenen Yogastudio und –Stil vergleichen und mit deinem Kreislauf kämpfen. So ging es mir zumindest. Beim zweiten Mal hatte ich schon viel mehr Spaß an der Sache, weil ich meine Erwartungen angepasst hatte. Ich habe mich auf eine Runde Fitness mit Schwitzen eingestellt und fast ein bisschen Spaß an der Herausforderung gefunden. Und beim dritten Mal fühlte ich mich wie nach einem Sauna-Tag – angenehm müde, erschöpft und entspannt.

Bikram Yoga Kleidung
So sah ich nach meiner ersten Bikram Yoga Stunde aus.

Mein abschließendes Fazit und Tipp zugleich ist deshalb, dich auf Bikram-Yoga als Experiment außerhalb deiner gewohnten Yogawelt einzulassen. Je weniger Erwartungen du hast, desto weniger kannst du enttäuscht werden.

Für mich bleibt Bikram-Yoga ein „Special-Treatment“, dass ich mir ab und zu, wie auch den Gang in die Sauna, gönnen werde. Im Alltag reicht mir dann aber doch Yoga bei Zimmertemperatur.

 

Meine Bikram Yoga Shoppingliste

Bikram Yoga Shopping Liste

1. [themecolor]Nice Cropped Tank von Wellicious, um 45 Euro[/themecolor]

2. [themecolor]Sweat it Shorts von Wellicious, um 45 Euro[/themecolor]

3. [themecolor]Adidas Originals ADILETTE,Unisex, um 25 Euro[/themecolor]

4. [themecolor]Barracuda Hot Yoga Matte mit erhöhter Rutschfestigkeit, um 70 Euro[/themecolor]

5. [themecolor]Manduka eQua® HOT Yoga Towel, Farbe:Breeze, um 52 Euro[/themecolor]

6. [themecolor]Sigg Trinkflasche Star Wars Yoda, Schwarz, um 18 Euro[/themecolor]

Was ist Bikram Yoga?

Bikram Yoga trägt den Namen des Erfinders und indischen Yogi Meisters Bikram Choudhoury. Der Yoga Stil gehört ist eine Methode des Hatha Yoga. Es gibt insgesamt 26 Yoga-Übungen, die bei ungefähr 35 bis 40 Grad Celsius praktiziert werden. Die Hitze soll die Muskeln und Sehnen dehnbar machen und den Körper entgiften. Da der Name Bikram Yoga markengeschützt ist, bezeichnen sich Studios, die diese Rechte nicht erworben haben „Hot Yoga“. Bikram Yoga ist besonders in den USA sehr populär. weltweit gibt es inzwischen über 600 Schulen. Eine häufige Kritik am Bikram Yoga ist, dass die Yoga Art sehr körperzentriert und wenig spirituell ist.

Wie stehst du zu Bikram Yoga? Hast du es schonmal probiert oder bist du sogar hardcore Bikram Yogi? Ich freue mich auf deine Erfahrungen und Meinungen unten in den Kommentaren.

Deine Franziska

6 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Franziska,
    vielen Dank für den überaus wichtigen Input.
    Ohne deine 11 Tipps wäre ich nur überfordert und im Widerstand gewesen. Meine erste Bikram- Yoga Stunde war vor ein paar Stunden und ich bin zum Glück mit der Erwartung reingegenagen, dass es das die „Freude“ erst nach ein paar Yoga- Stunden einsetzt. Jetzt besteht mein Körper erstmal nur noch aus Muskelkater! ;-)

  2. Nur ein kleiner Hinweis bezüglich der Rechtschreibung: Im Deutschen werden zusammengesetzte Begriffe immer durchgekoppelt. Es muss also richtig heißen: „Bikram-Yoga-Stunde“.

  3. Danke für den coolen Artikel! Das war für mich jetzt ausschlaggebend, gleich mal Hot Yoga auszuprobieren, will das seit Jahren schon machen und vergesse es immer wieder! Ich liebe Extreme und bin echt gespannt, wie es wird, gerade im Sommer ;)

    1. Ja? Wie schön, das freut mich. Also wenn du Extreme liebst, wird das voll dein Ding sein. ich bin jedenfalls an meine Grenzen gekommen. Berichte unbedingt wie es war!

  4. Danke liebe Franzi für diesen großartigen Bikram-Test! Du hast alle meine schlimmsten Vorurteile bestätigt und mir trotzdem große Lust gemacht, mir meine eigene Meinung zu bilden. Sobald es wieder kälter wird, mache ich auch mal eine Bikram-Challenge – Juchhey!

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