Pranayama Power: Atme dich in dein volles Potenzial

Der Begriff Prana-yama setzt sich aus den Begriffen Prana (Lebensenergie) und Yama (kontrollieren) zusammen. Der größte Träger von Prana ist der Atem. Ohne Atem kein Leben – klar, das ist einleuchtend. Aber atmen wir nicht sowieso „automatisch“? Wieso dann den Atem verändern und beeinflussen?

Hand aufs Herz: Wie oft bist du bei deinem Atem, wenn du Asana übst?

Während du dich konzentrierst, den Adler mit verkreuzten Armen und Beinen zu halten (und dir dabei noch ein inneres Lächeln zu schenken) oder während dem Intensive-Flow? Bist du im Einklang mit deinem Atem, ruhig und gleichmäßig entspannt, jede Bewegung ein Atemzug?

Bist du dir deines Atems überhaupt bewusst in diesem Moment? Ich war es ehrlich gesagt lange nicht. Die heutigen Yogastile legen meist auch kaum einen Fokus darauf, wirklich richtig zu atmen.

Der Atem ist das Wesentliche im Yoga, da er das Wesentliche im Leben ist – und im Yoga geht es um das Leben.

– T. Krishnamacharya

Pranayama ist die mächtige Geheimlehre des Yoga, mit der wir Prana kontrollieren können und den Körper sogar verjüngen können. Ok, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen wie der Stein der Weisen oder ein anderes Zauberelixier, aber lass uns den Atem doch dazu mal etwas genauer betrachten.

Atem und Befinden bedingen sich gegenseitig.

Die Verknüpfung von Gefühlen und dem Atem ist ein Phänomen, das wir alle kennen: Manche Situationen lassen uns den Atem stocken, bei Angst und Wut wird der Atem flacher, vor allem bei Stress ist unsere Atmung stark eingeschränkt.

Und gestresste Menschen leiden laut Studien in Verbindung mit diesem flachem Atem häufiger an Bluthochdruck, Nervosität, Angstzuständen, Hormonungleichgewichten und entzündlichen Vorgängen im Körper.

Sogar Mundgeruch kann laut Studien durch Stress ausgelöst werden. Richtig: Das, was häufig Mundgeruch auslöst, sind flüchtige Schwefelverbindungen, ein Nebenprodukt der Bakterien, die in deinem Mund leben. Unter Stress atmen wir flacher: und je trockener der Mund, desto weniger Sauerstoff, desto mehr stinkige Schwefelverbindungen.

Sind wir hingegen entspannt und zufrieden, fließt der Atem auch gleichmäßiger und tiefer. Das bedeutet im Umkehrschluss:

Indem wir den Atem vertiefen oder mit bestimmten Techniken kontrollieren, können wir unsere Stimmung beeinflussen.

Die alten Yogis haben es mal wieder schon lange vor irgendwelchen Studien gewusst: richtiges Atmen hilft. Genauer gesagt: Pranayama.

Krishnamacharya war außerdem der Überzeugung, dass jeder eine festgelegte Anzahl von Atemzügen im Leben hat und es an uns liegt, wie und wie schnell wir diese verbrauchen. Im Yoga Sutra werden Einatmung, Ausatmung, Atempause (Puraka, Rechaka und Kumbhaka) unterschieden; mit diesen Phasen wird dann gearbeitet.

Die alten Yogis waren aber nicht die einzigen, die um die Macht des Atems wussten, sondern er war in fast allen Kulturen zentrales Element zur Erhaltung der Gesundheit und Werkzeug für die Innenschau.

Auch neuere Methoden, die den Atem zur Selbsterforschung zu nutzen, wie Holotropes Atmen oder Transformational Breath bedienen sich des Wissens um die transformierende Wirkung des Atems.

Ganz wichtig ist, dass du Pranayama nie alleine zu üben beginnst, sondern immer unter Anleitung erfahrener Lehrer*innen.

Besonders fortgeschrittene Übungen können bei falscher Ausübung unerwünschte Wirkungen haben, da wir über den Atem viele Prozesse im Körper beeinflussen können. Jedoch bieten dir diese Bücher einen guten Einstieg in das Thema und auch erfahrenere Pranayama Übende kommen hier voll auf ihre Kosten.

Take a deep breath and Pranayama 3

Der Klassiker: Licht auf Pranayama von B.K.S. Iyengar

Auch wenn Iyengar Yoga nicht gerade für umfassende Atemübungen bekannt ist, sondern eher für die anatomisch korrekte Ausübung der Asanas, so hat der Begründer B.K.S. Iyengar neben seinem Standardwerk Licht auf Yoga mit der Fortsetzung Licht auf Pranayama ein wertvolles Nachschlagewerk für alle Yoga-Paktizierenden und Lehrenden geschaffen.

Das Buch gliedert sich übersichtlich in vier Teile: Es gibt drei Teile zur Theorie und Technik des Pranayama und der vierte Teil setzt sich mit Meditation und Entspannung auseinander. Im Anhang finden sich außerdem fünf Kurse, die stufenweise und nach der Fähigkeit des Praktizierenden aufgebaut sind.

Pranayama – die heilsame Kraft des Atems von Ralph Skuban

Ralph Skuban erspart uns das Kramen in den alten Schriften, die sehr komplex sind und viele Missverständnisse aufkommen lassen. Verständlich und gut ausgeführt beschreibt uns der Autor von Pranayama – die heilsame Kraft des Atems die verschiedenen Pranayama Techniken und ihre Wirkung und hat damit ein Buch von hohem praktischen Wert geschaffen, das die Hintergründe und Informationen aus den Jahrtausende alten Traditionen nicht vergisst.

Das Buch arbeitet sich von grundlegenden vorbereitenden Übungen zu den komplexeren Pranayama Übungen vor und schafft es hierbei relevante Themen wie somatisch gespeicherten Schmerz oder Yoga-Philosophie ebenso zum Thema zu machen wie Technik, Variationen und Wirkung jeder Übung.

Holotropes Atmen von Stanislav und Christina Grof

Das Holotrope Atmen von Stanislav Grof ist eine Methode des beschleunigten Atems kombiniert mit Musik und Körperarbeit zur Selbsterforschung und Psychotherapie. Es nutzt die Dimensionen der Tiefen- und Transpersonalen Psychologie und der spirituellen Lehren des Ostens.

Statt verbale Techniken zu nutzen, schafft und nutzt Holotropes Atmen Erfahrungsräume. Das Buch braucht einen langen Atem, aber gibt einen guten und detaillierten Einblick in die Methode und beinhaltet Fallbeispiele, Übungen und Anleitungen zur Integration der Erfahrung.

Auch Transformational Breath sollte als Atemmethode in der Liste nicht fehlen.

Hier empfehle ich aber die direkte Erfahrung im Workshop oder Rebeccas und Christines Retreat statt einem Buch.

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