Postkarte aus der Meditationshölle: Es lebe der Fortschritt

*Postkarten aus der Medationshölle – Katis [themecolor]Meditation der Befreiung[/themecolor] nach Gurmukh*

Liebe(r) *hier deinen Namen einsetzen*,

endlich komme ich dazu dir zu schreiben. Du wartest sicher schon auf die [themecolor]versprochene Postkarte[/themecolor] aus der Meditationshölle mit dem Bericht wie es mir so ergeht. Mit Gurmukh und der 40 Tage Meditationschallenge. 

Schon bevor es losging, stand ich vor dem ersten Problem: Wie kann ich mir während meiner Meditation ohne große Aufregung und Ablenkung klar machen, dass drei Minuten vergangen sind, ohne die Meditation zu unterbrechen?

Der Fortschritt – oft ein Fluch, aber manchmal auch ein Segen: In den Tiefen des AppStores finde ich direkt die Lösung. [themecolor]i-Qi clock[/themecolor] ihr Name. Die App hilft, die Gesamtzeit und Intervalle einzustellen. Danke Technik, es kann losgehen!

Wie im Video strecke ich den rechten Zeigefinger diagonal nach vorne oben, den linken nach hinten unten. Ich bin ein Pfeil. Mit dem Herz in der Mitte.

Die nächsten drei Minuten versuche ich, die Armposition so gut wie möglich zu halten und freue mich fast, über die aufkommenden Gedanken, die mich so schön von der zunehmenden Schwere meiner oberen Extremität ablenkt. Für einen kleinen Augenblick vergesse ich den krampfenden Oberarmmuskel und den ziehenden Schmerz in meiner Schulter, bis mir auffällt, dass mein Geist mir gerade einen Streich spielt. Anstatt in Stille zu sitzen, jubeln meine Gedanken in meinem Kopf wie eine La-Ola-Welle durch ein Fußballstadion.

Der erste Gong. „Drei Minuten geschafft“ denk ich mir und bin in Gedanken auch schon gleich bei dem was noch kommt: weitere sechs Minuten in dieser Haltung. Hilfe!

Doch irgendwann passiert etwas wunderbares. Mein Herz pocht nicht mehr wie wild gegen meinen Brustkorb, der Schmerz in meiner Schulter lässt nach und mein Arm ist gar nicht mehr so schwer. Ein kurzer Moment ohne Gedankensalat in meinem Kopf, kein Nachdenken über Vergangenes und Zukünftiges. Der letzte Gong, langsam lege ich meine Hände in  den Schoß, sitze und spüre. Vielleicht dreißig Sekunden, bis in meinem Kopf wieder die Alarmglocken anspringen und die Rädchen anfangen, sich drehen.

Das fühlte sich an, wie an der verbotenen Frucht zu naschen. Bis morgen liebes Nichts, auf noch viele gemeinsame Momente.

[themecolor]Wie ergeht es dir?[/themecolor]

Deine Kati

Über die Autorin: Kati Weilhammer ist Yogalehrerin, ausgebildete Krankenschwester, hat ein halbes Norwegisch Studium in der Tasche, liebt Musik und backt nebenbei kreative Playmobilkuchen, die es auf ihrer [themecolor]Webseite[/themecolor] zu bestaunen und bestellen gibt. Da sie außerdem das Schreiben liebt und auch noch auf der Fachjournalistenschule war, kommt sie immer wieder bei Fuck Lucky Go Happy zu Wort. Zum Beispiel mit ihrer Kolumne „Postkarten aus der Meditationshölle“. 

Photo Credit: LongView via Compfight cc

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