Dankbarkeit – Ein einfaches Thanksgiving-Ritual für jeden Tag

Heute ist ein großer Tag in den USA – Thanksgiving. Ursprünglich ein Erntedankfest, ist es bis heute das wichtigste Familienfest, bei dem die ganze Verwandtschaft zusammenkommt.

Ich hatte vor einigen Jahren das Glück an einem echten Thanksgiving-Essen teilzunehmen, das meine amerikanischen Freunde ausgerichtet hatten. Vor dem Essen sagte jeder der Reihe nach auf, wofür er oder sie in diesem Jahr besonders dankbar ist. Die Dankesrunde hatte eine so große Wirkung auf mich, dass ich noch den nächsten Tag wie auf Wolken ging.

Ich war glücklich, weil ich dankbar war.

Deshalb habe ich mir ein kleines Ritual angewöhnt, mit dem ich inzwischen seit Jahren täglich mein kleines Tanksgiving feiere:

Der Thanksgiving-Walk!

Angefangen habe ich mit einer Thanksgiving-Liste. Ich habe immer ein Notizbuch am Bett, weil ich kurz vor dem Einschlafen oder ganz früh morgens die besten Ideen habe. Zusätzlich zu meinen Geistesblitzen fing ich an aufzuschreiben, wofür ich heute früh dankbar bin. Ohne lange nachzudenken. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

  • Ich bin dankbar, dass ich aufgewacht bin.
  • Ich bin dankbar, dass ich es warm habe.
  • Ich bin dankbar für mein mega bequemes Bett.
  • Ich bin dankbar, dass der Hund ein Langschläfer ist und mich nicht rausscheucht.

Aber auch

  • Ich bin dankbar, dass ich heute wieder etwas vorantreiben werde (Ohne Arbeit wäre meine Wohnung vielleicht nicht so warm und ich hätte kein gemütliches Bett)
  • Ich bin dankbar, dass heute Montag ist (Neue Woche – Neues Glück).
  • Ich bin dankbar, dass ich heute ein unangenehmes Gespräch führen muss ( daran kann ich wachsen).
  • ….

Du verstehst das Prinzip. Es geht darum, dich positiv auf den Tag einzustimmen und mehr auf die Haben-Seite statt auf die Wollen-Seite zu schauen. Mit unseren Gedanken programmieren wir unser Gehirn, unser Immunsystem, unsere Zellen.

In der Psychologie wird seit Jahren intensiv zur Wirkung von Dankbarkeit geforscht. Und sogar die Genforschung ist darauf gekommen, dass wir mit unserer Einstellung unsere Gesundheit steuern können.

Mit der Zeit hat sich die Dankbarkeitsübung verselbstständig. Ich mache sie fast immer, wenn ich mich in einer Negativ-Spirale befinde.

Als ich noch festangestellt in einer PR-Agentur arbeitete, integrierte ich meine Dankeshymne jeden Morgen in meinen Arbeitsweg. Der dauerte zirka 15 Minuten. Perfekt für alle meine Danksagungen.

Ich empfehle dir aber für den Anfang eine Liste, weil du die Sache dann nicht so schnell vergisst, als wenn du dich auf den Weg machst und deine Gedanken schneller und lauter sind, als dein Dankes-Vorhaben. Wenn du dich eingespielt hast wirst du sehen, dass du freiwillig den Wunsch entwickelst in dich zu gehen und dich regelmäßig zu bedanken.

Das geht überall: Morgens in der Dusche, abends vor dem Schlafengehen als Gute-Nacht-Ritual, in der U-Bahn wenn du Langeweile hast… Ich bin sicher, du findest deine eigene Dankes-Routine.

Wofür bist du heute dankbar?

Happy Thanksgiving,

Zränf-Klaue-pink

4 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Ein wirklich schöner Artikel über das Thema Dankbarkeit. Viele fernöstliche Meister / Lehrer sind der Meinung, dass Dankbarkeit und Demut zu wirklichem Glück (und Erleuchtung) führen. Ich glaube da auch ganz fest dran, wenn Du Dich immer wieder an die Dinge erinnerst für die Du wirklich dankbar sein kannst, dann gibt es auch dieses fiese Tief nicht mehr, wenn mal etwas nicht rund läuft.

    In einem schlechten Moment kannst Du Dir dann sagen „Okay, Mist das ging jetzt schief / habe ich nicht bekommen. Ich kann aber dankbar für Das, Das, Das und das sein“.

    Zudem meine ich, dass dankbare und dadurch sehr ausgeglichene Menschen die angenehmeren sozialen Kontakte sind. Seit ich so lebe bin ich selber viel genügsamer und gleichzeitig offener für die Nöte und Belange meiner Umwelt.

    Meine Grundlage ist ein Dankesfoto an meinem Badezimmer-Spiegel die ich alle 3-4 Monate mal aktualisiere oder ergänze – Es ist eben auch in der Dankbarkeit eine Evolution und manchmal setzt man Schwerpunkte anders. Das Zweite ist regelmäßiges Schweigen um den Kopf runter fahren zu können und Fokus auf die Dinge legen zu können die mich wirklich bewegen und die Kern meiner Dankbarkeit sind. Darüber habe ich hier einen Artikel verfasst: http://vegan-rebels.de/enjoy-silence-der-ruhe-liegt-die-kraft/

  2. Ein ganz toller Artikel! Ganz toll finde ich auch den Ansatz, einmal dankbar zu sein für das, was eher unangenehm ist und was man nicht mag.
    Gerade jetzt wo es auf Weihnachten zugeht, kommen viele in den Haben-wollen-Rausch und sehen gar nicht mehr, wie reich sie eigentlich schon sind. Konsum und Genuss gehören auch für mich ein bisschen dazu, aber alles hat seine Grenzen und dass ich überhaupt konsumieren und genießen kann (und darf), dafür bin ich auch ganz schön dankbar!!
    Eine schöne Adventszeit wünsche ich!

  3. Voll der schöne Artikel! Man jammert oft viel zu sehr, besonders jetzt im grauen Winter. Außerdem wollen wir viel zu oft immer haben, haben, haben und das immer mehr und besser. Viel zu oft denkt man auch in „hätte, würde, könnte“, anstatt sich auf das hier und jetzt zu besinnen und Danke zu sagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*