Ostermontags-Mantra: Let Go(d)

Dieses Montagsmantra kennst du vielleicht schon vom letzten Jahr. Wir fanden es so gut, dass wir es dieses Jahr nicht hätten schöner schreiben können. Und außerdem wollten wir die Auferstehungsübung selbst wieder machen Viel Spaß dabei:

Kurz vor Ostern saß ich gemütlich auf der Couch, um in meinem aktuellen Lieblingsbuch „Rückkehr zur Liebe“ von Marianne Williamson zu schmökern. Folgende Zeilen wurden die Inspiration für das heutige Ostermontagsmantra:

Wenn Jesus vom Kreuz heruntergebrüllt hätte: Ich hasse euch alle, ihr Kerle, dann wäre eine völlig andere Geschichte entstanden. Es hätte keine Auferstehung gegeben.

Ich musste herzhaft lachen. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie verzweifelt ich wohl am Kreuz gehangen hätte. Schreiend, zitternd, leidend und voller Hass. Ich wäre definitiv nicht auferstanden.

Aber zurück zu Jesus. Er hat es geschafft – und zwar weil er keinen Widerstand geleistet hat. Selbst dem schlimmsten Verrat und dem größten Schmerz ist er laut Geschichte mit Akzeptanz gegenübergetreten.

Und als ich länger darüber nachdachte, fiel mir auf, dass alle Menschen, die wir bewundern und verehren die Fähigkeit zur Akzeptanz vereint: Nelson Mandela, Martin Luther King, Amma, der Dalai Lama, Mutter Teresa.

Jesus sagte:

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun

Die drei Ostertage stehen für die Zeit, zwischen der Kreuzigung und Auferstehung Jesus. Die Zeit zwischen der Verletzung und der Wiedergeburt.

Ich will dich diese Woche dazu inspirieren, diese symbolischen drei Tage für deine eigene kleine Wiedergeburt zu nutzen. Ideale Übungspartner hierfür sind Familie und Partner. Die bringen uns schließlich am schnellsten auf die Palme.

So geht’s

Wenn du in dieser Woche in eine Situation gerätst, in der du dich gewohnheitsmäßig verteidigen würdest oder verbal zurückschlagen würdest, lasse dich stattdessen „kreuzigen“. Es müssen nicht immer große Auseinandersetzungen sein. Vielleicht gibt es auch eine Sache, die dich schon seit Ewigkeiten an deinem Freund oder deiner Freundin nervt. Entscheide dich bewusst dazu, dich nicht aufzuregen, sondern es zu akzeptieren. Als Mantra kannst du dir im Kopf sagen:

 Let go. Let God.

Das klappt auch, wenn du nicht an einen echten Gott glaubst. Es geht vielmehr darum deinem Gehirn zu sagen: „Du musst jetzt nichts tun. Das übernimmt jemand anderes“.

Nun warte die heiligen drei Tage ab und beobachte, was in der Zeit passiert. Außen und innen. Wie verändert sich die Situation nach deinem Nicht-Reagieren und was verändert sich in dir? Als Reflexions-Hilfe kannst du zum Beispiel jeden Abend vor dem Schlafengehen ein paar Notizen dazu machen.

Der Zaubertrick der Akzeptanz liegt darin, dass du nicht reagierst. Verteidigung ist immer eine Art von Übereinstimmung mit dem Angreifer. Indem du zurückschlägst oder ausweichst, bist du in den Kampf verwickelt. Und der läuft in den meisten Fällen so ab: „Du bist schlecht. Nein, du bist schlecht! Nein du! Nein, du!“ und so weiter.

Widerstand, Abwehr und gegenseitige Verurteilungen verstärken unseren Schmerz bis ins Unermessliche. Akzeptanz hingegen führt zur Heilung. Und wenn es mit der echten Akzeptanz nicht gleich klappt, halte dich an Yogi Bhajan, der immer sagte:

 Fake it and you will make it

Du wirst sehen, wenn du es schaffst andere Menschen zu akzeptieren, wirst du dich auch selbst mehr akzeptieren und schließlich eine ungemeine Leichtigkeit spüren.

Ich bin gespannt auf deine Kreuzigungs-Erfahrung. Berichte mir davon hier unten in den Kommentaren. Ich freu mich, von dir zu lesen.

SHINE BRIGHT

Deine Franziska

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Photo credit: Robin Benad, unsplash (CC0)

8 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe soeben das Montagsmantra gelesen. Schade,dass ich es am Samstag schon nicht erhalten habe,dann hätte ich die Begegnung am Abend besser reagieren/überwinden können und meine Verletztheit nicht zur Schau gestellt. Wie geht man mit Begegnungen um,die einem Schmerzen zufügt und man gelähmt ist und man plötzlich keine Kontrolle über sein EGO hat? Wie bekommt man es hin zu akzeptieren,wenn der Verstand ständig dazwischen funkt?
    Ich versuche aus jeglicher Situation was gutes zu erkennen,doch fällt es mir sehr schwer und ich verfalle in ein tiefes Loch und es erscheint mir unmöglich zu sein,da heraus zu kommen.
    Ich lese jeden Montag dein Mantra und wünsche mir den Tag herbei,das ich ihn nutzen kann.
    Eine schöne Woche wünsche ich dir (euch).

  2. Vielen Dank für das Mantra – es schickt der Himmel. Nachdem mein Freund mir am Karfreitag signalisiert hat, dass er für UNS keine Zukunft mehr sieht, eben aus oben genannten Gründen des Kämpfens und den anderen nicht so zu akzeptieren und sein lassen können, wie er ist – fühlen sich die Tage bisher als reine Kreuzigung an – zu Recht.
    Diese Erkenntnisse sind Segen und Kreuzigung zugleich:
    Segen, da sich diese Erkenntnisse wie eine kleine Auferstehung anfühlen; Kreuzigung, weil der Schmerz dieses Verlustes unermesslich tief ist und es gilt, das anzunehmen – mit der großen Hoffnung, dass eine Veränderung eine neue Basis für Gemeinsamkeit schafft.
    Gottes Wille geschehe – so let go, let god.
    Namaste

  3. Ich verfolge nun seit einiger Zeit euren Blog und freue mich jeden Montag darauf! Wunderbar und danke, musste sehr lachen beim Fake it and you will make it….wird gemacht.

  4. Danke liebe Franziska, zur richtigen Zeit die richtigen Worte – wie so oft. Es ist eine der schwesten Übungen nicht zu reagieren und den Dingen seinen Lauf zu lassen. Dadurch gibt man Kontrolle ab. Aber sich darauf einzulassen und bewusst wahrzunehmen was passiert ist eine der schönsten Erfahrungen. Veränderung impliziert „etwas zu ändern“ – dass das leicht ist davon sprach niemand. . Einen schönen Ostermontag auch Dir. Und viele schöne Wiedergeburtsmomente.

  5. Ich musste auch herzlich lachen als ich die Worte gelesen habe. Doch sie sind wahnsinnig tiefsinnig! Wenn wir alle so ein bisschen mehr wie Jesus handeln würden wäre die Welt eine bessere. Ein guter Vorsatz, danke für dieses besondere Montags Mantra.

  6. Danke für das Mantra.
    Wir waren gestern bei den Eltern meines Freundes zum Essen eingeladen. 2 Tage zuvor erfuhr ich, dass sich die Mutter meines Freundes immer noch mit seiner Ex-Freundin trifft. Ich war gekränkt deswegen. Gestern dann sah ich mich am Klo im Spiegel und plötzlich war da so eine leise Stimme die gesagt hat: Hey, nimm dich selbst nicht so wichtig. Ich konnte loslassen, der Nm wurde großteils gemütlich und entspannt und vor allem: Ich spürte sofort eine große Erleichterung und Leichtigkeit! Ein wundervolles Gefühl.

  7. hach ja ich sitze gerade in der Bahn auf dem Weg zurück von einem weiteren Familienmarathon und ärgere mich wieder auf Diskussionen eingelassen zu haben. Man gerät irgendwie immer in die Verteidigungsposition. Gerade wenn es um Kinder geht oder in meinem Fall das noch ungeborene Kind. Wirklich super passendes Mantra zu Ostern! Für mich heute ein paar Stunden zu spät aber sicher etwas dass ich mir öfter mal zu Gemüte führen sollte! 1000 Dank für das erfrischende Ende meines Osterwochenendes ☺️ LG lisa

  8. Ein schönes Mantra, das ich tatsächlich schon länger verinnerlicht habe. Wenn meine ganze Familie zusammen ist, kommt es immer wieder zu hitzigen Diskussionen, bei denen jeder dem anderen von seinem recht überzeugen will. Ich halte mich da immer raus, ist mir zu anstrengend ;)
    LG

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