New Moon Compass: Neumond am 4. Dezember im 5. Tor

Human Design ist ein System, das unsere energetische Funktionsweise beschreibt. Durch das Erstellen eines individuellen bodygraphs mithilfe der Geburtsdaten lässt sich ermitteln, welcher der fünf Typen des Human Design wir sind, welche Potenziale in uns schlummern und was wir für ein gelingendes Zusammenleben mit anderen brauchen. 

>> Lesetipp: Anna hat Sheila ein Human Design Reading gegeben. Alles darüber erfährst du in Sheilas Artikel über Human Design

Beim Human Design spielt, wie in der Astrologie, die Stellung der Planeten eine große Rolle. 

Ihre Bewegung, also die Transite, beeinflussen uns alle. Besonders zu Neumond lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Aktivierung, denn auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, ist unser Leben stark durch den Zyklus des Mondes geprägt. Lassen wir uns aber darauf ein, können wir mit der Kraft des mysteriösen Himmelskörpers besonders intensiv an unserem persönlichen und spirituellen Wachstum arbeiten.

Die Sonne braucht in der Astrologie ein Jahr und der Mond ungefähr 29 Tage um alle zwölf Zeichen zu durchlaufen. Im Human Design System bewegen sich die Planeten in der gleichen Geschwindigkeit, aber die Reise geht hier durch 64 Tore. Die Zeitspanne, in der ein Planet ein Tor aktiviert, ist viel kürzer als in der Astrologie.

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Die Sonne steht im Human Design System für ungefähr sechs Tage in einem Tor, bevor sie weiterzieht, während der Mond sogar nur einige Stunden in einem Tor verbringt. Zu Neumond stehen Sonne und Mond im gleichen Tor. Die Energie ist dadurch intensiviert und wir können sie besser wahrnehmen.

Am 4. Dezember 2021 um 08:44 Uhr (CET) ist Neumond im Zeichen Schütze und steht im 5. Tor des Human Design Systems

Das Tor trägt den Namen consistency – Beständigkeit. Die Energie dieses Tores wird bereits am 3. Dezember durch die Sonne aktiviert. Wenn du dich in dieser Zeit mit den dazugehörigen Themen beschäftigen möchtest, haben wir hier einige Ideen für dich, die du in dein eigenes Neumond-Ritual einbauen kannst.

Am besten wirfst du zunächst einen Blick auf dein Human Design. Das kannst du mithilfe deiner Geburtsdaten online herausfinden. So kannst du erfahren, ob die Energie von Tor 5 schon in dir aktiviert ist, oder ob sie besonders vom 3. bis zum 8. Dezember durch die Position von Sonne und Mond für dich spürbar ist.

Das 5. Tor liegt im Sakralzentrum, dem Ort unserer aktiven, strahlenden Lebenskraft.

Unsere schöpferische Kreativität ist hier zuhause, nebst dem langen Atem, den wir brauchen, um unsere Projekte auch umzusetzen. In den Tagen vom 3. bis 8. Dezember geht es darum, die Beständigkeit unseres Lebens und der Natur wertzuschätzen. Routine und Wiederholung setzt eine Art von Magie frei, und die damit verbundene Vorhersehbarkeit kann eine beruhigende, ausgleichende Wirkung auf uns haben. Du kennst das vielleicht von deiner Praxis auf der Yogamatte oder dem Chanten und Meditieren mit Mantras. 

Im Chinesischen I Ging, auf das das Human Design System unter Anderem zurückgeht, heißt dieses Tor Warten. Dabei ist nicht einfach auf der Couch sitzen und Tee trinken gemeint, auch wenn es nichts dagegen zu sagen gibt, sondern eine bewusste, aktive Haltung. Wie in der Schwangerschaft erwartet eine Mutter ein Kind, doch nicht mit Ungeduld, sondern in dem Vertrauen und Wissen, dass die Natur ihren Job macht und es Zeit braucht um bestimmte Abschnitte eines Zyklus zu vollenden. Vertrauen, in natürliche Prozesse und den Lauf der Zeit, ist hier das Stichwort.

Das Tor der Beständigkeit findet Gefallen an festen Rhythmen und gleichbleibendem Tempo.

Gegenüber liegt das Tor der Extreme. Unser Drang nach Neuem verführt uns häufig zum extremen Gegenteil: Von der monogamen Beziehung, in der kein Flirt erlaubt ist, zu mehreren gleichzeitigen Affären, oder vom festen Vollzeitjob im Großunternehmen zur planlosen Weltreise im Van. Das ist normal und sogar manchmal einfach nötig, um uns überhaupt von Gewohntem lösen zu können. Die Energie von Tor 5 hält uns jedoch am Boden. Sie lässt uns Routinen und Wiederholungen wertschätzen. Jetzt ist es interessant die eigenen Gewohnheiten zu betrachten. Entsprechen sie wirklich deinen Wünschen und der Person, die du bist? 

Geduld ist eine Tugend, das sagt man nicht ohne Grund. Ebenso, dass Dinge ihre Zeit brauchen. Was an abgedroschene Kalendersprüche erinnert, ist im Grunde genau das, worauf das 5. Tor hinweist . Wer möchte am liebsten 2021 schon hinter sich lassen, Weihnachtsferien haben, Silvester feiern oder freut sich auf den ersten Frühlingstag? Anstatt panisch durch die letzten Wochen des Jahres zu stolpern, was oft nicht so einfach ist, sollten wir uns Zeit lassen, um zu realisieren wo wir jetzt sind, was wir wahrnehmen können und wie es sich anfühlt, lebendig zu sein. Eine regelmäßige spirituelle Praxis – auf und jenseits der Matte  – als alltägliche Routine helfen uns, Geduld zu üben und den Moment wahrzunehmen, anstatt immer dem nächsten Projekt hinterher zu jagen.

Die Jahreszeiten zeigen eindrücklich den Rhythmus der Natur. In den dunklen Wintermonaten kannst du dich zurückziehen, regenerieren und mehr in die Innenschau gehen.

Damit sind nicht nur unsere psychischen Vorgänge gemeint, sondern auch die geschützten Orte unseres Lebens, die Wohnung, das Bett. Hast du hier alles, was du brauchst um dich sicher zu fühlen? Bist du außerdem bereit und ausgerüstet für die Witterung der kalten Monate? Auch wenn du dich eher als Sommermensch verstehst, hilft es dir jetzt, Akzeptanz zu üben.

Dieser Neumond ist auch ein guter Zeitpunkt Gewohnheiten zu etablieren. Dabei geht es nicht primär um eine Ausrichtung auf tägliche wiederkehrende Tätigkeiten, sondern regelmäßige, die einem gewissen Rhythmus folgen; das kann wöchentlich sein, 2-wöchentlich, oder monatlich. Besonders schön ist es dem Zyklus des Mondes zu folgen. Du musst nicht nach etwas auf die Suche gehen, das völlig neu ist, sondern dem folgen, das du schon kennst und weißt, das es dir gut tut und Freude macht. Lass dich nicht länger vom Außen davon abhalten, es zu einem Teil deines Lebens zu machen.

Dabei musst du keinem Gesundheitstrend folgen, der dir eigentlich gar keinen Spaß macht und dich mehr quält als inspiriert. Vielleicht ist das morgendliche Krimi-Schmökern am Wochenende im Bett die bessere Routine, als Joggen gehen mit anschließender kalter Dusche. In der Wiederholung und Regelmäßigkeit liegt die Transformationskraft. Es ist also nicht gemeint einfach aus einer Laune mal das Joggen gegen den Krimi zu tauschen, was aber natürlich auch ok ist, sondern in diesem Beispiel die morgendliche Leseeinheit zu einem Teil deiner arbeitsfreien Tage, ohne Druck, ohne Zwang und ohne schlechtes Gewissen zu machen.

New Moon Celebration

  • Hast du bereits eine Neumond-Praxis? Dann bleib jetzt dran oder versuche sie wiederzubeleben, falls du aus dem Rhythmus gekommen bist!
  • Sollte dir die Meditation mit Mantren vertraut sein, ist jetzt eine gute Gelegenheit dafür. Baue sie in deine Praxis ein und beobachte die Wirkung. 
  • Journalst du gerne? Dann probiere doch mal diese Übung: Beantworte schriftliche für dich die Frage: Welchen Routinen folge ich regelmäßig?

Du kannst dies in Kategorien wie täglich/Wochenende/wöchentlich etc. einteilen. Wichtig: Lass nicht jene Gewohnheiten raus, die eher unbewusst passieren z.B. auf dem Arbeitsweg täglich eine Stunde auf Social Media scrollen. Das ist manchmal aufschlussreicher als erwartet. Vergiss dabei auch die Dinge nicht, die dir Freude bereiten, oder auf andere Art besonders wichtig sind; das kann den Hund schmusen sein oder dir selbst etwas Leckeres zu kochen. Diese angenehmen Handlungen, die aber durch ihre Beständigkeit großen Anteil an unserer Lebensqualität haben, verlieren manchmal an Stärke, wenn sie zu sehr automatisiert werden. Dankbarkeit üben kannst du auch mit einem täglichen gratitude journal, um dich an die schönen Dinge in deinem  Leben zu erinnern.

Fertige dann noch eine weitere Liste an, auf der du notierst, was du eigentlich gerne regelmäßig tun möchtest, aber (noch) nicht zu deiner Routine gehört z.B. sonntags die Wohnung räuchern, oder abends die Füße eincremen.

Es soll nicht darum gehen, Druck aufzubauen und dir noch mehr auf deine To Do Liste zu packen. Nimm es als Übung, dir deine Handlungen und deine Wünsche bewusster zu machen. Die Routinen, die für dich passend sind, entwickeln sich dann von selbst.

Schau’ mal was passiert

&

Happy new moon!

Deine Anna

Human Design Intro Experience – Einführungs ins Human Design online am 5./12./19. Dezember

Titelbild © Mark Tegethoff via Unsplash

Über diese Serie:

In Human Design Compass stellt Anna dir den Neumond aus der Sicht des Human Design Systems vor. Der Mond gibt uns einen wichtigen Rhythmus für unser Leben vor. Zu Neumond haben wir die Gelegenheit, uns bewusst mit den Themen eines von 64 Toren auseinanderzusetzen, die wir dann im kommenden Zyklus integrieren. Dabei folgen wir nicht dem timing, das unser Ego vorgibt, sondern der Energie der Planeten, die uns umgibt. Im Fokus sind nicht nur Selbsterkenntnis und persönliches Wachstum, sondern auch die gesellschaftliche Dimension unseres Denken, Fühlen und Handelns. 

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