Montagsmantra: Pech? Glück?

Das ist die erste Post, die du nach meiner Indienreise von mir erhältst. Seit drei Tagen mache ich mich wieder mit dem Laptop und meinem alten Leben vertraut. Was ich in meiner Kundalini-Yogaausbildung und auf meiner Reise erlebt und gelernt habe, werde ich in der nächsten Zeit Stück für Stück mit dir teilen. Mit dem heutigen Montagsmantra geht’s schon los.

Im Zug quer durch Indien ist mir meine Lieblingshose gerissen. Ich ärgerte mich tierisch, nicht nur weil sie war Nigel nagelneu war, sondern weil es denkbar ungünstig ist, wenn die weiße Pobacke die indischen Mitreisende beim Weg zur Toilette anlächelt. Grummelig wollte ich mich gerade damit abfinden, mich die siebenstündige Zugfahrt nicht Fleck zu bewegen. Da erzählte mir mein Travel-Buddy Nadja eine Geschichte, die meinen Ärger sofort in Luft auflöste. Lass dich von ihr durch die Woche begleiten und du wirst sehen, wie wenig du dich ärgern musst.

Pech? Glück? Wer weiß.

Ein Bauer hatte ein altes Pferd auf seiner Weide stehen. Eines Tages ist das Pferd in die Berge geflüchtet. Als die anderen im Dorf den Bauern ihr Mitleid für dieses Pech bekundeten, antwortete der Bauer „Pech? Glück? Wer weiß.“

Eine Woche später kehrte das Pferd aus den Bergen zurück und die Nachbarn gratulierten dem Bauern für dieses große Glück. Der Bauer antwortete „Glück? Pech? Wer weiß.“

Als des Bauers Sohn schließlich einige Tage später ein wildes Pferd zähmen wollte, fiel er aus dem Sattel und brach sich das Bein. Jeder im Dorf dachte sich, was für ein Pech! Außer der Bauer. Er dachte „Pech? Glück? Wer weiß.“

Einige Wochen später marschierte die Armee ins Dorf ein und zog alle gesunden Burschen zur Wehrpflicht ein. Als sie des Bauerns Sohn Bein sahen, gingen sie an ihm vorbei.

War das nun Glück oder Pech?

Wer weiß. Alles, was im ersten Moment als positiv oder negativ erscheint, kann im nächsten Moment das Gegenteil bedeuten. Wenn wir jede Situation sofort bewerten, machen wir uns das Leben unnötig schwer.

Als ich am nächsten Tag mit Nadja den Taj Mahal besichtigte, speicherte ihr iPhone plötzlich keine Bilder mehr. Wir haben alles versucht. Auf dem Rückweg ins Hotel war Nadjas Laune im Keller. „Warum geht dieses f***cking Telefon gerade heute kaputt???“ fluchte sie. Ich antwortete „Pech? Glück? Wer weiß.“

Versuch diese Woche immer an diese Worte zu denken, wenn du glaubst, gerade in den Pechtigel getappt zu sein und ermuntere  dein Umfeld mit dieser Geschichte. Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen mit hier in den Kommentaren oder mit passendem Bild bei Instagram unter dem hashtag #montagsmantra teilst. Mich findest du unter @franziska_fvckluckygohappy.

Glück? Pech? Wer weiß.

Shine bright,

Deine Franziska

Hier geht’s zum letzten Montagsmantra.

Photocredit: unsplash.com

3 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Frankziska,

    herzlichen Dank für das schöne Montagsmantra von dir. Mir gefällt deine Geschichte aus Indien sehr gut und ich werde diese Woche bei allen Ereignissen daran denken „Pech? Glück? Wer weiß.“

    Liebe Grüße,
    Stefanie

  2. Hallo liebe Franziska,

    vielen Dank für deinen Artikel. Das bestätigt mich in meiner Art zu denken „für irgendwas wird es schon gut sein!“ oder „everythings happens for a reason!“. Wenn man sich das regelmäßig vor Augen hält, kann man vieles gelassener sehen.

    Ich freu mich auf euer nächstes Montagsmantra.

    Hab eine schöne Woche!

    Ganz liebe Grüße aus München
    Asli

  3. Hallo Franziska,
    ich bin erst vor kurzem auf diese Seite gestoßen und habe schon einige Montagsmantras gelesen, die mich dazu inspirieren, ein paar Dinge in meinem Leben zu ändern und anders zu sehen, zum Beispiel bin ich derzeit dabei meine Morgenroutine zu finden.
    Ob etwas Pech oder Glück ist kann man oft im nachhinein gar nicht mehr wirklich differenzieren. In den letzten Jahren hatte ich einige Erlebnisse und einen langen Streit. Das alles erschien damals einfach schrecklich und ein großes Pech, sodass ich in ein ziemlich tiefes Loch fiel.
    Heute denke ich ganz anders. Was damals Pech war, sehe ich auf eine gewisse Art als Glück, da es mir möglich machte mich selbst zu finden und das was mich glücklich macht. Erst Pech und Unglück können dazu führen, dass man Glück und Freude mehr zu schätzen weiß, wenn man all die Steine, die einem in den Weg geräumt wurden, mühsam auf Seite geschaufelt hat.
    Zum Beispiel empfand ich es lange Zeit als großen Fehler und Pech dass ich mich überreden ließ in meiner Heimat zu studieren. Es brachte eine Menge Probleme zu Hause mit sich.
    Dagegen steht das Glück, das ich damit hatte, in meiner Heimat zu studieren, da ich im Studium meinen langjährigen Freund kennenlernte, mit dem ich sehr glücklich bin und den ich sehr liebe. So kann man den gleichen Umstand als Pech sowie als Glück empfinden. Und wenn man einmal das Glück in einem Umstand gefunden hat, überwiegt es.
    Also nicht vorschnell urteilen – denn in vielen Situationen findet sich in all dem Pech und Unglück dann doch mindestens ein Funken Glück.
    Eine weitere kleine Situation: Eines Tages stand ich am Bahnhof, und mein Zug fiel aus. Natürlich fluchte ich direkt und war sehr genervt. Der Zug fuhr nur halbstündlich und ob der nächste denn kommen würde war fraglich. Der schnellste Bus war gerade vor 5 Minuten abgefahren. Und hörte gleichzeitig neben mir jemanden fluchen. Es stellte sich heraus, dass er den gleichen Kurs besuchen wollte und wir suchten uns ein alternatives Transportmittel. Jetzt sind wir seit über 3 Jahren befreundet. War das nun Glück oder Pech? Ich würde sagen Glück.

    Sandra

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